Dienstag, 1. April 2025

Kein Scherz: Per 1. April wurden unsere Polizisten rotiert

Auf den Tag genau vor 100 Jahren erfolgte ein turnusmässiger Wechsel des Kantonspolizisten auf dem Posten Weiach. Diese Station hatte das Polizeikorps auf Anweisung des Regierungsrates im Jahre 1911 von Stadel wieder näher an die Landesgrenze verschoben (vgl. StAZH MM 3.25 RRB 1911/0174). Zuständig war der bei uns Stationierte nach wie vor für das Gebiet der Gemeinden Bachs, Neerach, Stadel und Weiach.

Damals kannte auf dem Land jeder «seinen» Polizisten noch mit Namen. Wohl deshalb stellte das Kommando der Kantonspolizei mittels eines Personalrotationssystems sicher, dass seine stationierten Polizeisoldaten nicht allzu vertraut wurden mit der lokalen Bevölkerung.

Neuzuteilung der Station alle sechs Jahre

Heute würde die Neubesetzung eines Unterländer Polizeipostens kaum jemand mitbekommen. Und eine Medienmitteilung kann bestenfalls die Online-Journalisten von zueriunterland24.ch zu einem Artikel animieren. Damals berichtete noch die Neue Zürcher Zeitung in ihrer Morgenausgabe vom 24. November 1924 über den sog. Dislokationsbefehl:

«Zürich. Kantonspolizei. Soeben hat das Polizeikommando den mit dem 1. April nächsten Jahres in Kraft tretenden Dislokationsbefehl für die Mannschaft erlassen. Die Zahl der Versetzungen ist infolge Ablaufens der reglementarischen Dienstzeit von sechs Jahren an ein und demselben Orte diesmal außerordentlich groß. [...]

Folgende Polizeisoldaten erhalten nachstehende Stationen: [...] E. Stiefel Weiach [...]  Von den Stationen rücken in die Kaserne ein: [...] ferner die Polizeisoldaten [...]  F. Keller in Weiach [...]»

Kontinuität über den 2. Weltkrieg hinaus

Sechs Jahre dauerte also so eine Rotation im Regelfall. Und was Mitte der 1920er-Jahre der Fall war, das wurde auch anfangs der 1950er noch gleich gehandhabt, wie man der ersten Jahreschronik von Walter Zollinger entnehmen kann:

«Hieher gehört in erster Linie ein weiterer personeller Wechsel, der im Frühjahr stattfand. Weiach ist, wohl weil es so nahe an der Landesgrenze liegt, Wohnsitz des Kantonspolizisten für den Kreis Neerach-Stadel-Bachs-Weiach. Alle 6 Jahre, am 1. April, werden diese Posten i.d. Regel neu besetzt. So ist dieses Frühjahr bei uns P.S. Eugen Wagner frisch eingezogen. Seine Vorgänger in den letzten 35 Jahren hiessen:

1919-25: P.S. Friedrich Keller
1925-28: P.S. Emil Stiefel [...]»

Chronik sei Dank erfahren wir auch die Vornamen unserer Polizisten.

Quellen

  • Neue Zürcher Zeitung, 24. November 1924, Nummer 1758, Morgenausgabe, Blatt 2, S. 5.
  • Von Lebenden & Toten. In: Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1952. Weiach 1954. Signatur: ZBZ Hs G-Ch Weiach 1952.

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