Freitag, 16. Januar 2015

Wechselkurs-Tsunami

Das durch die Schweizerische Nationalbank gestern Morgen ausgelöste Erdbeben (Aufhebung der Anbindung des CHF an den EUR bei 1.20) hat weitreichende Folgen. Kurzfristig einmal in den Portefeuilles der Anleger. Mittelfristig auch für die Schweizer Export- und Tourismusindustrie und die damit zusammenhängenden Arbeitsplätze.

Aber natürlich auch auf lokaler Ebene. Konkret: für den VOLG an der Stadlerstrasse 4, neben dem Depot der Landi Surb an der Kaiserstuhlerstrasse 44 das einzige Detailhandelsgeschäft in Weiach. Für ihn ist dieser Wechselkurs-Tsunami eine sehr schlechte Nachricht.

Schon bisher war der VOLG nämlich nicht unbedingt ein Synonym für günstige Angebote, sondern im Vergleich zu den Discountern und den Grossverteilern Migros und Coop eher als «teurer Krämer» bekannt.

Hohentengen, wir kommen!

Grosseinkäufe haben die Weiacher folglich schon bisher eher auswärts getätigt. Man fährt nach Bülach oder gleich die zwei-drei Kilometer über die Kaiserstuhler Rheinbrücke und den Zoll nach Hohentengen am Hochrhein, die deutsche Gemeinde ennet der Landesgrenze. Die dortige Ladeninfrastruktur wird jetzt noch um einiges attraktiver.

Mit dem Zerfall der Treibstoffpreise und nun auch dem billigeren Euro (die Wechselkurs-Parität zum Franken wird angesichts der Turbulenzen im Euro-Raum wohl nicht so schnell verschwinden) wird es für den VOLG am Standort Weiach noch enger. Boller's Kaufhüsle im Ortszentrum Hohentengen oder der Aldi Süd an der Hauptstrasse nach Osten Richtung Herdern und Günzgen graben ihm das Wasser ab. Bei diesen Spritpreisen und einer Warenfreigrenze von CHF 300 pro Person wird wohl mancher mehrmals pro Woche in Hohentengen einkaufen gehen.

Müsste der VOLG an der Stadlerstrasse schliessen, wäre das für Weiach ein grosser Verlust. Einkaufen ohne eigenes Auto oder den öffentlichen Verkehr würde faktisch unmöglich. Für ältere Einwohner ein grosses Problem. Auch die Postagentur Weiach, die sich seit 2009 im VOLG eingemietet hat, wäre gefährdet. Ein weiteres Problem. - Affaire à suivre.

1 Kommentar:

WG(n) hat gesagt…


Heute schrieb mir Markus Marty per e-mail:

«Ich bin per Zufall auf Ihrer Seite gelandet, weil ich die Herkunft des Monatsnamens 'Hornung' suchte. Ich bin von Qualität und Aktualität der Seite überrascht und positiv beeindruckt. Der 'WeiachBlog' ist schön gemacht und interessant. Ich habe Ihn auch als Nichteinheimischer gerne gelesen. Speziell gut gefallen hat mir das Heranzoomen der Euro-Franken-Problematik auf Dorf und Laden.»

Danke für die Blumen und die Erlaubnis Ihre Komplimente hier öffentlich zu machen, Herr Marty!