Montag, 2. November 2015

Kaiserstuhler Bäckerdynastie Geugel vor 50 Jahren in Ruhestand

Die Jahreschroniken von Walter Zollinger enthalten auf den letzten Typoskript-Seiten jeweils die Rubrik «Nachbarliches». Mit gutem Grund, denn etliche Gewerbetreibende, Ärzte etc. fanden die Einwohner von Weiach schon vor Jahrzehnten nur ausserhalb der eigenen Gemeindegrenzen. So war es ab 1958 auch, wenn man eine Bäckerei suchte, denn:

«Von jetzt an [1. April 1958] verkauft die ″Landwirtschaftl. Genossenschaft″ sämtliche Backwaren. Diese werden nun im Wechsel die eine Woche von Herrn Bäckermeister Hch. Hintermann Stadel und die andere Woche von Herrn Bäckerm. Emil Geugel Kaiserstuhl geliefert.» (zit. n. WG(n) Nr. 101, S. 394; Original: G-Ch Weiach 1958, S. 18)

Die Weiacher Konkurrenz war nach Auskunft des Sohnes des letzten Weiacher Bäckers eingegangen, weil er selber sie nicht weiterführen wollte. Dazu hatte er keine Lust, denn der Verdienst war nicht gerade berauschend und ausserdem habe es in Kaiserstuhl geheissen, der Weycher Beck habe «z’grossi Löcher im Brot», das Brot der beiden Kaiserstuhler Bäcker Jedele und Geugel sei viel fester. (WG(n) 101 , S. 390)

Ab 1958 konnten die Weiacher also vergleichen, welcher Bäcker der bessere war. In Kaiserstuhl gab es schon wenige Jahre später einen Wechsel, wie der Zollinger'schen Jahreschronik 1965 zu entnehmen ist:

«Die Bäckerei Geugel Kaiserstuhl, die auch nach Weiach Brot lieferte, geht mit dem 2. November an Fam. Kurt Meier-Kunz über. Seit 72 Jahren lag sie in den Händen der Familien Geugel (Vater, Sohn, Witwe).» (G-Ch Weiach 1965, S. 25)

Quellen


[Veröffentlicht am 4. Januar 2016]

1 Kommentar:

WG(n) hat gesagt…

Die Bäckerei-Konditorei Geugel befand sich mit Laden und Kaffeestube an der Hauptgasse 72, der heutigen Galerie Nepomuk. Und die Bäckerei Jedele? Die hat die beliebten Fastenwähen produziert.

vgl. u.a. den Beitrag von Hans Stengele an der Generalversammlung 2014 von Pro Kaiserstuhl: Alte Läden und Handwerker von Kaiserstuhl.