Dienstag, 6. Oktober 2020

Aargauische Heimatführer, nicht Heimatbücher!

Im Rahmen der vollständigen Überarbeitung der Jubiläumsbroschüre «ein nöüer Kirchenbauw allhier zu Weyach» von 2006 (vgl. Link unten) und deren Erweiterung auf den Kirchenbezirk mit Pfarrhaus, Pfarrscheune und Altem Gemeindehaus (Erscheinen geplant auf den Jahreswechsel 20/21) ist die 16 Seiten starke Broschüre «Die Kirche zu Weiach» von Kirchenpfleger Emil Maurer aus dem Jahre 1965 mit Anmerkungen versehen elektronisch neu aufgelegt worden (vgl. Link unten). Der mittlerweile auf 49 Anmerkungen angewachsene Kommentarteil erfährt daher aktuell regelmässige Verbesserungen. 

In der zuletzt veröffentlichten Ausgabe vom August 2020 stocherte der Kommentator bezüglich einer Literaturangabe noch im Nebel. Erwähnt Maurer doch im Literaturverzeichnis [S. 16] explizit Aargauische Heimatbücher. Das Problem: eine solche Reihe kennt keiner der diversen Schweizer Bibliothekskataloge. Dass da etwas nicht stimmen kann, liegt also auf der Hand. Nur was?

Der diesbezügliche Abschnitt von Anmerkung 27 im Kommentarapparat (der mittlerweile zehn Seiten umfasst) lautete deshalb bis vor wenigen Tagen:

«Aargauische Heimatbücher, Band 2: Es ist nicht klar, worauf Maurer hier verweisen will. Gemeint ist wahrscheinlich die Aargauische Reihe der im Verlag Paul Haupt erschienenen Schweizer Heimatbücher. Deren Band 2 beschreibt allerdings Zofingen (1. Aufl. 1952, 2. Aufl. 1973).»

Experimentiert man etwas mit den Suchbegriffen herum und schaut sich auch auf Plattformen um, auf denen Antiquariate ihre Schätze anbieten, dann wird plötzlich klar, welcher Lapsus Maurer unterlaufen ist. Die Aargauer Herausgeber nannten ihre Reihe Heimatführer!

Für die nächste kommentierte Ausgabe von Maurers Büchlein wird oben zitierter Abschnitt deshalb neu wie folgt formuliert:

«Aargauische Heimatbücher, Band 2: Die korrekte Bezeichnung lautet Heimatführer: Kläui, P.; Maurer, E.; Welti, H.J.: Kaiserstuhl. Aargauische Heimatführer, herausgegeben von der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau und der Aargauischen Vereinigung für Heimatschutz in Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege, Band 2. Verlag H. R. Sauerländer & Co., Aarau 1955.

In der Aargauischen Reihe der im Verlag Paul Haupt erschienenen «Schweizer Heimatbücher» ist kein Band für Kaiserstuhl erschienen. Weiter gibt es vom Windlacher Gottlieb Binder den dritten Band der Reihe «Alte Nester», wo u.a. Kaiserstuhl beschrieben wird. Ausschliesslich Kaiserstuhl gewidmet (und ebenfalls von Gottlieb Binder verfasst) ist das 15. Bändchen aus dieser Reihe (als Orell Füßli's Wanderbilder No. 369 erschienen).»

Der oben genannte Emil Maurer ist übrigens nicht mit dem Weiacher Kirchenpfleger Emil Maurer identisch.

Die drei Autoren des Heimatführers über Kaiserstuhl, der im Jubiläumsjahr 1955 erschienen ist (700 Jahre Kaiserstuhl) sind allesamt Koryphäen ihres (historischen) Faches: Dr. Paul Kläui (1908-1964), Historiker, ist den Lesern des WeiachBlog schon mehrfach begegnet. Für die Weiacher Geschichte besonders wichtig ist das von ihm bearbeitete Regestenwerk über die Urkunden im Kaiserstuhler Stadtarchiv. Dr. Emil Maurer (1917-2011), Kunsthistoriker, war zum Zeitpunkt der Publikation im Kanton Aargau als Denkmalpfleger tätig. Und Hermann J. Welti ist im Aargau ebenfalls kein Unbekannter. Er hat zahlreiche Beiträge zu heraldischen und familiengeschichtlichen Themen publiziert, insbesondere auch zu Kaiserstuhl.

Quellen und Literatur
  • «ein nöüer Kirchenbauw allhier zu Weyach». 300 Jahre Kirche Weiach, 1706–2006. (Autor: Ulrich Brandenberger, Weiach 2006, Online-Ausgabe 2007)
  • Maurer, E.: Die Kirche zu Weiach. Hrsg.: Evang.-ref. Kirchgemeinde Weiach. Weiach 1965. Mit Anmerkungen von Ulrich Brandenberger, 3. Ausgabe, August 2020 – 26 S. (PDF, 1168 KB, mit Bildern)

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