Montag, 6. Juli 2015

1. Augustrede 2014? Nationalrat Schibli nicht erreichbar

In den letzten Jahren ist es quasi Tradition geworden, dass WeiachBlog exlusiv die Rede zum 1. August veröffentlicht hat. Wenn es denn eine gab. 2012 fiel die Rede nämlich ganz aus (zu den Gründen vgl. den Artikel «Die ausgefallene 1. August-Rede» vom 3. August 2012).

Im vorigen Jahr, also 2014, ist die Rede zwar gehalten worden. Sie ist aber leider für diesen Blog bis heute nicht verfügbar.

Ein SVP-Politiker hielt die Ansprache

Wie üblich hat sich WeiachBlog schon Wochen vorher darum bemüht, herauszufinden, wer reden wird. Gemäss Auskunft von Anita Bucher von der für den Anlass verantwortlichen Trachtengruppe Wehntal wurde der letztjährige Redner von der Gemeinde organisiert. Es handelte sich um Nationalrat Ernst Schibli, SVP, aus Otelfingen. Da diese Gemeinde im Wehntal liegt macht das durchaus Sinn: man konnte den Namen des die Feier organisierenden Vereins zum Nennwert nehmen.

Schibli (*1952) war vom 26.11.2001 – 4.12.2011 bereits einmal im Nationalrat. Am 5. Mai 2014 hat er erneut im Rat Einsitz genommen (vgl. den NZZ-Artikel Bodenständiger Parteisoldat). Bekannt wurde Schibli in den Medien vor allem dank seinem Geissbock «Zottel», dem SVP-Maskottchen, das einst von Linksaktivisten aus seinem Stall entführt wurde.

Gemäss Register der Interessenbindungen des Nationalrats ist Schibli Mitglied des Verwaltungsrates der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich, sowie Vorstandsmitglied des Zürcher Bauernverbandes. Weiter ist er im Vorstand des Vereins für produzierende Landwirtschaft (VPL) aktiv.

Eine Rede, die wirklich nur eine Rede bleibt

Und diese Aktivitäten sind nun offenbar derart fordernd, dass trotz mehrmaligen schriftlichen Kontaktversuchen (sowohl über die private, wie die Parlaments-E-mail-Adresse) und trotz mehrfachen Telefonanrufen absolut keine Rückmeldung zu erhalten war.

Er hätte ja auch einfach sagen können, er wolle seine Rede nicht veröffentlicht haben. Eine Rede sei eine Rede und keine Schreibe - und deshalb für den Moment und nicht für die Ewigkeit gedacht. Das wäre für mich überhaupt kein Problem gewesen.

Aber gar keine Reaktion? Das ist für einen in der Öffentlichkeit stehenden, auf nationaler Stufe aktiven Politiker doch eher unüblich. Es sei denn man sei ein Parteisoldat.

Und so schliesst WeiachBlog hiermit nach bald einem Jahr das Dossier «Bundesfeier 2014» und macht sich an die Abklärungen für die diesjährige Rede.

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