Armin Köhli ist ein Behinderter, der sich nicht behindern lässt. Beide Unterschenkel fehlen ihm seit seinen Teenagerjahren. Amputiert. Das hinderte ihn aber nicht, sich beruflich und sportlich ins Zeug zu legen. Beruflich hat er sich als Schreibender etabliert. Und sportlich – auf dem Velo durchtrainiert – hat er's bis an die Paralympics geschafft. Dafür wurde er von Ikonen der woke-linken Journi-Schickeria, wie dem Republik-Mitgründer Constantin Seibt, bewundert und über den grünen Klee gelobt.
Nur leider ersetzt ein schmissiger Schreibstil, der von der gelb-schwarz-süchtigen Klientel der WochenZeitung dank konsequenter Nutzung des Binnen-I und Industriebashing aufgesogen wird, wie die Muttermilch vom Kleinkind, halt nun einmal nicht die saubere Recherche.
Das Resultat ist dann in etwa das, was ein halbgebildeter Westler nach einem Blitzbesuch auf dem Tokelau-Archipel über die Eingeborenen und ihre Belange in die Welt hinausposaunt.
Eine Dekonstruktion des Köhli-Artikels über unser Dorf von Anfang September 2000.
[Nachstehend der vollständige Artikel. Originaltext kursiv gesetzt. Kommentare sind straight gesetzt und stammen wie die Verlinkungen von WeiachBlog.]
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Gasland Schweiz: Heute bohrt man in Weiach
Hier noch ein Bäumchen, da ein Türmchen
von Armin Köhli
Mit den Erdölbohrungen wurden in der Schweiz in den sechziger und siebziger Jahren Millionen verlocht. Jetzt sucht ein amerikanisch-schweizerisches Konsortium in der kleinen Zürcher Gemeinde Weiach nach Erdgas.
Patrick Lahusen sieht aus wie ein kleiner Junge, der eine übergrosse Modelleisenbahnanlage zu Weihnachten bekommen hat. Hier will er noch ein Bäumchen setzen, da und dort ein Türmchen aufstellen, erklärt er stolz einer Gruppe von JournalistInnen und GeologiestudentInnen, die nicht neben einem Märklin-Bubentraum stehen, sondern in der Kiesgrube in Weiach und sich die Probebohrungen erklären lassen, mit denen die Möglichkeit einer kommerziell rentablen Erdgasförderung geprüft wird.
In dieser grossen Grube, deren graue Wände sich dreissig Meter in die Höhe erheben, wirkt der sonst wohl beeindruckende Bohrturm eben dann doch wie ein Märklin-Spielzeug. Spektakulär hingegen ist die Grösse der Kiesgrube, neben der ein kleines Bauerndörfchen mit knapp tausend EinwohnerInnen liegt, im letzten Zipfel des Kantons Zürich, nahe an der Grenze zum Kanton Aargau und zu Deutschland. Weiach ist ein «bohrerprobtes» Dorf: Bereits Anfang der achtziger Jahre führte die Nagra hier unzählige Sondierbohrungen durch, um einen geeigneten Ort zu finden, an dem man die radioaktiven Abfälle entsorgen könnte. Bei diesen Bohrungen stiess die Nagra auf ein Kohleflöz und Erdgas. GeologInnen vermuten ein Gasfeld, das sich vom Bodensee bis südlich der Vogesen erstreckt.
Der Zeitraum stimmt. Aber «unzählige» Sondierbohrungen? Es gab genau einen Standort, südlich des damaligen Verlaufs der Hauptstrasse Nr. 7 und nahe dem Ofenhof. Dort wurde langsam und sorgfältig gebohrt. Denn es ging ja explizit darum, gute Bohrkerne zu entnehmen und möglichst vielfältige Daten zum Untergrund zu erheben, also um ein Forschungsprojekt.
Die Weiacher Löcher
Mit den Erdölbohrungen wurden in der Schweiz in den sechziger und siebziger Jahren Millionen verlocht. Jetzt sucht ein amerikanisch- schweizerisches Konsortium in der kleinen Zürcher Gemeinde Weiach nach Erdgas.
Das Konsortium, das bis 2000 Meter in die Tiefe bohren will, gehört zu neunzig Prozent der Forest Oil International, einer Tochtergesellschaft der Forest Oil, die ihren Sitz in Denver, Colorado, hat. Die relativ kleine Erdölfirma ist vor allem im Golf von Mexiko, Kanada und dem Westen der USA aktiv und überlebte die tiefen Rohölpreise der achtziger Jahre nur dank einer 45-Millionen-Dollar Geldspritze des kanadischen Ölmagnaten Philip Anschutz. Heute rentiert die Forest Oil wieder, wegen der hohen Öl- und Gaspreise legte sie einen guten Halbjahresabschluss vor.
Und die Investitionen in der Schweiz sind ein kalkulierbares Risiko. Wenn man bedenkt, dass allein der Geschäftsführer der Forest Oil, Robert Boswell, jährlich ungefähr 770 000 Dollar verdient. Trotzdem wird das Risiko der Bohrungen aufgeteilt: Vierzig Prozent des Forest-Oil-Anteils sollen an die niederländisch-schweizerische Tochtergesellschaft einer Petroleum International Limited BVI mit Sitz im Steuerfluchtparadies British Virgin Islands gehen. Die restlichen zehn Prozent am Konsortium hält Lahusens Seag, die AG für schweizerisches Erdöl. Die Forest Oil liefert das Geld, die Seag die Kenntnisse der lokalen Bedingungen, ihre Beziehungen und das Know-how: Für Lahusen in diesem Fall einfach, denn er profitiert heute von den Nagra-Bohrungen, die nur etwa dreihundert Meter [falsch: Es sind vierhundert Meter]
von der Kiesgrube entfernt stattfanden. Die Nagra, die Bund, Kantonen und AKW-Betreibern gehört, hat ihre Ergebnisse ausführlich dokumentiert und publiziert.
Vgl. u.a. Hinze, W.; Jäggi, K.; Schenker, F.: Gasmessungen. Sondierbohrungen Böttstein, Weiach, Riniken, Schafisheim, Kaisten, Leuggern. Technischer Bericht NAGRA 86-11. Baden 1989.
Die Seag gehört zu 49 Prozent Lahusen, Verwaltungsratspräsident ist der Zuger Alt-FDP-Nationalrat Georg Stucky. Der ehemalige Präsident der Erdölvereinigung ist ein Mann mit besten Beziehungen und ein Energielobbyist der Extraklasse: Bremser, Verwässerer und Verhinderer jeder Art von ökologischer (oder gar sozialer) Steuerreform.
Dafür ein Mammutzahn
Im Dorf Weiach sind am Strassenrand grosse Tafeln aufgestellt, auf denen die Männerriege zum gemeinsamen Fischessen in der Müli-Schüür einlädt. Ansonsten gibt es eine Bodyfit- und eine Chrabbelgruppe, der Männerchor ist seit zehn Jahren nicht mehr aktiv. [Richtig. Das letzte Konzert des Männerchors fand 1989 statt]
. Die kleinen Dorfbewohner gehen im Dorfschulhaus zur Schule, die etwas grösseren müssen nach Stadel, wo die Gemeinden Stadel, Bachs, Neerach und Weiach eine gemeinsame Oberstufenschule führen. Vor Jahren wurde ein 3,40 Meter langer Mammutzahn in der Kiesgrube gefunden.
Mit Verlaub, das war 1948!! Was ebenfalls bedeutet, dass man diesen grössten bisher auf Gemeindegebiet gefundenen Mammutstosszahn gar nicht in dem 1961 in Betrieb genommenen Ausbeutungsgelände der Weiacher Kies AG gefunden haben kann. Es waren denn auch Arbeiten im Rahmen der Uferverbauungen am Rhein unten, die den Stosszahn zutage gefördert haben.
Damals, Anfang der achtziger Jahre bei der Nagra-Bohrung, gab es im Dorf noch Proteste. Alle seien dagegen gewesen, erzählt man, nur «der Hofe-Puur da hinten, der ist damit reich geworden», weil die Nagra auf seinem Land bohrte.
Schon die ersten Zeilen dieser flapsigen Charakterisierung unserer Gemeinde, die – wie bei Journis leider üblich – aufgrund einiger oberflächlicher Beobachtungen und aufgeschnappter Informationen zusammengemixt wurde, zeugen nicht gerade von Respekt. Erst recht unprofessionell wird es bei Schreibweisen nach Gehör, ohne weitere Überprüfung und Recherche. Korrekt wäre «Ofe-Puur», abgeleitet vom Hof- und Flurnamen «
Im Ofen». Dass die Nagra auf seinem Land gebohrt habe, ist lediglich nach heutiger Sachlage (Parzelle Weiach-1348) gesichert. Ob das auch vor der Melioration der Fall war, die anfangs der 80er-Jahre noch in den Projektanfängen steckte, müsste geprüft werden.
Obwohl es nur eine Sondierbohrung war, hatten die DorfbewohnerInnen Angst, man könnte später die radioaktiven Abfälle in ihrer Gemeinde lagern. Da sie gegen Bohrungen nichts machen konnten, wollten sie wenigstens auch davon profitieren. Im Boden war es bis zu 200 Grad warm, und die Gemeinderäte überlegten sich, ob man mit dieser Erdwärme heizen könne, was laut einer technischen Studie machbar gewesen wäre. Doch die Erdwärmeheizung wurde nie realisiert, denn weder vom Bund noch von den Kantonen kamen Subventionen, die das Pilotprojekt ermöglicht hätten. Das könnte in Zukunft anders aussehen: Wird die Solarinitiative beziehungsweise die Förderabgabe bei der Abstimmung am 24. September angenommen, würden solche Projekte durch Subventionen unterstützt.
Alle diesbezüglichen auf eidgenössischer Ebene zur Abstimmung gestellten Vorlagen wurden abgelehnt.
Weiach entschied sich letztlich für eine Holzwärme-Lösung. Schliesslich ist fast die Hälfte der Fläche der Gemeinde bewaldet. Im Untergeschoss des Schulhauses steht heute ein Häcksler, einige Ein- und Mehrfamilienhäuser und die öffentlichen Gebäude werden jetzt vom Schulhaus aus beheizt.
Auch hier wieder: Allzu flapsig. Erstens ist das nicht das Untergeschoss von einem der beiden Schulhäuser, sondern das der Mehrzweckanlage auf dem Schulareal. Und zweitens ist da kein Häcksler. Gehackt werden die Holzschnitzel seit eh und je im Wald. Und zwar in Anhänger hinein, deren Inhalt anschliessend in den Bunker unter dem Platz neben der Bushaltestelle geschüttet wird.
Wenigstens kein Atommüll
Das Bewilligungsverfahren für die Gasbohrung wurde, soweit es die Gemeinde betraf, zügig abgewickelt. «Wir beschlossen, ihnen keine Steine in den Weg zu legen», sagt Marc Griesser, Vorsteher des Landwirtschafts- und Forstdepartementes im Gemeinderat.
Marc? Der korrekte Vorname dieses Gemeinderates ist Max. Max Griesser, Landwirt aus der Chälen.
Die Erfahrung mit der Nagra bestimmte auch die gemeinderätliche Diskussion. «Wenn sie Gas rausholen, dann lagern sie sicher keinen Atommüll», war das schlagende Argument für die Zustimmung zu neuen Bohrungen. Obwohl das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Die Nagra befand Weiach für ihre Pläne längst als ungeeignet, und momentan läuft das Bewilligungsverfahren für die endgültige Verfüllung des Nagra-Bohrlochs.
Wie man heute – ein Vierteljahrhundert später – weiss, befindet die Nagra die Gegend
Nördlich Lägern, besonders den Standort Stadel-Haberstal, eben nun doch als
höchst geeignet. Aber das konnte damals kein Externer ahnen, auch Köhli nicht.
In den sechziger und siebziger Jahren, zu Zeiten des Ölbooms, sorgten Probebohrungen noch für erhebliche Aufregung und lieferten Stoff für Goldgräbergeschichten: Wie etwa 1960, als man in Küsnacht am Zürichsee nach Öl suchte und im Dorf erzählt wurde, der Hegi-Puur, der werde jetzt reich, bei dem hätten sie nämlich Öl gefunden. Die WeiacherInnen interessieren sich kaum für die neuen Bohrungen und fürchten sich nur vor zusätzlichem Lärm, denn das Dorf liegt genau in der Anflugschneise zum Flughafen Kloten.
Das ist eine Anspielung auf die aktive Beteiligung der Gemeinde in der IG Nord (vgl.
WeiachBlog Nr. 2217).
Erstaunlich ist, dass Lahusen und seine Seag es noch einmal geschafft haben, 3,5 Millionen Franken für eine Gasbohrung in der Schweiz aufzutreiben. Die Seag ist die Auffanggesellschaft der Swisspetrol Holding mit ihren neuen Tochtergesellschaften, die 1994 aufgelöst werden musste, nachdem während dreier Jahrzehnte Seag und Swisspetrol in der Schweiz vergeblich nach Öl und Gas gesucht und damit einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe erwirtschaftet hatten. Auch der Bund und die Kantone verloren bei diesen erfolglosen Experimenten mindestens zehn Millionen Franken. Die Swisspetrol durchlöcherte die Schweiz wie die Nagra: 24 Bohrungen wurden durchgeführt, zuletzt 1988/89 in Teuffenthal bei Thun und praktisch gleichzeitig bei der Einmündung der Rhône in den Genfersee bei Chessel. Nur in Finsterwald im Entlebuch wurde schliesslich auch Gas gefördert. Von den insgesamt dreissig Millionen Bohrkosten in Finsterwald wurden in der zehnjährigen Förderzeit knapp drei Millionen wieder hereingeholt. Man glaubte, mit der Schliessung und der anschliessenden Verfüllung des Brünnelis von Finsterwald am 8. Juli 1994 seien die Träumereien vom Öl- oder Gasland Schweiz endgültig begraben. Pensionär und Verwaltungsratspräsident Stucky sagt dazu salopp: «Ach wissen Sie, die Chancen sind fifty-fifty. Ich habe auch schon in Syrien und Libyen gebohrt, es ist immer das Gleiche.» Ansonsten spricht er an der Medienorientierung keine drei Minuten, doch was er sagt, lässt einen Hauch von Réduit durch das Publikum wehen. Ausgerechnet Kapital-Internationalist Stucky, der sich sofort ein Weissweinglas geschnappt hat, spricht von einem Beitrag zur Gasselbstversorgung Schweiz.
Das Réduit ist einer beliebtesten linken Topoi, die seit 1990 ausgewalzt wurden. Mit Narrativen wie: die Schweiz sei von Freunden umzingelt, etc. Wir wissen aus heutiger Perspektive, wie falsch das schon seit dem Ersten Weltkrieg war, wenn man die geopolitischen Verhältnisse (Rivalität zwischen den USA und Russland) in Betracht gezogen hat.
Umsatz für den Volg-Laden
Weiach ist eine reiche Gemeinde, auch ohne Gas. Der Steuerfuss liegt bei 86 Prozent und ist so tief wie in den reichsten der Zürcher Goldküstengemeinden. Den Reichtum verdankt man der Kiesgrube, ihren Abgaben und Gebührenzahlungen; ausserdem hält die Gemeinde einen Anteil der Grube.
Das ist eine unzulässige Verkürzung, indem mit falschen Begriffen hantiert wird. Gebührenzahlungen gab es nie. Nur Kubikmeterentschädigungen für den Abbau von Kies, bzw. die Einlagerung von Material in die Inertstoffdeponie. Dass die Gemeinde einen Anteil der Grube halte, ist auch nicht korrekt formuliert. Sie hält ein Minderheitsaktienpaket an der Weiacher Kies AG. Und sie ist Landeigentümerin, u.a. dort, wo der Bohrturm aufgestellt wurde: in der Südgrube gegenüber den Verarbeitungsanlagen.
Zurzeit wird für ein paar Millionen die Kantonsstrasse von Weiach nach Glattfelden um ein paar Dutzend Meter nach hinten verlegt, an den Abhang nahe des Waldes. Die Kiesgrube muss wandern. Ein paar Mais- und Sonnenblumenfelder werden dem Kiesabbau geopfert. Die Grube wird ja wieder aufgefüllt und erneut zum Kulturland werden. Von der Verlegung der Strasse profitiert erneut der Hofe-Puur, dessen Hof dann für einige Jahre wie auf einer Insel hoch über der Grube zu liegen kommt. Und dem die Felder gehören.
Noch eine unzulässige Verkürzung: den Eigentümern des Ofenhofs gehören längst nicht alle Felder, die dank der Verlegung der Hauptstrasse zusätzlich ausgebeutet werden konnten. Es gibt also noch andere, nicht genannte sog. Profiteure.
Sollte sich die Gasförderung als lohnend erweisen, wird Weiach davon profitieren? Noch ist nicht einmal klar, ob in Weiach gefördert werden wird. «Kiesgruben gibt es in der Gegend noch viele», sagt der Konsortiumsgeologe Werner Leu. Theoretisch könnte das Feld sogar von Deutschland aus, von einer Konkurrenzgesellschaft, angebohrt werden. «Aber da haben wir vorgesorgt», sagt Stucky, «wir haben mit den zuständigen Behörden in Deutschland gesprochen.»
Allgemein bekennt man sich im Konsortium zum Förderort Weiach. Doch «profitieren werden die Leute, die das Gas rausholen», sagt Gemeinderat Gregor Trachsel, und so hofft er, dass es ein neues Bewilligungsverfahren gibt, wenn sie fördern: «Dann möchten wir auch etwas davon haben.» Stucky winkt ab. Die Förderkonzession sei schon vorhanden. Das Bergregal liege in der Schweiz bei den Kantonen und nicht bei den Gemeinden; die Prozente gehen also an den Kanton Zürich (und über ein Kantonskonkordat an einige andere Kantone).
Hier muss man tatsächlich sauber unterscheiden zwischen Bergregal und Grundeigentum. Die Lockergesteine direkt unter den Füssen und bis zur durch den Grundwasserschutz begrenzten Abbautiefe gelten als Teil des Grundeigentums. Deshalb gehen die Abbauentschädigungen auch an den Grundeigentümer, dessen Land ja auch tatsächlich an Wert verliert. Würde es sich um tieferliegendere Rohstoffe handeln, dann würde allerdings das Bergregal greifen. Und die Gemeinde erhielte keine Entschädigungen.
«Ich habe dem Lahusen gesagt, wenn ihr fündig werdet, dann solltet ihr mit uns schon ein Fest machen!», sagt ein Gemeinderat. «Ja, ja, dafür wirds schon noch reichen», antwortet Stucky.
Weiach hofft auf ein paar für die Förderung benötigte SpezialistInnen, die dann ihren Wohnsitz in die Gemeinde verlegen. Das bringt dem Volg-Laden und auch den Beizen mehr Umsatz.
Wer's glaubt, wird selig! Denn Hand auf's Herz, diese paar Franken in die Kassen hätten die drei damals noch bestehenden Restaurants (Linde, Wiesental und Bahnhof) auch nicht wirklich retten können.
Während der Bohrung werden auch Bauarbeiten an lokale Firmen vergeben, behauptet das Konsortium. Zudem kann «die kurzfristige Vermietung/Verpachtung von Land für die Unterbringung der Bohrmannschaften (Trailer/Container) eine Möglichkeit sein, wobei die Bohrfirma die bestmögliche Variante zu finden hat. Schliesslich kann die Gemeinde Weiach in mehrerer Hinsicht profitieren: Bekanntheitsgrad national und international, Bauaufträge für Pipelinebau, Vergütungen für Durchleitungsrechte der Pipeline und vielleicht - und beim heutigen Steuerfuss gar nicht abwegig - Steuer- und Rechtsdomizil der Ausbeutungsgesellschaft», heisst es in einer Mitteilung des Konsortiums an die Weiacher Bevölkerung.
Diese Mitteilung hat die Redaktion WeiachBlog in den «Mitteilungen für die Gemeinde Weiach» bislang nicht gefunden. Und Köhli schliesst mit den Sätzen:
Das kleine Dorf wird also bekannt werden, national und international. So bekannt wie Denver und die Virgin Islands.
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Wie dann wenige Wochen später bekannt wurde, ist aus der vollmundigen Ankündigung nichts geworden. Denn, wie Stucky ja selber oben zitiert wurde: Bohren ist ein Glücksspiel. Wer nicht mit geeigneten Methoden oder schlicht daneben bohrt, liegt eben daneben. Und geht leer aus.
Quelle und Literatur
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