Donnerstag, 2. März 2006

Mass, Schoppen und Eimer (Mass und Gewicht 5)

Bei diesem Titel mag man an feuchtfröhliche Gelage denken: die Mass am Münchner Oktoberfest oder den Schoppen Wein, den sich ältere Mitmenschen nach eigener Aussage genehmigen. In früheren Jahrhunderten waren dies weitherum gebräuchliche Grössen für trinkbare Flüssigkeiten.

Für Bayern galt um 1845: 1 Maßkanne (Maß) = 1,0690 Liter, wobei man diese Einheit wie folgt unterteilte: 1 Maß = 2 Halbe (oder Seidel) = 4 Quart (oder Schoppen) = 8 Achterl (oder 8 halbe Schoppen) (Quelle: Königl. Bayer. Armee-Mathematik (1))

Welche Massbegriffe in unserer Gegend üblich waren, erläutert M.L. Frischknecht in einem weiteren Abschnitt seines Artikels zu Massen und Gewichten im alten Kaiserstuhl (siehe die WeiachBlog-Beiträge ab 26. Februar):

«Auch bei den Flüssigkeitsmassen gab es Rechnungs- und Transportmasse. Im Mittelland galt das Mass als Einheit. Ein Mass bestand aus 4 Schoppen. 4 Mass bildeten einen Eimer und 4 Eimer nannte man einen Saum. In Kaiserstuhl wurde beim Weinmass zwischen gegorenem und ungegorenem Wein und Most unterschieden: ein Mass ungegorener (lauterer) Wein betrug 1.3 Liter, ungegorener 1.38 Liter. Daneben gab es noch spezielle Masse für Branntwein, Oel, Honig und Milch. Die grössten Unterschiede fanden sich beim Milchmass: Gegenden mit viel Milchwirtschaft hatten grosse Masseinheiten, Gegenden mit wenig Milchvieh kleine Einheiten (Zofingen: 1 Mass = 0.45 Liter; Glarus: 1 Mass = 3.19 Liter).»

Quellen

  • Frischknecht, M. L.: Masse und Gewichte im alten Kaiserstuhl. Erstmals erschienen in: Echo – Zeitung für Kaiserstuhl, August 1984, S. 4-6. Abgedruckt im Sammelband: Keiserstul. Geschichte und Geschichten – aus dem Nachlass von Bruno Müller. Kaiserstuhl 1989 – S. 178-180.
  • Appell, W.: Rechnen mit Spaß lernen. Königl. Bayer. Armee-Mathematik (1)

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