Samstag, 27. Februar 2010

Kommunaler Gesamtsteuerfuss: 180%

Aktuell ist ja wieder die Jahreszeit, in der man sich wohl oder übel durch seine Steuererklärung kämpfen muss. Und Ende Jahr hatten wir die Budget-Gemeindeversammlungen, an denen man darüber befinden durfte, wie hoch der Obolus auf kommunaler Ebene ausfallen soll.

Das war auch schon vor 50 Jahren nicht viel anders. In der Rubrik «Aus dem Gemeindeleben» notierte Dorfchronist Walter Zollinger das Ergebnis der damaligen Budgetrunde:

«Die Steuern für 1960 wurden in der Voranschlagsgemeinde vom 27. Februar wie folgt beschlossen:

  • Politisches Gemeindegut 15%
  • Armengut 10%
  • Kirchengut 50%
  • Primarschulgut 60%

Die Sekundarschulgemeinde des Kreises Stadel billigte 45%. Somit beträgt der Gesamtsteuerfuss, wie im Vorjahr, wiederum 180%. Der Finanzausgleichsbeitrag machte Fr. 21'807.- aus, wovon Fr. 11'107.- dem politischen und Fr. 10'700.- dem Primarschulgut zuflossen.»

Damals war Weiach also noch arm genug für den Finanzausgleich. Mit dem Kiesabbau im Hard ab 1961 änderte das für einige Jahrzehnte.

Schulen fressen den Löwenanteil auf

Die absoluten Zahlen sagen uns heute nicht mehr allzu viel. Interessant und vergleichbar sind hingegen die Verhältnisse der Steuerbezüger untereinander. Sie existieren ja heute noch und ihre Aufgaben sind im Wesentlichen dieselben geblieben.

Heute lauten die Zahlen bekanntlich (gem. Website der Gemeinde) wie folgt:

  • Politische Gemeinde 24% (inkl. ehemaliges Armengut)
  • Evang.-ref. Kirchgemeinde 11%
  • Primarschulgemeinde 43%
  • Oberstufenschulgemeinde 20%

Nimmt man einen reformierten Steuerzahler zum Massstab, so hat die Politische Gemeinde ihren Anteil am gesamten kommunalen Steueraufwand verglichen mit 1960 fast verdoppelt, die Kirchgemeinde den ihren dagegen mehr als halbiert. Von einem bereits hohen Niveau hat die Primarschulgemeinde noch einmal zugelegt (auf einen Anteil von fast der Hälfte!); die Oberstufenschulgemeinde hat dagegen leicht abgebaut.

Quellen

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