Mittwoch, 7. Juni 2006

Biber interruptus

Was ein Biber beim Anknabbern eines Baumes empfindet? Keine Ahnung. Was ihn dazu motiviert gerade einen bestimmten Baum auszuwählen? Bleibt sein Geheimnis. Und warum er manchmal plötzlich die Lust zu verlieren scheint, bevor das "angechafelte" Objekt seines nagenden Fleisses umstürzt? Gestört worden? Plötzliche Erkenntnis, dass der Baum für eine weitere Stauung doch nicht so geeignet sein könnte?


Fest steht nur eines. Der Baum am oberen Mühleweiher südlich des Dorfes Weiach und östlich der Kantonsstrasse nach Raat (Koordinaten: 675.800/267.300) steht immer noch.


Einzelne Bäume werden in der Regel dann zu Berühmtheiten, wenn sie ein biblisches Alter erreichen und derart markant in der Landschaft stehen, dass sie einem einfach auffallen müssen.

Auffallend an diesem Baum: er ist offensichtlich ein Biberopfer, und doch: er steht noch, trotz beeinträchtigter Statik. Was wirklich verwundert: er hat sogar noch spriessende Blätter – und nicht etwa verwelkte (siehe oberstes Bild).

Wie das geht, wo doch die Rinde rund um den Stamm herum mit aller Gründlichkeit entfernt wurde?


Es mag dieses Wunder an Lebenskraft und Durchhaltewillen sein, das dem Baum einen kurzen Fernseh-Auftritt bei «Schweiz aktuell» eintrug.


Erfolgreich gefällt: ein dünnerer Baum, ebenfalls am Ufer des oberen Mühleweiher

Ob die vor bald 10 Jahren im Zürcher Unterländer erwähnte Weiacher Biberburg noch steht? Bei Gelegenheit werde ich den Förster fragen.

Weiterführende Artikel

  • Nievergelt, A.: Die Biber raspeln wieder. Seit sechs Jahren hat Weiach seine eigene Biberburg. Rubrik: Redaktion unterwäx in Weiach. In: Zürcher Unterländer, 7. August 1996 – S. 3.
  • Sailer A.: Hochleistungstaucher suchen Obdach. Unterland / Biber hausen am Flughafen, in Wallisellen, Eglisau, Weiach und an der Tössegg. In: Zürcher Unterländer, 11. Dezember 2001.

Kommentare:

Wanderer von Arlesheim hat gesagt…

... und wir warten immer noch auf den ersten Biber in der Birs ...
Gruss aus Arlesheim

WG(n) hat gesagt…

Entlang der Birs muss ein Biber ja schon fast stadttauglich sein ;) Da besteht aber Hoffnung.

Denn um an den Ort seiner Nageprobe zu gelangen, musste unser Biber ein mehrere hundert Meter unterirdisch geführtes Stück des Mühlebachs zurücklegen, meint der Förster. Beeindruckend.