Freitag, 19. Oktober 2007

Zahlen die Aargauer für die Trottoirs bis zur Grenze?

Am Schluss jeder Gemeindeversammlung steht die sogenannte Allgemeine Umfrage auf der Traktandenliste. Das ist oft der weitaus interessanteste Teil des Abends, denn da geht es nicht mehr um die von der Exekutive zur Abstimmung gebrachten Geschäfte. Da kommt zur Sprache, was den Bürgern aktuell unter den Nägeln brennt und der Gemeinderat muss Red' und Antwort stehen.

Im Zusammenhang mit der Materialsammlung für die Weiacher Geschichte(n) Nr. 95 über die ersten Gehversuche der Kiesindustrie vor 50 Jahren bin ich in den Gemeindeversammlungsprotokollen auch auf die Themen von damals gestossen.

Was in der Versammlung vom 19. Oktober 1957 aufs Tapet kam, darüber wird WeiachBlog nun in lockerer Folge in den nächsten Tagen berichten - Wortmeldung für Wortmeldung.

In der ersten Frage ging es um den

Ausbau der Kantonsstrasse von der Kantonsgrenze bis zum Sternen

«Nepfer Albert wünscht vom Gemeinderat Auskunft über das Gerücht, dass die Kaiserstuhlerstrasse von der Kantonsgrenze bis zum Sternen nächstens ausgebaut werde. Er erhält von Gemeindepräsident Meierhofer die Auskunft, dass das Projekt hiefür gegenwärtig beim Gemeinderat zur Prüfung liege, dass aber noch einige Fragen der Abklärung bedürfen. Er meint damit die fragliche Beitragsleistung der aargauischen Gemeinden an die Erstellung eines Trottoirs von der Bahnstation bis zur Kantonsgrenze, die Gehweg- und Stationsplatzgestaltung auf der Bahnstation, die fragliche Uebernahme eines Teils des alten Strassengebietes bei der Station durch die Gemeinde. Die Behörde hofft, im Verlaufe der nächstens mit den Organen der SBB stattfindenden Verhandlung zu einem annehmbaren Ziel zu kommen.»

Dass die Gemeinde Weiach von den aargauischen Nachbarn Kaiserstuhl und Fisibach Beiträge an die Kosten erwartete ist einfach zu erklären. Der gemeinsam genutzte Bahnhof Weiach-Kaiserstuhl liegt einige hundert Meter östlich der Kantonsgrenze auf Weiacher Gebiet. Von der Strecke Bahnhof-Kantonsgrenze lag der Nutzen bei den Aargauern, die Weiacher dagegen hatten nichts davon - ausser den Kosten.

Quelle

  • Gemeinde Weiach: Gemeindeversammlungsprotokoll. Gemeindeversammlung vom 19. Okt. 1957 - S. 48 unten. [Archiv der politischen Gemeinde, Abteilung IV B]

[Veröffentlicht am 25. Oktober 2007]

1 Kommentar:

WG(n) hat gesagt…

Zweiter Artikel zu dieser Allgemeinen Umfrage:

Wenn die Versetzung einer Ortstafel ein halbes Jahrhundert dauert. In: WeiachBlog vom Donnerstag, 25. Oktober 2007