Donnerstag, 23. November 2006

Weiacher Kirchennachrichten - Zeitung in der Zeitung

Der Herbst ist voller Überraschungen. Von der für die Jahreszeit zu warmen Witterung einmal abgesehen.

Denn auch die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde macht von sich reden. Genauer gesagt: deren Pfarrverweser Christian Weber und die von ihm vorangetriebenen Projekte.

Zuerst die Website dann das eigene Nachrichtenmagazin

Mitte Oktober entdeckte WeiachBlog eine vielversprechende, offiziell noch nicht freigeschaltete Website (und konnte es nicht lassen, diesen Fund der Welt zu präsentieren; vgl. den Artikel Premiere: Web(er)-Auftritt der Kirche Weiach).

Äxgüsi, Herr Pfarrer! Er nahm dem "Weiachblogger" das Vorpreschen aber offenbar nicht allzu übel, wie man einige Tage später lesen konnte (vgl. Abschnitt "Wir sind entdeckt!" unten).

Anfang November fand die geneigte Leserin nämlich beim Durchblättern der Mitteilungen für die Gemeinde Weiach eine ganz neue Dachrubrik: Die Weiacher Kirchennachrichten, eine zehnseitige Zeitung in der Zeitung, die folgende Themen führte:

  • 300 Jahre Kirche Weiach: Die Jubiläumsfeier (von Christina Witz), S. 1
  • Die Jubiläumspredigt (von Pfr. Christian Weber), S. 5
  • Wir sind entdeckt! (von Pfr. Christian Weber), S. 8
  • Kalender November 2006, S. 10

Den Kalender kann man auch auf der Kirchen-Website einsehen. Den Volltext der übrigen Artikel samt farbigen Bildern findet man hier (auf der Website der politischen Gemeinde).

WeiachBlog bringt deshalb nur einige ausgewählte Abschnitte.

Zuerst zur frühzeitigen Aufdeckung der neuen Kirchenwebsite, die der Pfarrer mit Fassung trug und mit Schalk wie folgt kommentierte:

Wir sind entdeckt!

«Unsere Tarnung ist aufgeflogen, nun weiss es die ganze Welt: Die Reformierte Kirchgemeinde Weiach hat eine Internetseite. Unsere Arbeit im Internet hat Spuren hinterlassen, auf die der Weiachblogger* Ulrich Brandenberger gestossen ist, obwohl unsere neue Website auf www.kirche-weiach.ch bis zu ihrer Fertigstellung noch hätte versteckt bleiben sollten. Aber Brandenberger hat recht, vieles ist bereits jetzt schon nützlich und soll deshalb niemandem mehr vorenthalten bleiben.»

Dazu ein Screenshot des Artikels vom 15. Oktober und als Ergänzung ein Kasten mit der Erklärung: Was ist ein Blogger? Ja, das wissen immer noch viele nicht. Auch wenn das die Blogosphäre-Insider nicht ganz verstehen können. Man kann auch ohne ganz gut leben. Ehrlich. ;)

Zu den hinterlassenen Spuren nur so viel: Sitemeter erfasst u.a. auch eine Referring URL. In diesem Fall die Link-Seite der neuen Website. Ein Klick und schon war ich mittendrin.

Einige Seiten weiter vorne steht ein ausführlicher Bericht mit vielen Fotos samt Bildlegenden über die Jubiläumsfeier vom 1. Oktober. Hier der Abschnitt über den historischen Wortbeitrag:

Schiessscharten und Schussloch

«Nach dem Essen gab es einen aufschlussreichen Vortrag vom Ortshistoriker Ulrich Brandenberger zur Geschichte der Kirche Weiach. Zu erfahren war zum Beispiel, dass die frühere Kirche an einem anderen Platz stand. Einige ältere Bewohner Weiachs erinnerten sich noch, dass früher Kinder im Oberdorf mit Totenschädeln gespielt hätten. "Dass sich niemand darüber aufgeregt hat", erläuterte Brandenberger, "zeigt, dass damals den Leuten der Standplatz des alten Friedhofes noch gegenwärtig war."»

Zum Standort dieses alten Friedhofs und den erwähnten Schädelfunden hat WeiachBlog am 2. Oktober den Artikel Güllenloch gegraben und Skelette gefunden veröffentlicht.

«Auch interessante und rätselhafte Details über die Kirchturmkugel, die "Flaschenpost aus der Vergangenheit", gab es zu hören. Der Inhalt der Kirchturmkugel wurde bei der letzten grossen Renovation 1967 geborgen und dem – extra für den Festtag geöffneten und rege besuchten – weiacher Ortsmuseum anvertraut. Leider sind einige Dokumente durch Rost teilweise unkenntlich geworden. Denn die Kirchturmkugel, so führte Brandenberger aus, wies ein Einschussloch auf. Während sich die jüngeren Zuhörer noch wunderten, wie um Himmelswillen das goldene Wahrzeichen einen Schuss abbekommen hatte, und ob dies etwa gar etwas mit der Schiessscharte unter der Kanzel zu tun hatte, schienen die älteren Zuhörer kein bisschen erstaunt.»

Für nicht schon seit Jahren Ortsansässige (die Verfasserin ist die Lebenspartnerin des Pfarrverwesers) war die geballte Ladung an Daten und Fakten wohl doch des Guten etwas zu viel. Interessant ist allemal was davon hängengeblieben ist: das Gruselige *schmunzel*.

Das Schussloch in der Kugel ist - wie man im Dorf erzählt bekommt - nicht etwa kriegerischen Ereignissen geschuldet (was beim amerikanischen Luftangriff auf einen Güterzug am 9. September 1944 durchaus hätte passieren können). Nein, das war eher die Folge eines Lausbubenstreichs anfangs der 60er Jahre. An dieser Tat soll - horribile dictu - auch der Sohn des damaligen Pfarrers beteiligt gewesen sein.

Wie auch immer: die Rostflecken auf den ältesten Urkunden dürften wesentlich älteren Datums sein.

Quellen und weitere Artikel

1 Kommentar:

WG(n) hat gesagt…

Der volle Wortlaut der Predigt ist seit heute im Artikel «Was darf man mit einer Kirche machen?» abrufbar.