Mittwoch, 4. Januar 2006

Stabile Dorfpolitik

Mitte Februar 2006 stehen die Erneuerungswahlen auf kommunaler Ebene an. In der Stadt Zürich gebe es keinen Wahlkampf, meldet Jürg Rohrer im Tages-Anzeiger vom 31. Dezember. Im Titel postuliert er, die Parteien kämen «Mit Langeweile zum Erfolg».

Nun mag es in der Stadt alarmierend sein, wenn sich im Vorfeld der Wahlen keine dramatischen Schaukämpfe zwischen den etablierten Parteien abspielen. Aber es ist nicht unbedingt schlecht für das Gemeinwesen, da gebe ich Jürg Rohrer recht.

Ein nicht existenter Wahlkampf und trotzdem genügend altbewährte und valable Kandidaten für sämtliche offenen Ämter - in Weiach ist das längst courant normal. Und im übrigen der beste Beweis für die Funktionalität des demokratischen Systems der Gemeindeversammlung und die Stabilität der exekutiven Funktionen.

Und so freut es den seit Jahrzehnten ortsansässigen Blogger, im «Zürcher Unterländer» folgende Zeilen zu lesen:

«Bei den Wahlen im Frühling stellen sich alle Weiacher Gemeinderäte erneut der Wahl. Es handelt sich dabei um Gregor Trachsel (Präsident), Boris Macullo, Ernst Eberle, Max Griesser und Kurt Leutwiler. Sie sind alle parteilos.
Für das Amt des Schulpflegers treten nicht mehr an: Rainer Hüssy (bisheriger Präsident) und Christine Odermatt. Neu stellen sich Patrick Zbinden und Marion Kunz zur Verfügung. Von den Bisherigen treten Maya Bütler, Thomas Steinemann und Florentin Trachsel wieder zur Wahl an.
Für die evangelisch-reformierte Kirchenpflege treten Karin Klose (Präsidentin), Silvia Rusterholz, Martin Senn und Karel Smolders wieder an. Für die restlichen drei Sitze sind bisher noch keine Kandidatinnen und Kandidaten portiert worden.
In das Amt der Rechnungsprüfungskommission wollen sich die drei Bisherigen Bruno Baumgartner (Präsident), Daniel Elsener und Brigitte Griesser wählen lassen. Neu treten Manuela Kläui und Elsbeth Ziörjen an.
Beim Wahlbüro bleibt alles wie gehabt. Für das Amt des Gemeindeammanns/Betreibungsbeamten kandidiert neu Walter Albrecht aus Stadel. (ZU)
»

Demokratieabschaffer nehmen die landauf und -ab verortete, und vielbeklagte Krise der Gemeindedemokratie seit Jahren zum Anlass, lauthals nach Gemeindefusionen zu rufen und haben dann auch noch die Frechheit, dies als Bürokratieabbau zu verkaufen - obwohl danach unter Umständen mehr Vollzeitbeamte das Land bevölkern als vorher. (vgl. Vuichard/Wegelin)

Zumindest bei uns in der Nordwestecke des Zürcher Unterlandes ist von dieser Krise nicht viel zu sehen.

Quellen:
  • Vuichard, F.; Wegelin, J.: Wenn sich zwei Dörfer finden, freuts den Kanton. In: CASH, 15. September 2005.
  • Weiach - Nur wenige Rücktritte. In: Zürcher Unterländer, 27.12.2005, S. 7.
  • Rohrer, J.: Mit Langeweile zum Erfolg. In: Tages-Anzeiger, 31.12.2005

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