Montag, 30. April 2007

Der Wert von WeiachBlog

WeiachBlog ist eines ganz sicher nicht: Mainstream. Wer interessiert sich schon für so ein kleines Dorf? Oder gar für dessen Geschichte. Nur Nerds, nicht wahr?

Manche sind ja auch der Ansicht, es sei «absolut krank das irgenjemand Tag für Tag so viel über ein uninteressantes Kaff schreibt.» (Anonymus in einem Kommentar zum Beitrag Ein Jahr WeiachBlog)

Ein Preisschild...

Jedem das Seine. Für eine Handvoll Leser und einen selber macht man Dinge, die nicht unbedingt jeder verstehen muss.

Und gerade deshalb sticht manchmal sogar einen Blogger wie mich, der qua Selbstdefinition ein Teil des Long Tail (vgl. Fussnote) ist und sein will, der sprichwörtliche Hafer. Welchen Wert gibt Technorati dem WeiachBlog? Nicht Null, wie ich eigentlich erwartet hätte:

Fast 1700 US-Dollar. Am 15. April 2007 um 18:20 mitteleuropäischer Sommerzeit. Ich bin gerührt *g*. Das macht dann etwa 4 Dollar pro Artikel. Nicht schlecht *fg*. Und kaum zu glauben. Naja, für Youtube und StudiVZ wurden ja auch Phantasiepreise bezahlt.

...und trotzdem unbezahlbar.

Aber auch wenn Blogger.com (und Google Inc., die Blogger geschluckt hat), mich noch tausendmal nach jedem publizierten Artikel auf ihr AdSense-Vehikel aufmerksam machen...

...halte ich das für NonSense. Ich denke nicht im Traum daran, freiwillig irgendwelche, im besten Fall lustigen, im schlimmsten Fall peinlichen Werbelinks neben meinen Texten einblenden zu lassen.

Sollte ein grosszügiger Mäzen WeiachBlog mit einem namhaften Betrag sponsern wollen, würde auch das nichts an dieser Haltung ändern. Die redaktionelle Freiheit werde ich niemals auf- noch sonstwie klein beigeben.

Fussnote: Und was ist ein Long Tail?

Für einen Versicherer ist der Long Tail das dicke Ende: Schadenzahlungen, die noch Jahre und Jahrzehnte nach der eigentlichen Deckungsperiode hereinschneien. So wie bei Asbestose und anderen humanitären Katastrophen mit Assekuranz-Preisschild.

Für andere Experten ist der Long Tail u.a. eine statistische Verteilung, bei der die kombinierten Nischenthemen mehr Gewicht haben als die populärsten Einträge zusammengenommen. Als Beispiel nennt Chris Anderson, der Autor des Business-Bestsellers "The Long Tail", die Online-Enzyklopädie Wikipedia. (vgl. Computerwoche)

Sonntag, 29. April 2007

Weiach steht Kopf

Manchmal steht die Welt kopf. Manchmal will man bewusst demonstrieren, dass dem so sei.

In diesem Fall hier ist es aber ganz gewiss nur ein Missgeschick. Verkehrt herum aufgehängt ist schnell passiert. Wem, wird hier nicht verraten. Die Ortskundigen werden es ohnehin am Bildhintergrund merken, wo sich dieser Fahnenmast befindet.


Wenn es nur um den Stern ginge, der in früheren Zeiten erstens golden und zweitens nur sechsstrahlig war, dann könnte man die Weiacher Fahne ja aufhängen wie's grad kommt.

Weil aber die Gemeinde Weiach seit dem 28. November 1931 auch mit dem Fahnenbild offiziell zu ihrer Kantonszugehörigkeit steht, gilt seither, dass beim Aufhängen der Fahne die Gepflogenheiten des Kantons zu berücksichtigen sind.

Die schreiben vor, dass Blau unten und Silber oben zu liegen hat. Schliesslich ist die Limmat unten und der Himmel oben. Mmmh... Nach der Logik müsste die Zürcher Fahne dann allerdings unten türkisblaugrün und oben blau sein.

Aber was soll's. Ob richtig oder falsch aufgehängt: Hauptsache sie flattert schön im Wind.

[Veröffentlicht am 30.4.2007]

Samstag, 28. April 2007

Aprilwetter 1957

Von «Turbofrühling» ist die Rede, von einem «April, der besser ein Juli wäre». Angesichts der Tatsache, dass es in der Region in den letzten 140 Jahren nie einen so warmen und trockenen April gegeben hat wie gerade 2007, ist das noch untertrieben.

Trockenheit beherrscht das Bild: «Abgesehen von einigen Gewittern gestern Abend ists im Unterland seit drei Wochen trocken geblieben», schreibt Steffen Riedel im «Unterländer» vom Samstag. Und selbst der Rhein führt einen Viertel weniger Wasser als zu dieser Jahreszeit üblich, was sich natürlich auch auf die Leistung des NOK-Flusskraftwerks bei Rheinsfelden auswirkt.

Damals war der April noch aprillenhafter...

Da hielt sich der April vor 50 Jahren schon eher ans langjährige Muster, wenn auch mit einem kleinen Ausreisser:

«Der April beginnt ganz komisch: in der Nacht v. 3./4. April, kurz nach Mitternacht, zwei grelle Blitze mit nachfolgenden gewaltigen Donnerrollen, dann wieder „Totenstille“. – Im übrigen verhielt er sich ziemlich aprillenhaft. In der ersten Monatshälfte standen neben drei prächtigen Tagen sonst alles solche mit teilweiser Bewölkung oder Regenfällen, einigemal sogar Morgentemperaturen um 0° herum. Trotzdem meldet mein Notizheft: „Die Kirschbäume stehn durchwegs im Blust, ein Teil der Spalierbirnen ebenfalls, Pfirsichblust schon beinahe vorbei“ (am 5.4.). Das haben wohl die paar letzten warmen Märzentage bewirkt! Birnbäume und frühe Apfelsorten beginnen ihre Blüten um den 20.4. herum zu öffnen.»

Und wir hätten gern einige dieser Regentage. Das würde die Waldbrandsorgen etwas dämpfen. Schliesslich haben wir erst Ende April! Nicht auszudenken, wenn das bis September so weitergeht.

Bereits im WeiachBlog erschienene Wetterartikel

Quellen

  • Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1957 – S. 4 (Original in der Zentralbibliothek Zürich, Handschriftenabteilung, Signatur: G-Ch Weiach 1957)
  • Riedel, St.: Ein April, der besser ein Juli wäre. Unterland - Die ungewöhnlich intensive Frühlingssonne macht Spass und Sorgen. In: Zürcher Unterländer, 28. April 2007.

[Veröffentlicht am 29.4.07]

Freitag, 27. April 2007

Weiacher Spargeln dank sandigem Boden

Dass der April viel zu warm ist für die Jahreszeit braucht man kaum zu erwähnen. Neben vielen Pflanzen, denen dieser Hitzestress nicht gut bekommt scheint das für die Bleichspargeln kein Thema zu sein. Denen gefalle das warme Wetter und sie schössen daher «in rekordverdächtigen Mengen aus dem Boden», schreibt der Zürcher Unterländer heute.

Die Spargelbauern im Rafzerfeld kommen anscheinend kaum nach mit dem Ernten. Denn das Gros ihrer polnischen Arbeiter war eigentlich erst auf den Mai vorgesehen.

Martin Jucker, der Besitzer des Florhofes in Rafz schätzt, dass die heurige Ernte acht bis zehn Tonnen Spargeln pro Hektar ergeben könnte - sofern es warm bleibe. Letztes Jahr waren es wegen tiefen Frühlings-Temperaturen lediglich drei Tonnen pro Hektar.

Weiach im Rafzerfeld?

Nein, natürlich nicht. Was hat ein Rafzer Bauer dann mit Weiach zu tun? Nun, in Weiach gibt es offenbar den beschränkt vorhandenen, sandigen Boden, der für den Anbau von Bleichspargeln nötig ist:

«Begonnen haben die Juckers mit zwei Hektaren in Rafz. Später sind Pachtflächen in Flaach und in Weiach dazugekommen. Das Feld in Weiach und ein Teil der Flaacher Pflanzungen können dieses Jahr erstmals abgeerntet werden.»

So. Und jetzt müsste nur noch der VOLG in Weiach diese Spargeln in seinem Sortiment haben. Das wäre das perfekte lokal produzierte Produkt. Oder hat er sie? Wenn man kein Spargel-Liebhaber ist, dann fallen einem solche «Details» natürlich nicht so schnell auf.

Quelle

[Veröffentlicht am 29. April 2007]

Donnerstag, 26. April 2007

Grundstücksgrenze zwischen Älter und Neuer

Was sieht man hier? Zwei alte Häuser, eins renoviert, das andere schon lange nicht mehr. Älter müssen sie beide sein, weil man schon seit geraumer Zeit nicht mehr so nahe an die Grundstücksgrenze heranbauen darf.

Das Photo wurde an der Chälenstrasse geschossen. Links im Bild der Scheunenteil der Liegenschaft Maag, rechts der Hausteil der Liegenschaft Griesser.

Das Altersorakel der kantonalen Gebäudeversicherung

Und welches Haus ist jetzt älter, welches neuer? Manchmal ist es nicht so, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Wenn man nämlich in den Daten der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ) nachschaut, dann gelten zwar beide Objekte als «Wohnhaus mit Scheune» und sind «In Kellen» zu suchen.

Das neuer aussehende Haus sei das ältere, sagt die GVZ: Bei Vers.-Nr. 492 (Chälenstr. 18 an der Abzweigung zur Stockigasse; im Bild rechts) wird als techn. Gebäudealter der Jahrgang 1830 angegeben. Bei Vers.-Nr. 496 (Chälenstr. 20; im Bild links) hingegen das Jahr 1899.

Je älter desto mehr Patchwork und Recyclingteile

In welchem Ausmass allerdings in diesen beiden Bauten noch ältere Bauteile (Balken, etc.) wiederverwendet wurden, das entzieht sich in der Regel der Kenntnis der Gebäudeversicherung. Sie hat ja nicht die Mittel, ein altes Haus von oben bis unten dendrochronologisch beproben zu lassen.

Mit Ausnahme von ganz eindeutigen Fällen (z.B. ganz neuen Häusern, oder solchen, die nach einem Brand von Grund auf und nachweislich ausschliesslich mit frischem Holz wiederaufgebaut wurden) wird es desto schwieriger, ein technisches Gebäudealter eindeutig festzulegen, je älter das Ensemble aufgrund verschiedener Indizien mutmasslich einzuschätzen ist.

Quelle

  • Gebäudenummernkonkordanz der Gemeinde Weiach: 1812–1895–1955–1992. Elektronisches Spreadsheet, Version 1.0. Weiach, September 2002.
[Veröffentlicht am 29. April 2007]

Mittwoch, 25. April 2007

Pfarrerhochzeiten 1957 und 2007

Sie fanden offenbar fast auf den Tag genau mit einem halben Jahrhundert Abstand statt: Zwei Hochzeiten zweier Weiacher Pfarrer in den ersten Wochen ihrer offiziellen Amtszeit.

Ryhiner und Landenberger

1957 wurde in der Weiacher Kirche der Lebensbund zwischen Pfr. Willi Ryhiner und Elisabeth Landenberger geschlossen. Dass es ein 25. gewesen sein muss, ist fast sicher. Nur bezüglich des Monats hat uns Walter Zollinger zwei verschiedene Angaben überliefert:

«25. April: Jeder Schüler (und auch Lehrer) erhält in der Vorm.-Pause, anlässlich der Hochzeitsfeier v. Hr. Pfr. Ryhiner, einen Nussgipfel.» (G-Ch 1957, S. 12)

«25. Mai: Hochzeitsfeier v. Hr. Pfr. Ryhiner; der K'chor singt Psalm 92 v. Mäder (m. Orgelbegleitung).» (G-Ch 1957, S. 14)

Weber und Witz

Am Samstag, 28. April 2007 sind die Einwohner von Weiach zu Gottesdienst und anschliessendem Apéro der Hochzeit von Pfr. Christian Weber und Christina Witz eingeladen.


Quellen und weiterführende WeiachBlog-Beiträge

[Veröffentlicht am 29. April 2007]

Dienstag, 24. April 2007

1281? Der Irrtum des Bülacher Volksfreunds

Im Jahre 1867, also vor 140 Jahren, irrte sich ein Redaktor des Bülacher Volksfreunds (heute: Neues Bülacher Tagblatt) ziemlich gründlich. In seiner Rezension der neuesten Lieferung des Werks «Die Gotteshäuser der Schweiz» von Arnold Nüscheler, behauptete er, die erste Nennung einer Weiacher Kirche sei auf 1281 zu datieren.

Nur Nennung des Ortsnamens

Nüscheler wollte jedoch offensichtlich nur ein Beispiel einer frühen Schreibung des Ortsnamens geben, wie der Beginn des Eintrags zu unserer Dorfkirche belegt:

«Weiach (Wiach 1281) [Fn 4] war bis zur Reformation nach Hohenthengen-Kaiserstuhl kirchgenössig [...]»

Die Fussnote 4 verwies auf das «Staatsarchiv Z.», ohne weitere Angaben zu machen. Es ist wahrscheinlich, dass sich Nüscheler auf die Verkaufsurkunde von 1281 bezieht. Diese ist in dem erst 1900 erschienenen Bd. 5 des Zürcher Urkundenbuchs abgedruckt (V, 138).

Dort ist weder eine Kapelle noch ein Kirchhof erwähnt. Von einer so frühen Nennung unserer alten Kirche kann deshalb keine Rede sein! Warum auch 1381 als früheste Nennung nicht in Frage kommt, wird in einem späteren Beitrag und den Weiacher Geschichte(n) Nr. 90 erörtert.

Arnold nicht Adolf

Vor einigen Tagen irrte sich übrigens auch der Verfasser der Weiacher Geschichte(n) - sprich: er machte sich nicht die Mühe, beim Schreiben von Nr. 90 (Mai 2007) in seinen eigenen Unterlagen nachzusehen. Deshalb ist in der Version, die in den Mai-Mitteilungen abgedruckt wird, fälschlicherweise die Rede von einem «Adolf» Nüscheler. Der Mann nannte sich jedoch «Arnold». Für die Online-Version wurde der Fehler korrigiert.

Quellen

  • Nüscheler, A.: Die Gotteshäuser der Schweiz. Historisch-antiquarische Forschungen. Zweites Heft: Bisthum Constanz. Erste Abtheilung: Archidiakonate Breisgau, Klettgau, vor dem Schwarzwald und Thurgau. Zürich, 1867.
  • Bülacher Volksfreund, Nr. 93, 1867

[Veröffentlicht am 29. April 2007]

Montag, 23. April 2007

Jeder Dritte überlebte nur dank der Suppenküche

1815 war nicht nur das Jahr der 100 Tage von Napoleon I., der noch einmal versuchte, seine Empire-Zeit wiederauferstehen zu lassen, oder das Jahr des Wiener Kongresses, der die politische Landschaft nach Napoleon neu geordnet hatte. Es war auch das Jahr eines gigantischen Vulkanausbruchs.

Die Eruption des Tambora in Indonesien schleuderte derart viel Asche in die Stratosphäre, dass das Jahr darauf, d.h. 1816, zum «Jahr ohne Sommer» wurde und die Ernte völlig missglückte. Die Preise für Lebensmittel explodierten in der Folgezeit richtiggehend. Nun hatten die ärmeren Menschen auch in Weiach schlicht zuwenig Vorräte und Geldmittel, um bis zur Ernte 1817 auf sich selbst gestellt zu überleben.

Armensuppe beim Pfarrhaus

Auf Anordnung des Stillstandes (Kirchenpflege) hiesiger Gemeinde, der gleichzeitig als Armenpflege fungierte, wurde daher 1817 «vom 3. Brachmonat [Juni] bis zum 6. Heumonat [Juli] täglich für 170 Personen Suppe aus Erdäpfeln, Reis, Hafermähl und Brod bestehend, im Waschhaus des Pfarrhauses gekocht» und diese «jeden Mittag unter die Bedürftigsten vertheilt».

Zum Vergleich: 1820 zählte Weiach gerade einmal 550 Einwohner. Das heisst: während eines Monats musste nahezu jeder dritte Dorfbewohner durchgefüttert werden.

Weiterführende Literatur

[Veröffentlicht am 29. April 2007]

Sonntag, 22. April 2007

Der Rheinhof im Griesgraben

Wer dem Gottfried Keller-Dichterweg, dem grenzüberschreitenden Skulpturenweg oder ganz einfach einem der gelben Wanderwegweiser entlang des Weiacher Rheinabschnitts folgt, der passiert zwischen dem Städtchen Kaiserstuhl und der Mündung der vereinigten Dorfbäche einen alten Hof, genannt «Rheinhof» (oder auch «Griesgrabenhof»).


Den ersten Namen trägt er, weil er die einzige Weiacher Hofsiedlung direkt am Rhein ist, den zweiten, weil er am Ende des Griesgrabens steht, einer Erosionsrinne in den Niederterrassenschottern, die zwischen dem Dorf und dem Rhein gegen das Hard hin eine breite Ebene bilden. Auf der Höhe des Griesgrabens ist es aber bereits vorbei mit der Kiesebene. Beim Rheinhof lugen da und dort Kalkrippen aus dem Boden.

Nach knapp 200 Jahren dem Verfall preisgegeben

Der Hof liegt auf der mutmasslichen Fluchtroute Franz Hohlers und ist leider schon seit längerem ein nicht mehr bewohntes Gebäude. Es ist sogar schon so weit, dass er statistisch bereits nicht mehr existiert: Der Name «Rheinhof» wird zwar noch genannt, ihm ist jedoch kein Gebäude mehr zugeordnet, obwohl der alte Hof am Rheinufer nach wie vor steht. Unbewohntheit macht ein Gebäude offenbar statistisch partiell unsichtbar.

Das Wohnhaus wurde 1810 erstellt und hat schon etliche Gefahren überlebt, vor allem mehrere Rheinhochwasser. Eines spülte 1876 eine Mühle weg, 1912 riss ein weiteres ein Wasserrad mit. Heute scheint es, dass nicht Wasser, sondern Vernachlässigung dem Haus letztlich den Rest geben wird. Oder schon gegeben hat, wie man vermuten muss, wenn man es sich von nahe ansieht.

Weitere WeiachBlog-Artikel zum Rheinhof

[Veröffentlicht am 29. April 2007]

Samstag, 21. April 2007

20. Albert Meierhofer-Schiessen - die Impressionen

Das seit 1969 alle zwei Jahre stattfindende Weiacher Schützenfest (vgl. den WeiachBlog-Artikel vom 14. April) profitierte heuer vom sommerlich warmen Aprilwetter und einigen anderen Schiessanlässen in der Umgebung.

Am Samstagnachmittag, 21. April konnte man jedenfalls bereits von einer Beteiligung von über 650 Schützen von weitherum ausgehen. Die meisten stammen zwar aus dem Zürcher Unterland und dem benachbarten Aargauer Gebiet rheinabwärts (genannt «Studenland»). Einige nahmen selbst den Weg aus dem Säuliamt unter die Räder, wie diese Einladung auf dem Server des SV Langnau a.A. beweist.

Der WeiachBlogger hat sich zwar auch auf den Schiessplatz begeben. Aber nur mit schussbereiter Kamera und ohne Sturmgewehr. Den eigentlichen Wettkampf überliess er den Gruppen à je fünf Schiessenden.

Nachfolgend einige bildliche Impressionen, samt Kommentar:

An der Einmündung der Haslistrasse in die Hauptstrasse Koblenz-Winterthur weist nur eine rote Patrone mit gelber Spitze als Wegweiser auf den Schiessplatz hin. Man muss schon wissen, dass hier das Weiacher Schützenfest stattfindet.

Der Präsident der Schützengesellschaft Weiach, Julius Lauber, ist zufrieden mit den diesjährigen Teilnehmerzahlen.
Das Würste-Braten ist auch hier reine Männersache. Hier der Grill hinter dem Schützenhaus.

Die Standarte der Schützengesellschaft Weiach aus dem Jahre 1990 ist am Eingang platziert.
Drinnen wachen die Schützenmeister über die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und den ordnungsgemässen Ablauf des Wettkampfs.


Bitte lächeln! So schlimm ist es doch wirklich nicht, fotografiert zu werden, oder?
Konzentration auf den Zielhang, 300 Meter entfernt über der Ebene des Hasli. Als Ziel dienen acht Scheiben A5, schwarzer Kreis im weissen Feld.

Die jungen Helden des Turnvereins Weiach. Erster Schuss - eine Mouche. Nur zwei Zentimeter fehlten für einen Treffer mitten ins Schwarze.

Thomas Baumgartner als gestrenger Kontrolleur am Ausgang. «Verschluss dusse?»
Noch hat niemand die zehn Schüsse ins Maximum von 100 Punkten verwandelt. Die Dichte an Standardgewehren und sehr guten Resultaten ist jedenfalls beeindruckend. Schon mit 91 Punkten ist man nur noch unter ferner liefen klassiert. Und der Schiessverein Höri hat gewaltig abgeräumt (Bild zum Vergrössern klicken).

Vor und nach dem Schuss will die Waffe gepflegt sein. Mindestens einen Stoss Automatenfett sollte man ihr gönnen.

Der Feldweg zum Zielhang war Sperrzone - am 13./14. und am 20./21. April.

Alle Wege führen zum Büro-Container. Hier wird einem die Munition ausgegeben. Und hier erhält man im Erfolgsfall auch das Kranzabzeichen.

Derweil hängt der Namensgeber des Anlasses als Fotografie in einer Vitrine in der Schützenstube.

Und die Autos der Besucher warten auf dem Parkplatz.

[Veröffentlicht am 29. April 2007]

Freitag, 20. April 2007

Pfarrherrlicher Kindersegen

Bekanntlich warfen die pfarrherrlichen Pfründe zu Weiach nicht allzu viel ab. Nicht dass der Pfarrer hätte verhungern müssen. Aber eine Familie war offenbar schwierig durchzubringen, vor allem in den ersten Jahren nach 1540, als man sich zwar einen eigenen Pfarrer erkämpft hatte, es für diesen aber noch kein eigentliches Pfrundgut gab.

Deshalb haben auch wiederholt Weiacher Pfarrer Gesuche um Zuteilung einträglicherer Stellen eingereicht oder sonst um ihre Einkünfte kämpfen müssen.

Pfarrer Hüsli braucht eine besser bezahlte Stelle

Einer dieser Gesuchsteller hiess Rudolf Hüsli. Er wurde 1555 nach Weiach versetzt und «mit Rücksicht auf seine grosse Familie» bereits 1557 «nach Zollikon befördert», wie man im Zürcher Pfarrerbuch 1519-1952 lesen kann.

Dabei hatte er noch gar nicht so viele Kinder, wie sie später sein Pfarrhaus belebten. Das Keller'sche Promptuar spricht Bände über den Kindersegen dieses Mannes.

Er war ursprünglich von Langnau am Albis, wurde in den 1520er-Jahren geboren (genaues Geburtsjahr unbekannt) und starb um 1600. Hüsli war zweimal verheiratet. Seine erste Ehefrau hiess Catharina Sprüngli, die zweite Catharina Meyer.

Zwei Frauen, dreizehn Kinder

Mit diesen beiden Frauen hatte Hüsli nicht weniger als 13 Kinder:

1) Conrad 1554
2) Georg 1555
3) Elisabetha 1556
4) Rudolf 1558
5) Ulrich 1559
6) Caspar 1560
7) Johannes 1561
8) Sebastian 1563
9) Susanna 1564
10) Verena 1566
11) Mathias 1569
12) Caspar 1571
13) Catharina 1572

Welche Kinder von welcher Frau geboren wurden, das verrät das Promptuar leider nicht. Man sieht aber, dass Hüsli 1555-57 erst drei Kinder hatte: Conrad, Georg und Elisabetha. Schon für diese fünfköpfige Familie reichte es in Weiach nicht zum Leben.

Ob auch Zollikon zuwenig abwarf? Jedenfalls wechselte Hüsli 1559 nach Dinhard. Dort scheint er dann auch geblieben zu sein und zeugte weitere acht Kinder! Aus dem Promptuar geht nicht hervor, wieviele seiner ingesamt 13 Kinder das Erwachsenenalter erreichten.

Erst 1590 legten die Wyacher übrigens Geld zusammen, um einem Pfarrer das wirtschaftliche Überleben im Dorf zu ermöglichen. Von da an blieben die Pfarrer wesentlich länger bei uns als nur ein paar Monate.

Quellen
  • Keller-Escher, C. (1851-1916): Promptuarium Genealogicum, IV: Hor-La, S. 241ff (ZBZ Handschriftenabteilung, Signatur: Ms Z II 4). Zürich, o.J.
  • Dejung, E.; Wuhrmann, W.: Zürcher Pfarrerbuch 1519–1952. Zürich, 1953.

[Veröffentlicht am 29. April 2007]

Donnerstag, 19. April 2007

Holz über die Bäche legen ist verboten

Bis vor ungefähr 150 Jahren waren die durch unser Dorf verlaufenden Bäche, der Sagibach und der Mülibach, weder tiefer gelegt, noch in Röhren unter den Boden verbannt wie heute.

In normalen Zeiten war das auch kein Problem. Bei Extremwetter-Ereignissen aber konnte jedes Hindernis zur Staustufe werden. Das hochgehende Wasser verliess dann das Bachbett und suchte sich einen anderen Weg.

Dies richtete natürlich Schäden an Haus und Feld an. Sei es durch vollgelaufene Keller, weggeschwemmte Bauwerke oder ganz einfach durch Geschiebe, das vom Wasser über das Kulturland getragen und dort abgelagert wurde.

Regengüsse und Eisstösse

Das ist der tiefere Grund für einen Beschluss der Weiacher Gemeindeversammlung vom 6. Mai 1830, der im Protokoll wie folgt festgehalten wurde:

«Da es sich schon oft gezeigt das über die Dorfbäch gelegtes Holz im Sommer durch große Regengüß und im Winter durch starken Eisstoß Austreten derselben verursacht hat so solle vor die Zukunft alles Holz über den Bach legen gänzlich verboten sein.»

Gefunden habe ich diesen Auszug in einer Fussnote der Dissertation des Geographen Albert Leemann, der in jungen Jahren als Praktikant an der Primarschule Weiach seine ersten Gehversuche als Pädagoge unternahm und später Professor an der Universität Zürich wurde.

Quelle
  • Leemann, A.: Revision der Würmterrassen im Rheintal zwischen Diessenhofen und Koblenz. In: Geographica Helvetica, XIII (1958) – S. 126, Fn-34.
[Veröffentlicht am 29. April 2007]

Mittwoch, 18. April 2007

Kirchtürme waren früher auffällige Einzelstücke

Kirchtürme sind aus unseren heutigen Ortsbildern kaum wegzudenken. Dass es auch ohne geht, beweisen diverse Freikirchen, deren Gebetsräume ganz gut auch ohne spitze, wuchtige oder wie auch immer gestaltete Türme auskommen.

Weniger bekannt ist, dass Kirchen vor dem Hochmittelalter sehr oft turmlos waren. So wird in der Theologischen Realenzyklopädie (hg. von G. Müller. Berlin 1977-2002) unter dem Lemma «Kirchenbau» ausgeführt: «Türme sind aber erst seit dem hohen Mittelalter zu einem kennzeichnenden Bauteil von Kirchen geworden.» (TRE, Bd. 18, 1989, S. 452).

Hohentengener Chorturm seit dem 11. Jahrhundert

Gefunden habe ich dieses Zitat in einer Dissertation über Landkirchen und Landklerus im Bistum Konstanz während des Mittelalters. Der Autor, Hanno Julius, bringt es in einer Fussnote und macht dazu weitere interessante Anmerkungen:

«Vgl. Wolfgang Müller: Beobachtungen zur Frage nach der mittelalterlichen Dorfkirche im Raum Schaffhausen. In: FS Karl Schib zum 70. Geburtstag am 7.9.1968 (Schaffhauser Beiträge zur vaterländischen Geschichte 45). Thayngen 1968, besonders S. 116: "Der ja frühestens im 11. Jahrhundert aufkommende Turm der Kleinkirchen konnte sehr verschiedene Stellungen einnehmen." und S. 123: "Sicher ist, daß die frühen Kirchen überhaupt keine Türme hatten… ". Die frühen vorerst turmlosen Kirchen in Hallau, Hohentengen, Ufnau und Uznach werden angeführt. Der Hohentengener Chorturm gehöre ins 11. Jahrhundert, der Turm der Büsinger Bergkirche ins 12. Jahrhundert, die meisten Türme allerdings erst ins späte 15. und 16. Jahrhundert. Ähnlich auch der Verfasser in der bei Anm. 8 erwähnten Studie, S. 11-13.»

Die Marienkirche in Hohentengen soll also schon seit dem 11. Jahrhundert über einen Turm verfügt haben, die meisten anderen Kirchen erst im späten 15. oder gar 16. Jahrhundert.

Seit wann hatte Weiach einen Kirchturm?

Das ist nun für die Verhältnisse in Weiach und die Erklärung des Ortsnamens von Hohentengen von grossem Interesse. Denn die dortige Kirche war für eine weite Umgebung über Jahrhunderte das geistliche Zentrum. Auch für die Weiacher, die nach «Dengen bei der hohen Kilch» zu ebenderselben gingen. Der grosse Kirchturm fällt ja auch heute noch auf. Wie wuchtig muss er erst früher gewirkt haben.

Für die alte Weiacher Kirche im Oberdorf ist erst für das Jahr 1658 erstmals von einem Turm die Rede. Nicht ausgeschlossen ist, dass er zwar schon etliche Jahre früher errichtet wurde - aber wohl kaum vor dem 16. Jahrhundert. Auch war offenbar keineswegs festgelegt, wo man den Turm relativ zum Kirchenschiff zu platzieren hatte. Das hing anscheinend eher von den räumlichen Verhältnissen ab.

Quelle
  • Julius, H.: Landkirchen und Landklerus im Bistum Konstanz während des frühen und hohen Mittelalters. Eine begriffsgeschichtliche Untersuchung. Diss. Univ. Konstanz. Konstanz, 2003 - S. 102-103; Fussnote 422. (Download-Seite der Deutschen Bibliothek)

[Veröffentlicht am 28.4.2007]

Dienstag, 17. April 2007

Ein Kaminbrand und zwei enge Treppenhäuser

Ab und zu lohnt es sich, auf der Website unseres Sicherheitszweckverbands (Übername «GlaStaWei») vorbeizuschauen.

Da werden nämlich auch die Feuerwehr-Einsätze in unserem Dorf kurz dokumentiert. Im letzten Vierteljahr wurde über drei davon berichtet:

«12.01.2007 Kaminbrand in Weiach
werner.balmer schrieb "Um 09:27 wurde uns via Konferenzgespräch mitgeteilt, dass laut Beobachtungen einer Passantin, an der Chälenstrasse in Weiach aus einem Kamin zeitweise Flammen zu sehen seien. Da der tatsächliche Kaminbrand bereits mustergültig durch den anwesenden Eigentümer erstickt worden war, musste der sofort ausgerückte Offizier nur noch den Kamin auf allen Stockwerken kontrollieren. WB/Kdt"
»

Mit Kaminbränden ist nicht zu spassen

Warum brennt ein Kamin eigentlich? Weil sich Teer und Russ an seinen Wänden ablagern. Dabei handelt es sich um Kohlenwasserstoffe, die sich nicht entzündet haben, z. B. wegen zu niedriger Verbrennungstemperatur oder zu tiefer Sauerstoffkonzentration.

Heizanlagen, die mit festen Brenn­stoffen betrieben werden (z.B. Holzfeuerung) führen auch zu mehr Kaminbränden, die dann die Feuerwehren auf Trab bringen.

Kommt es im Kamin zu einer Entzündung der Rückstände, dann setzt zunächst starke Rauch­bildung ein. Später schlagen Flammen aus dem Kamin, die Temperaturen steigen auf über 1000°C!

Deshalb sollte man niemals versuchen, den Brand in dieser Phase mit Wasser zu löschen, denn dann verdunstet das Wasser schlagartig und dehnt sich aus. Resultat: der Kamin explodiert!

Also: Sofort der Feuerwehr telefonieren, d.h. Tel. 118. Selber löschen sollte man nur, wenn man weiss, wie man's macht.

Im Haus drin müssen alle brennbaren Gegenstände vom Kamin entfernt werden (der wird nämlich aussen extrem heiss, kein Wunder bei 1000°C Innentemperatur). Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Reini­gungs­öffnungen auf den verschiedenen Stockwerken (Estrich und Keller) zu legen, weil dort Funken austreten können.

Und auch die Nachbarn sollten alarmiert werden. Denn der vom Kaminbrand ausgehende Funken­flug kann in der näheren Umgebung Sekundär­brände auslösen.

Patiententransport durchs enge Treppenhaus

Daneben gab es aber auch Aufgaben zu erledigen, bei denen ganz einfach ein paar starke Arme zusätzlich gefragt sind:

«06.02.2007 Unterstützung der Rettungssanität in Weiach
werner.balmer schrieb "Aufgebot durch den Rettungsdienst um 03:23 Uhr via ELZ. Auftrag: Unterstützung mit zwei Personen bei einem Patiententransport durch ein enges Treppenhaus. WB/Kdt"
»

«27.03.2007 Technische Hilfeleistung bei der Rettungssanität
werner.balmer schrieb "Aufgebot der Kommando-Gruppe (Kdo Gr) mittels Konferenzgespräch um 21:27 Uhr durch die Einsatzleitzentrale Flughafen (ELZ). Auftrag: Unterstützung der Rettungssanität bei einem Patiententransport durch ein enges Treppenhaus in Weiach. Zwei Personen der Kdo Gr waren während rund einer Stunde im Einsatz. WB/Kdt"
»

Nicht auszuschliessen, dass es sich zweimal um dasselbe Treppenhaus gehandelt hat.

Andere Feuerwehr-Artikel auf WeiachBlog

[Veröffentlicht am 27.4.2007]

Montag, 16. April 2007

Tag der erfüllten Steuerpflicht 2007

«Steuerbürgers Gedenktag» nennt der Bund der Steuerzahler in Deutschland den statistisch errechneten fiskalischen Break-Even für Otto Normalverbraucher.

Erstaunlicherweise wird dieser Tag bei uns von einer Bundesstelle offiziell ausgerufen. Gemäss einer Medienmitteilung des Eidgenössischen Finanzdepartement habe der «durchschnittliche Steuerzahler in der Schweiz seine Steuerpflicht am 16. April erfüllt. Somit benötigte er in diesem Jahr noch 106 Tage zur Erfüllung der finanziellen Bürgerpflicht. Das sind drei Tag weniger als im letzten Jahr».

Spannend ist der Vergleich mit früheren Zeiten, den ein Diagramm in dieser Mitteilung erlaubt. Vor fast 50 Jahren war dieser Gedenktag bereits am 22. Februar erreicht, also sieben Wochen früher! Unglaublich.

Fiskalquote: 29.2 Prozent

Der «Tag der erfüllten Steuerpflicht», schreibt die Basler Zeitung aufgrund einer Associated Press-Mitteilung, entspreche der so genannten Fiskalquote. Diese gelte als Mass für die Zahl der Arbeitstage, die im schweizerischen Durchschnitt für die Bezahlung von Steuern und Abgaben sowie der obligatorischen Sozialversicherungen aufgewendet werden müssen. Für die Gemeinden sind nach dieser Berechnung ca. 5 Prozent einzusetzen (also ca. ein Sechstel der Fiskalquote), was bei Weiach wohl weniger ausmachen dürfte. Es handelt sich eben um einen Mittelwert.

Aber offenbar ist selbst das PR und Etikettenschwindel. Schreibt die Baz doch weiter:

«Falls auch die SUVA-Prämien, die Prämien für die obligatorische Krankenversicherung sowie für die berufliche Vorsorge und die Familienausgleichskassen dazugerechnet würden, stiege der Wert auf etwas über 40 Prozent des BIP. Da es sich dabei jedoch um primär individuelle Versicherungsleistungen handelt, werden diese Prämien offiziell nicht als Fiskalbelastung betrachtet.»

Und was ist mit der Mehrwertsteuer?

Toll. Aber ausweichen kann man ihnen ja auch nicht - genausowenig wie den voraussetzungslos geschuldeten direkten Steuern. Also sind es meines Erachtens trotzdem Zwangsabgaben. Ich könnte mir auch andere Modelle vorstellen, statt goldene Käfige in Form von 2. Säulen, Krankenkassen etc. schlucken zu müssen.

Interessant wäre es nun zu wissen, wie hoch dieser Wert steigen würde, wenn man auch noch die Mehrwertsteuer hinzuzählen würde. Bis zu einem gewissen Grad sind das schliesslich ebenfalls Zwangsabgaben, weil die meisten von uns keinen eigenen Hof haben, sondern ihr Essen einkaufen müssen. Von Kleidern etc. noch gar nicht zu reden.

Skandalöse Staatsverschuldung

Nun könnte man ja noch damit leben, dass die Fiskalquote so hoch ist, wenn damit auch wirklich alles bezahlt wäre. Aber dem ist ja überhaupt nicht so. Selbst bei diesen riesigen Bezügen (fast 30% Fiskalquote) lebt der Staat dennoch auf Kosten der Zukunft und macht fröhlich Schulden. Die er dann irgendwann wieder durch die Bürger bezahlen lassen wird. Sei es durch Ankurbeln der Inflation oder Steuergesetze, die quasi der Konfiskation gleichkommen.

Wenn ich so etwas wie das Nachstehende lese, frage ich mich, wieso wir unsere Bundespolitiker nicht schon längst allesamt zum Teufel gejagt haben: «Gleichzeitig mit dem Anstieg der Fiskalquote erhöhten sich in den vergangenen Jahren auch die Ausgaben der öffentlichen Haushalte deutlich stärker als im internationalen Durchschnitt. Dieser Trend konnte inzwischen jedoch gestoppt werden, und die Bundesschulden sanken 2006 von 130 auf 123 Milliarden Franken. Schon im nächsten Jahr ist wegen ausserordentlicher Aufwendungen zu Gunsten des neuen Finanzausgleichs (NFA), des neuen Infrastrukturfonds oder auch der Pensionskasse des Bundes jedoch wieder mit einer Verschlechterung der Schuldensituation zu rechnen. Der Aufwand für Zinsen beläuft sich beim Bund zurzeit auf rund sieben Prozent der Gesamtausgaben oder 3,5 Milliarden Franken pro Jahr.»

Das Schuldenmachen muss endlich aufhören. Schon allein um die galoppierende Verluderung der Zahlungsmoral zu stoppen und mit der Leben-auf-Pump-Mentalität im Volk aufzuräumen. Kein anständiger Mensch kann über lange Zeit mehr ausgeben als er einnimmt. Wer das nicht lernt, macht bald einmal mit dem Betreibungsbeamten Bekanntschaft.

Und wie hält es die öffentliche Hand mit kluger Haushaltsführung? Wie kann ein Staatswesen von seinen Bürgern verantwortungsvolles Wirtschaften verlangen, wenn es selbst ständig weit über seine Verhältnisse lebt und ungedeckte Wechsel auf zukünftige Generationen ausstellt?

Die Gemeinde Weiach hat ihr Budget im Griff und ist nicht verschuldet. Das sollte man auch von allen anderen Gemeinden und Kantonen verlangen. Schuldensanierung muss zur ersten Politikerpflicht werden. Und zwar subito. Nur müssen wir diese Leute dann auch wählen und trotz harten Massnahmen im Amt bestätigen. Sonst wird sich nie etwas ändern. Bis zum Staatsbankrott. Und was das bedeutet lehrt die Geschichte. Die französische Revolution und der Zusammenbruch des Osmanischen Reiches nach 1875 lassen grüssen.

Quellen

[Veröffentlicht am 27.4.2007]

Sonntag, 15. April 2007

Erneut kein Weiacher im Kantonsrat

Die Kantons- und Regierungsratswahlen des Kantons Zürich sind wieder einmal für vier Jahre vorbei. Heute Sonntagabend kurz nach 18 Uhr standen die Ergebnisse fest: Weiach muss erneut auf einen eigenen Kantonsrat warten.

Der im Beitrag von gestern erwähnte Albert Meierhofer-Nauer war meines Wissens der letzte Kantonsrat aus Weiach und bleibt es wohl für eine weitere Legislaturperiode. Denn wir wollen ja nicht hoffen, dass der FDP-Kantonsrätin aus unserem Bezirk etwas zustösst, das ihren Sitz vakant werden lässt.

Schauen wir uns kurz an, welche Resultate die drei Kandidaten aus unserer Gemeinde erzielt haben:
  • Peter Wild, FDP, Linienpilot, 1967: 1849 Stimmen; nicht gewählt
  • Kurt Jürg Hüppi, glp, Sekundarlehrer, 1949: 735 Stimmen; nicht gewählt
  • Daniel Elsener, EVP, FEAM/Bio-Landwirt, 1961: 520 Stimmen; nicht gewählt
Die EDU schnappt sich den FDP-Sitz

Alle drei waren auf dem zweiten Listenplatz ihrer jeweiligen Bezirkspartei. Warum es bei keinem geklappt hat? Die FDP verlor den Kampf um einen zweiten Sitz gegen die evangelikal geprägte Eidgenössisch-demokratische Union (EDU). Weil diese auch als «SVPler mit der Bibel in der Hand» bezeichnete Gruppierung im traditionell von Freikirchen stark geprägten Zürcher Oberland über die 5%-Hürde sprang, schaffte auch ihr Spitzenkandidat im Bezirk Dielsdorf überraschend den Sprung ins Zürcher Rathaus.

Eine Auswirkung des neuen Wahlmodus (genannt «Doppelter Pukelsheim»), die Peter Wild und damit Weiach den Sitz in Zürich kostete. Und für die Grünliberalen und die EVP im Bezirk gar nichts mehr übrig liess.

Stimmenanteile der Parteien in Weiach

Interessant ist der Vergleich der Wähleranteile in Weiach zwischen 2003 und 2007. Was hat sich verändert? SVP, SP und EVP verloren (die SVP über 7%), FDP, Grüne und CVP legten leicht zu.

  • 2003: SVP 52.8 %, SP 15.1 %, FDP 9.3 %, GP 6.7 %, CVP 3.1 %, EVP 8.0 %.
  • 2007: SVP 45.4 %, SP 14.6 %, FDP 11.3 %, GP 6.8 %, CVP 3.6 %, EVP 7.3 %, EDU 3.4 %.

Neu machten dieses Jahr auch Splitterparteien Stimmen bei uns. Am stärksten war der Auftritt der Grünliberalen (glp), die mit ihrer Liste gleich 4.93 % der Weiacher Stimmen auf sich vereinigen konnten. Etwas schwächer, aber immer noch sichtbar, die Schweizer Demokraten (SD) mit 2.49 % und völlig bedeutungslos die nur mit Stadtzürcher Kandidaten pro forma angetretene Alternative Liste (AL) mit 0.05 %.

Frühere WeiachBlog-Artikel zum Thema KR-Wahlen

[Veröffentlicht am 27.4.2007]

Samstag, 14. April 2007

Wer war Albert Meierhofer?

Seit gestern Freitag, 13. April führt die Schützengesellschaft Weiach im Schützenhaus im Hasli die 20. Auflage des «Albert Meierhofer-Erinnerungsschiessens» (AME) durch. An wen erinnern sich die Schützen denn da? So sah der Mann aus:


Man sieht Meierhofer in der Uniform eines Oberstleutnants der Armee. Aus welchem Jahr das Foto stammt, ist mir leider nicht bekannt. Es hängt zusammen mit ein paar Kranzabzeichen (wohl alle von Meierhofer herausgeschossen) in einer Vitrine der Schützenstube Weiach.

Und das verrät der Wikipedia-Artikel «Weiach» über den Abgebildeten:

«Albert Meierhofer-Nauer (1887-1967), Kantonsrat, Gemeindepräsident von 1941–1966, Oberstleutnant der Schweizer Armee, Präsident der Schützengesellschaft Weiach, Initiator für den Kiesabbau im Hard durch die Weiacher Kies AG. Zu seinen Ehren wird seit 1969 in den ungeraden Jahren auf dem Schiessplatz Weiach das Albert Meierhofer-Erinnerungsschiessen abgehalten, an dem jeweils ca. 800 Schützen teilnehmen.»

So viele Schiesssportbegeisterte waren es zwar bei der letzten Auflage nicht ganz. Nur noch etwa 600. Die Teilnehmerzahlen hängen jeweils stark davon ab, wieviele Schützenfeste am selben Tag in der näheren Umgebung stattfinden. Da nimmt man das Weiacher AME dann auch noch gerne mit.

Weiterführende Literatur

[Veröffentlicht am 27.4.2007]

Freitag, 13. April 2007

Wer zum Wahrsager geht wird bestraft

Aberglaube war schon zu allen Zeiten ein Thema. In früheren Jahrhunderten wurde gar strafrechtlich verfolgt, wer solchem Tun Vorschub leistete.

Passend zum Freitag, dem 13. bringt WeiachBlog einen Beitrag über Bussen für den Besuch von sogenannten Lachsnern. Was ist das, ein Lachsner?

Blick in den Dictionnaire

Das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm führt gleich mehrere Einträge zu diesem Stichwort:

«LACHSNEN, verb. aberglaube treiben, hexen, besonders von viehärzten. STALDER 2, 150; eine alemannische weiterbildung von mhd. lâchenen, heilen, besprechen, ahd. lâhhinôn mederi, vgl. mhd. wb. 1, 925a: ein ersamer raht der statt Zürich verbot (1533) in statt und land bei hoher straaf allen aberglauben, waarsagen, lachsznen, teufelbeschweeren und das sägnen an vych und leuten. STUMPF (1606) 497a; das teüfelbschweren, zauberei,das sägnen, lachsznen, hexerei. R. WONLICH das himmel. Hierusalem (1584) str. 25. Bd. 12, Sp. 32

LACHSNER, besprecher, zauberer, quacksalber überhaupt (STALDER 2, 150): losser oder lachszner, der von künftigen dingen durch das losz weiszagt, sortilegus, ominator MAALER 274d; die lachsner, die us tüfels beschwören anzeigend, mit disem oder jenem werk helfe man dem todten .. die thůnd nüt anders, dann dasz sy der welt die betrogen will syn, bald darzů helfend. ZWINGLI 1, 414.

LACHSNEREI, f. quacksalberei, mit aberglaube vermischt (z. b. durch sprüche zu heilen u. s. w.). STALDER 2, 150: man braucht den blauen strick (vinca minor) auch wider krankheiten, die von zauber- und lachsznerey herkommen. MURALT eidg. lustg. 76; dieser narrengedanken .. trieb ihn .. bei nacht und nebel anderthalb stund weit zu einem senn im Münchhof gehen, der in der gegend den namen hatte, dasz er gegen alle zauberei und lachsznerei erprobte mittel habe, und den teufel in solchen fällen zwingen könne, dasz er thun müsse, was er wolle. PESTALOZZI 4 (1820) 381.

LACHSNERIN, f. hexe. STALDER 2, 150.

LACHSNERKUNST, f. zauberkunst, hexenkunst: man braucht das frauenhaar (die pflanze) heut zu tage mehr zu liebestränkeren, vergiftungen, zauber- und lachsnerkünsten. MURALT eidg. lustg. 276.
»

Das volle Programm. Lachsner, Zauberer, Hexen. Personen, die etwas mehr zu wissen und können schienen, als das normal war.

Es fiel offensichtlich ziemlich viel in diese Kategorie. Lachsnerei wurde als gefährlich beurteilt und war daher von Staates wegen zu bekämpfen. Dass eines der obigen Zitate ausgerechnet aus dem Zürich der ersten Reformationsjahre (1533) stammt, ist bezeichnend.

Zum Lachsner gehen wird nicht gern gesehen

Auch viel später wurde in Zürich die Lachsnerei unverändert scharf verurteilt. In der Rechnung 1686/87 der zürcherischen Obervogtei Neuamt ist sogar eine Busse gegen einen Weiacher festgehalten:

3 Pfund (lib.) zahlte «Joglj Meyerhoffer, wagner, von Weyach» dafür, «dz er gehn Fisibach und Rechberg zu lachsnern gegangen und umb seiner frauen see[ligen] zustand râths gefraget

Nicht ganz klar ist mir, ob Meyerhoffer nun vom Wahrsager wissen wollte, wie es seiner verstorbenen Frau im Jenseits ergehe, oder ob er über den Lachsner als Medium von der Toten Rat einholen wollte. Wohl eher Letzteres.

Ausserhalb des Zürich Gepiets

Interessant ist vor allem, dass beide Ortschaften ausserhalb des zücherischen Machtbereichs lagen: Fisibach in der eidgenössisch beherrschten Grafschaft Baden und Rechberg in der von den Schwarzenbergern regierten (früher Sulzischen) Landgrafschaft Klettgau. Das kleine Dorf Rechberg liegt nahe bei Erzingen im Süddeutschen und gehört heute zur gleichnamigen Gemeinde im Landkreis Waldshut.

Ausserhalb ihres eigenen Gebiets konnte die Zürcher Obrigkeit die Lachsner nicht verhaften. Da blieb ihr nicht viel anderes übrig, als ihren eigenen Untertanen den Besuch bei diesen Wahrsagern unter Strafandrohung zu verbieten.

Waren 3 Pfund Busse abschreckend genug? Wir wissen natürlich nicht, wie gut es Joglj Meyerhoffer finanziell ging. Aber um einen Eindruck von den Geldwerten zu geben: Futter für ein Pferd kostete 1679 pro Tag einen halben Gulden [1 Gulden (fl) = 2 Pfund (lib.) = 40 Schilling (ß)]. Drei Tagesrationen also.

Weiterführende Literatur
  • Teure Flüche, Schlägereien und Wirtshausbesuche. Bussgelder (Teil 2). Weiacher Geschichte(n) Nr. 26. In: Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, Januar 2002 – S. 19-20.
  • Hedwig Strehler hat in ihrer Dissertation über das Lachsnen geschrieben. vgl. Strehler, H.: Kulturgeschichtliche Bilder aus der Zürcher Landschaft im 17. und 18. Jahrhundert. In: Zürcher Taschenbuch auf das Jahr 1935, Zürich 1934 - S. 67-81.
[Veröffentlicht am 26.4.2007]

Donnerstag, 12. April 2007

Verkehrsunfälle 2006 - exakt gleich wie im Vorjahr?

Alle Jahre wieder veröffentlicht die Zürcher Kantonspolizei eine umfangreiche Datensammlung über eine ihrer Kernaufgaben: die Verkehrspolizei.

Schon letztes Jahr berichtete WeiachBlog darüber und stellte fest, dass sich 2005 auf unserem Gemeindegebiet im Schnitt ein Unfall pro Monat ereignete.

Wie sieht es für 2006 aus? Im Zürcher Unterland krachte es im Schnitt siebenmal pro Tag, rechnete der Steffen Riedel im «Unterländer» vor.

Immer mehr Tote, weniger Blechschäden

«Dem Rückgang der Unfallereignisse und der tieferen Anzahl verletzter Personen steht allerdings eine Zunahme bei den Getöteten gegenüber. Zehn Menschen liessen 2006 auf den Strassen der Region ihr Leben, zwei mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Todesopfer im Unterland steigt seit der Jahrtausendwende kontinuierlich an. Tödliche Unfälle ereigneten sich im letzten Jahr in Buchs, Bülach, Embrach, Hüntwangen, Kloten, Niederweningen, Opfikon, Regensdorf und in Wangen-Brüttisellen.»

Und in Weiach? Wird das Leben auf der Strasse auch hier gefährlicher? Dazu muss man sich die neueste kantonale Verkehrsunfallstatistik schon selber anschauen.

Und man reibt sich die Augen ob so viel Zufall. Denn da stehen auf Seite 15 die genau gleichen Zahlen wie für 2005: 12 Unfälle, 5 Verletzte, 0 Tote. Zum Glück keine Toten. Aber ob das wirklich so war? Sind das etwa die Zahlen vom letzten Jahr - versehentlich wieder hineingerutscht?

Vielleicht ist es doch Zufall. Bei den anderen Oberstufenkreisgemeinden gibt es nämlich durchaus Änderungen: Auf dem Gebiet von Bachs gab es letztes Jahr 1 Unfall mit 0 Verletzten (Vorjahr 2 Verletzte bei 1 Unfall), auf Stadler Gebiet 9 Unfälle mit 3 Verletzten (2005: 2 Unfälle mit 1 Verletzten). In Neerach ist ebenfalls eine Zunahme auf 25 Unfälle mit 3 Verletzten zu verzeichnen (2005: 13 Unfälle mit 1 Verletzten).

Quellen und Literatur

[Veröffentlicht am 26. April 2007]

Mittwoch, 11. April 2007

Kein Stimm- und Wahlrecht für Sozialhilfeempfänger!

Das zürcherische Gesetz, betreffend die Organisation der Gemeindsräthe von 1803 war zwar in etlichen Punkten recht fortschrittlich (vgl. den WeiachBlog-Artikel vom 10. April).

Der Artikel 3 aber war knallhart zugunsten der Gemeindebürger und wohlhabenden Nichtbürger ausgestaltet. Er lautete wie folgt:

«3. Um Zutritt zu der Gemeindsversammlung zu haben, muß man 20 Jahr alt, und entweder Gemeindsbürger, oder als Schweizer wenigstens 2 Jahre in der Gemeinde angesessen seyn, und im letztern Fall in derselben ein freyes Grundeigenthum besitzen, und einen unabhängigen Beruf ausüben, d.i. in Niemandes Kost und Lohn stehen. Allmosengenößige, Falliten, gerichtlich Verrufene und solche Leute, die durch Urtheil und Recht an der Ehre geschändet sind, sollen von den Gemeindsversammlungen ausgeschlossen seyn.»

Wenn also in Weiach und anderswo jemand nicht an der Gemeindeversammlung erschien, dann hatte er offenbar ein Problem. Im besten Fall war das mangelndes Vermögen oder unselbständige Tätigkeit (Knechte, Gesellen, etc.).

Im schlechteren Fall aber Almosengenössigkeit (heute würde man das als «Sozialhilfebezüger» bezeichnen). Sie war ein Stigma erster Güte. Dito Fallit zu werden, d.h. Konkurs zu machen. Diese Bestimmungen wirken auf dem Dorf bis heute nach. Zwar in der Tendenz eher im Bewusstsein von älteren Leuten. Aber bei diesen umso stärker.

Quelle

  • Gesetz, betreffend die Organisation der Gemeindsräthe. In: Officielle Sammlung der von dem grossen Rath des Cantons Zürich gegebenen Gesetze und gemachten Verordnungen, und der von dem Kleinen Rath emanierten allgemeinen Landes- und Polizey-Verordnungen. Erster Band. Zürich, gedruckt und zu haben bey Johann Kaspar Näf. 1804 - S. 49-53 [Signatur: StAZH ZH 16:1]
[Veröffentlicht am 20.4.2007]

Dienstag, 10. April 2007

Der Gemeinderat zur Mediationszeit, 1803-1815

Im Frühling 1803 war die Helvetische Republik nach nur fünfjährigem Bestehen am Ende. Die Munizipalitäten und Gemeindekammern wurden aufgelöst.

Erneut mussten Strukturen geschaffen werden. Tel quel zum Alten zurückzukehren war aber nicht mehr zeitgemäss: die vorrevolutionäre dörfliche Ordnung mit dem Untervogt als oberstem Vertreter der Obrigkeit wurde daher in der Mediationszeit nicht wiederbelebt. Sondern eine Art Hybrid aus Alt und Neu eingeführt.

Wie die (auch für die Gemeinde Weiach geltenden) Rahmenbedingungen aussahen, kann man dem Gesetz, betreffend die Organisation der Gemeindsräthe entnehmen. Es wurde am 28. Mai 1803 erlassen und setzte erste Leitlinien fest:

Mindestens drei Gemeinderäte

«1. In jeder Gemeinde ist ein Gemeindsrath. Die Zahl seiner Mitglieder wird von der Gemeinde selbst bestimmt; sie darf jedoch nicht unter drey, und nicht über eilf in Gemeinden , die weniger als 6000 Seelen enthalten, steigen; stärkere Gemeinden mögen bis auf fünfzehn Glieder in ihren Gemeindsrath wählen. Die Entschädnisse derselben werden von der Gemeinde bestimmt, ehe zur Wahl der Glieder geschritten wird. Die Wahl seiner Mitglieder geschieht durch geheimes, relatives Stimmenmehr.»

«2. Aus den Mitgliedern des Gemeindraths, erwählt die Gemeinde den Präsidenten desselben. Der Gemeindrath wird jährlich zum dritten Theil erneuert; die austrettenden Mitglieder sind neuerdings wählbar.»

Also eigentlich ein System, das uns Heutigen ziemlich bekannt vorkommt. Die Wahl des Gemeindepräsidenten erfolgte durch Volkswahl. Geheim, nicht mit offenem Handmehr. Ein wesentlicher Unterschied zu heute ist die Ablösungsbestimmung, die zu rollenden 3-jährigen Amtszeiten, aber keinen eigentlichen Amtsperioden führte. Ob man mit diesem Erneuerungsprinzip die Kontinuität in der behördlichen Tätigkeit im Auge hatte?

Wählbarkeitsalter 25

«4. Um in den Gemeindrath wählbar zu seyn, muß man das Alter von 25 Jahren erreicht haben, und weder Mitglied einer Bezirks- noch Cantonsbehörde seyn; die Stellen im großen Rathe allein ausgenommen. Diejenigen Gemeindsräthe einer Gemeinde aber, welche in derselben das Gemeindsbürgerrecht nicht besitzen, haben keinen Antheil an Berathschlagungen über Gemeindgutsangelegenheiten.»

Interessanterweise gibt es in diesem Gesetz keine Vorschriften bezüglich Vermögen oder Haushablichkeit, welche das passive Wahlrecht beschränkt hätten. Und selbst wer nicht Gemeindebürger war, konnte nach diesem Art. 4 zum Gemeinderat gewählt werden.

Gemeinderats-Sharing erwünscht

«5. Benachbarten Gemeinden in dem gleichen Bezirk steht es frey, wenn sie ihren gegenseitigen Vortheil dabey finden, sich unter einem gemeinschaftlichen Gemeindrath zu vereinigen.»

Wenn man sich vergegenwärtigt, wieviele verschiedene kleine und kleinste Gebilde mit Gemeindecharakter es im 19. Jahrhundert gab, dann war das eine sehr weise Bestimmung (Zeitweise existierten allein im Kanton Zürich um die 500 politische Gemeinden und Zivilgemeinden; vgl. den Artikel Zivilgemeinde auf Wikipedia) .

Kompetenzen und Pflichtenhefte

«6. Betreffend ihre Pflichten und Befugnisse, treten die Gemeindräthe an die Stelle der bisherigen Munizipalitäten und Gemeindskammern, und werden die hierüber getroffenen, allgemein bekannten Verfügungen, in so fern sie der gegenwärtigen Organisation nicht widersprechen, so lange zur Richtschnur nehmen, bis eine neue Kantonsverordnung die Pflichten und Rechte der Gemeindsräthe in Bezug auf die Vormundschaften, auf das Schul- und Armenwesen, auf alle Zweige der Ortspolizey, die Strafcompetenz, und auf die Besorgung der Gemeindsgüter des nähern bestimmen werden.»

Als «Polizey» wurden alle Tätigkeiten bezeichnet, die auf die Aufrechterhaltung der Ordnung gerichtet waren, nicht nur die Kriminal- und Sicherheitspolizei.

«7. Der Gemeindrath verwaltet inzwischen die verschiedenen Gemeindsgüter ihrer Bestimmung gemäß und so, daß sie unter keinem Vorwand zu fremdartigen Zwecken können verwendet werden, durch eigne, aus seiner Mitte ernennte Rechnungsführer, welche ihm alljährlich Rechnung ablegen, und zween habhafte Bürgen für die ihnen anvertraute Verwaltung stellen sollen.»

Quelle

  • Gesetz, betreffend die Organisation der Gemeindsräthe. In: Officielle Sammlung der von dem grossen Rath des Cantons Zürich gegebenen Gesetze und gemachten Verordnungen, und der von dem Kleinen Rath emanierten allgemeinen Landes- und Polizey-Verordnungen. Erster Band. Zürich, gedruckt und zu haben bey Johann Kaspar Näf. 1804 - S. 49-53 [Signatur: StAZH ZH 16:1]

Literatur

  • Der erste Gemeindepräsident. Was die von Napoleon diktierte Mediationsakte in Bewegung brachte. Weiacher Geschichte(n) 43. In: Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, Juni 2003 – S. 14-15.

[Veröffentlicht am 20.4.2007]

Montag, 9. April 2007

The making of Bauernhaus-Hollywood?

Die Zahl der auf dem Gebiet von Weiach praktizierenden Landwirte kann man sich schon bald an den eigenen zehn Fingern vor Augen führen. Etliche der noch verbliebenen Betriebe sind überdies in den letzten Jahren aus dem Dorfkern ausgezogen - wohl für immer.

Trotzdem versucht die Gemeinde nun, wenigstens im historischen Ortskern den Anschein eines idyllischen Dorfes zu wahren. Und wie macht man das? Böse Zungen behaupten: per Baubewilligungsverfügung. Weiach werde nun definitiv zum Fassaden-Bauerndorf umgebaut.

Vom Original zur Staffage

Beweise gefällig? Man findet sie an der Winkelstrasse 2. Zur Zeit noch markiert durch einen riesigen roten Kran mit Implenia-Logo.

Aus einem richtigen Bauernhaus mit Baujahr 1822 (Bild WeiachBlog vom 8. Juni 2006):


... wird jetzt eine Art postmoderne «Betonfestung», die mittels vorgehängter Fassade auf altehrwürdig macht. Die alten Balken sind nur noch Kulisse. Sie tun so als ob (Bild WeiachBlog vom 6. April 2007):


Mit anderen Worten: Wir sehen da den Versuch, Unverwechselbares aus dem bäuerlich geprägten Alt-Weiach des 19. Jahrhunderts in die Zukunft des periurbanen Agglomerationsbreis hinüberzuretten (Bild WeiachBlog vom 6. April 2007).


Die Beurteilung ob der Versuch gelungen ist, bleibt dem geneigten Betrachter überlassen.

Frühere Beiträge

[Veröffentlicht am 20.4.2007]

Sonntag, 8. April 2007

Die Schrotthalde beim Restaurant Bahnhof

An einer der letzten Gemeindeversammlungen wurde Unmut über die Unordnung auf dem Parkplatz des Restaurants Bahnhof laut (vgl. WeiachBlog vom 18. Dezember 2006: «Es sind ja fast nur Behördenmitglieder da»):

«Die nächste Beschwerde aus der Runde betraf das Abstellen von defekten Autos und Autowracks auf dem Parkplatz des Restaurants Bahnhof. Dem Gemeindepräsidenten ist dieser unschöne Zustand sehr wohl bewusst. Es brauche aber "einen härteren Tatbestand, dass wir etwas in den Händen haben". Sonst könne man gegen die dafür Verantwortlichen nicht mit der nötigen Schärfe vorgehen.»

Ob er diesen nun gefunden hat? In den neusten Mitteilungen spricht der Gemeinderat nun jedenfalls Klartext:

«Die Eigentümer des Restaurant Bahnhof werden aufgefordert, die einsturzgefährdeten Dächer der Schopfanbauten instand zu stellen und zu unterhalten sowie die Ablagerungen von ausgedientem Material der Mieter vom Grundstück entfernen zu lassen.» (Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, April 2007 – S. 4.)

Wie schlimm ist es wirklich? Ein Augenschein vor Ort präsentiert folgendes Bild:

Man sieht auf der linken Hälfte des Platzes: Autos mit und ohne Räder, alle ohne Nummernschild (Ausnahme: das dunkle Fahrzeug im Vordergrund, das wohl einem Gast des Restaurants Bahnhof gehört).

Auf der rechten Hälfte, zur Liegenschaft Fruet hin, stehen diverse ausrangierte Wohnwagen, teils mit ausgedientem Material gefüllt.

Klar gibt das natürlich ein desolates Bild ab. Auch aus Umweltschutzgründen sollten keine Autowracks auf Privatgrund herumgammeln (vor allem wegen des Motorenöls).

Der Schreiber dieser Zeilen fragt sich lediglich, warum der Gemeinderat in früheren Jahren nicht mit der gleichen Verve gegen ähnliche Wracksammlungen in der Chälen vorgegangen ist. Die lagen da nämlich jahrelang, teils sogar direkt auf unbefestigtem Grund.

[Veröffentlicht am 19.4.07]

Samstag, 7. April 2007

Neuzuzüger sperrt Generationen alten Rebweg

Die Liegenschaft an der Oberdorfstrasse 1, früher Wohn- und Arbeitsstätte des langjährigen Sigristen und Wagenbauers Albert Erb (vgl. Weiacher Geschichte(n) Nr. 72), hat seit diesem Jahr einen neuen Besitzer.

Man kann nicht gerade sagen, dass sich der Neue im Dorf beliebt gemacht hat. Warum? Er hat Zäune quer über den alten Verbindungsweg zwischen Oberdorfstrasse und Winkelstrasse errichtet, was sich nun folgendermassen präsentiert:
(Blick von der Oberdorfstrasse her)
(Blick von der Liegenschaft Schreinerei Schmid her)

Das ärgert nicht nur die unmittelbaren Nachbarn, sondern vor allem auch Dorfbewohner, die bisher und seit Menschengedenken zu Fuss vom Schulhausareal hinüber an die Winkelstrasse und den früheren Rebhang hinauf genau diesen Weg benutzt haben. Und nun einen grösseren Umweg machen müssen.

Das ärgert aber vor allem auch den Steuerzahler, der sich daran erinnert, dass die Gemeinde seinerzeit auf öffentliche Kosten die Asphaltierung genau dieses Wegstücks hat ausführen lassen!

Gemeinderat ohne Biss und Durchsetzungswillen?

Wenn man dann im neuesten Gemeindemitteilungsblatt noch folgendes lesen muss:

«Der Gemeinderat nimmt zur Kenntnis, dass der private Fussweg zwischen Winkel- und Oberdorfstrasse durch den Grundeigentümer an der Oberdorfstrasse geschlossen wurde. Die Schliessung erfolgte zum Schutz der Kinder, die an der unübersichtlichen Stelle mit Velos, Kick- und Skateboards usw. ungebremst auf die Oberdorfstrasse hinausfahren.» (Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, April 2007 – S. 5.)

...dann schüttelt man wirklich nur noch den Kopf. Zum einen über die simple Zurkenntnisnahme durch unsere Gemeindeväter. Zum andern über die doch sehr kreative Begründung.

Fadenscheinige Begründung

Wenn man sich im Dorf umhört, dann kommt man nicht umhin anzunehmen, dass es sich hier vor allem um eine clevere Idee des neuen Grundbesitzers handelt, der nach Wegen gesucht hat, das ihn störende Durchgangsrecht zu beerdigen. Was würde sich da besser eignen als die Sorge um spielende Kinder? Dagegen kann man doch nichts einwenden, oder?

Das tun jedoch etliche Weiacher, die noch nie festgestellt hätten, dass die Kinder sich dort unvorsichtiger verhalten würden als anderswo. Jedenfalls habe es noch nie Unfälle gegeben an dieser Stelle. Bezweifelt wird auch, dass der Grundeigentümer überhaupt haftbar sei, falls so etwas doch einmal passieren sollte.

Vergessener Eintrag im Grundbuch?

Bleibt uns nun tatsächlich nichts mehr übrig, als die Faust im Sack zu machen, weil die Gemeinde angeblich vergessen hat, im Gegenzug für die Asphaltierung (oder schon viel früher) ein entsprechendes Servitut ins Grundbuch eintragen zu lassen?

Kann sich ein neuer Grundbesitzer einfach so über die viel älteren Gewohnheitsrechte der Bevölkerung hinwegsetzen? Immerhin wird hier ein über Generationen hinweg ganz selbstverständlich gewährtes Durchgangsrecht von einem Tag auf den andern verweigert.

Eines ist jedenfalls sicher: den Vorbesitzern, Alfred Erb und seiner Familie, wäre so etwas nie in den Sinn gekommen.

[Veröffentlicht am 19.4.07]

Freitag, 6. April 2007

Altes Gemeindehaus mit neuem Tor

Das alte Gemeindehaus bei der Kirche hat sozusagen pünktlich zum 150sten Wiegenfest (vgl. WeiachBlog-Artikel über die Hausjubiläen 2007) ein neues Tor bekommen.

Das alte Tor war noch horizontal gestreift, die Eingangstüre rechts daneben noch ohne Vordach und Treppengeländer, wie man auf dieser Aufnahme von Walter Zollinger sehen kann:

Das neue Tor ist nun vertikal segmentiert und wirkt dadurch höher. Möge das Holz in Würde altern, ohne Geschmiere von jugendlichen Vandalen (Foto vom Karfreitag):

Quellen

  • Foto oben: 1957 oder früher geschossen; es ist Teil der Jahres-Chronik 1954, S. 16 und wurde 1972 im Büchlein Aus der Vergangenheit des Dorfes Weiach. (Chronik Weiach. 1271-1971) abgedruckt.
  • Foto unten: eigene Aufnahme WeiachBlog vom 6.4.2007

[Veröffentlicht am 18.4.2007]

Donnerstag, 5. April 2007

Terrible simplificateur aus der Südschneise

Die NZZ hat ja bekanntlich eigens für die kantonalzürcherischen Kantons- und Regierungsrats-Wahlen eine Blogplattform eröffnet. Sie heisst «NZZvotum» und enthält kurioserweise bereits dreimal den Ortsnamen Weiach.

Zwei Nennungen finden sich in Diskussionsanstössen der Grünen Partei (GP). Einer dreht sich um das Reizthema Flughafen und trägt den etwas hölzernen Titel Gerecht Fluglärmverteilung. Geschrieben hat den Initialbeitrag Kantonsratskandidatin Regula Käser, die nach Angaben der Website auch Bezirkspräsidentin und Mitglied des Gemeinderates von Kloten, also des Stadtparlaments ist.

Mantras - tausendfach verbreitetes Tema con variationi

Wie bei diesem Thema nicht anders zu erwarten: alsobald kreuzen die sattsam bekannten Südschneiser auf. Hans Bantli und Thomas Stäubli pflastern den Blogbeitrag mit ihren schon tausendmal wiederholten Mantras.

Den Vogel als terrible simplificateur schoss Stäubli am 23. Februar kurz vor 16 Uhr mit folgendem Beitrag ab:

«@Regula Käser,

Ja, Raumplanung zieht alle Himmelsrichtungen mit ein. Süden=Wohnen und Arbeiten, Norden=Anflugschneise, Westen=Starts, Osten=Landungen bei Westwind.

Wenn die Raumplanung Fehler gemacht hat, dann den, dass man in Höri oder Weiach nach dem Bau des Flughafens weiterhin Wohnbauten bewilligt hat. Trotzdem gibt es keine Alternative zu einer Lärmkanalisierung.
» (2007-02-23 15:51:59)

Aus der Sicht eines Südschneisers natürlich nicht. Herr Stäubli, wenn man aus eigensüchtigen Motiven keine Alternative diskutieren will, dann gibt es keine.

Die oben aufgeführten Gleichungen zeigen mit ätzender Schärfe, welches Denken in manchen Köpfen auf dem Pfannenstil Einzug gehalten hat: Wohnen und Arbeiten tut man offenbar nur im Süden. In allen anderen Himmelsrichtungen wohnt und arbeitet man nicht. Da lebt allenfalls das dumme Stimmvieh, das den Südschneisern wieder zu ihrer angeblich gottgewollten Ruhe verhelfen und ansonsten die Klappe halten soll. Und im Norden ist sowieso nur etwas verortet: der Lärmkübel, damit im Süden Ruhe herrscht.

Auch wenn man diese Behauptungen noch tausendmal wiederholt. Wahrer werden sie deshalb nicht. Man erkennt nur immer deutlicher, wie dumm und einfältig ihre NIMBY-Proponenten sich gebärden.

Offenbar ist es doch laut in Kaiserstuhl: der Beweis aus dem Süden

Dass dem tendentiell so ist, kann man dem Leibblatt des Südens entnehmen: der NZZ. Und zwar dem Artikel: Der Fluglärm und die Gäste aus dem Norden. Deutsche in Zürich zum offenen Brief von Stadtpräsident Elmar Ledergerber. (Neue Zürcher Zeitung, 28. Februar 2007):

«Keine Frage: Auch er leidet unter dem Fluglärm, wacht vor allem bei Westwind jeden Morgen mit der Ankunft des ersten Fliegers auf. Deshalb ging er anfangs auch mit Schweizer Freunden an Demonstrationen gegen den Fluglärm. Dann kam der Tag, an dem ein Bekannter im schweizerischen Kaiserstuhl - an der Grenze zu Deutschland - beerdigt wurde. Dreimal habe der Pfarrer die Predigt wegen des Flugzeuglärms unterbrechen müssen. Da habe ein Schweizer Kollege geflüstert: "Das ist wirklich laut hier, die Deutschen haben doch recht".»

Na also, bitteschön. Wir Weiacher wissen das schon seit längerem: Vgl. den WeiachBlog-Artikel Nr. 190 Fluglärm stört Abdankungsfeiern vom Samstag, 13. Mai 2006.

Bei dem oben genannten Westwindaufwacher handelt es sich übrigens um einen dieser Gelbkäppchen-Südschneiser. Wenn sie ehrlich wären, würden sie zugeben, dass bei uns störender Fluglärm die Regel ist. Stattdessen wird lieber mit Totschlagargumenten im Stile Stäublis polemisiert.

Mehr Gerechtigkeitssinn bitte!

Man darf annehmen, dass dieselben Herren vor Jahrzehnten mit derselben Vehemenz und ohne grosses Federlesens NIMBY-mässig ins Feld gezogen wären. Und zwar gegen jegliche Entschädigung für solche massiven Einschränkungen unserer Lebensqualität, wie sie sie heute unentwegt und unverfroren zu fordern pflegen.

Wir fragen: Was war vorher? Hohentengen (älteste erhaltene urkundliche Nennung: 877), das Städtchen Kaiserstuhl (gegründet: 1255) und die Gemeinde Weiach (älteste erhaltene urkundliche Nennung: 1271) oder der Flughafen? Und haben die Hohentengener, Kaiserstuhler und Weiacher nicht auch ein Recht auf Ruhe?

Machtpolitisch vielleicht nicht. Wenn die Kanalisierungspropagierer kraft ihrer demographischen Potenz obsiegen, dann mögen auch Bauverbote gerechtfertigt sein. Aber dann muss endlich auch die Frage der vollen Entschädigung auf den Tisch. Ruhe im Süden gibt es nicht gratis, meine Herren!

[Veröffentlicht am 18.4.2007]

Mittwoch, 4. April 2007

Kantonsratskandidaten auf dem Radarschirm

Haben Sie in den letzten Tagen die Parteiprogramme studiert? Und sind doch nicht so ganz sicher, zu welchem Flügel der Spitzenkandidat auf der von Ihnen favorisierten Liste gehört? Sollten Sie eigentlich wissen. Denn der- oder diejenige hat ja am meisten Chancen, gewählt zu werden (es sei denn man sympathisiert mit einer völlig chancenlosen Splittergruppe).

Da wäre es doch ganz sinnvoll, wenn man auf einfache Art und Weise abklären könnte, ob diese sich zur Wahl stellende Person die eigenen Interessen vertritt - oder ganz andere, die man nie und nimmer unterstützen möchte.

Man kann. Vor dem Ausfüllen des Wahlzettels gibt es nun nämlich eine Ergänzung zum Werbematerial, das ungefragt frei Haus geliefert wird (und selbst dann im Briefkasten landet, wenn da ein Werbestopp-Kleber drauf prangt). Sie heisst Smartvote. Das Digital Brainstorming-Blog zeigt, wie man sich die Informationen auf Smartvote selber zusammenstellen kann.

Weiacher Kandidaten auf dem Prüfstand von Smartvote

Machen wir also die Probe aufs Exempel, wählen in der Box auf Smartvote die Zürcher Kantonsratswahlen aus und stellen die drei in Weiach wohnhaften Kandidaten (die lustigerweise auf ihrer jeweiligen Liste ohne Ausnahme den zweiten Platz einnehmen) auf den Prüfstand.

Auf einem Radargraphen, genannt «Smartspider», wird das Kandidatenprofil aufgrund der Antworten auf einen vorgegebenen Fragenkatalog abgebildet.

«Der smartspider erstellt eine grafische Darstellung der politischen Einstellungen. Pro Themenbereich kann ein Wert von 0 bis 100 erreicht werden. 100 bedeutet starke Zustimmung zum formulierten Ziel, 0 bedeutet keine Zustimmung dazu», heisst es dazu in den Lesehilfen auf Smartvote.

Da wäre als erster Daniel Elsener, FEAM und Biobauer, EVP:

Dann Kurt Hüppi, pensionierter Lehrer, Grünliberale:

Und schliesslich noch Peter Wild, Dr. oec. und Linienpilot, FDP:

Wenn Sie nun wissen wollen, wie IHR eigener Radargraph aussieht - und ob einer der drei zu Ihnen passen täte, dann beantworten Sie dieselben Fragen auf Smartvote und schon haben Sie es bildlich.

Wer pressiert ist wählt die 5-Minuten-Version - basierend auf maximal 26 Fragen. Wer's genau wissen will, nimmt die Variante deluxe, die 15-Minuten-Version - basierend auf maximal 54 Fragen (je nach Kanton und Wahlzusammenhang für den man sich interessiert).

[Veröffentlicht am 17.4.2007]

Dienstag, 3. April 2007

Вайах auf Wikipedia Русский

Den Wikipedia-Artikel Weiach gibt es neuerdings auch auf Русский. Der russische Artikel ist zwar erst ein sogenannter Stub, aber das gilt sowieso für alle Wikipedien - mit Ausnahme derjenigen in deutscher Sprache. Und es wird gerade für die russische Version so lange dabei bleiben, als sich niemand mit genügenden Sprachkenntnissen, Zeit und Lust dahinterklemmt und eine Übersetzung anfertigt.

Verschiedene Schreibweisen

Besonders interessant ist, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, den Ortsnamen zu transkribieren. Die Kartographen des sowjetischen Generalstabs schrieben ihn «Вейах» (vgl. Weiacher Geschichte(n) Nr. 42, s. unten: Weiterlesen...). In der russischen Wikipedia hingegen nennt man unsere Gemeinde «Вайах».

Etwa so wie Weyach und Wayach also. Hätte man das nicht einst verbindlich festgelegt (nämlich dass die amtliche Schreibweise Weiach zu lauten hat), würden wir ja heute auch noch verschiedenste Schreibformen kennen - wie in den Jahrhunderten davor.

Nur die wichtigsten Eckdaten - vorerst jedenfalls

Auch die sogenannte Infobox mit den wichtigsten Eckdaten für jede Gemeinde ist aufschlussreich. Weiach ist eine kommuna im Okrug Dilsdorf des Kantons Zjurich, der zu Schweitsarija gehört.

«Страна: Швейцария
Статус: коммуна
Кантон: Цюрих (кантон)
Округ: Дильсдорф
Геогр. координаты: 47°33′ с. ш. 8°26′ в. д. (G)
Высота над ур-м моря: 390 м
Население 964 чел.
Часовой пояс: UTC+1
Почтовый индекс: 8187
»

An Lauf-Text gibt es bisher nicht viel mehr als das hier:
«Вайах (нем. Weiach) — коммуна в Швейцарии, в кантоне Цюрих.
Входит в состав округа Дильсдорф. Население 964 чел. Официальный код — 0102.
»

Mit ein bisschen Buchstabenkenntnis in kyrillischer Schrift kann man sogar erraten, worum es geht. In der zweiten Zeile beispielsweise um die Bezirkszugehörigkeit, die Anzahl Einwohner (964) und die Gemeindenummer des Bundesamts für Statistik (0102). Letztere kann man übrigens auch an Brücken und entlang von Strassen finden.

Dafür entschädigen dann die schon aus dem deutschsprachigen Artikel bekannten Фотографии (Fotographien). Eine wahre Fotostrecke, direkt aus den «Commons», dem Bildarchiv der Wikimedia-Familie.

Bezirke und Gemeinden
Am Fuss jedes Gemeindeartikels findet man die Navigationsboxen. So auch in der russischen Wikipedia. Da kann man dann lesen wie unsere Bezirke und die anderen Gemeinden im Bezirk Dielsdorf in kyrillischem Gewand daherkommen:

«Округа кантона Цюрих — Zürich
Аффольтерн Андельфинген Бюлах Дильсдорф Дитикон Хинвиль Хорген Майлен Пфеффикон Устер Винтертур Цюрих

Города и коммуны округа Дильсдорф (Цюрих) — Dielsdorf (Bezirk)
Бакс Боппельзен Букс Делликон Деникон Дильсдорф Хюттикон Нерах Нидерглат Нидерхасли Нидервенинген Оберглат Обервенинген Отельфинген Регенсберг Регенсдорф Рюмланг Шлайникон Шёфлисдорф Штадель-Нидерглат Штайнмаур Вайах.
»

Alles unklar? Gut, dann empfehle ich das hier zum:

Weiterlesen...

[Veröffentlicht am 17.4.2007]

Montag, 2. April 2007

Spannende Kirchgemeindeversammlung am Palmsonntag

Gestern Sonntag, 1. April, fand in der Kirche zu Weiach eine für hiesige Verhältnisse ziemlich ungewöhnliche Veranstaltung statt: Eine ausserordentliche (Kirch-)Gemeindeversammlung im Anschluss an den Gottesdienst. Eingeladen wurde dazu mit persönlichem Brief (Bild; zum Vergrössern anklicken):

Auf dem üblichen Weg über die Mitteilungen für die Gemeinde Weiach habe es für eine ordentliche Einladung in der Märznummer nicht mehr gereicht, erklärte die Mediensprecherin der Kirchenpflege. Dazu sei die Eingabe einiger Mitglieder der Kirchgemeinde viel zu kurzfristig erfolgt.

Kurzfristige Eingabe

In den aktuellen MGW fand man dann lediglich folgenden Text, nicht aber das oben erwähnte brieflich zugestellte Schreiben (Ausgabe April 2007, S. 16 & 18):

«Palmsonntag, 1-April-2007
09.30 Uhr: Gottesdienst
Pfr. Christian Weber
Orgel: Lydia Kellenberger
Sigristendienst: Vroni Schenkel
Kirchendienst: Monika Baltiser
Kollekte: Bibelkollekte Kirchenrat
Anschliessend: Kirchgemeindeversammlung mit Pfarrwahl
» (S. 16)

Und etwas weiter hinten luden Kirchenpflege und Pfarrwahlkommission zur Versammlung und gaben auch die Traktanden bekannt:

«1. Bericht von Elisabeth Meierhofer-Marthaler aus der Pfarrwahlkommission
2. Antrag Wahlvorschlag der Pfarrwahlkommission

Die Kirchenpflege und die Pfarrwahlkommission freuen sich, der Gemeinde einen Vorschlag unterbreiten zu können, von dem sie voll überzeugt sind und hoffen auf eine zahlreiche Beteiligung an der Kirchgemeindeversammlung.
» (S. 18)

Geht es um die mangelnde Auswahl oder passt der vorgeschlagene Pfarrer nicht?

Sehr viel interessanter ist nun, was im oben abgebildeten Schreiben steht. Denn das führte zu einer offenen Diskussion in der Kirche. Die Pfarrwahlkommission stellte die Sachlage wie folgt dar:

«Anfang März 2007 ist ein Schreiben von Herrn Eugen Hunziker bei der Pfarrwahlkommission eingegangen, das von neun weitern Personen unterzeichnet ist. Eugen Hunziker will an der Kirchgemeindeversammlung die Abänderung der Traktandenliste beantragen. Weil die Pfarrstelle nicht ausgeschrieben worden sei, soll nicht über den Wahlvorschlag, sondern über den Antrag abgestimmt werden, die Pfarrstelle müsse ausgeschrieben werden.»

Die Kommission nahm dezidiert gegen diesen Antrag Stellung und verteidigte sich mit dem Argument, dass sie gemäss der kantonalen Verordnung über die Neuwahlen von Pfarrern nicht verpflichtet sei, eine zu besetzende Stelle auszuschreiben, sondern in ihrem Vorgehen freie Hand habe.

Warum keine Ausschreibung?

Sie hätten nicht leichtfertig auf eine Ausschreibung verzichtet, betonte die Kommissionspräsidentin. Der derzeitige Pfarrverweser Christian Weber und seine künftige Frau Christina seien «von Beginn an so gut aufgenommen» worden, «dass es für uns nahe liegend war, auf ein Ausschreiben der Stelle zu verzichten.»

Im übrigen habe man im MGW vom November 2006 über diesen Beschluss informiert. Ausserdem sei ein Stellenprofil erstellt worden und man habe von Pfr. Weber «ein ausführliches Bewerbungsschreiben mit allen dazu gehörenden Unterlagen» angefordert. Auch das Bewerbungsgespräch, sowie Gottesdienst- und Unterrichtsbesuche hätten stattgefunden.

«Die Pfarrwahlkommission ist überzeugt, mit Christian Weber einen Pfarrer zu empfehlen, der zur Kirchgemeinde Weiach passt, zu dem sie auch stehen kann - und den sie auch trägt.» Sie forderte deshalb zu zahlreicher Teilnahme an der ausserordentlichen Versammlung auf.

Beteiligung grösser als üblich

Der Aufmarsch am Palmsonntag war denn auch kein kleiner: über 60 Anwesende zählte man. Davon die überwiegende Mehrzahl Stimmberechtigte. Klar ist aber auch, dass dies natürlich höchstens 20% aller Mitglieder sind, wenn nicht weniger (bei 65% Protestantenanteil in der Gemeinde und einer Bevölkerungszahl von 950 muss man von gegen 400 Stimmberechtigten ausgehen).

Die Meinungen sind gemacht

Es zeigte sich bald, dass es zwei ziemlich klar abgegrenzte Blöcke gibt. Auf der einen Seite ein kleines Grüppchen, bestehend aus Hunziker und Mitunterzeichnern, die das Wort ergriffen und eisiges Schweigen ernteten. Und auf der anderen Seite alteingesessene Weiacher, deren ebenso engagierte Voten offenen Applaus hervorriefen.

Die Anwesenden waren offensichtlich mehrheitlich der Meinung, Pfr. Weber sei genau der Richtige für unser Dorf. Dieser Ansicht sind die Befürworter einer Wahlmöglichkeit nicht. Sie glauben, dass es Weber nicht lange machen werde. So gut passe er nicht in die Gemeinde, wie das die Mehrheit der Anwesenden heute glaube.

Nun, man wird anlässlich der Urnenwahl unseres neuen Pfarrers sehen, wie stark die Stimmbeteiligung ausfallen wird. Je weniger Stimmen Pfr. Weber wird auf sich vereinigen können, desto vorsichtigeres Vorgehen und proaktives Abholen der Kritiker ist ihm zu empfehlen.

[Veröffentlicht am 17.4.2007]

Sonntag, 1. April 2007

Abwasserexport funktioniert schon seit einem Jahr

Nein, das ist kein Aprilscherz. Weiach und Fisibach exportieren nun schon seit ziemlich genau einem Jahr ihr Abwasser zu den nördlichen Nachbarn nach Hohentengen. WeiachBlog hat bereits am 26. November 2005 darüber berichtet: Spatenstich für Abwasser-Export.

Dann ging es erstaunlich schnell. Anfang Juni 2006, schrieb Klaus W. Bodenmüller, hätten sich «Vertreter der im Abwasserverband vereinigten Gemeinden, der zuständigen Behörden der Kantone Zürich und Aargau und der Bauunternehmen sowie Landbesitzer» zur offiziellen Schieberöffnung getroffen.

«Der Weiacher Klärwärter Hansruedi Haas war es schliesslich, der den Schachtdeckel öffnete und im «Untergrund» den Schieber öffnete. Seither fliesst das Abwasser von Fisibach und Weiach via Kaiserstuhl und Rheinbrücke zur ARA Hohentengen. Zumindest offiziell, denn tatsächlich kommt das Abwasser schon seit anfangs April.» (NBT, 2.6.2006)

Win-Win-Situation mit grösserer Anlage

So viel zur Aussagekraft von offiziellen Eröffnungen. Wichtiger ist aber, dass damit die Zusammenarbeit über die Gemeinde-, Kantons- und Landesgrenzen hinweg in einem wichtigen Punkt gestärkt wurde. Umweltschutz kennt schliesslich keine Grenzen. Also wieso sollte man nicht tiefere Gesamtkosten und Effizienzgewinne mit solchen für bessere Umweltqualität verbinden und das entsprechend mit einem offiziellen Festakt würdigen.

«Die jetzige Abwasserreinigungsanlage (ARA) Hohentengen wurde von der Holinger Ingenieure GmbH (Hauptsitz Winterthur) gebaut und im Herbst 1982 dem Abwasserverband übergeben. Zu diesem Zeitpunkt gehörten dem Verband Hohentengen, Kaiserstuhl sowie Hüntwangen, Wasterkingen und Wil an. Die auf 7900 Einwohner und Einwohnerwerte (E+EW) konzipierte Anlage wurde 1994 auf 16’000 E+EW erweitert und zugleich das Problem der Schlammentsorgung gelöst. Seither werden auch die Abwasser von Rafz dort geklärt.»

Die paar hundert E+EW von Weiach und Fisibach kann die Anlage also noch gut verkraften. Sie ist dadurch besser ausgelastet und die Skalenkosten sind für alle beteiligten Gemeinden kleiner.

Schleusen auf für grenzüberschreitende Kooperation

Der Weiacher Gemeindepräsident Gregor Trachsel gab gemäss Aargauer Zeitung mit einem sehr passenden Bild seiner Hoffnung für weitere Kooperation Ausdruck: «Damit sind hoffentlich die Schleusen für eine weitere Zusammenarbeit offen», sagte er am 1. Juni 2006 anlässlich der offiziellen Schieberöffnung.

«In Sachen Schule und Forstwirtschaft würde diese schon gut harmonieren, nun habe man ein weiteres Potenzial gefunden. Die Abwasseranlagen kleinerer Gemeinden entsprächen heute vielfach nicht mehr den Vorschriften, auch Weiach habe sich diesbezüglich Gedanken machen müssen», notierten die Aargauer Redaktoren Trachsels weitere Ausführungen.

Die beste Lösung sei der Anschluss über den Rhein gewesen, meinte Trachsel. Für eine kommunale Sonderlösung (nämlich die Sanierung unserer eigenen Abwasserreinigungsanlage) hätte die Gemeinde Weiach wesentlich mehr investieren müssen als die 1.2 Millionen Franken für die Druckleitung und den Einkauf in die ARA ennet dem Rhein.

Zum Abschluss ihres Artikel werweissten die Aargauer noch: «Ob aber die Abwassergebühren in den angeschlossenen Schweizer Gemeinden nun in Franken oder Euro abgerechnet werden, war nicht zu erfahren.»

Nun, hier erfahren Sie es. Es ist eine deutsche Anlage. Also bekommen wir die Rechnung in Euro. Was mit den entsprechenden Währungsrisiken verbunden ist. Aber was soll's, es gibt Schlimmeres!

Eine Auswahl in der Presse erschienener Artikel
  • Zrinski, S.: Sanierung oder Ausfuhr. Weiach / Konzeptstudie für die Abwasserreinigung. In: Zürcher Unterländer, 2. September 2004 – S. 11.
  • Zrinski, S.: Abwasser soll ins Ausland. Weiach / Vorprojekt Kläranlage dem Kanton zugestellt. In: Zürcher Unterländer, 12. Januar 2005.
  • Struve, I.: Kläranlage ennet der Grenze. In: Zürcher Unterländer, 12. Januar 2005.
  • Riesen, F.: Abwasser fliesst künftig nach Deutschland. Weiach / Die Gemeindeversammlung hat sämtliche Geschäfte genehmigt. In: Zürcher Unterländer, 23. Juni 2005 – S. 7.
  • Bodenmüller, K.W.: Schweizer Abwasser fliesst nach Hohentengen. Spatenstich für Druckleitungen von Fisibach und Weiach nach Kaiserstuhl. In: Neues Bülacher Tagblatt, 25. November 2005.
  • Hugelshofer, M.: Abwasser wird exportiert. Weiach – Spatenstich für Abwasserleitung nach Hohentengen. In: Zürcher Unterländer, 25. November 2005 – S. 8.
  • Bodenmüller, K.W.: Fisibacher und Weiacher Abwasser fliesst nach Hohentengen. Offizielle «Schieberöffnung» der Anschlussleitungen der beiden Gemeinden an die deutsche Kläranlage. In: Neues Bülacher Tagblatt, 2. Juni 2006.
  • Pelikan, A.: Regionale Lösung. Fisibach/Weiach/Kaiserstuhl Abwasser wird ennet dem Rhein gereinigt. In: Aargauer Zeitung, 3. Juni 2006.

[Veröffentlicht am 17.4.2007]