Die Online-Publikation WeiachBlog befindet sich mittlerweile in ihrem 21. Lebensjahr. In der rasant sich entwickelnden Internetwelt ist der Umstand, dass der Blog immer noch auf derselben Plattform wie ganz am Anfang gehostet wird (nämlich Blogger), schon ziemlich ungewöhnlich. Ungewöhnliches passiert aber gegenwärtig auch mit der Rezeption der Inhalte des Blogs. Die werden nämlich fast nur noch von Robotern gelesen.
Im Artikel «KI-Chatbots und die Weiacher Ortsgeschichte» (WeiachBlog Nr. 1969, 16. August 2023) wurde indirekt die Frage erörtert, ob die sog. Künstliche Intelligenz die Arbeit des Ortshistorikers bald überflüssig machen werde. Und mit einem Nein beantwortet. Das gilt vorderhand auch weiterhin.
Von Suchmaschinen zu KI-Bots? Sieht so aus.
Bemerkenswert ist in den letzten Monaten hingegen, wie extrem sich der Datenhunger der KI-Bots auf die Zugriffsstatistiken auswirkt. Es war bisher schon so, dass bei WeiachBlog die meisten Zugriffe über Treffer bei den führenden Suchmaschinen, namentlich Google, generiert wurden.
Nun stellt allerdings jede halbwegs noch im Rennen sich befindende Suchmaschine bereits einen KI-Modus zur Verfügung, oder bietet gleich oberhalb der herkömmlichen Suchresultate eine KI-generierte Zusammenfassung an.
Entsprechend intensiv ist der Datenhunger der KI-Industrie, die ihre automatisierten Crawler den Cyberspace mit ihren Schleppnetzen durchpflügen lässt wie industrielle Fischtrawler die Weltmeere. Wie ich darauf komme? Schauen Sie sich mal diese Grafik an:
32861 Aufrufe an einem einzigen Tag, dem Freitag, 13. März 2026. Paraskevetriskaidekaphobiker, also Leute, die Angst vor Freitag, dem Dreizehnten haben, könnten das nun als böses Omen deuten. Aber es geht ja um Zugriffe auf einen kleinen Blog zu einem Nischen- und Orchideen-Thema, das nun wirklich kaum jemanden interessiert. Ausser vielleicht ca. 30 bis 50 Stammleser. Höchstens.
Das ganz grosse Schleppnetz ausgeworfen
In den vergangenen 365 Tagen hat dieser eine Tag mehr als 14 Prozent aller Seitenaufrufe dieses Jahres generiert. Und das wohlverstanden bei einem Blog, der gerade einmal rund 2300 Einzelartikel, dazu rund 250 Monatsartikel aufweist. WeiachBlog gibt es nämlich seit Ende Oktober 2005, ein Umstand den jeder Besucher leicht selber eruieren kann. Mit anderen Worten: jede einzelne dieser Seiten wurde allein an diesem einen Tag statistisch gesehen fast 13mal aufgerufen. Der reine Wahnsinn. Wozu macht eine KI so etwas? Einmal herunterladen reicht doch, oder nicht?
Der März 2026 lässt alle anderen Monate auf dem Blogger-Portal wie unbedeutendes Rauschen aussehen. Allein dieser März sah 72280 Aufrufe. Das sind 8 Prozent aller rund 898'000 Aufrufe, die seit Messbeginn im Juli 2010 registriert wurden. Ein durchschnittlicher Monat dürfte also eigentlich nicht weit über 0.5 Prozent zu liegen kommen.
In Vor-KI-Zeiten kam praktisch der gesamte Traffic über die Google Search Engine herein. Blickt man heute ein Jahr zurück, dann sind über 96 % von sog. Sonstigen generiert worden. Und das können nun wirklich nur die sich im totalen Rüstungswettlauf Richtung Artificial General Intelligence gegenseitig überbietenden Bots von KI-Firmen sein.
Warum so extreme Zugriffszahlen?
Was hier passiert erleben viele andere Blogbetreiber wohl genauso. Ein klassisches Beispiel für den KI-Trainings- und Indexierungs-Hunger der grossen Modelle. KI-Firmen (wie OpenAI, Anthropic, Google, xAI, Perplexity, Meta usw.) betreiben daher massiv skalierte Crawler. Die machen nicht nur einmal einen Snapshot einer Seite, sondern:
- Laden Seiten wiederholt (Aktualitäts-Checks, Rendering mit JavaScript, Extraktion von Strukturdaten).
- Folgen internen Links aggressiv (bei WeiachBlog mit 2300+ Artikeln und vielen internen Querbezügen ergibt das schnell viele Tausend Requests).
- Nutzen teilweise parallele Crawler-Clusters, die fast gleichzeitig zuschlagen.
Diese neuen Werkzeuge erzeugen dadurch Traffic-Signaturen, die klassische menschliche Nutzer oder normale Suchmaschinen-Crawler wie Zwerge aussehen lassen. Was sie ja auch zunehmend sind.

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