Bereits vor 60 Jahren gab es in Weiach einzelne sogenannte Marty-Häuser. Das sind schlüsselfertige, standardisierte kleine Einfamilienhäuser, die von einem Bauunternehmen aus dem sanktgallischen Wil im grossen Stil vermarktet und erstellt wurden. Samt Vermittlung des Hypothekarkredits.
Die Marty Wohnbau AG ging dabei auch in der Ölkrise vor einem halben Jahrhundert mit systematischer Cleverness vor. Sie kaufte strategisch erschlossene Baugrundstücke auf und konnte auf diese Weise zuerst das Bauland und dann auch gleich das darauf zu erstellende Haus verkaufen. Eins ab Stange, ohne Schnörkel und Schnickschnack.
Natürlich musste die Firma dafür auch Werbung schalten, was den Tageszeitungen Einnahmen verschaffte. Wie diese Inserate aussahen, zeigt sich in der Neuen Zürcher Zeitung vom 11. April 1975:
In Weiach gab es also Parzellen von 600 bis 700 m2 Grösse zu einem Preis von CHF 80. Man sieht hier, dass die relative Nähe zum Flughafen doch einen Effekt hat, wenn man mit den anderen beworbenen Standorten vergleicht.
Wie rechnet man die 80 CHF von 1975 auf heutige Werte um?
Nimmt man den
Swistoval-Rechner der Universität Bern, dann resultieren je nach Deflator die folgenden Werte (Basis 2009):
- Konsumentenpreisindex (KPI): 164 CHF
- Historischer Lohnindex (HLI): 193 CHF
- BIP-Index: 287 CHF
- BIP pro Kopf-Index: 1'675 CHF
Nimmt man die aktuellsten Angaben des KPI (März 2025) aus dem sog.
LIK-Rechner des Bundesamts für Statistik, dann resultieren rund 176 CHF. Also weit unter den heutigen Preisen. Die Löhne haben nicht annähernd damit Schritt gehalten.
Wäre der Quadratmeterpreis für das Bauland noch bei 176 CHF, dann müsste ein Büezer mit 60'000 Franken Jahreslohn rund zwei Jahre dafür arbeiten. Heute wären das eher zehn Jahre und damit völlig ausserhalb seiner Reichweite. Denn unter 900 Franken auf den Quadratmeter kann man im heutigen Weiach kaum mehr erschlossenes Bauland kaufen. Wenn man denn überhaupt noch eine der wenigen restlichen Parzellen ergattern kann.
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