Montag, 10. Juli 2006

Denkzettel für Gut: Genner wäre knapp gewählt...

...jedenfalls wenn es nach den Weiacherinnen und Weiachern ginge.

Die Stimmbeteiligung bei der gestrigen Regierungsratswahl war bei uns zwar noch etwas magerer (25.7%) als im Kantonsdurchschnitt (28%). Das Resultat aber ist - anders als bei der grossen Mehrheit der übrigen Gemeinden - knapp pro Genner: 86 Stimmen für Ruth Genner, 82 für Ursula Gut.

Und das wohl verstanden in einem Dorf, das sonst sehr stark SVP-orientiert wählt und für Grüne nicht allzu viel übrig hat. (Parteienanteile anlässlich der letzten Nationalratswahlen 2003: SVP 51.5 %, SP 15.9 %, FDP 7.7 %, Grüne 6.3 %, CVP 4.5 %, EVP 6.8 %).

Grüne sind in Weiach also sonst nicht im Geringsten mehrheitsfähig. Und die Weiacher wählen primär Köpfe, nicht Parteien.



Wie ist es also zu deuten, dass die Kandidatin Gut trotz Empfehlung der SVP in den Gemeinden Hochfelden, Stadel und Weiach gegen Genner den Kürzeren gezogen hat?

Fluglärm-Frage nicht entscheidend?

Der Tages-Anzeiger mag mit seiner Einschätzung, die Fluglärm-Frage sei nicht entscheidend gewesen, über alles gesehen recht haben. Betrachtet man hingegen nur die oben erwähnten Gemeinden, so gibt es für die Resultate der Kandidatin Genner eigentlich nur eine plausible Erklärung: Das Misstrauen gegen die FDP-Frau von der Goldküste, die dem Norden allen Fluglärm aufhalsen will.

Dass die Fluglärm-Frage lokal sehr wohl von Bedeutung war, nimmt auch der Tages-Anzeiger an: «... im Norden stiess sie [Gut, WG(n)] auf weniger Sympathien, weil sie sich (...) für vermehrte Nordanflüge aussprach, darunter auch für den gekröpften Nordanflug, der die drei Unterländer Gemeinden belasten würde.» Mit anderen Worten: Genner erschien in dieser Situation wohl vielen schlicht als das kleinere Übel.

Weiterer Beleg für diese These: traditionell bäuerlich geprägte Gemeinden im Weinland, die nicht primär unter der von Gut favorisierten Nordausrichtung zu leiden hätten, sind der SVP-Parole klar gefolgt.

Grosse Minderheit is watching you

Bleibt zu hoffen, dass Gut sich trotz "komfortabler Mehrheit" auch im Amt ab und zu daran erinnert, dass immerhin 90800 Wählende ihrem Programm zumindest kritisch gegenüberstehen. Also eine ziemlich grosse Minderheit: 42.1 % über den ganzen Kanton verteilt.

Aber jetzt soll Gut erst einmal zeigen, was sie kann. Ende Jahr werden wir sie dann an ihren Taten messen können.

Vgl. dazu auch die Artikel Ursula Gut ist als Regierungsrätin nicht akzeptabel (WeiachBlog vom 26. Juni) und Gut tut uns nicht gut (WeiachBlog vom 5. Juli 2006).

Quellen

  • Abbildung Mapresso-Grafik. Website von Statistik Kanton Zürich. URL: http://www.statistik.zh.ch
  • Keller, R.: Fluglärm-Frage war nicht entscheidend. In: Tages-Anzeiger, 10. Juli 2006 - S. 10.

Sonntag, 9. Juli 2006

«Weiach» als Artikel des Monats

Auf dem Wikipedia-Portal Schweiz ist der Artikel Weiach seit dem 21. Juni 2006 als "Artikel des Monats" gelistet.

Als Teaser dienen die ersten Zeilen:
«Weiach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dielsdorf, Kanton Zürich. Die Gemeinde liegt ca. 25 km nördlich des Stadtzentrums von Zürich. Sie ist seit 1962 vor allem durch die Weiacher Kies AG bekannt, das erste Unternehmen in der Schweiz, welches den Kiesabbau mit industriellen Verfahren betrieb. Die Ausbeutung des einzigen nennenswerten Rohstoffs der Schweiz liess die Gemeinde zum erstenmal in ihrer Geschichte ihre Finanzprobleme vergessen. 1995 machte Weiach als steuergünstigste Gemeinde des Kantons Schlagzeilen.»

Am 6. Juni 2005 war Weiach übrigens schon Artikel des Tages auf der Hauptseite der deutschsprachigen Wikipedia.

Seit dem 13. Januar 2005 wird Weiach als so genannter exzellenter Artikel gelistet.

Exzellent heisst aber nicht perfekt. Wer einen Fehler sieht, ist aufgerufen ihn zu korrigieren. Wer etwas Wichtiges vermisst kann es einbringen. Denn Wikipedia lebt vom Wissen ihrer Leserinnen und Leser. Jede(r) kann Verbesserungen anbringen und die Texte auf den neuesten Stand bringen.

Denn diese Online-Enzyklopädie steht nicht unverrückbar auf tote Bäume gedruckt und mit Goldschnitt versehen im Bücherregal. Wenn sich etwas ändert, dann kann das online und unmittelbar nachvollzogen werden.

Samstag, 8. Juli 2006

Männerriegen-Design aus Zweidlen

Design entsteht manchmal direkt vor der Haustüre. Das kann man am Beispiel dieser Trainerjacke leicht zeigen:

Seit einem Jahr sind die Jacken mit dem stilisierten achtzackigen Weiacherstern bei den rund 20 Mitgliedern der Männerriege Weiach im Einsatz. Alle auf einmal sieht man zwar nicht sehr häufig. Aber immerhin: fünf bis acht Teilnehmer kann der Riegenleiter, Paul Odermatt, an den Trainings in der Turnhalle Hofwies jeweils begrüssen.

Es bleibt in der Familie

Und warum vor der Haustüre? Zweidlen, der Wohnort der Gestalterin Christa Schumacher-Schwarz ist das nächstgelegene Dorf in der Geländekammer östlich von Weiach. Ihr Vater, Willi Schwarz, ist in Weiach kein Unbekannter und... Mitglied der Männerriege. Aha. Alles klar. Warum auch in die Ferne schweifen, wenn man die Gestalterin in der Familie hat.

Christa erklärte gegenüber WeiachBlog, die Trainerjacke sei auf das kantonale Turnfest hin entstanden. Und seither hilft wohl auch das neue Outfit dem Riegenleiter seine Mannen zum Team zusammenzuschweissen.

Männerriege Weiach - ein Kurzporträt

Eins ist jedenfalls sicher: die Männerriege hat einen motivierten Werbefachmann als Vizepräsidenten. Alle Vereine haben auf der offiziellen Website der Gemeinde Weiach die Möglichkeit, sich vorzustellen. Bei den meisten beschränkt sich das auf ein paar dürre Daten und den Aufruf, man möge doch auch aktives Mitglied werden.

Etwas mehr Fleisch am Knochen hat die Kurzvorstellung der Männerriege da schon:

«Unsere Männerriege wurde als Untersektion des Turnverein Weiach am 26. Februar 1977 gegründet, nachdem bereits seit dem April 1976 fleissig geturnt wurde.

Die Männerriege bietet unter der initiativen Leitung von Paul Odermatt und Tino Casellini ein abwechslungsreiches Turnprogramm für Männer zwischen etwa 35 und 60 Jahren an. Dabei kommen Spiele wie Fussball, Unihockey oder Badminton nicht zu kurz. Wichtig ist uns auch die Pflege einer guten Kameradschaft.

Neben dem eigentlichen Turnprogramm unternehmen wir auch weitere Aktivitäten wie Skiweekend, Vereinsreise oder das beliebte Fischessen jeweils in der zweiten Augusthälfte.

An Turnfesten beteiligen wir uns etwa jedes zweite Jahr; das nächste Mal am Eidgenössischen 2007 in Frauenfeld.

Wir trainieren jeweils Mittwochs von 20.00 bis 21.30 Uhr. Anschliessend treffen wir uns für einen Umtrunk in gemütlicher Runde.

Auskünfte erteilen gerne Riegenleiter Paul Odermatt für turnerische Belange (Tel. P 044 858 31 20) oder Vizepräsident Peter Baumgartner für administrative Fragen (078 798 12 11 oder reisepeter@gmail.com).
»

Guter Verkaufsprospekt, nicht wahr? Und ein Verkäufer hat ihn auch geschrieben. Peter Baumgartner ist nämlich Gründer und Geschäftsführer des Reisebüros Flugladen mit Sitz in Bülach.

Fisch mit Gabel

Apropos Fischessen: das findet jedes Jahr statt - bisher traditionellerweise in der «Mülischür». Der Aufwand, diese zur Besenbeiz herzurichten, ist aber so gross, dass es dieses Jahr nur zu einem Anlass im Gemeindesaal reichen wird.

Verpassen kann man das Fischessen aber auch so kaum. Dafür sorgen die Ankündigungen in den «Mitteilungen für die Gemeinde Weiach» und Werbetafeln am Dorfeingang, die einen Fisch mit Gabel zeigen. Auch diese Einladungen springen ins Auge - Design sei Dank.

Quellen

Freitag, 7. Juli 2006

Konkurs über 35 Quadratmeter Garten

Die Volk-Immobilien AG mit Sitz in der Stadt Zug hat Konkurs angemeldet. Das Verfahren ist nun so weit gediehen, dass zur Verwertung geschritten wird.

Das Konkursamt Zug hat heute im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) ein Lastenverzeichnis veröffentlicht (was das ist? Siehe die Verordnung des Bundesgerichts über die Zwangsverwertung von Grundstücken (VZG) vom 23. April 1920).

«Lastenverzeichnisse

1. Schuldnerin: Volk-Immobilien AG, Baarerstrasse 79, 6300 Zug

2. Auflagefrist: 08.07.2006 bis 28.07.2006

3. Bemerkungen: Grundbuch der Gemeinde Weiach

Grundbuchregister Blatt 1285, Kataster Nr. 80, 0,35 Aren (fünfunddreissig Quadratmeter) Gartenanlage, Bedmen
»

Und wo befindet sich dieser Garten von gerade einmal einer Drittelare? Wenn man den Übersichtsplan des Amts für Raumordnung und Vermessung (http://www.gis.zh.ch) zu Rate zieht, muss er zwischen Haslistrasse und der Einmündung des Kindergartenwegs liegen (nordwestlich der Parzelle Nr. 82).


Da sage noch einer die Konkursämter würden nicht genau arbeiten. Selbst kleine Details wie dieser Garten werden im Verwertungsverfahren nicht nur aktenkundig, sondern sogar öffentlich bekannt gemacht.

Quelle

  • Konkurse Diverses. In: SHAB Nr. 130 vom 7. Juli 2006, Kanton ZG 00178423

Donnerstag, 6. Juli 2006

Pfarrverweser Christian Weber

Wieder einmal hat Weiach eine Sedevakanz. Bei uns ist zwar nicht der Papst gestorben. Aber der Pfarrstuhl ist verwaist. Denn der von der reformierten Kirchgemeinde gewählte Hirte ist ihr nach nur vier Jahren schon wieder abhanden gekommen. Zu den Gründen vgl. den Beitrag: Kirchlicher Alleingang definitiv (WeiachBlog vom 20. Dezember 2005).

Nach dem Wegzug von Markus Saxer, des 29. in Weiach wohnhaften Gemeindepfarrers, wird nun der 30. gesucht. Und doch ist das Pfarramt Weiach nicht verwaist. Für die Zwischenzeit hat uns der Kirchenrat einen Interims-Seelsorger zugeteilt: Pfr. Christian Weber. Der mit offiziellem Titel als «Pfarrverweser der ref. Kirchgemeinde Weiach» Bezeichnete schreibt:

«Liebe Weiacherinnen, liebe Weiacher

In Weiach haben wir eine Stelle für sie, teilte mir Frau Oberli vom Personaldienst des Zürcher Kirchenrates mit. Weiach - ich musste einen Moment überlegen, da machte es klick: Da bin ich ja sozusagen geboren. Vor meiner Geburt im Jahre 1966 lebten meine Eltern im Pfarrhaus in Glattfelden mit meinem Bruder und meiner Schwester. Als ich zweijährig war, wurde mein Vater auf eine Pfarrstelle in der Stadt Zürich berufen, wo ich schliesslich auch aufgewachsen bin.

Nach einer abgeschlossenen Lehre zum Elektromonteur besuchte ich die Kant. Maturitätsschule für Erwachsene, studierte Theologie an den Universitäten Bern und Zürich und liess mich zum Pfarrer ausbilden.

Dass ich damals nicht den direkten Ausbildungsweg zum Pfarrer gewählt habe, zeigt sich heute als Vorteil in mehrfacher Hinsicht. So konnte ich vor und während des Studiums viele praktische Erfahrungen sammeln und viele unterschiedliche Menschen und Lebenswelten kennen lernen.

Zurzeit lebe ich mit meiner zukünftigen Frau in Männedorf am Zürichsee. Bis Ende Juni arbeitete ich in der Kirchgemeinde Ellikon an der Thur, wo ich knapp ein Jahr lang als Pfarrverweser gewirkt habe.

Gespannt erwarte ich den Juli, ab welchem ich das Pfarramt in Ihrer Gemeinde übernehmen darf.

Bis bald; ich freue mich auf Sie!
Pfarrer Christian Weber
»

Letzten Montag hat er nun die pfarramtlichen Aufgaben übernommen. Am nächsten Sonntag, 9. Juli, leitet Pfr. Weber seinen eigenen Begrüssungsgottesdienst mit anschliessendem «Chile-Kafi» in der Pfarrscheune. Für letztere wird übrigens gerade ein Abwart oder eine Abwartin gesucht.

Nach Weiach ziehen wird der neue Pfarrverweser zwar einstweilen nicht. Ein Büro hat er sich im Pfarrhaus aber immerhin schon eingerichtet.

WeiachBlog wünscht Pfr. Weber einen guten Start!

Quelle

  • Kirchenkalender Juli 2006. In: Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, Juli 2006, S. 21-22

Mittwoch, 5. Juli 2006

Gut tut uns nicht gut

Am 9. Juli ist die Regierungsratsersatzwahl: Gut oder Genner, heisst die Frage. Schon am 26. Juni hat WeiachBlog erklärt, weshalb Gut für dieses Amt nicht in Frage kommt.

Gegen Ende Juli sind es 1000 Tage seit auch die Bewohner des ferneren Südens des Flughafens tagtäglich einen kleinen Teil dessen erleben können, was sie dem Zürcher Unterland seit Jahrzehnten ganz selbstverständlich und entschädigungslos zumuten: An- und Abflüge über ihr Gebiet.

Zwar längst nicht in dem Ausmass, das der Norden noch heute schlucken muss. Aber es reichte für die Gründung von Bürgerinitiativen, von denen manche sich rühmen, tausende von Mitgliedern zu haben.

Das Südanflug NEIN! Fluglärm-Diskussionsforum ist so etwas wie die psychohygienische Anstalt dieser bevorzugt mit gelben Käppchen, Luftballonen und anderen Gadgets herumrennenden Spezies. Das Klischee vom BMW X5 oder einem anderen bulligen Offroader (auch als Goldküstenpanzer bekannt) mit obligatem gelbem VFSN-Kleber ist leider nur allzu wahr.

Im gerade erwähnten Forum werden Artikel aus der Presse, Gutachten, etc. gesammelt und eifrig besprochen. Allerdings von den immer gleichen Akteuren, deren Meinung seit langem gemacht ist. Das Resultat ist entsprechend.

Verbale Schlägerbanden in Diensten der Diktatur der Mehrheit

Ein Benutzer der sich "Thomas" nennt, schrieb am 28.06.06 13:04 im Thread "Kommentare zu Berichte in den Medien Juni 2006" als Reaktion auf die jüngsten Aktivitäten des Schutzverbands der Bevölkerung um den Flughafen Zürich (SBFZ):

«Zu lange hat der zürcher Regierungsrat auf den Schutzverband/runden Tisch mit dem selbsternannten König Peter Staub gehört. Es war korrekt von Rita Fuhrer, dass sie nur noch demokratisch Legitimierte Gemeindevertreter im Konsultativorgan mitmachen lässt. Zuvor konnten ein paar kleine Dörfer wie Höri, Weiach oder Dällikon mehrheitlich über eine Grossstadt oder ganze Bezirke wie Meilen und Uster einseitig ihre Interessen rücksichtslos durchsetzen. Wir leben in einer Demokratie und sind nicht einer staubigen Dällikratur HöRIg!

Es ist übrigens auch ein Verdienst von Ursula Gut, dass der runde (bzw. nordlastige) Tisch mittlerweilen im Politbrockenhaus steht, sie hat dort als (eine der wenigen) Vertreterin des Südens angeregt, dass die Südgemeinden das Gremium verlassen würden, sollte deren Gewicht dort nicht gemäss Bevölkerungsanteil und Betroffenheit adjustiert werden.
»

Solche Beiträge am Rande oder jenseits der Grenze der Beleidigung sind im erwähnten Forum Alltag. Sie an Ort und Stelle zu kontern, ist sinnlos – denn das Diskussionsforum nennt sich zwar so, ist aber eigentlich ein Wir-hacken-alle-runter-die-nicht-genau-gleicher-Meinung-sind-wie-wir-Forum.

Zum oben erwähnten Vorwurf: die genannten Gemeinden haben mit dem vielgeschmähten Runden Tisch nur das erhalten, was seit Jahrzehnten ihr gutes Recht gewesen wäre. Ein Mitspracherecht – und zwar mit einer Sitzverteilung der Himmelsrichtungen um den Flughafen nach tatsächlichen Lärmanteilen. Ein kleines Stück Gerechtigkeit also.

Wir haben keine andere Wahl

Ob die Regierungsratskandidatin Gut massgeblich daran beteiligt war, den Runden Tisch zu sabotieren und damit erneut die Diktatur der Mehrheit gegen uns zu installieren? Das müsste man nachrecherchieren. Es passt jedenfalls ins Bild.

Gut und ihre Supporter wollen uns nämlich weiterhin qua Mehrheitsentscheid von Nichtbetroffenen völlig entschädigungslos dem Löwenanteil der negativen Effekte des Wirtschaftsmotors Flughafen aussetzen.

Gut hat vor, die legitimen Rechte von Minderheiten (hier den seit Jahrzehnten im Unterland Wohnenden) weiterhin mit Füssen zu treten – und das alles zu ausschliesslichem Nutz und Frommen ihrer Klientel am See, die sie auch im kantonalen Amt weiterhin wird im Auge behalten müssen - die haben ja schliesslich ihre Kampagne finanziert.

Das obige Zitat ist jedenfalls ein weiterer Grund, diese Dame in unserem Ort zur persona non grata zu erklären.

Gut tut uns nicht gut! Zeigen wir den hochnäsigen Freiherren der FDP die rote Karte! Wählt Genner - eine andere Wahl haben wir nicht!

Dienstag, 4. Juli 2006

Das Kriterium in den Printmedien

Am Sonntag der Weiacher Radsportanlass des Jahres. Heute die Berichterstattung in den etablierten Printmedien:

Die Basler Zeitung bringt die Resultate und notiert das Abschneiden der in ihrem primären Einzugsgebiet ansässigen Wettkampfteilnehmer:

«Weiach. Nationales Kriterium. Elite (93,6 km): 1. Remo Spirgi (Affoltern/aA) 2:06:07 (44,530 km/h), 29 Punkte. 2. Thierry Fondère (Neu-Kaledonien) 21. 3. Benjamin Baumgartner (Weiach) 17. 4. eine Runde zurück: Christian Eminger (Basel) 29. 5. Jan Ramsauer (Russikon) 22. - Frauen (52 km): 1. Bettina Kuhn (Mels) 1:22:16 (37,925 km/h), 46. 2. Mirjam Senn (Ennetbürgen) 34. 3. Priska Doppmann (Immensee) 27. - Ferner: 6. Diana Rast (Basel).» (Sport. Resultate. In: Basler Zeitung, 4. Juli 2006, S. 37)

Wenn man der Aargauer Zeitung glauben wollte, so hätte es das Frauenrennen in Weiach gar nicht gegeben:

«Weiach. Nationales Kriterium. Elite (93,6 km): 1. Remo Spirgi (Affoltern/aA) 2:06:07 (44,530 km/h), 29 Punkte. 2. Thierry Fondère (Neu-Kaledonien) 21. 3. Benjamin Baumgartner (Weiach) 17. - Junioren (46,8 km): 1. Jan Martin Krol (Sedrun) 1:07:52 (41,375 km/h), 50. 2. Vincent Uebersax (Neerach) 47. 3. Luca Conrad (Schafisheim) 14.
Unterägeri. Elite (63 km): 1. Bruno Menzi (Tuggen) 1:33:20, 46 Punkte. 2. Stefan Felder (Steinhausen) 36. 3. Giuseppe Atzeni (Siebnen) 25. 4. Franco Marvulli (Zürich) 25. - Frauen (41 km): 1. Fabienne Sommer (Remigen) 1:08:48, 49.
» (Sanitas-Challenge-Preis an Mountainbiker. In: Aargauer Zeitung, 4. Juli 2006)

Das St.Galler Tagblatt stürzt sich gleich ganz auf die jungen Hoffnungen aus der Region:

«Am Samstag gewann der Nachwuchs-Radrennfahrer Claudio Imhof vom VC Bürglen-Märwil Radsport Krapf das Kriterium GP Aegerisee in der Kategorie U17 über 30 Runden in der letzten von sechs Sprintwertungen knapp mit 2 Punkten Vorsprung und feierte seinen sechsten Saisonsieg auf der Strasse. In Weiach dominierte er am Sonntag das Nationale Kriterium gegen die beinahe gleiche Konkurrenz und gewann fünf der sechs Wertungssprints. Zweiter wurde sein härtester Konkurrent in der laufenden Saison, Silvan Dillier.» (Claudio Imhof weiter erfolgreich. In: St. Galler Tagblatt, 4. Juli 2006.)

Dieser Claudio Imhof ist AZ und BaZ keine Erwähnung wert. Wie erfolgreich auch immer: zu jung ist er, der Junge. Ein Sieger der Kategorie Anfänger U17 weckt, so scheint es, nur noch regionales Interesse.

Ausführliche Berichte auf www.kettenrad.ch

Wer nun ausführlicher nachlesen will, warum Sereina Trachsel nicht teilgenommen hat und wie es auf der Resultatseite aussah, dem seien die Beiträge von Ernst Bretscher empfohlen:

Bretscher, E.: Am nächsten Sonntag: Rad-Kriterium in Weiach. Von 8.30 bis 17.30 Uhr: neun Rennen mit über 200 Fahrern. Online publiziert am 28.Jun.06 - 21:45:13 auf kettenrad.ch

Bretscher, E.: Remo Spirgi gewinnt bei grosser Hitze gelungenes Weiacher Rad-Kriterium. Bettina Kuhn, Jan Martin Krol und Claudio Imhof die anderen Sieger. Online publiziert am 2.Jul.06 - 22:31:53 auf kettenrad.ch

Montag, 3. Juli 2006

260 Runden in der Gluthitze

Gestern erlebten Oberdorf und Bühl bei strahlendem, heissem Wetter eine weitere Auflage des Nationalen Radkriteriums (vgl. WeiachBlog vom 2. Juli).

Wie man der Website des Organisators VC Steinmaur entnehmen kann, war der 1.04 km lange Rundkurs fest in der Hand der Jugend - zumindest am Vormittag:

  • ab 07.00 Uhr Startnummernausgabe im Schulhaus Hofwies
  • 07.45 Uhr Jury-Sitzung in der Festwirtschaft
  • 08.30 Uhr Start der Kat. Anfänger (30 Runden = 31.2 km)
  • 09.30 Uhr Start Kat. Schüler U15, Jahrgang 92/93 (20 Runden = 20.8 km)
  • 10.20 Uhr Start Kat. Schüler U13, Jahrgang 94/95 (15 Runden = 15.6 km)
  • 11.05 Uhr Start Kat. Schüler U11, Jahrgang 96/97 (10 Runden = 10.4 km)
  • 11.45 Auflockerung durch ein Plauschrennen mit Dreirad & Kickboard
  • 12.30 Uhr Start Kat. Junioren (45 Runden = 46.8 km)
  • 13.50 Uhr Start Kat. Damen Elite + FA + FB (50 Runden = 52.0 km)
  • 15.25 Uhr Start Kat. Elite + Amateure + U23 + Master (90 Runden = 93.6 km)

Neu fand auch der 3. Lauf der Schweizer Schülermeisterschaft in Weiach statt. Die Schüler starten in drei Alterskategorien: unter 15-, unter 13-, bzw. unter 11-jährige. Die ganz Jungen hatten also den Vorteil, nicht in voller Hitze und Ozonluft fahren zu müssen.

Der Rundkurs aus der Sicht von Fahrern und Streckenposten

Die nachfolgenden Fotos zeigen, wo noch vor einigen Stunden über 260 Runden gelitten wurde (Legende jeweils unter dem Bild):

Die Strecke (fotografiert von Webmaster P. Müller - siehe den Schattenwurf am unteren Bildrand) beginnt mit einer leichten Steigung entlang der Büechlihaustrasse. Und biegt hier in die Trottenstrasse ein.

So sieht die Rechtskurve in die Trottenstrasse aus Sicht des Streckenpostens aus, der auf der Büechlihaustrasse steht. Den Dachreiter der 300-jährigen Kirche hat er/sie im Blickfeld.

Anschliessend eine leicht abfallende Partie auf der Trottenstrasse Richtung Süden.

Bei der Einmündung der Trottenstrasse in die Oberdorfstrasse eine scharfe Rechtskurve (dass beim Baum in der Bildmitte einst die Hafnerhütte stand, wissen wohl die wenigsten der Teilnehmer).

Weiter zieht sich die Rechtskurve auf der Oberdorfstrasse, das Ortsmuseum wird jeweils links liegen gelassen.

Dann Schussfahrt die leicht abfallende Oberdorfstrasse hinunter, vorbei an einem der ältesten Häuser von Weiach aus der Mitte des 17. Jahrhunderts (rechts im Bild; der Brunnen links ist dagegen erst rund ein halbes Jahrhundert alt).

Kurz nach dem historischen Dorfkern das Einbiegen auf die Zielgerade mit leichter Rechtskurve in die Winkelstrasse. Rechts das zum Abbruch verurteilte Bauernhaus aus den 1820er Jahren.

Und hier, auf der Winkelstrasse, kurz vor der ehemaligen Metzgerei Baumgartner (im Bildhintergrund), die Start-/Ziellinie.

So. Und wenn Sie sich jetzt wie ein Rennfahrer fühlen wollen, dann scrollen sie nun brav 90-mal hin und her...

Nach 90 Runden kennt man diesen Kurs wohl wie den eigenen Hosensack. Zumindest die Tücken der Rechtskurven. Kann man da überhaupt noch Linkskurven fahren nach so vielen Runden? Ob und wie gut bleibt das Geheimnis der Rennfahrer.

Nur noch die Siegerzeit sei indirekt erwähnt. Sie entspricht bei den zuletzt gestarteten Elitefahrern einem Stundenmittel von 44.5 km.

Quelle

  • VC Steinmaur (Hrsg.): Kriterium 2. Juli 06 (Webseiten mit Online-Anmeldemöglichkeit, Startzeiten, Strecke/Ortsplan, Startlisten und Resultaten). Bilder übernommen mit freundlicher Genehmigung von Webmaster Patrick Müller.

Sonntag, 2. Juli 2006

Heute: 4. Kriterium von Weiach

Heute sirrt es in den Strassen von Weiach und es duftet nach Massageölen. Die Radrennfahrerwelt ist wieder einmal zu Besuch. Zum vierten Mal mittlerweile.

Seit 2003 ist Weiach jeweils anfangs Juli Austragungsort eines durch den Veloclub Steinmaur organisierten Nationalen Kriteriums. Der ca. einen Kilometer lange Rundkurs führt durch die Strassen von Oberdorf und Bühl.

Aus unserer Gemeinde kommen immer wieder erfolgreiche Radrennfahrer und -fahrerinnen. Beispiel gefällig?

2004 gewann Sereina Trachsel überraschend die Schweizer Strassenmeisterschaft in der Kategorie Elite. Im Juni 2005 konnte sie ihren Titel erfolgreich verteidigen.

Vater von Sereina ist der gegenwärtige Weiacher Gemeindepräsident. Da wundert es eigentlich nicht, dass Weiach seit kurzem einmal im Jahr zum Velo-Mekka wird.

Unser Bild zeigt eine der Werbetafeln für den heutigen Event - plaziert im Bedmen, vor dem Haus des Elektrounternehmers und Gemeinderats Eberle. Das passt: Hauptsponsor sind offensichtlich die Elekrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ).

Samstag, 1. Juli 2006

Verstümmelte Baugeschichte

In der neuesten Ausgabe der Mitteilungen für die Gemeinde Weiach ist eine Übersicht zur Baugeschichte der evangelisch-reformierten Kirche Weiach 1706-2006 abgedruckt.

Leider ist der Druck völlig «abverheyt». Sehr ärgerlich. Nur die erste Seite ist vollständig (S. 11), auf allen folgenden Seiten fehlen am Kopf der Seite teils ganze Abschnitte (S. 12 und 18), teils die oberste Zeile oder Bildlegende (auf S. 15 macht der Pfeil nur Sinn mit dem Text der Bildlegende), teils auch nur die Jahreszahlen in der obersten Zelle links (S. 13, 14 und 17).

Ich habe die von mir an die Gemeinde verschickten Files noch einmal genau unter die Lupe genommen - an denen kann es aber nicht liegen. Auf was für einen komischen Effekt in Word oder einem anderen Programm dieses Resultat auch immer zurückzuführen ist: zumindest die grossen weissen Flecke auf der zweiten und der letzten Seite hätten bei der Qualitätskontrolle der Druckvorstufe eigentlich auffallen müssen.

Sei's drum. Hoffen wir, dass die auf der Gemeinde-Website zu publizierende Online-Version entsprechend korrigiert wird.

Die herausgefallenen Textstellen im Wortlaut

Auf S. 12 oben fehlt folgender Abschnitt:
Kein Wunder wackelte der Dachreiter beim Läuten. Selbst der Architekt staunte: «Wie die [Konstruktion] noch festhielt, ist ein Rätsel», meinte er. Vielleicht lag es nur an der soliden Arbeit von Handwerkern frü­herer Jahrhunderte. Am 20. Juni 1967 notierte Zollinger in der Bauchronik nämlich: «Der Zimmer­mann entdeckte an einem Balken beim Turmgesimse den Namen seines Kollegen vom Jahre 1706, nämlich Hs. Moor, damaligem „Zimbermann“. In der Denkschrift von 1706 [Turmdokument verfasst von Pfr. Brennwald] kommt tatsächlich dieser Hans Moor von Nö­schikon mit seinen drei Söhnen vor.» (In der Transkription dieser Denkschrift sind allerdings nur zwei Söhne genannt: «Felix und Jacob Mor».)

Auf Seite 18 müsste oben stehen:
Eines aber lässt sich bereits jetzt festhalten: «Aus der Bau­geschichte ist ersichtlich, dass die Kirchgemeinde schon in früheren Jahren sich um den Zu­stand der Kirche gekümmert hat, wenn auch manche Arbeit als unglückliche Lösung be­trachtet werden muss. Es sei aber betont, dass die finanziellen Mittel der Kirchgemeinde bis heute grössere und kostspielige Arbeiten nicht erlaubten und daher immer nur die dringen­sten [sic!] Arbeiten ausgeführt wer­den konnten.» (Antrag 1963). Den Vorwurf, nur das Dringendste getan zu haben, kann man der vor 40 Jahren mit der Restaurierung befassten Baukommission nicht machen.

Den vollständigen Artikel finden Sie auf der Website der Weiacher Geschichte(n), siehe den Weblink unten.

Weblink