Mittwoch, 31. Mai 2006

Verderbliches Schlossengewitter

Heute vor 168 Jahren erlebte Weiach ein Gewitter, an dessen vernichtende Folgen man sich noch Jahre danach erinnerte. Die Schilderung im Kirchturmdokument N° 8 vom 20. August 1855 war derart eindrücklich, dass sie vom Ortshistoriker Walter Zollinger in seine 1972 erschienene Monographie zur Geschichte von Weiach aufgenommen wurde.

Vergleich handschriftliche Quelle mit gedruckter Ortschronik

Unter dem Titel «Von Krankheiten, Viehseuchen, Brandfällen, Erdbeben und Unwettern» zitiert er zum Jahre 1838:

«vom 29. Mai bis 1. Brachmonat waren vier Gewitter, von denen das am 31. Mai die nordwestliche Grenzgegend mit einem der verderblichsten Schlossengewitter heimsuchte. Die junge Saat stand total zernichtet; Bäume und Reben kahl und aufs schrecklichste beschädigt da; keine Fensterscheibe an der untern Seite der Kirche blieb verschont. Am darauffolgenden Tage konnte man noch 5 /4 zöllige Hagelkörner aufschöpfen; 17 Eichen wurden von des Sturmes Gewalt umgerissen; Schaden auf 2300 fl geschätzt.»

Das ist nicht 1:1 der Text der eingangs erwähnten, von Pfr. C. Hirzel verfassten und von Jakob Morf geschriebenen Urkunde, die im August 1855 ihren Weg in die Kirchturmkugel fand (2. Seite unten, 3. Seite oben). Dort steht nämlich:

«Im Jahre 1838 wurde diese Gegend, den 31. Mai, von einem unerhörten Gewitter sehr hart betroffen, die junge Saat stand total zernichtet, Bäume und Reben kahl und aufs schrecklichste beschädigt da, keine Fensterscheibe an der untern Seite der Kirche blieb verschont, am darauffolgenden Tage konnte man noch 5/4 zöllige Hagelkörner aufschöpfen; 17 Eichen wurden von des Sturmes Gewalt umgerissen. (v. Armenprotokoll pag. 6).»

Die Information, dass es gleich vier Gewitter waren, der Begriff Schlossengewitter und die Schadenschätzung wurden also offenbar von Zollinger eingefügt. Unbekannt ist u.a., woher er die Zahl von 2300 Gulden hat - möglicherweise aus dem Armenprotokoll, auf das oben verwiesen wird.

Hagel und Schlossen: von Adelung bis Wikipedia

Je nach Quelle werden unter der Bezeichnung «Schlossen» grössere Hagelkörner verstanden oder darin ganz einfach ein Synonym für Hagel gesehen. So steht im Adelung von 1811:

«Der Hagel, des -s, plur. inus. ein Nahme, der verschiedenen Arten, mehrentheils runder Körner beygeleget wird. 1) Den gemeiniglich runden Stücken Eis, welche aus der Luft fallen und aus gefrornen Regentropfen bestehen, und welche, wenn sie groß sind, auch Schloßen genannt werden; als ein Collectivum. Vom Hagel getroffen werden. Man hat Stücken Hagel gefunden, welche über drey Loth wogen. Es siehet so weiß aus wie ein Hagel, im gemeinen Leben, wo man auch wohl hagelweiß sagt. Daß dich der Hagel! ein in den niedrigen Sprecharten üblicher gelinder Fluch. Von einzelnen Stücken Hagels gebraucht man das Wort Hagelkorn. In Baiern wird der Hagel Schauer, ingleichen Steinel, eigentlich Steinlein genannt. Der Schauer heißt in anderem teutsch der Hagel, Buch der Natur 1483. 2) Gegossene Körner von Bley, womit man nach allerley kleinem Wildbret und nach Vögeln schießet, und welche auch Schrot genannt werden; gleichfalls als ein Collectivum. 3) In der Geschützkunst werden alle Stücke gehauenen Eisens, kleine bleyerne Kugeln, auch wohl kleine Granaten, so fern sie aus Mörsern, Haubitzen u. s. f. geschossen werden, Hagel genannt. Anm. In der ersten Bedeutung schon bey dem Notker Hagel, im Angels. Hagol, im Schwed. Hagel, im Engl. Hail, im Finnländ. Hauli. [...]»

Und etwas weiter unten: «Hageln, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, aber nur in unpersönlicher Gestalt üblich ist. Es hagelt, d. i. es fällt Hagel vom Himmel. In Baiern es steinelt, es schauert, bey dem Kaisersberg es hurnigelt. Wenn große Stücke Hagels fallen, sagt man im Hochdeutschen es schloßet».

In der deutschsprachigen Wikipedia findet man folgende Definitionen:

«Hagel ist eine Form von Niederschlag, die aus Eisklumpen besteht. Zur Abgrenzung spricht man erst bei einem Durchmesser von über 0,5 Zentimetern von Hagel bzw. Eishagel, darunter von Graupel. Bei Aggregaten von Schneeflocken mit einem Durchmesser unter einem Millimeter spricht man von Griesel».

Auch zum Thema Schlossen gibt es einen Hinweis: «Die ebenfalls gebräuchliche Bezeichnung Schloße für ein Hagelkorn ist namensgebend für schlohweiß (dissimiliert aus schloßweiß), bedeutet also: "weiß wie ein Hagelkorn" und bezeichnet einen hellen, fahlen Weißton».

Wie viel sind 5/4 Zoll ?

Legt man einen englischen Zoll nach heutigen Massstäben zu Grunde, so ist 1 Zoll = 2.54 cm; als er in Deutschland noch gebräuchlich war, mass 1 Zoll in der Regel zwischen 2.3 und 2.6 cm - je nach Region (vgl. Wikipedia zum Zoll als Masseinheit).

In der Schweiz galt ab Herbst 1835 das Konkordat über eine gemeinsame schweizerische Maß- und Gewichtsordnung vom 17. August 1835, welches festlegte: 1 Zoll = 1/10 Fuß = 0,03 m = 3 cm.

5/4 Zoll waren also 3.75 cm. Ganz ordentlich für Hagelkörner, richtige "Hagle" (in der Bedeutung "gemeiner niedriger Pöbel, zusammengelaufenes Volk" - eine weitere Definition die man im Adelung findet) . Vor allem wenn man bedenkt, dass sie noch am Folgetag so gross waren!

Quellen

Dienstag, 30. Mai 2006

Brief von 1883 auf ebay zu haben

Über den Google-Alert bin ich auf diesen Eintrag gestossen:
«eBay: 1883 Bahndokument mit seltenem Stempel WEIACH (Artikel ... - Deep result - Rank 74».

Da wird ein Stück Weiach verkauft. Also bei Ebay eingestiegen und die dortige Suchmaschine verwendet.

Das Resultat ist obiges Bild. Ein Brief an die Handlung von Herrn J. Liebert in Weiach. Wieder ein Mosaikstein mehr für die Ortsgeschichte. Er gibt einen Ladeninhaber zu einem bestimmten Zeitpunkt (konkret: 7. September 1883) und die Schreibweise des Ortsnamens, die damals bereits wie heute verwendet wurde - nicht mehr in der alten Form Weyach.

Und wenn ich bis zum Ablauf der Auktion noch herausfinde, wie man sich etwas ersteigert und mich keiner überbietet, dann wird hier später sogar noch etwas über den Inhalt zu lesen sein.

Montag, 29. Mai 2006

Alle @schweiz.ch-Mailaccounts gefährdet

Die Tage meiner seit Jahren für die «Weiacher Geschichte(n)» verwendeten Front-Adresse «weiacher.geschichten@schweiz.ch» sind wohl gezählt.

Der Grund: Nachdem der Bund jahrelang geschlafen und den aktuellen Inhaber der Domain schweiz.ch hatte gewähren lassen, macht er nun Anstalten, ihm die Domain gratis und franko abzuknöpfen. Der bisher letzte Akt dieser Posse fand vor der WIPO-Schlichtungsstelle in Genf statt. Was zu befürchten war, ist nun auch eingetreten:

Goliath lässt David enteignen

Die Bundeskanzlei teilte heute mit, die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) habe das Gesuch der Bundes um entschädigungslose Übertragung der Domain gutgeheissen. «Sofern der bisherige Inhaber - der Zürcher Elektroingenieur Stefan Frei - nicht innert 20 Arbeitstagen ein Verfahren vor einem ordentlichen Gericht einleite, werde die Übertragung der Domain-Namen vollzogen», schreibt Swissinfo am 29. Mai 2006 - 11:55 unter dem Titel: Der Bund ist neuer Besitzer von www.schweiz.ch.

Der Streit in Kürze

«Die Seite www.schweiz.ch besteht seit 1995. Es ist eine private Adresse mit kommerziellem Hintergrund. Sie wurde vom Zürcher Stefan Frei und zwei Partnern aufgebaut. Frei bietet darauf via Internet Accessoires mit Schweizerkreuz-Design, Free-Mail, MMS und Handy-Klingeltöne an. Ausserdem sind darauf Texte und Links zur Politik und Geschichte der Schweiz enthalten. Die Schweizer Regierung reklamierte die Adresse für sich, wollte aber für die Übernahme der Adresse kein Geld bezahlen, da sie das Recht auf diesen Domain-Namen habe. Die Schweiz kämpfte fünf Jahre lang für die Domain-Rechte und brachte den Fall im vergangenen Februar vor die Schlichtungsstelle der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO).»

Domain-Inhaber Frei will das Verdikt der Schlichtungsstelle noch mit seinem Anwalt genauer unter die Lupe nehmen. Er lässt noch offen, ob er dagegen den Rechtsweg in der Schweiz beschreiten wird.

Die Lage aus Sicht des Privaten

Unter dem Titel Die Fakten zum angeblich "langjährigen" Streit um die Domains schweiz.ch, suisse.ch, svizzera.ch schreibt Frei:

«Tatsache ist: Die Schweizerische Bundeskanzlei hat zu keinem Zeitpunkt das Gespräch mit Herrn Stefan Frei gesucht. Innerhalb von 10 Jahren wurden ohne jegliche vorherige Kontaktnahme 2 Einschreibebriefe verschickt. Die Antwortenschreiben von Stefan Frei wurden nie beantwortet. Der Domainstreit dauert somit nicht Jahre, sondern wurde durch die Einleitung des Wipo-Verfahrens (vor ca. 2 Monaten) begonnen.

Chronik der Tatsachen:

1995 - Stefan Frei registriert die Domains schweiz.ch, suisse.ch und svizzera.ch und baut das erste schweizer Freemail-Portal auf. Die Schweizerische Bundeskanzlei registriert die Domain admin.ch

26.05.2000 - Die Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch die Schweizerische Bundeskanzlei fordert den Domainbesitzer per Einschreibebrief, unterzeichnet von der Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz auf, für die Domains eine Löschungserklärung abzugeben und diese damit dem Bund zu überlassen. Die Bundeskanzlerin begründet ihr Begehren damit, dass ein virtueller Amtsschalter (Guichet virtuel) unter diesen Domains aufgebaut und betrieben werden soll.

21.08.2000 - Der Domainbesitzer erwidert der Bundeskanzlei, vertreten durch RA Urs O. Kraft, dass bereits ein Portal die Schweiz betreffend angeboten werde. Insbesondere bestehe ein grosses Interesse an den gratis E-Mail-Kontos. Zudem schlägt der Domainbesitzer der Bundeskanzlei vor, den von ihr erwähnten Guichet Virtuel unter der Domain ch.ch anzubieten. Die Vorteile von ch.ch würden auf der Hand liegen, steht doch CH für Confoederatio Helvetica, was der offiziellen Bezeichnung des Landes entspricht und in allen 4 Landessprachen benutzt werden kann. Das Schreiben bleibt unbeantwortet.

Ende 2000 - Die Schweizerische Bundeskanzlei registriert ch.ch und beginnt mit dem Aufbau des Guichet Virtuel.


2001 - 2004 [passiert gar nichts]

15. April 2005 - Unmittelbar nach massiver Kritik verschiedenster öffentlicher Stellen an der Qualität des Guichet Virtuel, wird der Domainbesitzer nach 5 Jahren überraschenderweise ein zweites Mal von der Bundeskanzlei kontaktiert und aufgefordert, die Domain-Namen schweiz.ch, suisse.ch und svizzera.ch frei zu geben. Dies wiederum per Einschreibebrief. Will man von der eigentlichen Problematik ablenken?

20. April 2005 - Völlig konsterniert über das Verhalten der Bundeskanzlei lässt der Domainbesitzer durch seinen Vertreter ausführen, dass an den Ausführungen gemäss Schreiben vom 21. August 2000 festgehalten wird und die Übertragung nach wie vor abgelehnt wird.
Auch dieses Schreiben bleibt unbeantwortet.

2006 - Erneuter Relaunch von ch.ch (unseres Erachtens unter Missachtung der Designrichtlinien, Corporate Identity Bund, welche von der Schweizerischen Bundeskanzlei daselbst durchgesetzt werden sollten). Ch.ch wird in Kinos beworben.

Februar 2006 - Thomas Sägesser, der Leiter der Rechtsabteilung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, tritt an die Medien, um bekanntzugeben, dass rechtliche Schritte eingeleitet werden. Stefan Frei erfährt aus den Medien davon.

1. März 2006 - Die Schweizerische Bundeskanzlei reicht beim WIPO Arbitration and Mediation Center die Klageschrift ein.

20. April. 2006 - Das Schlichtungsverfahren führt zu keinem Erfolg.
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Eiserner Besen?

Irgendwann wird Frei wohl ausgebootet. Es wird dann interessant sein, zu verfolgen, wie der Bund als neuer Herr im Hause schweiz.ch mit den Abonnenten des heute noch angebotenen Mail-Services umspringt. Im Minimum würde ich eine faire Übergangsfrist und einen Weiterleitungsservice über einen bestimmten Zeitraum erwarten. Alles andere wäre extrem schlechter Stil. Der ist aber zu erwarten, wenn man liest, wie die hohen Herren zu Bern mit dem Domaininhaber umzuspringen belieben. Wie werden sie da erst die Kunden dieses Untertanen behandeln, der es wagte, dero hohen Obrigkeit Domainnamen zu besetzen. Der Staat als klandestine Raubritterbande? Man wird sehen.

Alles wie gehabt

Ob die unbrauchbare Maus, welche der Projektberg Guichet virtuel mit Ach und Krach geboren hat mit dem Namen schweiz.ch besser funktioniert, dürfte zu bezweifeln sein.

Die Tendenz zum Verschlafen ist jedenfalls ungebrochen. Vor einigen Wochen hat man in Bern jedenfalls die Vergabe der .eu-Domainnamen gründlich verpennt. Schweiz.eu gehört jetzt einem Österreicher.

Sonntag, 28. Mai 2006

Warum Lesen den Sittenzerfall fördert

Johann Franz Freiherr von Landsee war ein fürstbischöflicher Beamter und Obervogt in Kaiserstuhl. Von dort aus verwaltete er auch die dem Bischof gehörende Niedergerichtsherrschaft in Weiach.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts sprach er ein Problem an, das sich heute in noch viel akuterer Form stellt. Die totale Informationsüberflutung, ein schier unendlicher Ozean aus Gedrucktem - und seit einigen Jahren - online Publiziertem:

«Bekannt ist es, dass die dermalige Welt mit einer unzähligen Menge neuer Bücher, deren viele niemalen das Licht gesehen haben, zu wünschen wäre, gleichsamen zu sagen, überschwemmet ist», schrieb von Landsee 1778.

Fundamentalkritik. Was ihn aber nicht daran hinderte, nach dieser «Vorrede» seinem Dienstherrn mit barock-schwülstig verschwurbelter Sprache ein schmales Bändchen zu widmen, den «Enchiridion Helveticum Constantiae Episcopalis», ein Lexikon über die zum Fürstbistum Konstanz gehörenden Teile der Eidgenossenschaft.

Nicht genug des Lamentos über die Schwemme an Gedrucktem, gab Freiherr von Landsee in der «Vorrede» gleich noch eins drauf in seinem Kulturpessimismus:

«Jedermänniglich, wessen Stands und Alters derselbe auch seyn mag, will bey dieser Zeit lesen, und wie oft kommen einem solchen Bücher zu Handen, woraus derselbe nicht allein keinen Nutzen, sondern öfters an Religion und Sitten Schaden, und Nachtheil erwerbet?»

Also. Der Fall ist klar: Zu viele Bücher = Grosse Sittenverderbnis.

Es verwundert wenig, dass von einem derart verknöcherten Staatsgebilde wie dem Fürstbistum Konstanz nach dem Durchzug des Napoleonischen Wirbelwindes nichts mehr übrig blieb ausser - welche Ironie - Büchern und Akten.
 
Lesen kann eben auch den Zerfall von Staaten fördern. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Quelle

Nachtrag vom 26. April 2020

Freiherr von Landsee nimmt hier das Ende des 18. Jahrhunderts aufkommende Unbehagen der Herrschenden über die mit dem Kampfbegriff «Lesesucht» gebrandmarkte stark aufkommende Leserschaft von Titeln der Belletristik und der Schönen Künste auf, vgl. zum Begriff Lesesucht den hervorragenden Wikipedia-Artikel. Wie stark im Verlauf dieses Jahrhunderts andere Sichtweisen als Religion in den Buchmarkt drängten, zeigt sich am sinkenden Anteil der religiösen Titel an der Gesamtproduktion.

Samstag, 27. Mai 2006

Feuerwehr Weiach in Dielsdorf im Einsatz

Der Bezirksfeuerwehrverband Dielsdorf (BFVD) feiert dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen.

Aus diesem Anlass organisierten die Feuerwehren aus dem Bezirk heute eine einmalige Gelegenheit, verschiedenste supponierte Feuerwehr-Einsätze à je ca. 20 Minuten Dauer live mitzubekommen. Bei Ernstfällen sind ja Gaffer äusserst unerwünscht. Heute war das Zuschauen ausdrücklich erwünscht.

13 Feuerwehrorganisationen im Bezirk

Der Verband besteht aus zwei Berufsfeuerwehren (Bfw Strafanstalt Pöschwies, Regensdorf und Bfw Bucher-Guyer AG, Niederweningen) sowie 11 Ortsfeuerwehren: Bachs-Neerach-Steinmaur, Buchs-Dällikon, Dielsdorf-Regensberg, Otelfingen-Boppelsen-Dänikon-Hüttikon, Niederglatt, Niederhasli, Oberglatt, Regensdorf, Rümlang, Glattfelden-Stadel-Weiach sowie Niederwenigen-Schleinikon-Oberwenigen-Schöfflisdorf.

Es zeigt sich, dass nicht nur Pikettfeuerwehren mit Profipersonal gute Leistungen bringen. Dass «auch die Ortsfeuerwehren mit einer ganzen Menge von Ereignissen fertig werden können, wollen sie am kommenden Samstag unter Beweis stellen.», schrieb der Unterländer am Mittwoch.

Dass dies gelungen ist, können die Zuschauer bestätigen. Unter ihnen mit kritischem Blick: Bezirksstatthalter Bernhard Meier, Hptm Otto Meier (Chef der Ortsfeuerwehr Weiach), Gemeindepräsident Gregor Trachsel und Gemeinderat Max Griesser.



Die Besucher bekamen ein abwechlungsreiches Programm zu sehen, von dem man leider nur die Hälfte mitbekam, da man sich jeweils für einen von zwei Posten entscheiden musste.

Wetterpech für unsere Feuerwehr

Von den Weiacher Feuerwehrleuten war nicht nur Otto Meier vor Ort. Wie schon der Zürcher Unterländer gemeldet hatte: «Die Feuerwehr Glattfelden-Stadel-Weiach simulierte einen Zusammenstoss zwischen zwei Autos, bei dem ein Brand ausbricht.»

Petrus war ihnen nicht so wohlgesinnt wie den Rümlangern mit ihrer Drehleiterdemonstration vor dem Hochregallager der Syngenta. Doch die Feuerwehrleute des Sicherheitszweckverbandes Glattfelden-Stadel-Weiach schlugen sich trotz strömendem Regen gut.

Der immer wieder aufflackernde Brand unter der Motorhaube des Personenwagens wurde unter Kontrolle gehalten.



Dann sicherte man den auf die Seite gekippten Kleinbus mit zwei Seilzügen, was etwas länger dauerte als erwartet. Die Aluleiter diente als temporäre Stütze.



Anschliessend wurden die Insassen des Kleinbusses geborgen und in eine parallel erstellte Sanitätshilfstelle gebracht. Besonders interessant: das mit Druckluft aufblasbare Sanitätszelt aus dem Hause Vogt.

Quellen
  • Tellenbach, R.: Feuerwehrleuten im Einsatz über die Schultern gucken. Dielsdorf / Der Bezirksfeuerwehrverband feiert am Samstag sein 100-jähriges Bestehen und demonstriert Kurzeinsätze. In: Zürcher Unterländer, 24. Mai 2006
  • Fotos: WeiachBlog

Freitag, 26. Mai 2006

Die ehemalige Mühle im Oberdorf

Am 27. Mai findet der Schweizer Mühlentag 2006 statt. 109 Mühlen in der ganzen Schweiz öffnen ihre Tore. Die Mühle Weiach ist nicht dabei. Aus einem einfachen Grund: die eigentliche Mühleneinrichtung wurde schon vor über 30 Jahren demontiert.

Brandkatastrophe 1748

Die Mühle im Oberdorf wird in den Quellen schon früh erwähnt. Sicher bezeugt ist sie für die Mitte des 18. Jahrhunderts: Am 15. Oktober 1748 kurz nach Mittag hat Untervogt Hans Jakob Bersinger in Weiach bei einer Feuersbrunst nicht nur sein Haus samt der ganzen Habe, sondern auch die Mühle verloren. Die Schadenaufstellung wies die sehr hohe Summe von total 4445 fl. 18 ß aus.

Deckentäfer von 1752

Offenbar gelang es ihm dann, die Mühle wieder aufzubauen. Ein Überbleibsel der alten Einrichtung dieses Hauses wird heute im Ortsmuseum Weiach aufbewahrt: es handelt sich um ein Deckentäfermittelstück, verziert mit einem Mühlrad und dem Erstellungsjahr 1752, sowie den Initialen des Erbauers. In dessen ehemaliger Stube waren drei Sprüche ans Wandtäfer gemalt, die von Heinrich Hedinger ebenfalls auf das Jahr 1752 datiert wurden. Sie wiesen auf den einst daneben liegenden Schlafraum hin und lauteten (vgl. Hedinger Inschriften 1958) :

«Ich geh in meine kamer
zu Loben Gottes namen.
»

«Ich gehe hin gen slafen in,
ich bit, Gott wöl mein Hüter sin.
»

«Mein in- und ausgan wärd Begleit
Vom Herren Gott in Ewigkeit.
»

Multifunktionales Gebäude

1835 gab es in Weyach gemäss dem Ortslexikon des Kantons Zürich von Vogel genau eine Mühle: die im Oberdorf. Diese Mühle diente aber auch noch vielen anderen Zwecken, wie man einem Werk über den Kanton Zürich von 1948 entnehmen kann:

«Das Gebäude diente gleichzeitig als Zehntenhaus und Salzwaage. Ferner wurden darin zuzeiten eine Wirtschaft, eine Käserei, eine Bäckerei und eine Gipsstampfe betrieben. Die beiden Wasserräder sind bereits 1861 durch eine Turbine mit geschlossener Wasserzuführung ersetzt worden. Auch die Mühleneinrichtung wurde im Laufe der Zeit mehrmals umgebaut und verbessert, zuletzt 1937. Über die Besitzer der Mühle in Weiach ist nicht viel bekannt. Sie ging oft innert kurzer Zeit von Hand zu Hand. Seit 1895 befindet sich die Liegenschaft im Besitz der Familie Funk und die Mühle wird derzeitig von Eugen Funk betrieben.»

Ehem. Mühle Vers. Nr. 305 unter kantonalem Denkmalschutz

Die kantonale Denkmalpflege publizierte in ihrem 9. Bericht 1977/78 den bisher ausführlichsten Beitrag über die ehemalige Mühle im Oberdorf:

«Das heutige Gebäude der ehemaligen Mühle Weiach liess Untervogt J.J. Bersinger anstelle einer älteren, abgebrann­ten Mühle 1752 erbauen. Der umfängliche Bau hatte ausser als Mühle auch noch als Zehntenhaus und als Salzwaage zu dienen. Später waren zeitweilig eine Wirtschaft, eine Käse­rei, eine Bäckerei und sogar eine Gipsmühle darin unterge­bracht. Im Jahre 1861 erfolgten der Bau des oberen Weihers und die Installation einer Peltonturbine. Die Mühlenein­richtung wurde letztmals 1938 umgebaut.

Von 1895 an gehörte die Mühle Weiach der Familie Funk. Sie liess 1931 das Innere und die strassenseitige Fassade, 1951 den Dachstuhl und den dorfseitigen Riegelgiebel in­standstellen bzw. freilegen. Nach Aufgabe des Müllereibe­triebes 1968 ward die Mühleneinrichtung stillgelegt und 1974 demontiert.

Im gleichen Jahr ging die Liegenschaft durch Kauf an die heutigen Eigentümer über, welche sofort eine schrittweise Erneuerung an die Hand nahmen. Die wichtigsten Arbeiten erfolgten indes 1975/76: die Fertigstellung der Moderni­sierung im Innern und die Renovation des Äusseren. Diese um­fasste die Freilegung und Instandsetzung der Riegel auf der Nordostseite, die Umgestaltung der Anbauten an der oberen Giebelfassade, das Flicken der bestehenden oberen Laube sowie die Neu­montage der unteren Laube und deren Treppen. Die beiden erwähnten Fassaden wurden neu verputzt und mit Kalkfarbe gestrichen, Riegel und Lauben erhielten eine Naturbehandlung. Am ganzen Haus wurden die Fenster und ein Teil der Läden erneuert. Gemeinde und Kanton leisteten Beiträge; seither ist die ehemalige Mühle Weiach geschützt.

Literatur: W. Zollinger, 1271‑1971. Aus der Vergangenheit des Dorfes Weiach, Dielsdorf o.J., S. 32 f.; Ergänzende Mitteilungen von Ad. Funk vom 16. Febr. 1981 (bei den Denkmalpflege-Akten).
»

Quellen
  • Staatsarchiv des Kantons Zürich, Signatur A 90.6 (Steuern und Kollekten 1743-1750), Nr. 218-220 (Mitteilung von Hans Ulrich Pfister, StAZH)
  • Ortslexikon des Kantons Zürich oder alphabetische Aufzählung aller Ortschaften, Höfe und einzelnen Wohnungen des Kantons, die besondere Namen tragen, mit Angabe der bürgerlichen und kirchlichen Abtheilungen, in welche sie gehören, u.a.m. von F. Vogel, Secretair. Zürich, Schulthess'sche Buchhandlung (Fr. Schulthess und G. Höhr) 1835
  • Kanton Zürich, Band I, von Paul Kläui, Emanuel Dejung, Werner Ganz; H.A. Bosch Verlag, Zollikon-Zürich 1948 - S. 194
  • Hedinger, H.: Inschriften im Kanton Zürich. Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich. Band 40, Heft 1 (122. Neujahrsblatt). Zürich, 1958. – S. 40.
  • Zürcher Denkmalpflege (Hrsg.): 9. Bericht 1977/78, I. Teil (Kanton Zürich, Stadt Winterthur und Stadt Zürich, staatseigene Objekte) - S. 223-224

Donnerstag, 25. Mai 2006

Presthaftes Vieh gemetzget

Die Obervogtei Neuamt war eine sogenannte innere Vogtei, das heisst: die Obervögte sassen in der Stadt Zürich und residierten nicht auf der Landschaft draussen (vgl. WeiachBlog vom 7. November 2005: Obervogtei Neuamt, 1442-1798).

Anordnungen, Bussen, etc. kamen also von einem hohen Herrn hinter den grossen Schanzen, welche die Stadt zur Verteidigung errichtet hatte (und das wohl nicht nur gegen andere Staaten, sondern auch gegen die eigene Landbevölkerung).

Diesmal schauen wir in die Rechnung der Jahre 1691/92 hinein. Sie lief jeweils parallel zu den Amtszeiten der Obervögte, die sich am Tag Johannes des Täufers ablösten (Johanni Baptista), d.h. kurz nach der Sommersonnenwende.

Schon eingegangenes Vieh geschlachtet

Bussen hagelte es in dieser Rechnungsperiode für mehrere Bauern in Weyach, die «presthaftes» (krankes) oder schon eingegangenes Vieh notgeschlachtet hatten. So kassierte die Obervogtei:

2 lib. von «Verena Meyerhoferin, Martlj schneiders sel. witib, und Heinrich Meyerhofer, lissmer, von Weyach, umb dass sie presthaffft viehe (s[alvo] h[onore]) selbs gemetzget und aussgehauwen.»

(Salvo honore steht für "unbeschadet der Ehre"; eine abwehrend verwendete Formel; der Schreibende bekreuzigte sich wohl innerlich bei solch wüsten Dingen und wollte dem Leser klar machen, dass ihm nichts ferner liege als das Gesagte.)

4 lib. von «Jacob Baumgarter, weibel zu Weyach, umb dass er wider verbott ein presthafftes viehe (s[alvo] h[onore]) geschlachtet.»

2 lib. von «Weibel Baumgarter von Weyach, umb dass er ein ursach gewesen, dass ander leüth abgangen viehe (s[alvo] h[onore]) eingemetzget.»

Die beiden letzteren Bussen trafen dieselbe Person. Der «Anführer» dieses kollektiven Verstosses gegen seuchenpolizeiliche Vorschriften wurde also besonders hart bestraft.

Um einen Eindruck von den Geldwerten zu geben: 1 lib. ist 1 Pfund. Futter für ein Pferd kostete 1679 pro Tag 1 Pfund. Die Jahre 1689 bis 1695 waren in der Ostschweiz ausgesprochene Hungerjahre mit vielen Missernten. Der Futterpreis verdoppelte sich nahezu. 2 Pfund war im November 1690 der Preis für einen Hasen.

Frühere Beiträge zu den Rechnungen der Obervögte

Literatur

Mittwoch, 24. Mai 2006

Die grosse Sonnenfinsternis von 1706

Vor genau 300 Jahren und 300 Stunden hat sie sich zugetragen, die letzte grosse totale Sonnenfinsternis, die in der Schweiz deutlich sichtbar war.

Die Mainstream-Medien haben kein Wort über das Jubiläum am Vormittag des 12. Mai verloren. Wo keine real am Himmel stattfindende Sonnenfinsternis das Interesse befeuert (wie vor bald 7 Jahren die Eclipse vom 11. August 1999), da wird es schwierig die journalistischen Spürhunde hinter dem Ofen hervorzulocken. Jänu. Berichtet WeiachBlog halt allein über das Grossereignis vor 300 Jahren.

Während des Weiacher Kirchenbaus

Über ein so beeindruckendes Ereignis wie eine totale Sonnenfinsternis schrieben natürlich viele Chronisten. Auch der damalige Pfarrer von Weiach, Heinrich Brennwald, war da keine Ausnahme.

Anlässlich der Montage von Knopf und Windfahne auf der neu erbauten Kirche von Weiach, verfasste er eigenhändig ein Schriftstück - das zweitälteste unter den erhalten gebliebenen Kirchturmdokumenten. Datiert auf den 9. August 1706 steht da fast zum Schluss:

«Zu wüssen ist weiter dass den 12. dag Meyenmorgen umb 9 Uhr ein so grosse sonnenfin-sternus gewesen dass mann die Sternen sehen können u. die Maurer wegen Dünkle ab dem gerüst müessen. sonst war dises ein herrlich früher Jahrgang, umb Jacobi fand mann blaue beeri. der Kernen galt diser Zeit 3 fl der saum Wein vom letzten Jahrgang 6 bis 8 fl.» (Transkription: Walter Zollinger 1967)

Kein Wort von Panik oder Endzeitängsten unter seinen Schäfchen, den Weiacherinnen und Weiachern. Aber dem einen oder der anderen wird wohl schon etwas gschmuech zumute gewesen sein. Und man wird lieber etwas zu viel als zu wenig gebetet haben.

Blaue Beeri sind übrigens Heidelbeeren und ein Saum Wein fasste 150 Liter.

Mehr zu diesem Ereignis findet sich im neuesten Artikel der Reihe Weiacher Geschichte(n) (Nr. 79) mit dem Titel «Wegen Dünkle ab dem gerüst müessen».

P.S.: Auch im Jahre 1724 gab es übrigens noch einmal eine totale Finsternis. Sie fand aber am Abend und bei bedecktem Himmel statt, so dass es an diesem Tag wohl einfach ungewöhnlich früh einnachtete.

Quelle
  • «Wegen Dünkle ab dem gerüst müessen». Während des Kirchenbaus: die totale Sonnenfinsternis vom 12. Mai 1706. Weiacher Geschichte(n) 79. In: Mitteilungen für die Gemein­de Weiach, Juni 2006 (erscheint auf den 1. Juni im Druck)

Dienstag, 23. Mai 2006

BurnOut-Textilien & Nonine.ch Streetwear

Freiwillig lesen es wohl die Wenigsten, das Schweizerische Handelsamtsblatt (SHAB). Ich gehöre auch nicht zu diesen Unentwegten. Volltextsuche sei dank finde ich die mich interessierenden Nadeln im Heuhaufen des Amtsschimmels dennoch mit Leichtigkeit - ganz ohne Lektüre von A bis Z.

Weiach betreffend sind in den letzten Tagen gleich zwei Gründungen von sogenannten Einzelfirmen zu verzeichnen, die sich im Textilhandel betätigen wollen: die BurnOut-Textilien Senn und die Nonine.ch Streetwear / R. Meierhofer. Beide Kleinunternehmen sind im Kanton Zürich ansässig.

BurnOut - hoffentlich nicht auf die Jungunternehmer bezogen...

Bekannt ist nur, was das SHAB unter Tagebuch Nr. 12641 vom 08.05.2006 verrät:

«BurnOut-Textilien Senn, in Kloten, CH-020.1.050.001-4, Breitistrasse 20, 8302 Kloten, Einzelfirma (Neueintragung). Zweck: Verkauf von Textilien. Eingetragene Personen: Senn, André, von Kloten, in Kloten, Inhaber, mit Einzelunterschrift; Wagner, Adrian, von Weiach, in Weiach, mit Einzelunterschrift.»

Gerne hätte ich etwas mehr geschrieben. Auf telefonische Kontaktversuche seitens WeiachBlog war von BurnOut Textilien jedoch kein Lebenszeichen zu vernehmen.

Nonine.ch Streetwear hits the road - and the information superhighway

Schon das «.ch» im Namen gibt einen Hinweis darauf, was das neue Unternehmen von R. Meierhofer zum Geschäftszweck erkoren hat: einen Onlineshop.

«Nonine.ch Streetwear / R. Meierhofer, in Rickenbach ZH, CH-020.1.050.040-8, Greislerstrasse 5a, 8545 Rickenbach bei Winterthur, Einzelfirma (Neueintragung). Zweck: Onlineshop für Skate-, Snowboard- und Streetwear-Artikeln. Eingetragene Personen: Meierhofer, Reto, von Weiach, in Merenschwand, Inhaber, mit Einzelunterschrift.» (SHAB Tagebuch Nr. 13225 vom 12.05.2006)

Unter nonine.ch, einer Mitte Juli letzten Jahres registrierten Domain stösst man lediglich auf einen mit UserID und Passwort geschützten «Händlerzugang».

Quellen
  • SHAB Nr. 92 vom 12.05.2006, Kanton ZH (D) 08.05.2006 (12641) BurnOut-Textilien Senn (D) 8302 Kloten, Breitistrasse 20, 8302 Kloten Einzelfirma
  • SHAB Nr. 96 vom 18.05.2006, Kanton ZH (D) 12.05.2006 (13225) Nonine.ch Streetwear / R. Meierhofer (D) 8545 Rickenbach, Greislerstrasse 5a, 8545 Rickenbach bei Winterthur

Montag, 22. Mai 2006

Semacodes auf Kirchenmauern

Anfang Jahr hat WeiachBlog bereits über Semapedia berichtet (vgl. den Artikel Gesprächiges Kulturgut – dank Mobiltelefon vom 26. Januar 2006).

Jetzt hat auch die SonntagsZeitung das Thema aufgenommen: Rolf Frank schreibt, der erste Semapedia-Code in der Schweiz sei am Basler Münster angepappt. Das alte Wahrzeichen der Stadt gehöre damit zu den weltweit etwa 2000 getaggten Gebäuden, die vorderhand besonders in Grossstädten wie Wien, New York, Los Angeles und Tokio stehen. (Bei einem Besuch auf dem Kartenteil der Semapedia-Website erwies sich die Schweiz heute allerdings noch als semapedische Wüste - kein einziger Eintrag. Oder hab' ich da etwas falsch gemacht?)

Betont wird auch, Semapedia verstehe sich als Gemeinschaft. Frank hebt hervor, die Technik des Semacodes sei dieselbe wie bei den schon länger bekannten SBB-Online-Tickets oder den neu lancierten «Webbriefmarken» der Schweizer Post.

In Afrika und in Weiach

Weiter wird berichtet, das Kofi Annan Center of Technology in Ghana wolle Semapedia in Afrika gross herausbringen. Zum Beispiel zur Verbreitung von Gesundheitsinformationen an der Wasserstelle. Dass die Sache Potential haben könnte, sieht man an der Handy-Dichte südlich der Sahara. In Ghana hat die Hälfte der Bevölkerung eins – d.h. über 10 Millionen Menschen.

Mit so grosser Kelle werde ich nicht anrichten. Aber mein Plan, die Kirche Weiach auf die 300-Jahr-Feier hin ebenfalls mit einem Semapedia-Code zu versehen (Einwilligung der Kirchenpflege Weiach vorausgesetzt), nimmt langsam konkrete Formen an.

Auch hierzulande gibt es Millionen Mobiltelefone – viele davon bereits mit Kamera ausgerüstet. Und einige wenige davon gehören vielleicht kulturell und geschichtlich Interessierten, die nicht kiloweise schnell veraltende Kunstführer mitschleppen wollen.

Quelle
  • Frank, R.: Auf Schritt und Tritt im Bild. Mit Semapedia-Codes an Gebäuden lassen sich auf einfache Weise Wikipedia-Artikel aufs Handy laden. In: SonntagsZeitung, 21. Mai 2006 – S. 132