Freitag, 2. Dezember 2005

Beyond PZU – eine Regionalidentitätsagentur muss her

"Entwickeln des Selbstverständnisses der Region Zürcher Unterland und Ableiten von Massnahmenideen und Lösungsansätze", diese Absicht stand am Beginn des Workshops im Vetropack-Zentrum Rütenen direkt an der Autobahnbrücke am Nordrand der Stadt Bülach.

Um die 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedensten Bereichen, von Verkehr und Tourismus, über Bildungs-, Gemeinde- und Gewerbevertreter bis hin zu nicht interessegebundenen Einwohnern der Region diskutierten in 13 Gruppen die Identität des Unterlandes. WeiachBlog war als einziger Weiacher mit von der Partie. Die meisten Teilnehmer stellte das Regionalzentrum, die Stadt Bülach.

Eine Stärken-Schwächen-Analyse ("Aufsteller" und "Stinker") mit Brainstorming in den Gruppen und anschliessendem Punkteverteilen ergab zwei Ranglisten. Innerhalb der Top 5 der Absteller war das Gefühl zu finden, man werde von der Regierung in Zürich nicht ernst genommen.

Besonders interessant war die anschliessend präsentierte Expertensicht:

Martin Stokar, Ressort Regionalpolitik im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), stellte u.a. die Neue Regionalpolitik des Bundes vor, die nach dem Grundsatz "Weniger Beton, mehr Hirn!" funktioniert. Investiert wird also in Ausbildung und Starthilfen statt in Strassen und Brücken aus Stahlbeton. Die Region Unterland sei klar ein Teil der Metropolitanregion Zürich. Sie sei allerdings mit dem Regionalzentrum Bülach in der glücklichen Lage, nicht einfach im Agglomerationsdunst der Stadt zu verschwinden. Stokar empfahl, Hightech-Industrie anzusiedeln ("Rosinenpicken am Agglo-Rand"), auf die Erhaltung der Lebensqualität zu achten, vor allem aber die Stärkung der Stadt Bülach anzustreben, was als Abwehr gegen die Ausbreitung der so genannten Peripherisierung (Ghetto-Bildung) von Zürich-Nord her wichtig sei. Besonders interessant aus Weiacher Sicht: das vom Bund unterstützte Projekt "Innovation vor Ort" der Region Zurzibiet. Ziele dieses Projekts sind: Gründung und Ansiedlung neuer Unternehmen, Weiterentwicklung der bereits ansässigen Wirtschaft.

Hansruedi Diggelmann, stellvertretender Kantonsplaner, kritisierte den neuen PBG-Entwurf und hielt fest, der kntonale Richtplan müsse das widerspiegeln, was aus den Regionen komme und deren Willen abbilden. Ohne Durchlässigkeit in beide Richtungen, von den Gemeinden bis hinauf zum Kanton und wieder hinunter zu den Gemeinden, sei Raumplanung schlicht nicht sinnvoll. Provokativ war seine Darstellung des Unterlandes als Gebilde mit multiplen, sich überlappenden Identitäten. Der Raum der 30 Gemeinden der Planungsgruppe Zürcher Unterland umfasst lediglich die nördlichen Teile der Bezirke Dielsdorf und Bülach. Das Furttal, eine eigene Planungsregion aus nur fünf Gemeinden, gehört aber zum Bezirk Dielsdorf, die Agglomerationszone GLOW der Glattalgemeinden erstreckt sich über den Südteil beider Bezirke hinweg. Das Unterland ist also nicht deckungsgleich mit den beiden Bezirken Bülach und Dielsdorf.

Das letzte Impulsreferat hielt Theo Schnider, Manager des UNESCO Biosphärenprojekts Entlebuch. Er zeigte am Beispiel des Entlebuch, wie es zu diesem bemerkenswerten Projekt kam.

Das Entlebuch wurde durch die Rothenthurm-Initiative und die darauf folgenden in der Bundesverfassung verankerten Moorschutzbestimmungen zu grossen Teilen zur Naturschutzzone.

Nach anfänglichem Widerstand hat sich die Region auf ihre neue Stärke besonnen - die unberührte Natur. Dieser Sinneswandel war nur machbar durch konsequente Partizipation und Kooperation von verschiedensten Seiten. Breit abgestützte, sich weitgehend selbst konstituierende Foren bilden die Basis der kontinuierlichen Weiterentwicklung: Energieforum, Gewerbeforum, Tourismusforum, Bildungsforum, Landwirtschaftsforum und Holzforum. Sie werden von lokal bereits seit längerem tätigen einschlägigen Organisationen und Firmen getragen und vernetzen sich matrixartig.

Das Biosphären-Projekt bündelt all diese Gruppen unter einer Zielsetzung. Man müsse erst einmal die inneren Grenzen etwas verwischen um sich auf die eigenen Stärken besinnen zu können, betonte Schnider und illustrierte dies mit einem erst verschwommenen, dann schärfer werdenden Bild von Abraham Lincoln.

Ein Prozess wie er im Entlebuch gewagt wurde, würde auch das Unterland nachhaltig stärken. Mein Fazit: Wir brauchen nicht nur die PZU, wir müssen in allen relevanten Bereichen, z.B. den oben für das Entlebuch genannten, aktive Gruppen haben, die von einer Art Regionalidentitätsagentur koordiniert und miteinander ins Gespräch gebracht werden. Die Rolle der PZU steht zur Debatte.

Donnerstag, 1. Dezember 2005

Erinnerung an Hafenbeckenpläne

Das Zürcher Unterland ist im Wandel, das ist unbestritten. Die Entwicklung der Bevölkerungszahlen und die aktuellen Baukranlandschaften bei Bülach sprechen eine deutliche Sprache.

Manche orten nun mangelndes Profil, einige eine Identitätskrise. Jedenfalls ist auf dem Weg in die Zukunft eine Standortbestimmung sinnvoll. Diese will die Planungsgruppe Zürcher Unterland (PZU) im Rahmen eines öffentlichen Workshops vornehmen.

Das Neue Bülacher Tagblatt behandelte frühere und aktuelle Aktivitäten der PZU in einer vierteiligen Serie (vgl. Quellen unten). Eine gute Ouverture für die Arbeitstagung vom 2./3. Dezember in Bülach.

Raumplanung im Unterland: Strassenverkehr und Kiesabbau

Moderne Raumplanung gibt es im Kanton Zürich erst seit ca. 50 Jahren. Die 30 Gemeinden umfassende PZU ist noch etwas jünger. Sie entstand 1962 aus der Erweiterung einer 1960 konstitutierten Gruppe von 9 Gemeinden, die sich als zu kleinräumig erwies.

Im Zentrum der Arbeiten der PZU standen ganz klar Strassenverkehr und Kiesabbau. Anfangs der 60er Jahre wurde besonders der Lastwagenverkehr zunehmend als Plage empfunden. Abhilfe fand man in Planung und Bau von Umfahrungsstrassen, so z.B. der so genannten „Kiesstrasse“ von Glattfelden-Aarüti nach Neerach. Dagegen brannte die Fluglärmproblematik den exekutiven Planern offenbar nicht so sehr unter den Nägeln, wie Alfred Spaltenstein schreibt:

Im Mittelpunkt der ersten Bemühungen stand die Erarbeitung des Gesamtplanes für das Unterland. Verkehrsfragen nahmen eine wichtige Stellung ein, insbesondere beschäftigte die Gemeinden die Führung der so genannten Unterland-Autostrasse. Ausserdem bestanden auf übergeordneter Ebene vage Pläne einer Hochleistungsstrasse Basel-Rhein-Winterthur.

Schon zu Beginn hatte sich die PZU auch mit dem Kiesabbau auseinander zu setzen. So liess sich Rafz verlauten, die immer mehr um sich greifenden Kiesausbeutungen in den Nachbargemeinden und die möglicherweise spätere industrielle Entwicklung würden Sorge bereiten. Weiach stellte das Kiesproblem in einen Zusammenhang mit einer kommerziellen Hochrhein-Schifffahrt. Die Weiacher Kies AG entwickelte Pläne für Hafenbecken auf dem ausgebeuteten Areal. Das Thema weckte am Hochrhein bis hinauf in die Region Untersee-Bodensee starke Emotionen
.“

Rheinschifffahrt bis zum Bodensee?

Der Traum eines schiffbaren Rheins über Basel hinaus bis nach Konstanz und Bregenz ist schon alt. Bereits vor dem 1. Weltkrieg gab es den Nordostschweizerischen Verband für Schiffahrt Rhein-Bodensee. Auch in den 1950er und 60er-Jahren wurden intensiv Pläne und Studien gewälzt (siehe Quellenangaben unten).

Die Rheinhafenvorhaben scheiterten aber allesamt - vor allem am Widerstand des Rheinaubundes, aber unter anderem auch an den Bedenken des Eidgenössischen Militärdepartements, welches das Rheinbord als natürliches Panzerhindernis erhalten will.

Heute ist das Thema „Rheinhafen Weiach“ eine fast vergessene Angelegenheit – möchte man meinen. Vom Tisch ist es jedoch noch längst nicht, trotz weitgehend abgeschlossener Wiederauffüllung und Rekultivierung bereits ausgebeuteter Kiesabbaugebiete.

So gibt es auf eidgenössischer Ebene die „Verordnung über die Freihaltung von Wasserstrassen“ (SR 747.219.1) vom 21. April 1993, in welcher der Bundesrat als Geltungsbereich expressis verbis festhält: „Diese Verordnung gilt für folgende Gewässerstrecken: a. den Rhein von Basel bis Weiach; (...).“

Die FDP hat das Postulat Rheinhafen Weiach im Rahmen einer Fachtagung mit dem Titel „Wachstum und Entwicklung dank Mobilität“ am 9. November 2002 wieder aufgenommen (vgl. den Beitrag von Nationalrat Paul Kurrus):

„In den ehemaligen Kiesgruben von Weiach steht ein Gelände zur Verfügung, welches sich für den Bau von Hafenanlagen bestens eigenen [sic!] würde und aus der Sicht von Natur- und Heimatschutz bedenkenlos wäre.“ Ob das vom Rheinaubund und weiteren Umweltschutzorganisationen auch so gesehen wird, darf bezweifelt werden. Die FDP gibt sich jedenfalls überzeugt: „Machbarkeitsstudien belegen, dass der Ausbau der Rheinschifffahrt technisch und wirtschaftlich möglich ist.“

Der heutige Artikel im NBT beleuchtet aber auch weitere Facetten der Vergangenheit des Gremiums. Er zeigt auf, dass die PZU wesentlich am Aufbau des Bildungszentrums in Bülach (mit Kantonsschule und Gewerbeschule in unmittelbarer Nachbarschaft) beteiligt war und auch schon sehr früh - nämlich 1968 - die Idee einer Berufsmittelschule als Verbindung zwischen gymnasialem und berufsbildendem Bereich aufbrachte. Der Schreibende hat selber davon profitiert, dass es in Bülach eine Kantonsschule gibt und er nicht täglich in die Stadt Zürich pendeln musste.

Quellen
  • Ragoczy, A.A.: Was hat die Schweiz von der Fortführung der Rheinschiffahrt bis zum Bodensee zu erwarten? Vortrag. Verbandsschrift des Nordostschweizerischen Verbandes für Schiffahrt Rhein-Bodensee 14. Frauenfeld, 1911.
  • Vom Meer zum Bodensee. Der Hochrhein als Grossschiffahrtsweg. Hrsg. von K. A. Walther et al. Olten/Freiburg i.Br., 1957.
  • Mueller, W.: Rechtliche Grundlagen und Voraussetzungen der Schiffbarmachungen des Hochrheins von Basel bis zum Bodensee. Basel, 1957.
  • Hochrheinschiffahrt: eine natürliche und notwendige Entwicklung. Hrsg. vom Nordostschweizerischen Verband für Schiffahrt Rhein-Bodensee. 15 S. Bülach, 1961.
  • Die Schiffbarmachung des Hochrheins. Projekt 1961. Mitteilung des Eidg. Amtes für Wasserwirtschaft 44. Bern, 1964.
  • Thalmann, E.: Hochrheinschiffahrt - Hochrheinlandschaft: Stellungnahme des Schweizerischen Bundes für Naturschutz zur Frage der Binnenschifffahrt. Basel, 1967.
  • Spaltenstein, A.: Region im Wandel – mit Wachstumspotenzial. Statistische Spielereien rund ums Unterland – Streiflichter auf die Planungsregion PZU. In: Neues Bülacher Tagblatt, 16. November 2005.
  • Spaltenstein, A.: Gestaltende Kraft unter Einbezug demokratischer Mittel. Aus den Anfängen der Planungsgruppe Zürcher Unterland – Verkehr und Kiesabbau im Zentrum. In: Neues Bülacher Tagblatt, 1. Dezember 2005.

Mittwoch, 30. November 2005

Mord im Pfarrhaus?

Im Jahre 1618 erschütterte ein Streit mit tödlichem Ausgang die Gemeinde Weiach. Nach Einträgen in alten Akten hat der damalige Pfarrer Lux Wydler seine Ehefrau erstochen und ist danach aus dem Zürcher Herrschaftsbereich geflüchtet.

Ob es sich um kaltblütigen Mord gehandelt hat oder doch eher um Totschlag im Affekt, das geht aus den spärlichen Unterlagen nicht hervor, wohl aber, dass Lux Wydler seinen Vorgesetzten in Zürich schon vor diesem tragischen Ereignis mehr als einmal unangenehm aufgefallen war.

Aus Tegerfelden im heutigen Kanton Aargau musste er beispielsweise im Jahre 1607 fliehen, weil man ihn verdächtigte, den Altar aus der Kirche entfernt zu haben. Und 1614 stand er "wegen Exzessen" vor dem Examinatorenkonvent, der Disziplinarkommission der Zürcher Kirche.

Was genau diese Exzesse beinhalteten, ist nicht bekannt. Zu vermuten steht aber, dass Alkohol eine wichtige Rolle spielte. Ein Weiacher Pfarrer hatte es jedenfalls nicht einfach. Die nach der Reformation aus der alten Mutterpfarrei Hohentengen herausgeschnittene Pfarrei Weiach warf nämlich (zu) wenig ab. Jedenfalls war damit überhaupt kein Staat zu machen. Es reichte wohl grad so zum Leben.

Siehe auch den Artikel Tödlicher Streit im Pfarrhaus. Pfarrer ersticht Ehefrau – Täter flüchtig. Weiacher Geschichte(n) 3. erstmals erschienen in: Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, Februar 2000 – S. 15.

[Hinweis: Bis am 21.8.2017 wurde in diesem Beitrag als Datum der Flucht aus Tegerfelden fälschlicherweise das Jahr 1605 angegeben. Das war jedoch das Jahr des Amtsantritts. Erst nach dem Altarraub in der Osternacht 1606 geriet Wydler ins Visier der katholischen Obrigkeit. Vgl. dazu S. 36 der Monographie zum 350-Jahr-Jubiläum der Reformierten Kirche Tegerfelden]

Dienstag, 29. November 2005

Stephan Ebnöthers Leserbriefe gegen Flugwahn

In den Leserbriefspalten der beiden grossen Zürcher Tageszeitungen findet man seit Ende August 2002 im Schnitt alle paar Monate einen Beitrag des Weiachers Stephan Ebnöther.

Fast immer äussert er sich zu Themen, die im Zusammenhang mit dem Flughafen Zürich stehen. Nach über einem Jahr war in der gestrigen NZZ wieder einmal einer seiner Beiträge abgedruckt.

Darin fordert er "Hände weg vom Pisten- und Kapazitätsausbau". Die bürgerlichen Kreise, die stets behaupteten "eine Limitation des Flughafens würde das wirtschaftliche Wachstum der Schweiz gefährden", hätten keine Ahnung von den wirklichen Verhältnissen. Ihre Vorstösse beruhten "bei allem Respekt auf reiner Panikmache." Und weiter: "Bereits heute sind maximal 40 Prozent aller Passagiere des Flughafens Zürich geschäftlich unterwegs. Bei gleich bleibender Anzahl Bewegungen wäre also noch viel Kapazität für die Bedürfnisse der Wirtschaft vorhanden."

Aber darum geht es wohl nur bedingt. Wenn man wie die Unique AG ein sündhaft teures, auf Architekturpreise optimiertes neues Dock amortisieren muss, dann geht das nur mit vielen, vielen kauffreudigen Passagieren - auch umsteigenden. Ob die geschäftlich unterwegs sind oder nicht, ist sekundär. Für die in den An- und Abflugschneisen bis zum Geht-nicht-mehr Beschallten ist das allerdings überhaupt nicht sekundär.

Quellen

Anmerkung: Die angegebenen Titel wurden von den jeweiligen Leserbriefredaktionen gesetzt und beziehen sich meist auf mehrere Zuschriften zum gleichen Thema.

  • Nur 40 Prozent Geschäftspassagiere. In: Neue Zürcher Zeitung, 28. November 2005
  • Interkontinentalflüge ohne Hub. In: Neue Zürcher Zeitung, 29. September 2004
  • «Eine Engelsstimme» übertönt den Fluglärm. In: Tages-Anzeiger, 12. März 2004
  • Eine Autorennstrecke vor der Haustüre. In: Tages-Anzeiger, 13. Februar 2004
  • «Lämpen» wegen Lampen. In: Tages-Anzeiger, 14. Januar 2004
  • Fluglärmgeplagte in allen Richtungen. In: Tages-Anzeiger, 10. Dezember 2003
  • «Silbervögel» über Gockhausen. In: Tages-Anzeiger, 8. August 2003.
  • Der Protest des Südens - «Egoistisch, unsympathisch». In: Tages-Anzeiger, 9. Juli 2003.
  • Für Seesicht ohne Fluglärm. In: Tages-Anzeiger, 24 September 2002.
  • Grössenwahn der Unique stoppen. In: Tages-Anzeiger, 29. August 2002.
  • Montag, 28. November 2005

    Stadttrend und Stadtablehnung – Weiacher Abstimmungsresultate

    Der Aufreger des ersten Advents-Wochenendes ist vorbei. Für die Ladenbetreiber in zentraler Lage stand Zittern bis zuletzt auf dem Programm: «Der Match Türkei - Schweiz war eine Schlaftablette dagegen», zitiert der Tages-Anzeiger den Shop-Ville-Geschäftsführer Andreas Zürcher. Der hohe Neinstimmen-Anteil sei ein klares Signal, findet der Zürcher Stadtrat Martin Vollenwyder: Mindestens für die nächsten Jahre dürfe man die Öffnungszeiten nicht weiter ausdehnen

    Vollenwyders wirtschaftsliberale Parteikollegen werden gut daran tun, den Bogen nicht zu überspannen. Immerhin haben gerade einmal 23'020 Zürcher bei über einer Million abgegebener Stimmen das Zünglein an der Waage gespielt. Die Zürcher für einmal in der Rolle von Appenzell-Innerhoden. Die NZZ spricht gar von einer "Lex Shop-Ville", nach der unterirdischen Einkaufspassage im Hauptbahnhof Zürich. 

    Sollte nun versucht werden, auch Einkaufszentren und Geschäften im weiteren Umkreis um die aus deren Sicht privilegierten Bahnhöfe und Flughäfen herum zu einem Dauersonntagsverkauf zu verhelfen, dann könnten sich die Verhältnisse bei einem weiteren Referendum plötzlich umkehren. Man darf jedenfalls gespannt sein auf die Debatte im Nationalrat am nächsten Mittwoch. 

    Weiacher Stimmbeteiligung im guten Durchschnitt 

    Werfen wir nun einen Blick auf die Abstimmungsresultate im Kanton und in der Gemeinde Weiach. Auf kantonaler Ebene zählte man 714 Stimmberechtigte, auf eidgenössischer 730. Die Weiacher Stimmbeteiligung betrug ca. 42%. Das ist nicht berauschend, aber auch nicht schlecht – ein guter Durchschnitt. Die drei Vorlagen dürften doch den einen oder anderen dazu bewogen haben, seine Stimme abzugeben. 

    Bei den eidgenössischen Vorlagen ging es um eine Initiative, die ein fünfjähriges Moratorium für den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft forderte, sowie um die Frage der Beibehaltung des Status Quo bei den Ladenöffnungszeiten am Sonntag. Auf kantonaler Ebene stand ein über drei Jahre auszuschüttender Staatsbeitrag an Integrationskurse für jugendliche Immigranten zur Abstimmung. 

    Nationalkonservativer Trend bestätigt

    Weiach ist nicht nur geographisch am Rand des Kantons gelegen. Auch auf einer politischen Landkarte des Kantons (vgl. Moser, P.: Politik im Kanton Zürich - eine Synthese, S. 10) liegt die Gemeinde peripher. Die Mehrheit der Stimmenden ist deutlich nationalkonservativer eingestellt als der Rest des Kantons. 

    Das macht die Analyse der einzelnen Ergebnisse interessant:
    • Beim Gentechmoratorium standen 133 Ja gegen 163 Nein (44.93% Ja-Stimmen). Hier waren vielleicht Befürchtungen wirksam, der Wissenschaftsplatz Schweiz könnte Schaden nehmen.
    • Das umgekehrte Bild ergab sich bei der Frage der Ladenöffnungszeiten am Sonntag: 163 Ja zu 139 Nein (53.97% Ja-Stimmen). Möglicherweise hat sich doch ein Teil der Stimmenden überlegt, dass eine weitere Ausdehnung der Sonntagsöffnungszeiten den eigenen Dorfladen noch mehr in Bedrängnis bringen würde.
    • Bei den Beiträgen für die Integrationskurse war ein wuchtiges NEIN zu verzeichnen, das deutlichste im ganzen Unterland: 102 Ja zu 195 Nein (34.34% Ja-Stimmen) . Hier dürfte - wieder einmal - eine deutliche Misstrauensbekundung gegenüber der geltenden Schweizer Einwanderungspolitik vorliegen.

    Quellen

    Samstag, 26. November 2005

    Spatenstich für Abwasser-Export

    Der Bau der ARA Weiach wurde erst im Jahre 1969 in Angriff genommen. Damit erhielt die Gemeinde zu dem ab 1955 erstellten Kanalisationsnetz endlich auch die dazugehörende Kläranlage. Das Abwasser wurde nun nicht mehr ungereinigt in die Dorfbäche und den Rhein geleitet.

    Anfangs des 21. Jahrhunderts genügte diese kommunale Anlage aber den Qualitäts-Anforderungen des Kantons bereits nicht mehr. Sie hätte für teures Geld saniert werden müssen. Die wesentlich kostengünstigere Alternative ist der Export des Abwassers in die deutsche Gemeinde Hohentengen.

    Grenzüberschreitender Abwasserverbund

    Nördlich des Rheins auf dem Gebiet der deutschen Gemeinde Hohentengen steht nämlich bereits eine moderne Kläranlage, die den Anforderungen genügt. Ausserdem ist die Stadt Kaiserstuhl dort bereits seit 1982 angeschlossen. Die Leitung musste also nur noch von Kaiserstuhl bis zum Anschlusspunkt der Weiacher Kläranlage verlängert werden. Die Gemeinde Fisibach - mit denselben Problemen wie Weiach konfrontiert - hat ebenfalls beschlossen, sich diesem Verbund anzuschliessen.

    Ab Februar 2006 soll die ARA Weiach nur noch als "Regenklärbecken" dienen, wie das Neue Bülacher Tagblatt in seiner gestrigen Ausgabe schreibt. Fehlen noch die Bauarbeiten. Am Donnerstag, 24. November war es so weit. Ein gemeinsamer Spatenstich der Exekutiven von Weiach und Fisibach markierte den Startschuss für die beiden Druckleitungen.

    Um den Anlass etwas spannender zu gestalten, traten zwei Fünferteams gegeneinander an. Es galt, von Hand eine Baggerschaufel mit Humus zu füllen. Die Fisibacher trugen bei diesem Wettkampf den Sieg davon. Dass sie mit mehr Druck zu Werk gingen passt durchaus. Im Gegensatz zu den Weiachern müssen sie ihr Abwasser nämlich zum Übergabepunkt in Kaiserstuhl hochpumpen.

    Quellen
    • Zrinski, S.: Sanierung oder Ausfuhr. Weiach / Konzeptstudie für die Abwasserreinigung. In: Zürcher Unterländer, 2. September 2004 – S. 11.
    • Zrinski, S.: Abwasser soll ins Ausland. Weiach / Vorprojekt Kläranlage dem Kanton zugestellt. In: Zürcher Unterländer, 12. Januar 2005.
    • Struve, I.: Kläranlage ennet der Grenze. In: Zürcher Unterländer, 12. Januar 2005.
    • Hugelshofer, M.: Abwasser wird exportiert. Weiach - Spatenstich für Abwasserleitung nach Hohentengen. In: Zürcher Unterländer, 25. November 2005 - S. 8.
    • Bodenmüller, K.W.: Schweizer Abwasser fliesst nach Hohentengen. Spatenstich für Druckleitungen von Fisibach und Weiach nach Kaiserstuhl. In: Neues Bülacher Tagblatt, 25. November 2005.

    Donnerstag, 24. November 2005

    Abgesang auf einen Männerchor

    1891 gegründet, 1989 das letzte Konzert - seither inaktiv. Zu wenige Sangesfreudige konnten in den letzten Jahren noch mobilisiert werden um den Männerchor Weiach am Leben zu erhalten. Es gibt heutzutage schlicht zu viele andere Aktivitäten, die um die Freizeit der Weiacher konkurrieren.

    Nicht zuletzt haben Männerchöre traditionellen Zuschnitts ein Imageproblem - sie gelten als verstaubt, antiquiert, heimattümelnd. Das muss zwar nicht so sein, aber die Vergangenheit war durchaus heimatverbunden, wie das abgebildete Liederbüchlein von 1939 beweist.

    Ein Räumungsbefehl

    Diesen Herbst ging nun der letzte Akt in der Geschichte des traditionsreichen Vereins über die Bühne: die Sichtung der Aktenbestände und deren Vorbereitung für die Ablieferung ins Archiv.

    Der letzte Präsident, Markus Meierhofer, muss nämlich nicht nur einen geeigneten Platz für die Vereinsfahne finden (der Kasten fiel vor einigen Jahren dem Bau des Gemeindesaals zum Opfer), sondern will auch die Zukunft des schriftlichen Nachlasses des Vereins sichern.

    Denn am alten Ort kann dieser nicht bleiben. Schon früher musste der Verein die Kästen im Alten Schulhaus räumen und konnte ihr Notenmaterial danach provisorisch bei der Primarschule unterbringen. Damit ist jetzt Schluss.

    Der Bezirksrat hat anscheinend moniert, dass die Aktenbestände der Primarschulgemeinde, der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde, der früheren Armengemeinde, der Elektrizitätsgenossenschaft und eben auch des Männerchors alle in derselben Compactus-Anlage aufbewahrt würden. Das gehe nicht. Jedes Gemeinwesen und jede Genossenschaft, bzw. jeder Verein müsse ein separates Archiv haben. Im Minimum müssten die einzelnen Compactus-Abschnitte abschliessbar sein, sonst könnten Unbefugte in Akten anderer Behörden Einsicht nehmen.

    Die Geschichte bewahren

    Und so gelangte Meierhofer an mich, da er das Material weder fortwerfen, noch bei sich in der Garage aufbewahren wolle. Ersteres wäre auch schade, um nicht zu sagen ein Sakrileg, denn die obligaten Protokollbücher wurden bis in die 80er-Jahre sorgfältig und detailliert geführt - notabene von Hand! Sie sind eine wahre Fundgrube für die Gemeindegeschichte. Viele der Akteure des Männerchors waren auch in anderen Zusammenhängen bekannte Figuren.

    Neben den Protokollbänden wurde ein Satz aller noch vorhandenen Liedblätter sowie die Handunterlagen (zu Mitgliederstruktur etc.) des langjährigen Dirigenten Walter Zollinger gesichert. Dazu diverse, teils aus dem 19. Jh. stammende Liederbücher einzelner Sänger mit deren eigenhändig eingetragenen Namen und weiteren handschriftlichen Vermerken.

    Mittwoch, 23. November 2005

    ZRHwiki - das Lexikon zur Flughafenfrage

    ZRH ist das IATA-Kürzel für den Flughafen Zürich, den man vor einiger Zeit auf den unsäglichen Namen "UNIQUE Zurich Airport" umbenannt hat. Was ausgerechnet ähnlich tönt wie "Munich". (Auch eine Art, einem Konkurrenten das Wasser reichen zu wollen.)

    Bei ZRHwiki handelt es sich - wie der Name sagt - um ein Wiki über diesen Flughafen. Es entwickelt sich langsam zu einem Lexikon, das die vielen Begriffe und Themen rund um die Flughafenkontroverse erklärt. Da und dort sind die Artikel zwar noch etwas gar kurz, aber als Einstieg taugen sie schon jetzt.

    Sie möchten wissen, was es mit dem Gekröpften Nordanflug genau auf sich hat? Was sich hinter der ominösen Bezeichnung DVO verbirgt? Was die Skyguide mit alledem zu tun hat? Oder welche Positionen die IG-Nord bzw. der Verein Flugschneise Süd - NEIN vertreten? Die Artikel geben eine kurze Einführung und weisen mit Weblinks auf weiterführende Informationen hin.

    Kurzum: ein guter Einstieg ins Thema Fluglärmstreit. Auch über den Flugzeugabsturz vom 14. November 1990 und über Weiach selber gibt es einen Artikel - letzterer sogar mit Bild. Das IG-Nord-Poster zeigt das alte Gemeindehaus mit der Kirche im Hintergrund und ist den Einheimischen vertraut. Es hängt als Blickfang im Megaformat an der Nordwest-Fassade der Liegenschaft Büelstrasse 2, direkt an der Sternenkreuzung.

    Dienstag, 22. November 2005

    Zum Zürcher Historikerstreit

    Es war eine kalkulierte Provokation, die der Tages-Anzeiger am 24. Oktober auf der Frontseite platzierte: "An der Universität Zürich geraten Fächer mit dem Thema Schweiz in die Defensive. Ist dies darauf zurückzuführen, dass immer mehr deutsche Professoren in Zürich lehren?", fragte Philipp Gut, Assistent an ebendieser Universität und Tagi-Redaktor. Mit einem Kommentar ebenfalls auf der Frontseite ("Wo Swissness nicht sexy ist") und einem weiteren Artikel im Kulturteil ("Wo bleibt die Schweiz an der Uni?") schüttete Gut gleich noch mehr Öl ins Feuer.

    Vom darauf folgenden Rauschen im Schweizer Blätterwald in Form von Verteidigungsreden und Repliken, aber auch von "normalen" Leserbriefen, nahm am 7. November selbst die Frankfurter Allgemeine Zeitung Notiz.

    Bloss ein Kampf um Pfründen und Lehrstühle?

    Man blickt einigermassen verblüfft auf den hin und her wogenden Zürcher Historikerstreit, wie die Auseinandersetzung von einem der Beteiligten getauft wurde und fragt sich, ob es da wirklich noch um Inhalte oder doch nur noch um verletzte Eitelkeiten und bedrohte Pfründe und Pöstchen geht. Dass Giorgio Girardet in der Basler Zeitung mit seinem Schlusssatz "Die Positionierung um die Nachfolge auf dem Lehrstuhl des «Mythenzertrümmerers» [gemeint Prof. Sablonier] hat begonnen." recht hat, steht leider zu befürchten.

    Liebe Historiker, Eure Aufgabe ist es nun wirklich nicht, Euch in aller Öffentlichkeit zu fetzen. Unsere Steuergelder sind für Forschung und Lehre bestimmt, nicht für öffentliche Schlammschlachten und Hahnenkämpfe.

    Auseinandersetzung mit der eigenen historischen Erfahrung

    Das bedeutet nicht, dass die Debatte nicht geführt werden muss. Im Gegenteil. Andreas Suter, Schweizer und Dozent für «Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Frühen Neuzeit» an der Universität Bielefeld, leistet dazu einen sehr bedenkenswerten Beitrag.

    Es gehe nicht um die Wiederbelebung einer nationalistischen Geschichtsschreibung. "Vielmehr geht es um die in den meisten Ländern völlig unbestrittene und gerade für die Schweiz als «Geschichts- und Willensnation» besonders dringende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den eigenen historischen Erfahrungen, die mit Blick auf die sich fortlaufend verändernde Gegenwart stets neu geführt werden sollte - mit Freude und Engagement. Wenn die Wissenschaft das nicht leistet, überlässt sie das Feld den politischen Meinungsmachern. Wenn das Historische Seminar der Universität Zürich diese Funktion nicht mehr ausüben kann und will, erfüllt es daher eine seiner zentralen Aufgaben nicht mehr." (Tages-Anzeiger, 4. November 2005, S. 63)

    Das sehe ich genauso. Und beim Stichwort "Meinungsmacher" darf man durchaus an einen Nationalrat aus dem Weinland oder einen Bundesrat von der Goldküste denken.

    Deshalb wünscht sich der Hobby-Lokalhistoriker, dass die territorial zwar begrenzte, aber sehr gern über den Tellerrand blickende kleinräumige Geschichtsschreibung im Zürcher Unterland wieder vermehrte studentische und professorale Aufmerksamkeit erlangt. Ich denke es gibt bei uns nicht nur für Geologen und Archäologen Arbeit.

    Aus der Sicht der Ortsgeschichtsschreibung ist es entscheidend, dass 1) der Nachwuchs Themen aus lokalen Zusammenhängen vorgeschlagen bekommt, und dass 2) vollständige Listen von Seminar- und Lizentiatsarbeiten und bei Bedarf auch die entsprechenden Arbeiten selber greifbar sind.

    Die erregte Debatte hat immerhin ein Gutes: die Erkenntnis, dass die junge Generation sich sehr wohl lokaler Themen annehmen will. Wie wäre es mit einer histoire totale à la Worb auch in Weiach und Umgebung?

    Quellen

    Die Debatte in chronologischer Reihenfolge:
    • Gut, Ph.: Schweizer Geschichte gibts an der Uni nur noch als Nebenfach. In: Tages-Anzeiger, 24. Oktober 2005 - S. 1.
    • Gut, Ph.: Wo Swissness nicht sexy ist. In: Tages-Anzeiger, 24. Oktober 2005 - S. 1.
    • Gut, Ph.: Wo bleibt die Schweiz an der Uni? In: Tages-Anzeiger, 24. Oktober 2005 - S. 45.
    • Leserforum: Die Uni und das Schweizerische. In: Tages-Anzeiger, 26. Oktober 2005 - S. 25.
    • Leserforum: Unsere Vergangenheit als Nebensache? In: Tages-Anzeiger, 29. Oktober 2005 - S. 23.
    • Schweizer Geschichte. Der Publizist Roger de Weck über die Zukunft der Vergangenheit. In: Sonntagszeitung, 30. Oktober 2005 - S. 5.
    • Suter, A.: Die Probleme eines Ausländers. In: Tages-Anzeiger, 4. November 2005 - S. 63.
    • Roeck, B.: Nicht die «Ausländerfrage» ist entscheidend. In: Tages-Anzeiger, 4. November 2005 - S. 63.
    • Genf / Nebenfach Schweiz. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. November 2005 - S. 35.
    • Sarasin, Ph.: Historiker als Zielscheibe. In: Tages-Anzeiger, 9. November 2005 - S. 54.
    • Bitterli, U.: Berechtigte Fragen gestellt. In: Tages-Anzeiger, 10. November 2005 - S. 55.
    • Girardet, G.: Letztlich geht es um Karrieren. In: Basler Zeitung, 10. November 2005.
    • Mörgeli, Ch.: Wie viel Kritik ertragen die Kritiker? In: Tages-Anzeiger, 12. November 2005 - S. 54.
    • Leserforum: Ich kann meine Frau, meine Mutter lieben, aber keinesfalls ein Land. In: Tages-Anzeiger, 14. November 2005 - S. 21.
    • Schär, M.: «Das können andere auch». [Interview mit Prof. Jörg Fisch]. In: Die Weltwoche, 17. November 2005.
    • Leserforum: Auch Mörgeli nicht frei von Ideologie. In: Tages-Anzeiger, 18. November 2005 - S. 25.

    Montag, 21. November 2005

    Origami by Trüllinger

    Origamischachteln falten steht in Döttingen auf dem Programm, schreibt die Aargauer Zeitung am 19. November: "Margrit Trüllinger von Weiach zeigt allen Interessierten, wie die schönen Schachteln gemacht werden".

    Die Handarbeitslehrerin aus Weiach gibt auch im Zürichbiet Kurse, so z.B. vor einigen Tagen (10. und 17. November 2005) in Stadel: Da wurde die Origami-Technik auf Weihnachtssterne angewandt und mit folgendem Teaser geworben: "Mit Gold und Silberpapier falten wir flache und plastische Sterne. Sie schmücken damitden Baum, gestalten persönliche Karten, festliche Fenster - und Tischdekorationen oder verwenden die Sterne als Paketschmuck. Sterne falten, ein sinnliches Vergnügen. Dabei ist der Zeitaufwand gering und das Portemonnaie wird geschont!" Bei Fr. 20.-- Kurs- und zwischen Fr. 10.-- und Fr. 15.-- Materialkosten für 3 Kursstunden kann man das schon sagen. Mehr als ein Unkostenbeitrag ist das ja nicht.

    Der Kurs in Eglisau steht noch bevor. Auch dort stehen Weihnachtssterne mit Origami auf dem Programm: "Mit Gold- und Silberpapier falten wir flache und plastische Sterne. Sie schmücken damit den Baum, gestalten persönliche Karten, festliche Fenster- und Tischdekorationen oder verwenden die Sterne als Paketschmuck. Sternenfalten, ein sinnliches, preiswertes Vergnügen!" Das ist allerdings schon etwas teurer: Fr. 29.- pro Person + ca. Fr. 10.- bis Fr. 15.- Materialkosten.

    Ebenfalls im Repertoire von Margrit Trüllinger: Strohsterne. Diese stünden nicht nur für eine "Rückbesinnung auf alte Traditionen", sondern lägen auch im "Trend hin zum kunstvollen Gestalten mit Naturmaterialien." Mit Stroh und Ähren würden "sich mattgolden schimmernde Advents- und Weihnachtsdekorationen herstellen" lassen. Unten auf dieser pdf-Datei ist neben dem Firmenlogo auch die e-mail-Adresse des Ein-Frau-Unternehmens zu finden. Und wer's persönlicher mag: in den Kursankündigungen gibt's auch ein Portrait M. Trüllingers.