Freitag, 21. September 2007

Weiacher Öffnungzeiten, Herbst 2007

Die Interessen der Besucher von WeiachBlog werden ja bekanntlich dank Sitemeter und Google Analytics etwas transparenter als wenn gar kein Tracking installiert wäre.

Die Durchsicht der in den letzten Wochen verwendeten Suchbegriffe hat ergeben, dass Öffnungszeiten nachgefragt werden. Da hilft WeiachBlog natürlich gerne aus. Und greift auf die Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, September 2007, als Quelle zurück.

Wenig hilfreiches Post-Callcenter

Auf der zweiten Umschlagsseite findet man die Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung, der Bibliothek, des Betreibungsamts und der Post Weiach (samt Telefonnummern).

Im Falle des Postbüros ist das besonders praktisch. Denn wer im elektronischen Telefonbuch nachschlägt, der wird nur auf die allgemeine 0848-Nummer der Post verwiesen.

Die Schweizerische Post
Poststelle Weiach
Bachweg 2, 8187 Weiach/ZH
0848 888 888


Damit erreicht man ein Callcenter, dessen Agenten einem die direkte Nummer des Postbüros Weiach selber partout nicht bekanntgeben wollen. Aus welchen Gründen auch immer.

Genug geärgert. Hier sind die Bilder (zum Vergrössern anklicken):


Die Öffnungszeiten der Bibliothek findet man auf deren Seite auch noch einmal - samt Logo:


Und die Öffnungszeiten der Landi Weiach sind ganz hinten im kommerziellen Teil des VGW zu finden:


[Veröffentlicht am 22. September 2007]

Donnerstag, 20. September 2007

Warum der Name Roos nicht von Rosen abgeleitet ist

Im Zürcher Unterländer vom 18. September macht die Redaktorin Sandra Zrinski auf die bevorstehende Ausstellung «Flachs - von der Pflanze zum Stoff» im Ortsmuseum Weiach aufmerksam. Sie erwähnt unter dem Abschnittstitel «Begriffe und Namen geprägt» auch den jüngsten Artikel der «Weiacher Geschichte(n)»:

«Die Flachsverarbeitung war offenbar so prägend, dass sie Namen und Begriffe hervorgebracht hat, die heute noch verwendet werden. So bedeutet «rätschen» das Brechen der getrockneten und daraufhin dem Wetter und dem Feuer ausgesetzten Flachspflanzen. Durch das Brechen lassen sich die verholzten Teile leichter von den Fasern trennen. Weil die Frauen diese Arbeit meist gemeinsam erledigten und dabei Zeit hatten, um sich zu unterhalten, wird das Wort heute im Sinn von «tratschen» verwendet.

Auch der Familienname Roos habe seinen Ursprung in der bäuerlichen Fasergewinnung,
» schreibt Zrinski und verweist auf die jüngste Ausgabe (Nr. 94). «So wurden Hanf und Flachs in Wiesen gelegt oder in Gewässer, damit sich Rinden- und Holzteile von den Fasern lösten. Dieser Gärungsprozess hatte einen starken Gestank zur Folge und liess so manchen Fisch sterben, weil der Sauerstoff im Wasser knapp wurde. Aus diesem Grund durfte er nicht in der Nähe des Dorfes vorgenommen werden. Genannt wurde er Roosen oder Rösten. Daraus entstand der Name Roos.»

Und natürlich habe ich gerade für diese Namenerklärungen keine Literaturangabe gemacht. Sie sei deshalb hiermit auf WeiachBlog nachgetragen.

Nicht in allen Namenlexika vorhandene Erklärung

Viele deutsche Namenlexika erklären den Familiennamen «Roos» mit der heute naheliegenden Bedeutung «Rose». Die fünfte Auflage des Gottschald (vgl. Quellen unten) hingegen verweist unter dem Stichwort «Roos» auf den Begriff «Haar».

Eine von fünf Bedeutungen von Haar leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen ab: «3. mhd. har „Flachs“. Haarland(er), > lang ( X ON. Harlanden, Kelheim; zu 5). […] Flachs wird in einer Lache, dem Roos (Schweizer FN.), gerozzet, d.h. zum Faulen gebracht; dazu harröße „Flachsgrube“».

Neben unserer heutigen Bedeutung von Haar für Haare eines Lebewesens (2) kann der Begriff auch stehen für: Henker (1), Anhöhe (4) und Sumpf (5).

Rozzen ist möglicherweise ein älterer Begriff aus dem Mittelalter, der im Schweizerdeutschen erst spät ausgestorben ist. In Deutschland ist nämlich die Bezeichnung Rösten statt Rozzen üblicher. Daher ist ein Roos in der Schweiz das, was der Familienname Rötzer in Deutschland bezeichnet. Jemanden, der in einer Beziehung zu einer solch anrüchigen und doch überaus nützlichen Einrichtung stand.

Quellen

Mittwoch, 19. September 2007

Eidgenössische Geschworene – namentlich aufgeführt

Von der Online-Gesamtausgabe des Bundesblatts war hier schon einmal die Rede (vgl. WeiachBlog vom 4. Mai 2006): Johann Ulrich Nauer in Weiach wurde nebst 31 anderen Zürchern für ein Jahr (1850/51) zum «eidgenössisch patentirten Pulververkäufer» ernannt.

Im selben Jahrgang des Bundesblatts sind auch Verzeichnisse über «Geschworne» des Bundes sowie das «Verzeichniß der schweizerischen Zollbeamten» abgedruckt.

Jeder Geländekammer ihren Geschworenen

Der Status als eidgenössischer Geschworner bedeutete wohl mehr Ehre als Bürde. Unter anderem wurde im «III. Arrondissment enthaltend die Kantone Aargau, Zürich, Schaffhausen, Thurgau, Zug, Schwyz und Unterwalden» gewählt: «Hs. Heinrich Willi, Gemeindammann, in Weiach».

Die Geschworenen waren lediglich für den Fall benannt, dass die Eidgenossenschaft ein Geschworenengericht einberufen musste. Eine altbewährte Institution, die heute leider immer mehr unter Beschuss kommt, weil übergeordnete Berufungsinstanzen auf elaborierte Urteilsbegründungen pochen. Die können Geschworenengerichte nicht liefern. Aber dafür haben die Urteile eine viel grössere Volksnähe. Sie ergibt sich durch die Vielfalt der Meinungen der Geschworenen, die in die Beratung über Schuld oder Unschuld einfliessen. Damit ist auch die Akzeptanz durch das Volk eher gegeben, was man bei lebensfernen Berufsrichtern nicht immer behaupten kann.

Altes Kaiserstuhler Geschlecht

Dann musste der junge Bundesstaat natürlich auch Zöllner haben. «Im ersten Zollgebiet» wurde als «Zolleinnehmer in Kaiserstuhl» ernannt: «Franz Xaver Meienfisch, Sohn, in Kaiserstuhl»

Die Mayenfisch (oder eben «Meienfisch» geschrieben) waren ein Kaiserstuhler Bürgergeschlecht mit berühmten Vorfahren, so z.B. Johann Jakob von Mayenfisch, dem hohen Offizier in französischen Diensten, der das so genannte Marschallhaus am Rhein erbauen liess.

Quellen
  • Bundesblatt; Geschworne: BBl 1850 S. 98; Verzeichniß der schweizerischen Zollbeamten: BBl 1850 S. 52.

Dienstag, 18. September 2007

Ernst und Lise Baumgartner-Brennwald: Diamantene Hochzeit

Die Mitteilungen für die Gemeinde Weiach pfiffen sie wie die Spatzen von den Dächern: die Nachricht vom Diamantenen eines alteingesessenen Weiacher Ehepaars. Beste Wünsche für viele weitere gefreute Jahre und ein herzliches «Danke» kommen auch von WeiachBlog.

Ernst und Lise Baumgartner-Brennwald gehören nämlich zu den besten Gewährsleuten, die sich ein Lokalhistoriker nur wünschen kann. Sie wohnen seit Jahrzehnten in Weiach, kennen sich bestens aus und wissen eine Menge an Details zu erzählen, die so nirgends festgehalten sind. Gespräche mit ihnen (eine Methode, die unter Historikern auch oral history genannt wird) haben dem Verfasser der Weiacher Geschichte(n) manchen Impuls und etliche Bestätigungen gegeben, an die er sonst nie gelangt wäre.

Es kommt schon sehr häufig vor, dass einem zu einer Frage gesagt wird, dazu wüssten Ernst oder Lise sicher mehr. So war das zum Beispiel bei der Eingrenzung des Standorts des alten Friedhofs, vgl. den WeiachBlog-Artikel vom 2. Oktober 2006: Güllenloch gegraben und Skelette gefunden oder bei der Frage nach Kupferschindeln auf dem Spitzhelm der Weiacher Kirche (Artikel vom 28. September 2006).

Gratulation über die Druckerpresse

WeiachBlog ist natürlich nicht der einzige Gratulant. Pünktlich auf Termin brachte das sogenannte Gratulationsteam des Neuen Bülacher Tagblatts folgenden Beitrag in den Kopfblattverbund Zürcher Landzeitung ein:

«Weiach. Heute feiern Ernst und Lise Baumgartner-Brennwald bei ordentlicher Gesundheit das Ehejubiläum diamantene Hochzeit. Der in Weiach aufgewachsene Landwirt gehörte 16 Jahre lang dem Gemeinderat an, den er 6 Jahre präsidierte. Er amtete vorher 16 Jahre als Kirchengutsverwalter. Er war aktiv in der Schützengesellschaft und im Männerchor. Elf Jahre war er Ortsvertreter der Pro Senectute und viele Jahre ein bekannter «Süssmost-Hersteller». Seine in Männedorf und Bachs aufgewachsene Gefährtin war eine aktive Bäuerin, sang im Kirchenchor und seit einigen Jahren im Ökumenischen Singkreis. Eine Freude war das Baumgartner-Treffen. Das Paar hat zu seinen fünf Kindern, elf Enkeln und sechs Urenkeln einen guten Kontakt. Das Gratulationsteam wünscht ein gefreutes Fest.»

Der alte Zeitungsstil des regionalen Blätterwaldes ist also doch noch nicht ganz ausgestorben. Zumindest bei den Gratulationen gibt es ihn noch.

Vielfalt bei den Bezeichnungen für Ehejubiläen

Bleibt nur noch die Frage, wieviele Jahre der Diamant denn nun symbolisiert. Der Wikipedia-Artikel Diamantenes Jubiläum legt sich da klipp und klar fest: «Als diamantenes Jubiläum bezeichnet man die Wiederkehr eines besonderen Tages, der sechzig Jahre zurückliegt. Bekanntestes Beispiel ist die diamantene Hochzeit. Das Sinnbild des Diamanten wird hier wegen seiner besonders langen Haltbarkeit verwendet».

In diesem Fall handelt es sich um 60 Jahre Ehe. Alles scheint logisch und klar. Wenn man dann aber den Übersichtsartikel Hochzeitstag konsultiert, schwindet die Klarheit: Diamant-, Eisen-, Kronjuwelen-, Radium-, Stein-, Alabasterhochzeit sowie die Gnadenhochzeit stehen als Begriffe für das 60-jährige Jubiläum zur Auswahl. Die Gnadenhochzeit wird offenbar auch für das 70-jährige und die Diamantene Hochzeit für das 65-jährige Jubiläum verwendet. Da hat offensichtlich noch keine Standardisierungskommission gewirkt.

Quellen
  • Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, September 2007.
  • Gratulation. In: Zürcher Landzeitung / ZU / NBT, 18. September 2007 - S. 8.

Montag, 17. September 2007

Der langsame Tod des Restaurants Bahnhof

Agonie ist wohl das passende Wort für die aktuelle Phase im langsamen Abserbeln des einst quicklebendigen und gut geführten Restaurants Bahnhof:

«Die Agonie [...] bezeichnet einen länger andauernden Todeskampf, die Reihe von Erscheinungen, welche, das allmähliche Erlöschen der Nerventätigkeit anzeigend, dem Eintritt des Todes unmittelbar vorausgehen. Sie ist inzwischen ein unwissenschaftlicher, unklar abzugrenzender, unpräziser Begriff.»

So stand es heute morgen in der deutschsprachigen Wikipedia drin. Diese Agonie im engeren Sinne ist verwaltungstechnisch beendet, wie man den gemeinderätlichen Notizen in der aktuellen MGW-Ausgabe entnehmen kann:

Gastgewerbe

«Infolge Rückzug des Gastwirtschaftspatentes durch die bisherige Inhaberin ohne Nachfolgegesuch wird der Betrieb des Restaurants Bahnhof aufgehoben. Die Kantonspolizei wird mit der vermehrten Kontrolle des Betriebes beauftragt.
»

Offensichtlich befürchtet der Gemeinderat, dass die Beiz illegal weitergeführt werden könnte. Bei der Konkurrenz durch Mr. Bigfood gleich über der Strasse dürfte das wohl noch weniger rentieren als bisher. Wer sich für den «Bahnhof» noch einen abbrechen will ist mir schleierhaft - es sei denn durch das Erschliessen anderer illegaler Einnahmequellen als nur der eines unbewilligten Restaurantbetriebs.

Immerhin hat der gemeinderätliche Wunsch an die Kapo mindestens ein Gutes. Die Polizei zeigt sich vielleicht wieder häufiger auf unserem Gebiet. Das kann nicht schaden.

Was mit dem «Bahnhof» in den letzten Monaten passiert ist? Er ist zum Schrottplatz verkommen. Auch darüber hat WeiachBlog berichtet.

Quelle

  • Mitteilungen für die Gemeinde Weiach (MGW), September 2007, S.3

Sonntag, 16. September 2007

Weiacher Auswanderer im Elsass

Das Dorf Weiach bewegte sich seit dem 16. Jahrhundert immer wieder am Rande der Übervölkerung oder darüber (vgl. Literaturangabe unten). Wer wenig oder gar kein Land besass, das seiner Familie das Leben sicherte und auch kein lukratives Handwerk ausübte, der suchte sein Glück entweder in fremden Kriegsdiensten, zog als Händler umher oder wanderte gleich auf Dauer aus.

Über die Hintergründe des Wegzugs ist meist wenig bis gar nichts bekannt. So auch bei jenem Johannes Baumgartner von Weyach, der in der hügeligen Landschaft des Krummen Elsass heimisch wurde. Was ihn oder seine Vorfahren zum Auswandern bewegte, darüber würde vielleicht ein Kirchenbuch Auskunft geben - mangels genealogischer Detailforschung ist mir darüber (noch) nichts bekannt.

An dieser Kleinarbeit des Zusammensuchens von Mosaiksteinchen sind aber Familienforscher in aller Welt beteiligt. Das erste Steinchen zur Geschichte der Weiacher im Elsass steuerte am 17. Juni 2007 Benutzerin Eberle auf der Plattform geneal-forum bei.

Im unterelsässischen Diedendorf (im heutigen Département Bas-Rhin nordwestlich von Strassburg gelegen) sind nach seinen Angaben folgende Hochzeiten aktenkundig geworden:

«LUGINBIER Hans von "Eschi" , Frutigen - Bern
oo Barbara BIRLER , Tochter von BIRLER ... aus " Eschi"

KREYENBÜHL Johannes , Sohn von : Peter aus Signau - Berner G.
oo 04.10.1717 BAUMGART Veronica , Tochter von Johannes , Weyach - Züricher G.
»

Das «oo» steht für die eheliche Verbindung, das «G.» als Abkürzung für «Gebiets». Den Namen «Luginbier» muss man wohl als «Luginbühl» lesen, und «Baumgart» ist abgekürzt aus «Baumgartner». Dank der Herkunftsbezeichnung «Weyach» wissen wir nun, dass mindestens einige «Baumgart» ursprünglich aus Weiach stammen können.

Interessant ist auch, dass die ausgewanderten Schweizer offenbar gern untereinander heirateten - und zwar innerhalb der Glaubensrichtung. Emmentaler (aus Signau) und Zürcher Unterländer (aus Weiach) passten offensichtlich schon damals zusammen.

Weiterführende Artikel
  • 1000 Einwohner – Weiach durchbricht eine «Schallmauer». Weiacher Geschichte(n) 8. Internet-Ausgabe (im Druck erschienen in: Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, Juli 2000 – S. 15-16).

Samstag, 15. September 2007

Holz Benz wollte Tibeter anstellen

Google Books bietet seit einiger Zeit eine nützliche Zusatzfunktion. Eine Art Digitalisierungs-Stempel.

Mit der Angabe «Digitalisiert am 6. Aug. 2007» wird z.B. eine Publikation mit dem Titel «40 Jahre Tibeter in der Schweiz: Eine erste Bestandesaufnahme für die Jahre ...» katalogisiert.

Diese Datierung ermöglicht, zu erkennen ob man ein Dokument schon erfasst hat oder nicht. Noch besser wäre allerdings eine eineindeutige Nummer. Die gibt es bei Google sicher - wie sollte die Datenbank sonst funktionieren? Angezeigt wird sie aber nicht.

Geflüchtete Tibeter brauchen Arbeit

Hier ist jedoch primär der Inhalt des oben erwähnten Buches von Interesse. So schreibt der Autor, Peter Lindegger, auf Seite 72:

«Interesse daran, Tibeter als Arbeitskräfte einzustellen, zeigten in den sechziger und siebziger Jahren mehrere Industriebetriebe am aargauisch-zürcherischen Rhein, beispielsweise die Fa. Everplast in Rümikon AG, die Sägerei Hch. Benz in Weiach ZH, die Fa. Maag (Soliswerke) in Kai-[...]»

Kaiserstuhl kann damit nicht gemeint sein, also wohl Kaiseraugst. Diese Firma Maag gibt es heute in dieser Form nicht mehr. Von Soliswerken weiss Google jedenfalls nichts.

Dass sich die Unternehmen am Rhein für die Arbeitskraft der Tibeter interessierten, hat wohl weniger mit Nächstenliebe für Flüchtlinge zu tun, als damit, dass es in dieser strukturschwachen Gegend vor allem zu Zeiten der Hochkonjunktur enorm schwierig war (und ist), Personal zu rekrutieren.

Erfassungsirrtum oder unterschiedliche Titel auf Aussenumschlag und im Buch drin selber?

Gesehen habe ich die Originalpublikation noch nicht. Deshalb bleibt mir auch nichts anderes, als mich über die verschiedenen Titelvarianten zu wundern, die im Angebot sind.

Die im Online-Bibliothekskatalog NEBIS verzeichneten Exemplare von Zentralbibliothek Zürich und Sozialarchiv tragen den Titel: «40 Jahre Tibeter in der Schweiz. Versuch einer ersten Bestandesaufnahme für die Jahre zwischen 1960 und 2000.»

Das von Google gescannte Exemplar der University of Virginia weiss aber von einem Versuch nichts - wenn der Titel richtig erfasst wurde. Da steht angeblich nur: «40 Jahre Tibeter in der Schweiz. Eine erste Bestandesaufnahme ...»

Quelle
  • Lindegger, P.: 40 Jahre Tibeter in der Schweiz. Versuch einer ersten Bestandesaufnahme für die Jahre zwischen 1960 und 2000. (Opuscula Tibetana ; Fasc. 29) Rikon, 2000. [Bibliotheks-Nachweis im OPAC NEBIS]
[Veröffentlicht am 23. September 2007]

Freitag, 14. September 2007

Allerhand Antikes beim Alten Bahnhof

Wofür man ein seit 12 Jahren kaum mehr genutztes Bahnhofareal auch noch verwenden kann?

Für einen fix installierten Imbiss in Containern und Wohnwagen beispielsweise. Oder für einen temporären Flohmarkt.

Hinweise darauf findet man in zwei 2007er-Online-Ausgaben der Zeitschrift «Fundgrueb»:

19.8.2007: Weiach, Allerhand-antik, Antiquitäten und Trödel, altes Bahnhofareal, direkt neben dem Imbiss Mr. Big Food. 10 bis 17 Uhr. E-Mail: transport@pferdetaxi.ch, Tel.: 079 634 21 42

9.9.2007: Weiach, Allerhand-Antik, breites Angebot an Flohmarktware und Antiquitäten, Alter Bahnhof, beim Imbiss Mr. Big Food, von 10 bis 17 Uhr, Aussteller auch ohne Anmeldung willkommen, Direktverkauf aus dem Fahrzeug möglich, www.pferdtaxi.ch, Tel. 079 634 21 42, transport@pferdetaxi.ch

Die Domain Pferdetaxi.ch gehört einem Kleinunternehmen aus Siglistorf, das neben Pferdetransporten auch Tierfotografie und Reiten für Kinder im Angebot hat. Und Antiquitäten anscheinend ab und zu auch.

[Veröffentlicht am 17. November 2007]

Dienstag, 4. September 2007

Landi Weiach-Siglistorf rät zur Umgehung der CO2-Abgabe

Seit einigen Jahren gibt es im hinteren Teil der Mitteilungen für die Gemeinde Weiach einige Seiten, die von der Vereinigung Gewerbe Weiach gegen Bezahlung für Werbung in eigener Sache genutzt werden dürfen.

Die Landi hat nun die bevorstehende Leuenbergersche Abgabe auf Heizöl als business opportunity erkannt und rührt die Trommel - natürlich für einen Einkauf von Agrola-Heizöl:

«Der Bundesrat hat beschlossen, per 1. Januar 2008 die CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen (Heizöl extra-leicht und Öko Heizöl schwefelarm) einzuführen. Somit verteuern sich die Heizöllieferungen ab dem nächsten Jahr um CHF 3.42 / 100 Liter. Es ist zu beachten, dass bei der Einführung der Abgabe der Liefer- und nicht der Bestelltermin massgebend ist. Unser Rat: Bestellen Sie noch heute Ihr Heizöl und umgehen Sie so die bevorstehende CO2-Abgabe.»

Alles legal - und trotzdem hinterlässt diese Aktion einen öligen Nachgeschmack...

Quelle
  • Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, September 2007 - S. 42.

Montag, 3. September 2007

Lachsnen ist auch heute noch verboten

Wer in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Kanton Zürich wohnte und zu Wahrsagern ging, der wurde von seiner Obrigkeit mit Busse bestraft, wie z.B. 1686/87 Joglj Meyerhoffer von Weiach (vgl. WeiachBlog vom 13. April 2007 über die Lachsnerei).

Anzunehmen ist, dass damals auch das Lachsnen oder Wahrsagen selber verboten war.

Zu meiner nicht geringen Überraschung habe ich nun festgestellt, dass auch das heute im Kanton Zürich geltende Straf- und Justizvollzugsgesetz (StJVG) im zweiten Abschnitt das Wahrsagen zur Übertretung erklärt und dementsprechend unter Strafe stellt. Und zwar in § 5 wegen

Ausbeutung der Leichtgläubigkeit

«Mit Busse wird bestraft, wer

a. gewerbsmässig die Leichtgläubigkeit der Leute ausbeutet durch
1. Wahrsagen, insbesondere Traumdeuten oder Kartenschlagen,
2. Geisterbeschwörung,
3. Anleitung zum Schatzgraben,

b. sich öffentlich zur Ausübung von Tätigkeiten gemäss lit. a Ziff. 1–3 anbietet.
»

Aus welchem alten Erlass hat sich wohl diese Bestimmung ins heutige Recht hinübergeschlichen?

Der 2. Abschnitt «Kantonales Übertretungsstrafrecht» ist als wildes Sammelsurium von Straftatbeständen aber auch sonst interessant: Wer bettelt wird gebüsst und wer «durch Lärm oder Geschrei die Nachtruhe in grober Weise stört» ebenso.

Quelle

[Veröffentlicht am 22. September 2007]