Dienstag, 16. Oktober 2007

Auto gegen Kind - Unfall im Dorf, 1957

«Dass der motorisierte Strassenverkehr auch "auf dem Lande" ständig zunimmt, beweisen die ebenfalls von Jahr zu Jahr zahlreicher werdenden Verkehrsunfälle; zum Glück liefen alle noch verhältnismässig glimpflich ab.»

So leitete Walter Zollinger seinen Bericht über dieses Thema ein (vgl. auch die früheren WeiachBlog-Beiträge Angetrunkener Mopedfahrer baut Unfall vom 27. Mai 2007 sowie Mit zwei Damen besetzter VW auf dem Dach vom 31. August 2007).

Unfallursache unbekannt, Kind im Spital

Für kleine Kinder war und ist der ständig dichtere Verkehr tatsächlich eine Bedrohung. Zumal Autos viel schneller unterwegs sein können als Pferdefuhrwerke oder Traktoren und kleine Kinder grosse Geschwindigkeiten schlicht nicht richtig einschätzen können. Was genau die Ursache war, verrät Zollinger allerdings nicht wenn er in seiner Jahreschronik 1957 notiert:

«18. Okt. ca. 18.00 Uhr:
Das kleine Mädchen Käthi Willi rennt beim Haus Robert Meierhofer, vom Bühl herkommend, in ein vom Oberdorf daherkommendes Personenauto hinein und muss mit Beinverletzungen ins Spital verbracht werden.
»

Auch über das weitere Schicksal von Käthi Willi schweigt sich der Chronist aus. Da er diese Zeilen im Sommer 1959 getippt hat und nicht erwähnt, das Mädchen sei nun invalide oder gar tot, hat es wohl keinen grösseren bleibenden Schaden davongetragen.

Quelle

Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1957 – S. 17. (Original in der Zentralbibliothek Zürich, Handschriftenabteilung, Signatur: G-Ch Weiach 1957)

[Veröffentlicht am 30. Dezember 2007]

Montag, 15. Oktober 2007

GlaStaWei-Behördentreffen in Weiach

Was dabei herauskommt, wenn Redaktoren eine Zeitungsseite füllen müssen, sieht man in der Zürcher Landzeitung vom 11. Oktober auf Seite 9.

Neben einem sehr interessanten Artikel der in historischen Belangen sehr versierten und auch als Wissenschaftsjournalistin ausgezeichneten Sandra Zrinski - er handelt von einem geplanten Gedenkstein für die Aktivdienstzeit im Eggwald der Nachbargemeinde Bachs - und einem ebenfalls von Zrinski verfassten Artikel über die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des grünen Kantonsrats Brunner aus Steinmaur wegen dem Überhandnehmen von Einweg-Paletten, gibt es noch etwas Kurzfutter:

Kredit für Behördentreffen

«Weiach. Der Weiacher Gemeinderat hat einen Kredit von 2200 Franken für die diesjährige Durchführung des Behördentreffens der Gemeinderäte Glattfelden, Stadel und Weiach bewilligt. Dies teilt er im Verhandlungsbericht mit.

Das ist so ziemlich das Maximum, was man aus dem einen Satz in den Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, Oktober-Ausgabe, S. 4, herausholen kann.

Man fragt sich da wirklich, was denn nun der Nutzwert einer solchen Information ist. Ich meine: im Gemeindeblatt mag das ja noch angehen, denn da darf man annehmen, dass die Weiacherinnen und Weiacher sich noch erinnern, was der Sinn und Zweck dieser Behördentreffen ist - nämlich der Gedankenaustausch über den gemeinsam betriebenen Sicherheitszweckverband Gla[ttfelden]-Sta[del]-Wei[ach], der die vereinigten Feuerwehren, die fusionierten Zivilschutzorganisationen sowie den Zweckverbandskernstab (ZVKS) umfasst.

Aber in einer regionalen Zeitung? Gut, man kann daraus ableiten, wieviel die Sache pro Kopf kostet. Glattfelden hat 5 Gemeinderate, Stadel hat 7 (!) und Weiach 5. Also knapp 130 Franken Budget pro Gemeinderat. Ob das viel ist oder nicht, das kann man ohne Kenntnis des organisierten Anlasses schlicht nicht sagen.

Fazit: Lückenfüller ohne Nährwert. Informations-Junkfood.

Quelle

  • Kredit für Behördentreffen. In: Zürcher Landzeitung/ZU/NBT, 11. Oktober 2007 - S. 9.

[Veröffentlicht am 2. November 2007]

Sonntag, 14. Oktober 2007

Shit happens...

... und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Etwas vornehmer ausgedrückt könnte man in diesem Fall sagen: Excrement happens.


Das wissen alle Eltern mit Kindern. Windeln bis zum Abwinken - eine unvermeidliche Tatsache in den ersten Wochen des Nachwuchses. Die einzige Wahl besteht in der Frage: Waschen im Akkord oder für Abfallsäcke zahlen?

Vogeleltern haben es einfacher. Hier fällt der Dreck über die Nistperiode zwar auch in einem Umfang an, der dem Volumen der Nesthöhle locker Konkurrenz macht. Nur für das Wegräumen müssen sie nicht selber gradestehen.

Was da auf dem Fenstersims des WeiachBlog-Autors liegt ist auch nur ein Teil der Kotproduktion von zwei Schwalben-Jungen in diesem an die Hausfassade geklebten Nest Marke Eigenbau:


Das Nest wird (wohl von den ursprünglichen Bauherren) Jahr für Jahr wieder ausgebessert - 2007 haben hier schon zum dritten Mal junge Schwalben ihre hungrigen Mäuler fleissig anfliegenden Eltern entgegengestreckt.

Eltern und Junge sind schon längst weg. Abgeflogen in den Süden. Uns bleibt nur noch «Gutes Überwintern» zu wünschen - und auf das Kommen der Schwalben im nächsten Frühling zu plangen.

[Veröffentlicht am 21. Oktober 2007]

Samstag, 13. Oktober 2007

Das geheime Nachbarschaftsprogramm der Post

Wie vertrottelt sind eigentlich heutige Postangestellte, dass sie es partout nicht schaffen, Briefe und adressierte Drucksachen richtig zu sortieren??? (Sorry für diese Wortwahl, aber irgendwänn emal hauts eim eifach de Nuggi use!)

Der Hintergrund: Die Zustelldienste der Schweizerischen Post sind offenbar mit simplen Adressangaben und dem Sortieren von korrekt adressierten Briefen überfordert. Nicht nur in Weiach, auch an etlichen anderen Orten.

Mit der früher vielgerühmten Zuverlässigkeit der Post ist es heute bös bestellt. Man fragt sich, wieviele wichtige Briefe einfach irgendwo verschwinden und wundert sich nicht mehr über "Wenn Sie nicht bis am"-Aufforderungen, die aus heiterem Himmel eintreffen, obwohl man vorher nie eine Rechnung erhalten hat.

Verrutschen und Vertauschen

Beispiele gefällig? Da werden in einer bernischen Stadt Briefe für eine Johanna Erb an der Allmendstrasse 25 bei Elisabeth Erb an der Allmendstrasse 35 ein paar Häuser weiter eingeworfen und umgekehrt (Namen und Adressen geändert). Könnte man ja noch verstehen, wenn's einmal passiert. Aber zum 7. Mal in nur einem halben Jahr?

Anderes Beispiel aus Weiach: dass Briefe für die Chälenstrasse 21b statt im dortigen Briefkasten an der Chälenstrasse 23 und solche für die Chälenstrasse 23 bei der 25 eingeworfen werden, dieses schon fast systematische Verrutschen und Vertauschen wundert doch ziemlich. Zumal die Familiennamen und Vornamen der dort Wohnenden unterschiedlicher nicht sein könnten.

Geheimplan der Post?

Ist das nur der Schlampigkeit und/oder geistigen Überforderung des Zustellpersonals geschuldet?

Oder sind die Zusteller/innen durch zu eng kalkulierte Zeitpläne derart gestresst, dass ihnen solche Fehler unterlaufen? Ist das also alles die Schuld der posteigenen Arbeitsvorratverwalter?

Vielleicht muss man aber auch ganz andere Überlegungen anstellen. Nämlich die: Hat das gar System? Hat die Post eine hidden agenda, zieht ein geheimes Nachbarschaftsprogramm durch?

Dieses Programm könnte dann in etwa so aussehen: Um der Anonymität im Quartier oder Weiler aktiv Gegensteuer zu geben, werden Briefe nach einem ausgeklügelten System falsch eingeworfen. Mit der Zielsetzung, dass sich durch die dann zwangsläufig privat organisierten letzten Meter der Zustellung neue Kontakte und Gespräche ergeben und dadurch der Zusammenhalt in der Nachbarschaft gestärkt wird. Eine ganze neue Definition von Service Public. Haben die schon ein Patent darauf angemeldet?

Freitag, 12. Oktober 2007

Pro Senectute goes local

Wenn die Blätter fallen, dann meldet sich jeweils die Pro Senectute mit ihrer Herbstsammlung zu Wort. Nicht ganz einfach: Ihr Promotionsmaterial muss in Konkurrenz zu all den anderen bunten Prospekten und Bettelbriefen, die in unsere Briefkästen gestopft werden, unsere Aufmerksamkeit gewinnen.

Das ist der 1917 gegründeten Stiftung mit schweizweit 19000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieses Jahr besonders gut gelungen, findet WeiachBlog, denn: Pro Senectute setzt auf ihre Ortsgruppen und den lokalen human touch. Und zwar ganz konsequent, wie man hier am Weiacher Beispiel sieht:

(zum Vergrössern anklicken)

Das Rezept: Die Ortsvertretungen schreiben die eigenen Leute im Dorf direkt an. Das bringt Vorteile! Wenn es sich bei der Unterzeichneten - wie bei Rösli Baumgartner - um eine vor Ort bekannte Grösse handelt, dann wirkt sich die Information, dass ein Teil des gespendeten Geldes direkt in den eigenen Ort zurückfliesst, wohl um so besser auf das Sammelergebnis aus.

Mit lokalem Engagement punkten

In den auf die örtlichen Verhältnisse angepassten Serienbriefen wird ganz gezielt auch das jeweils konkrete lokale Engagement erwähnt. Im unserem Falle sieht das wie folgt aus:

«In Weiach gratulieren die Freiwilligen von Pro Senectute den Hochbetagten zum Geburtstag und organisieren den beliebten Spielnachmittag. Das wöchentliche Turnen bringt frohe Gemeinschaft und hilft mit, beweglich zu bleiben.»

Dass die Kooperation mit dem Frauenverein beim Gratulieren gut funktioniert, darf an dieser Stelle auch noch erwähnt werden.

Weiterführende Artikel

[Veröffentlicht am 21. Oktober 2007]

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Wie die Verwaltungsvereinbarung von 1984 verletzt wurde

Am 4. Oktober 2007, 18:49 behauptet ein Anonymus in einem Kommentar auf WeiachBlog: «Die Schweiz hat die Flughafen-Verwaltungsvereinbarung mit Deutschland nicht verletzt.»

Mit welchen Argumenten will denn der Anonymus (oder die Anonyma) DAS belegen? Fakt ist, dass die Schweiz folgende nicht in Zahlen gegossene Verpflichtung in der Verwaltungsvereinbarung von 1984 dem Geiste nach verletzt und damit das Vertrauen der deutschen Seite ausgenützt hat:

«Der Flugsicherungsdienst Zürich, unterstützt von der Direktion des Flughafens Zürich und vom Bundesamt für Zivilluftfahrt, wird sich weiterhin bemühen, eine ausgewogenere Benutzung der beiden Landebahnen 14 und 16 zu verwirklichen. In den Fällen, in denen die Verkehrslage einen Anflug auf die Landebahn 16 zulässt, wird das Anflugverfahren für diese Landebahn benutzt.»

Dieser Punkt wurde einseitig zugunsten des Flugbetriebs ausgereizt. Das Verhältnis der Anflüge auf Piste 14 zu denen auf Piste 16 wurde in den 90ern noch wesentlich ungleicher als anfangs der 80er-Jahre und landete letztlich bei 9 zu 1.

Dass dies bei zunehmendem Verkehrsaufkommen wegen der Pisten-Kreuzung 16/28 nötig wurde, ist keine Entschuldigung. Als Gegenmassnahme hätte man rechtzeitig entweder Piste 16 nach Norden verlängern oder die Vereinbarung neu aushandeln sollen. Beides wurde nicht gemacht. Und deshalb hat sich die Schweizer Seite das Debakel mit den einseitig erlassenen deutschen Anflugbeschränkungen selber zuzuschreiben. Pacta sunt servanda. Auch wenn sie nicht alles in Zahlen festhalten. Das gilt selbst für den Flughafen Zürich und deren selbstherrliche Lenker Josef Felder und Andreas Schmid.

Heute ist das Verhältnis übrigens keineswegs ausgeglichener. Im Gegenteil: jetzt sind es sogar über 97% aller Nordanflüge, die auf die Piste 14 gehen, wie man auf ZRHWiki nachlesen kann: «2005 erfolgten 99'440 Landungen auf Piste 14 und 2'668 Landungen auf Piste 16, das heisst rund 76,4 % der landenden Flugzeuge – insgeseamt [sic!] 102'108 – gelangten per Nordanflug zum Flughafen Zürich.»

Fazit: Von Weiach bis Höri schlucken wir also Jahr für Jahr fast 100'000 Anflüge. Das heisst: immer noch kommen drei Viertel aller Anflüge auf Zürich über den Norden herein.

Davon, dass wir unseren fairen Anteil nicht tragen, kann also keine Rede sein. Wir schieben keinen Fluglärm nach Süden ab - das Gegenteil ist seit über 30 Jahren der Fall. Das Zürcher Unterland und das Bohnenviertel (mit Hohentengen) werden als Lärmkübel missbraucht.

Dienstag, 9. Oktober 2007

Steuersenkung für Reiche = Bumerang für Alle

Am 29. September berichtete der Tages-Anzeiger darüber, dass der Kanton Zürich die Abwanderung der Reichen stoppen will, indem die Steuern für hohe Einkommen gesenkt werden. Das ruft natürlich nicht nur Zustimmung hervor. «Wo soll dieses Steuerwettrennen noch hinführen?», fragen sich viele.

Unter den Leserbriefen an den Tagi am 2. Oktober 2007 war auch eine Zuschrift des Weiacher EVP-Politikers Daniel Elsener. Unter dem Titel «Ein gefährliches Steuergeschenk» wurde folgender Wortlaut abgedruckt:

«Klingt doch schön und für einige Parteien sind Steuergeschenke das Mittel, um Wählerstimmen zu holen. Schön für die Wenigen, die viel arbeiten und viel verdienen. Schön auch für die Regierung, welche auf viele Millionen verzichten und solche Angebote machen kann. Angebote wie das einer Swiss Flat Tax aus der Küche der Freisinnigen. Aber aufgepasst, vielleicht fällt das Steuergeschenk wie ein Bumerang auf den Mittelstand und die vielen Kleinverdiener zurück. Indem die fehlenden Millionen mit einer 800 Franken hohen Kopfsteuer beispielsweise für Studenten und AHV-Bezüger oder mit höheren Gebühren und Abgaben wieder kompensiert werden. Trotz in Aussicht gestellten Steuergeschenken warten die Familien im Kanton immer noch auf die Umsetzung des Bundesgesetzes zu den Familienzulagen.

Quintessenz: Die Aktion ist ein Bumerang. Die Tagi-Redaktion setzte zusammenfassend dieses eine Wort an den Beginn von Elseners Beitrag.

Und ich gehe mit Elsener einig: dieses Szenario hat leider eine sehr hohe Verwirklichungs-Wahrscheinlichkeit. Wo hat denn die Sparerei - z.B. an den Kantonsschulen - in den letzten Jahren hingeführt? Zu besserer Qualität?

Quelle

Elsener, D.: Leserbrief zum Artikel Kanton Zürich will die Steuern für hohe Einkommen senken. Unter dem Titel "Ein gefährliches Steuergeschenk" abgedruckt am 2. Oktober 2007 - S. 23.

[Veröffentlicht am 28. Dezember 2007]

Sonntag, 7. Oktober 2007

Die drei Weiacher Nationalratskandidaten unter der Lupe

Schon in zwei Wochen ist er wieder für 4 Jahre vorbei - der Wahlk(r)ampf. Ob man für die drei Kandidatinnen und Kandidaten mit Wohnsitz Weiach von Kampf oder gar Krampf reden kann, bleibe dahingestellt. Jedenfalls haben sie so gut wie keine Chance, gewählt zu werden.

Beim FDP-Kandidaten Wild ist es die Platzierung auf der Liste, beim Ehepaar Fehr, das für die Freiheitspartei ins Rennen gestiegen ist, die Partei selber, mit der man bei Ausmarchungen wie dieser auf keinen grünen Zweig kommen kann. Im Kanton Zürich gibt es nämlich nur 34 Nationalratssitze und 2 Ständeratssessel zu vergeben. Aber 29 Listen. Kleine Parteien können daher schon stolz sein, wenn sie ihre Spitzenkandidaten nach Bern bringen.

Trotzdem wollen wir auf die drei Kandidaten aus Weiach ein Auge werfen. Das geht ganz ohne Feldstecher und Deep digging im Internet. Verwendet werden lediglich die Websites smartvote.ch und das elektronische Telefonverzeichnis.

Peter Wild, Nr. 32 auf Liste 3

Auf Liste 3 bringt die Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) ihren Kandidaten Nr. 32 ins Rennen. Peter Wild, wohnhaft im oberen Teil der Oberdorfstrasse, hat Jahrgang 1967, hat seine Hochschul-Ausbildung als Dr.oec. abgeschlossen und noch ein MBA am IMD in Lausanne angehängt. Heute ist er als Linienpilot auf Langstrecke tätig. Der Bürger von Basel BS und Gossau ZH ist reformiert, verheiratet und hat keine Kinder. Als Hobbies nennt er Segeln und Bergsteigen. Sein Lieblingsfilm ist "Matrix". Wild ist aktiver Rotarier (Vorstandsmitglied) und Vizepräsident der FDP des Bezirks Dielsdorf.

Das findet man (bis auf die Adresse) alles auf Smartvote.ch. Wer wissen will, ob Peter Wilds Ansichten zu den eigenen passen, kann sich auf der Website von Smartvote anmelden, dort die gleichen Fragen wie er beantworten und dann den eigenen spidergraph mit diesem hier vergleichen:



Erika Fehr, Nr. 14 und Peter Fehr, Nr. 22 auf Liste 26

Die Liste 26 wurde der Freiheits-Partei/die Auto-Partei (FPS/AP) zugeteilt. Auf dem Platz 14 kandidiert (wie auch schon vor vier Jahren) Erika Fehr, Jahrgang 1952, wohnhaft an der Trottenstrasse. 2007 ist auch ihr Mann Peter Fehr, Jahrgang 1951, auf der Kandidatenliste vertreten. Erika gibt als heutigen Beruf kaufmännische Angestellte an, Peter ist Maschinenschlosser. Beide haben Bürgerort Niederglatt ZH. Über ihre sonstigen Interessen und Mitgliedschaften haben sie auf Smartvote.ch nichts weiter verraten.

Dafür aber die Fragen für den Spider beantwortet. So findet man bei Smartvote diese beiden Radargraphen, den von Erika Fehr (oben) wie den von Peter Fehr (unten):



Fazit: Aussenpolitisch geschlossen

Bemerkenswert ist, dass alle drei von (weiterer) aussenpolitischer Öffnung und Engagements offenbar wenig bis gar nichts halten. Damit sind sie voll im Trend der Mehrheit der Weiacher Stimmberechtigten, welche in den letzten Jahren auch abstimmen gingen. Abstimmungsthemen mit solcher Ausrichtung stossen bei diesen Weiachern nicht auf offene Ohren. Interessant auch, dass der FDP-ler Wild Law&Order viel stärker favorisiert als die FPS-Kandidaten.

Freitag, 5. Oktober 2007

Lesen für Chinesen verboten

WeiachBlog ist für Chinesen zu gefährlich. Wer in der VR China online geht, darf diese Zeilen nicht lesen.

Was die dortigen staatlichen Zensoren so alles für gefährlich halten und ihre Landsleute deshalb auf keinen Fall sehen dürfen, kann man bei http://www.greatfirewallofchina.org/ herausfinden.

Einfach URL eintippen, warten - und sich dann über die bei uns noch herrschende Meinungsfreiheit freuen.

Für WeiachBlog sieht das Resultat so aus (zum Vergrössern anklicken):


Quelle

  • Ein Artikel über das Picidae-Projekt auf dem Recherchenblog (Übrigens eine absolute Perle, was Recherchier-Tips, Tools und Site-URLs anbelangt! Sehr empfehlenswert!)

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Hohentengen-Bashing by Rita Fuhrer

Da geht also eine Zürcher Regierungsrätin nach St. Gallen (vgl. ZU, 4.10.07, S. 13) und beklagt sich dort in einem Vortrag am Center for Aviation Competence (CFAC) der Universität St. Gallen über den Bürgermeister einer kleinen Gemeinde: er bestimme die deutsche Luftfahrtpolitik gegenüber der Schweiz. Die Rede ist von unserem nördlichen Nachbarn Hohentengen am Hochrhein und deren Bürgermeister Martin Benz:

«Einer einvernehmlicheren Lösung als der geltenden Deutschen Verordung (DVO) stünden», so Oliver Steimann vom Zürcher Unterländer, «verschiedene Hindernisse im Weg. «Berlin» wolle nur mit dem Segen Baden-Württembergs zu einer Verständigung Hand bieten. In Stuttgart sei man dazu nur bereit mit dem Einverständnis des Landkreises Waldshut. Und Waldshut bewege sich nicht ohne Zustimmung aus Hohentengen. «Deshalb ist es leider so, dass der Bürgermeister von Hohentengen die Politik in Berlin bestimmt.» Fuhrer ist überzeugt, dass eine Rückkehr zur früheren Nordausrichtung des Flugbetriebs illusorisch bleibt, auch mit dem gekröpften Nordanflug. «Die heutigen Ostanflüge werden wir nicht mehr zurücknehmen können.»»

Selbstverschuldete Folgen schamloser Vertragsverletzungen

Ja, das sagt WeiachBlog schon lange. Hätte man sich nur an die vor etwa 25 Jahren ausgehandelten Bestimmungen der Verwaltungsvereinbarung von 1984 gehalten. Hätte man den Deutschen (und allen in der Pistenachse 14 gelegenen Schweizer Gemeinden von Weiach bis Höri) nicht ohne mit der Wimper zu zucken und wider Treu und Glauben und in flagranter Verletzung der Vereinbarung Jahr für Jahr Tausende von zusätzlichen Anflügen aufs Auge gedrückt und so den guten Willen über die Massen beansprucht. Dann hätte man heute eine gute Verhandlungsbasis. Aber so?

Die historische Nordausrichtung ist realpolitisch tot. Punkt. Die Deutschen werden da keinen Millimeter nachgeben. Fuhrer sieht das offenbar ein, weiss aber nicht, wie sie das den Südschneisern auf dem Pfannenstil und an der Goldküste verklickern soll - ohne dass diese gleich wieder publizistisch Amok laufen. Die im Ostanflug Wohnenden machen auch ganz schön Dampf. Irgendwas muss die Zürcher Regierung da tun - mindestens pro forma. Deshalb haut Fuhrer auf das kleine Hohentengen ein, das angeblich die hohe Berliner Politik steuern soll.

Hohentengen von beiden Seiten instrumentalisiert

Dabei ist es so, dass die Grenzgemeinde auch auf der nördlichen Seite des Rheins nur für eigene Zwecke benutzt wird: Die Cleverles im Landratsamt zu Waldshut, in der Landesverwaltung von Baden-Württemberg in Stuttgart und in den Luftfahrtämtern zu Berlin schieben Hohentengen und die Erholungsregion Schwarzwald nur deshalb vor, weil das a) die eigene Karriere befördert und/oder b) sie aus anderen Gründen nicht mehr verhandeln wollen. Jahrelang hat man sich in Bonn und Stuttgart um die eigenen Bürger am Rande der Provinz foutiert. Jetzt aber kann man - um nur einen möglichen Grund zu nennen - den Flughafen Zürich zugunsten der Hubs in Frankfurt am Main und München ausbremsen. Da kommt ein Hohentengen (das den Fluglärm schon länger satt hat) gerade recht.

Fuhrer und Dettling auf dem Holzweg

Die Zürcher Regierung hoffe nun, dass der «Gekröpfte» bereits im ersten Quartal 2008 eingeführt werden könne, steht auf Seite 1 des heutigen Unterländers. Wenn Fuhrer aber glaubt, die Deutschen mit dem gekröpften Nordanflug am Verhandlungstisch zu Konzessionen zwingen zu können, dann ist sie auf dem Holzweg. Wie würden wir denn auf solche Druckversuche und Kraftmeiereien reagieren? Eben. Erst recht wenn wir am längeren Hebel wären.

Die Juristin Regula Dettling, Beraterin der Swiss sprach in St. Gallen ebenfalls zum Thema Nordanflug. Auch sie gibt Traumtänzereien à la Wiedereinführung der natürlichen Nordausrichtung «kaum noch Erfolgschancen». Mit anderen Worten: die «noch hängigen Verfahren gegen die deutschen Anflugbeschränkungen» verpuffen weitgehend wirkungslos.

Gekröpfter Nordanflug: Aktivismus als politische Beruhigungspille

Dass der deshalb aus dem Hut gezauberte gekröpfte Nordanflug (GNA) reine politisch motivierte Zwängerei ist, dass Aufwand und Ertrag - gemessen an der tatsächlichen Kapazität dieses Verfahrens - in keinem Verhältnis zueinander stehen, das wurde von Dettling und Fuhrer natürlich nicht erwähnt.

Dettling ist offenbar der Meinung, der GNA finde «hoheitsrechtlich [...] ganz klar über Schweizer Boden statt.» Auf dem Papier mag das ja stimmen. Aber so wie ich die Piloten aus jahrzehntelanger Erfahrung als Überflogener kenne, wird der eine oder andere trotzdem nördlich des Rheins (oder zumindest näher als im Mindestabstand) in die Kurve gehen.

Dann werden sich die Deutschen beschweren. Aber verhandlungsbereiter werden sie dabei sicher nicht. Denn hier geht es nicht nur um «einen einzigen Passus in den einschlägigen Vorschriften», d.h. konkret die Grenzabstände bei der Ideallinie (minimal: eine oder zweieinhalb Meilen?). Sondern um Fairness und gegenseitige Achtung. Mit Worten wie dem Fazit zur Haltung Berlins: «Die Hunde bellen, und die Karawane zieht weiter.» (Dettling zitiert nach ZU-Journalist Steimann) zeigt man nur eines: Arroganz bis zum Abwinken.

Unser Fazit: 1. Karawanen bestehen aus Kamelen. 2. Manche von denen lernen es wohl nie. (Oder sind die Zürcher die kläffenden Hunde und die Deutschen die Karawane?)

Quellen und frühere WeiachBlog-Artikel zum Thema