Freitag, 5. Januar 2007

Weiacher Feuerwehrabzeichen

Die beiden hier abgebildeten Herren waren schon einmal auf WeiachBlog zu sehen: Am 27. Mai 2006 im Artikel über den Jubiläumsanlass des Bezirksfeuerwehrverbands Dielsdorf (BFVD).

Es sind dies Gemeinderat Max Griesser und Ortsfeuerwehrchef Hauptmann Otto Meier.

Im Bild die wohl lokalpatriotischsten Gradabzeichen, die es aus Weiacher Sicht derzeit gibt. In genau einem Exemplar. Und sogar das ist dem Vernehmen nach ein Auslaufexemplar. Umso wichtiger, dass man es für die Nachwelt festhält.

Denn die ehedem mannschaftsstarke, selbstständige Weiacher Ortsfeuerwehr ist ja nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt Geschichte.

Donnerstag, 4. Januar 2007

Traktorenausstellung statt Pferdeweide

Die Chälenstrasse zeichnet sich dadurch aus, dass sie in ihrem vorderen Teil nicht lückenlos von Gebäuden gesäumt ist. Die Chälen und der Rest des Dorfes haben so immer noch eine gewisse Eigenständigkeit im Ortsbild - wenn auch nur für den aufmerksamen Beobachter, der aus diesem Fehlen von Gebäuden die richtigen Schlüsse zieht.

Nun soll eine der Wiesen zugebaut werden und zwar die zwischen den Liegenschaften Fölsch/Burckhardt (Chälenstr. 12, links im Bild), Gander (Chälenstr. 10, im Hintergrund) und Werthmüller (Chälenstr. 6, rechts nur das Grenzweglein sichtbar):


Vom Pferd zum Traktor

Und was soll da entstehen? Nachdem hochfliegende Pläne für ein Mehrfamilienhaus offenbar begraben werden mussten, ist nun ein neues Bauprojekt auf dem Tapet:

«Andreas Gander, Chälenstr. 20, 8187 Weiach
Neubau Traktorenausstellungsgebäude mit ausbaubarem Estrich
AV-Kat.-Nr. 130, Chälenstrasse, Kernzone A KA

Planauflage/Rechtsbehelfe

20 Tage bei der Gemeinderatskanzlei Weiach. Während dieser Zeit können Baurechtsentscheideschriftlich beim Gemeinderat angefordert werden. Wer das Begehren nicht innert Frist stellt, hat das Rekursrecht verwirkt. Die Rekursfrist läuft ab Zustellung des Entscheides (§§ 314 bis 316 PBG).
»

Noch ist allerdings gar nichts gelaufen. Die baumbestandene, als Pferdeweide genutzte Wiese ist nach wie vor unberührt. Und wenn es nach dem Schreibenden ginge, dann dürfte sie das auch noch lange bleiben. Denn wenige Meter quer über die Strasse gibt es ja bereits seit Jahren die Traktorenwerkstatt der Gebrüder Meier.

Dort könnte man die Boliden der Ackerfurche doch genauso gut besichtigen, findet der WeiachBlogger.

Quelle

  • Ausschreibung eines Bauprojektes. In: Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, Oktober 2006 - S. 5.

Mittwoch, 3. Januar 2007

MGW in neuer Aufmachung

Die Mitteilungen für die Gemeinde Weiach kommen mit der Januar-Nummer 2007 in neuer Aufmachung daher.

Zum Vergleich mag das alte Erscheinungsbild mit dem Impressum auf der Titelseite dienen: Artikel vom 4. November 2005.

Eindruck: Puristisch modern. Mit viel leerem Raum auf der Titelseite. Schade ist nur, dass die in alle Haushaltungen verteilte Printausgabe im Gegensatz zu der von der Gemeindewebsite herunterladbaren Acrobat-Datei nur in schwarz-weiss gedruckt ist. Da geht doch viel von der farbenfrohen Schönheit des Neujahrsgrusses von Hans Rutschmann verloren, finden Sie nicht auch?

Blättert man weiter, findet man das neue Text-Layout im offiziellen Teil der Herausgeberin, der politischen Gemeinde (vgl. nächste Abbildung). Das sieht dann doch arg nach einer uniformen Bleiwüste aus. Die alte Struktur hat dem WeiachBlogger wesentlich besser gefallen und war besser lesbar. Aber immerhin prangt jetzt das Logo der politischen Gemeinde über deren Beiträgen. Das ist wiederum ein positiver Punkt.

Kein offiziöser Anstrich mehr

Neu ist auch eine überarbeitete Kapitelstruktur. Erstmals erhalten die Weiacher Geschichte(n) eine eigene Rubrik: «Geschichtliches». Vorteil: Die Beiträge des Ortshistorikers aus der Chälen verlieren ihren quasioffiziellen Charakter.

Die Weiacher Geschichte(n) erscheinen nun auch im Inhaltsverzeichnis als das, was sie schon immer waren: Eine privat finanzierte Liebhaberei, die nicht im Auftrag der Gemeinde entsteht. Der Autor erhält kein Honorar, dafür bezahlt er keine Druckkosten.

Quelle

Dienstag, 2. Januar 2007

Eine vom Wind verwehte Halle steht für Weiach

Am heutigen Bächtelistag ist der traditionelle Ausgabetag der sogenannten Neujahrsblätter.

Dasjenige der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich hat der WeiachBlogger dieses Jahr gespannt erwartet. Denn angekündigt war, dass aus Anlass des 175-jährigen Bestehens der Gesellschaft ein Buch mit einem architektonischen Beispiel aus jeder Gemeinde des Kantons herausgegeben werde.

So pilgerte der Blogger am 2. Januar kurz nach 10 Uhr in die Zentralbibliothek am Zähringerplatz und erstand gegen Bareinzahlung seines Mitgliederbeitrags einen dicken, in blau gehaltenen Band. Ohne grosszügige Druckkostenzuschüsse wäre die Produktion nicht möglich gewesen, das steht fest.



Lagerhalle, 1969-1999

Schon der Titel «Vom Grabhügel zur Ökosiedlung» zeigt, welche Spanne von Bauwerken zu einer Besprechung gekommen ist.

Für Weiach ist es nicht etwa die 300-jährige Pfarrkirche im Bühl, auch nicht eines der alten Bauernhäuser. Nein, ausgewählt wurde ein Bau, der für Weiach aus heutiger Stadtzürcher Sicht typisch ist: eine Lagerhalle auf dem Areal der Weiacher Kies AG im Hard.

Genau genommen gibt es die imposante 30 Meter hohe Halle gar nicht mehr. Sie wurde nach 30 Jahren Ende Dezember 1999 buchstäblich vom Winde verweht. Eine besonders wuchtige Böe des Sturms «Lothar» riss das Dach (80 m lang, 40 m breit) aus allen Verankerungen und warf es kopfüber in den östlich angrenzenden Wald.

Deshalb kam die Eigentümerin unverhofft zu einer neuen Halle, die an derselben Stelle errichtet wurde und neu auch Teile der Verpackungsanlage beherbergt.

«Albert Meiershofer»?

Der Artikel über die Lagerhalle zu Weiach wurde von Sebastian Brändli, einem der Herausgeber der «Zürcher Bau-Geschichten», verfasst. Der promovierte Historiker ist im Berufsleben «Amtschef des Hochschulamts des Kantons Zürich» und im Ehrenamt der gegenwärtige Präsident der Antiquarischen Gesellschaft.

Sein Beitrag entstand nicht im luftleeren Raum. Über die besagte Lagerhalle gibt es schon mindestens zwei Vorläuferpublikationen, die Brändli inspiriert haben dürften - beide erschienen im Werk Verlag (vgl. Quellen und Literatur). Weiter hat er einen Zeitungsbericht des Zürcher Unterländers über das spektakuläre Ende der Halle als Opfer Lothars verwendet und zitiert.

Auch die älteste im Druck weit verbreitete Monografie Walter Zollingers zur Geschichte von Weiach (erschienen 1972) hat in Brändlis Beitrag ihren Niederschlag gefunden: Mit Zollingers Trauer über den durch den Kiesabbau noch beschleunigten Rückgang der Landwirtschaft.

Alles in allem ist der Beitrag durchaus gelungen, sowohl was die Themenwahl wie auch die Darstellung anbelangt. Etwas getrübt wird das Bild durch die falsche Schreibung des Namens von Albert Meierhofer-Nauer, des Hauptpromotoren unseres Kieswerks.

Den Familiennamen «Meiershofer» gibt es schlicht nicht. Überlegte Brändli da gerade an «Meyers Lexikon» herum? Dort ist Weiach genauso wenig mit einem eigenen Eintrag vertreten, wie es je ein «s» in einem der häufigsten Familiennamen des Dorfes gegeben hat.

Quellen und Literatur

  • Offene Lagerhalle für Feinsand in Weiach ZH. Konstruktion Häring und Co. AG, Pratteln. In: Werk 58:10 (1971: Okt) - S. 656-657.
  • 540 Offene Lagerhalle für Feinsand der Weiacher Kies AG 1969, Weiach.
    Häring&Co., Pratteln. In: Schweizer Architekturführer 1920-1990. Band 1 - Nordost- und Zentralschweiz - S. 133. Werk Verlag; Zürich 1992 [ZBZ LS 70 DUR 530:1].
  • Brändli, S.: Lagerhalle (Weiach, 1969). In: Vom Grabhügel zur Ökosiedlung. Zürcher Bau-Geschichten. Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Band 74 (171. Neujahrsblatt) - S. 330-331.

Montag, 1. Januar 2007

Lukratives Wohnen

Die Marketingsprache ist ein seltsames Instrument der Sprachschöpfung. Geboren aus dem Zwang, beim potentiellen Kunden genau die richtigen Knöpfe zu drücken, die bei ihm Interesse oder gar den Kaufentscheid auslösen, werden da frischfröhlich sprachliche Neukompositionen auf den Schild gehoben und ins Kampfgetümmel geworfen.

Die zum Titel dieses Neujahrsbeitrags erkorene Kombination habe ich auf Immohit.ch gefunden. Da wird sogar noch eins draufgesetzt. Gleich zwei Reizwörter rüsten auf zur Killerapplikation:

«Lukratives Wohnen im sehr steuergünstigen Weiach (Zürich Unterland)»

Wenn es darum geht, den Antisteuern-Reflex im Menschen auszulösen, dann ist eine solche Schlagzeile natürlich unschlagbar. Aber wahrscheinlich ist das auch nötig, wenn man eine grad jüngst neu erstellte 4½-Zimmer-Wohnung (115 m2) an der Stockistrasse 2a (d.h. im Ortsteil Chälen und damit nicht am Sonnenhang) für 2'130 Franken im Monat vermieten will.

Etwas weniger marktschreierisch aber immer noch klar auf die monetäre Karte setzend, die Headline «Steuergünstig Wohnen» für eine 5-Zimmer-Wohnung an der Bergstr. 6 (120 m2 für 2'211 Franken pro Monat).

Werben mit der Steuergunst ist wirklich sehr beliebt. «Gemütliche Dachwohnung im steuergünstigen Weiach» ist schon das dritte Beispiel auf immohit.ch - hier für eine Dach-Wohnung an der Stadlerstrasse 17 (dem mittleren Post-Gebäude, vgl. WeiachBlog vom 1. Mai 2006). Nur 3 Zimmer, aber 115 m2. Zum Spotpreis von 1'600 Franken. Ok, die Wohnung liegt an der Kantonsstrasse mitten durchs Dorf. Günstig ist das dennoch nicht.

«Wohnen wird sich für Sie lohnen...»

Der Preis für die sprachliche Kür im privaten Steueroptimierungswettbewerb geht aber klar an eine Wohnung an der Winkelstrasse, die zum Kauf steht: 4½ Zimmer, 103 m2, Fr. 337'000.-

Irgendwie muss man schliesslich aus der NZZ-Schlagzeile «Die Weiacher haben deutlich mehr vom Lohn» etwas herauszuholen versuchen. Die zahlungskräftigen Zeitgenossen sollen schliesslich nicht alle in den Kanton Zug oder noch weiter weg in die Zentralschweiz abhauen.

Scheele Blicke aus dem Zurzibiet

Dass solche Marktschreierei nichts Neues ist, konnte man schon vor etwas über zwei Jahren in der Aargauer Zeitung lesen. Die liess sich über das Marketing des Bezirks Zurzach und einiger Weiacher wie folgt aus:

«Die Zurzibieter sind sich der Schönheiten ihrer Gegend bewusst und wissen diese mittlerweile auch zu vermarkten. Standortmarketing heisst das Zauberwort. Ensprechend wird im Bezirk geweibelt, organisiert, über die Bezirksgrenzen hinaus lobbyiert. Mit dem Ziel, hoffnungsvolle und erfolgreiche Unternehmen, Arbeitsplätze und damit auch neue Steuerzahler in den Bezirk zu holen. Man hat erkannt, dass Stillstand Rückschritt bedeutet. Allerdings wäre es manchmal besser, wenn der Hebel auch in den eigenen Gemeinden angesetzt würde.

Denn im gemeinsamen Gemeinde-Mitteilungsblatt von Fisibach und Kaiserstuhl ist ein rund halbseitiges Inserat erschienen, das nicht unbedingt den Standortmarketing-Bemühungen im Zurzibiet entspricht. «Wohneigentum in der Steueroase Weiach», lautet der Titel. Angeboten werden Eigentumswohnungen in einer «ästhetisch ansprechenden Überbauung mit vier Mehrfamilienhäusern in klassischer Architektur».

Die Vorzüge Weiachs werden mit den wohlklingendsten Adjektiven angepriesen. Wie zum Beispiel «Autobahnanschluss in nur 2 Kilometer Entfernung». Immerhin gibts dann doch noch einen positiven Bezug zum Zurzbiet: «Direkte Busverbindung zum Nachbarort Kaiserstuhl», heisst es. Das liesse auch den Umkehrschluss zu, dass die Weiacher ebenso gut ins aargauische Städtlein ziehen könnten und weiterhin eine gute Verbindung in ihre Gemeinde hätten.
»

Mittlerweile hat das Zurzibiet mit einer eigenen Image-Kampagne samt Website reagiert. Und der WeiachBlogger ist gespannt, was die künftigen Jahre an Marketingsprüchen noch bringen werden. Besonders interessant wird es dann, wenn mit der Erschöpfung der abbaubaren Kiesreserven die Zeit der tiefen Steuerfüsse unwiederbringlich zu Ende geht.

Quellen
  • Am Wochenende des grossen Weinfestes Wasser gepredigt. In: Aargauer Zeitung, 9. Oktober 2004.
  • Die Weiacher haben deutlich mehr vom Lohn. Wo das Leben im Grossraum Zürich wie teuer ist. In: Neue Zürcher Zeitung, 27. Juli 2006.

Sonntag, 31. Dezember 2006

Schluss mit Hausgeburten - tempi passati?

Gebären zuhause. Das war in unserer Gegend über Jahrhunderte der Normalfall. Im besten Fall standen der Gebärenden eine Hebamme oder erfahrene Frauen aus der Nachbarschaft zur Seite.

Auf jeden Fall war da kein Spital und keine moderne Apparatemedizin. Die meisten der vor den 40er-Jahren Geborenen sahen den Spital - wenn überhaupt - erst nach der Geburt.

Vor 50 Jahren: Keine einzige Hausgeburt mehr

«Erstmals hat keine einzige der Frauen dies Jahr im eigenen Heim geboren, sondern alle in Spitälern, meist Bülach. Dies wohl darum, weil die zuständige Hebamme in Niederglatt, also ziemlich weit weg wohnt. Es wird wohl in Zukunft so bleiben», orakelte Walter Zollinger in seiner Jahreschronik 1956.

«Das Zivilstandsregister verzeichnet pro 1956 für Weiach: 21 Geburten», vermerkt Zollinger an anderer Stelle. Und all diese Frauen gingen zum Gebären ins Spital! Die Hausgeburt war sozusagen klinisch tot.

Heute: Renaissance spitalexterner Geburten

«Was einst normal und fest in Frauenhand war, ist heute Ausnahmefall und gehört in die medizinische Abteilung. Für mich war es deshalb auch nicht erstaunlich, dass meine Mutter Zeter und Mordio schrie, als sie von den Hausgeburtsplänen hörte, meine Grossmutter aber nicht mit der Wimper zuckte. Es ist eine Generationenfrage, und ich gehöre gerne zu denen, die für einen erneuten Wechsel pfaden», schrieb die Journalistin Suzanne Zahnd vor einigen Jahren im NZZ Folio.

Heute ist es wieder modern geworden, sein Kind zuhause zur Welt zu bringen. Nur bei wenigen Prozent der Geburten zwar, aber immerhin. Die Statistik der freipraktizierenden Hebammen Sektion Zentralschweiz und Schwyz (vgl. Link in den Quellen) gibt jedenfalls spannende Einblicke. Oder hätten Sie gedacht, dass im Kanton Nidwalden fast 20% aller Geburten spitalextern stattfinden?

In Zukunft dürfte der Trend auch noch aus einem anderen Grund in Richtung Hausgeburt gehen. Krankenkassen weigern sich offenbar zunehmend, die hohen Kosten der Spitäler zu bezahlen, wenn der natürliche Vorgang des Gebärens in einem Geburtshaus oder mit einer Hebamme auch kostengünstiger von statten gegangen wäre.

Quellen

Samstag, 30. Dezember 2006

Dezemberwetter 1956

Heute morgen konnte man noch den Rauhreif an den Gräsern bewundern. Und einen halben Tag später, kurz vor Mitternacht? Stürmisches Westwindwetter. Die Temperatur liegt einiges über Null.

Von Schnee kann keine Rede sein. Jetzt nicht und an Weihnachten auch nicht. Das war vor 50 Jahren ganz anders. Damals gab's noch «Weisse Weihnachten».

Doch lesen Sie selber, was Walter Zollinger aus seinen täglichen Wetteraufzeichnungen in die Jahreschronik 1956 hat einfliessen lassen:

«Endlich Dezember, Christmonat! Er beginnt mit drei ziemlich kalten, aber doch sonnigen Tagen (-5°C); dann folgen bis und mit 16.12. milde, aber meist trübe, z.T. leicht regnerische Tage, nur fünfmal ist "sonniger Nachmittag" notiert. Mehrmals steigen die Nachmittagstemperaturen auf +8°, +10° und +11° hinauf. Der 17.12. brachte nun aber einen starken Reif, der sich am 18. und 19. wiederholte. Da die Nachmittage dann sonnig oder milde-neblig waren, bildete sich eine für den Strassenverkehr und die Bahnen gefährliche Situation. (z.T. Zugsverspätungen auf unserer Rheintallinie bis zu 20 Minuten!). Nun folgen Tage mit Nebel und Rauhreif am Vormittag, kurzen Sonnenblicken am Nachmittag. In den Nächten vom 22./23./24. Dezember gabs etwas Schnee, je ca. 3 cm, damit also eine "weisse Weihnacht". Da der 24. und 25.12. ziemlich kalt blieben (-4°, -7°), am 2. Weihnachtstag sogar über Mittag und bis in den frühen Nachmittag hinein neuerdings Schnee fiel, überzog nun eine herrlichweisse Decke Boden und Dächer. Das Monatsende hält sich beständig unterhalb 0° und bringt am 29. nochmals etwas Schnee. Daneben zeichnet sich das Jahresende durch eine anhaltende Hochnebeldecke aus. Die Kinder aber freuen sich, dass sie die kurzen Weihnachts- und Neujahrsferien wieder einmal mit Schlitten- und Skifahren verbringen dürfen!»

Bereits im WeiachBlog erschienene Wetterartikel

Weiacher Wetter im Jahre 1955 (28. Dezember 2005)
Januarwetter 1956 (14. Januar 2006)
Februarwetter 1956 (12. Februar 2006)
Märzwetter 1956 (6. März 2006)
Aprilwetter 1956 (13. April 2006)
Maiwetter 1956 (9. Mai 2006)
Juniwetter 1956 (12. Juni 2006)
Juliwetter 1956 (13. Juli 2006)
Augustwetter 1956 (22. August 2006)
Septemberwetter 1956 (20. September 2006)
Oktoberwetter 1956 (21. Oktober 2006)
Novemberwetter 1956 (21. November 2006)

Quelle
  • Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1956 – S. 5 (Original in der Zentralbibliothek Zürich, Handschriftenabteilung, Signatur: G-Ch Weiach 1956)

Freitag, 29. Dezember 2006

Weiacher Primarschüler vom Journalismus elektrisiert

Eine Zeitungsseite machen. Eine, die dann auch von den Grossen gelesen wird. Die vieltausendfach gedruckt im Unterland in die Briefkästen flattert. Die dann auch ebenso farbig im Internet abrufbar ist. Kein Wunder waren die an der zweiten Auflage des Projekts «Zeitung in der Schule» beteiligten Primarschüler Feuer und Flamme.

Auch die 5. Klasse im Primarschulhaus Hofwies erhielt diese Gelegenheit. Das Resultat kann man im Zürcher Unterländer vom 22. Dezember 2006 sehen:


Dort findet man auch das folgende Selbstporträt:

«Wir sind zwischen zehn und zwölf Jahre alt. Es sind acht Mädchen und drei Jungs in unserer Klasse. Simone Kramer, unsere Lehrerin, gehört natürlich auch dazu. Wir sind ausgerüstet mit allem, was man für einen Zeitungsartikel braucht. Das heisst: Fotokamera, Schreibzeug, Notizzettel, Presseausweis und viele Fragen. Damit haben wir uns auf Gian Trionfini vom EKZ gestürzt. In einer Strassenumfrage haben wir herausgefunden, dass die Leute in Weiach Sonnenkraftwerke und Wasserkraftwerke gut und umweltfreundlich finden und einen Abend ohne Strom mit Kerzen verbringen würden. Wir mussten hart arbeiten für den Zeitungsbericht. Dafür sind wir stolz darauf.»

Ziel erreicht. Aber warum wurden gerade die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) zum Thema? Einer der Gründe: die Unternehmung ist einer der Sponsoren des Projekts «Zeitung in der Schule». Und einen lokalen Bezug gibt es auch: Die EKZ sind der Hauptlieferant der Elektrizitäts-Genossenschaft Weiach, die zwar über keine eigenen Kraftwerke verfügt, jedoch im Besitz der örtlichen Übertragungsnetze ist.

Deshalb richtete sich das Interesse der Schülerinnen und Schülern vor allem auf den Ansprechpartner aus Fleisch und Blut und die Berichterstattung über die Kraftwerke in der nächsten (zürcherischen) Nachbarschaft. Der Schülereifer schlug sich in den Titeln «Energie steckt überall drin» und «Wo entsteht Strom?» nieder. Aus letzterem stammt das nachstehende Zitat:

«Das Kraftwerk Burenwisen in Glattfelden läuft schon lange nicht mehr, weil die Glatt umgeleitet wurde. Um 1919 wurde das Kraftwerk in Eglisau gebaut. 1920 waren die Maschinen dort betriebsfähig. Das Wasserkraftwerk in Eglisau deckt 0,6 Prozent der Schweiz mit Strom ab. Die sieben Generatoren bringen zusammen eine Leistung von 23 Megawatt. Das ist etwa ein Hundertstel eines Kernkraftwerks. Strom wird aber auch durch Wind und Sonne hergestellt, das heisst durch Windrad oder Solarzellen. Strom ist im Alltag sehr wichtig, weil fast jedes Haushaltgerät mit Strom betrieben wird.»

Quelle
  • Zeitung in der Schule. Beiträge der 5. Klasse, Weiach. In: Zürcher Unterländer, 22. Dezember 2006 - S. 3.

Mittwoch, 27. Dezember 2006

Stumme Krippenfiguren in Lebensgrösse

Zuerst lag da vor der Liegenschaft Brüngger an der Chälenstrasse 19 nur eine Plastikkuh. Ganz einsam vor einem leeren Holzhüttchen. Was die da zu suchen hat?

Seit dem Heiligabend wissen wir es. In einem Marktstand aus Holz sind drei ebensolche Figuren versammelt - in und um eine Krippe aus rohen Tannenstämmchen. Unschwer zu erkennen, wer dargestellt werden soll: die Heilige Familie natürlich.


Die liegende Kuh (hier nicht im Bild, meine kleine Digital-Kamera war am Weihnachtstagmorgen um 6 Uhr noch nicht zu lichtstarken Grosstaten aufgelegt) war ursprünglich eine hellblau-weisse - eine echte Zürcher Kuh aus Polyester, wie sie mit vielen Dutzend anderen vor Jahren einen Sommer lang die Zürcher Innenstadt verschönerte (oder verschandelte, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten).

Auf Anfrage von WeiachBlog verriet Karin Brüngger, die Plastik-Kuh sei umgespritzt worden, da die originale Farbkombination für eine Christnacht-Kuh etwas zu schräg dahergekommen wäre.

Zu besichtigen ist die Freiluftkrippe noch bis zum 6. Januar - dann werden die Adventsfenster und andere Installationen wieder eingemottet.

Sonntag, 24. Dezember 2006

Wie man eine Hausgeschichte schreibt

«Wie alt ist ein Haus? Wann wurde es gebaut? Wem gehörte es in früherer Zeit?»

Diese Fragen stellt sich früher oder später mancher, der nicht gerade in einem selbst gebauten Haus wohnt.

Ein ganz spezielles Weihnachtsgeschenk für Besitzer und Bewohner älterer Häuser wollte ich Euch nicht vorenthalten. Unter das Bäumchen gelegt hat es Hans Ulrich Pfister vom Staatsarchiv des Kantons Zürich.

Es handelt sich um eine Handreichung, einen Wegweiser, ein Hilfsmittel zur Erstellung von «Hausgeschichten»:

«Im Staatsarchiv Zürich liegen die Archivquellen, mit denen die ältere Geschichte von Häusern und Liegenschaften im Kanton Zürich erforscht werden kann. Ein Wegweiser zu diesen Quellen will Interessierten den Zugang erleichtern und zur Hausforschung einladen.»

Wer jetzt allerdings gleich ins Staatsarchiv will, der muss sich noch bis Dienstag, 9. Januar 2007 gedulden. Wie die übrige Kantonsverwaltung, so ist auch das Staatsarchiv über Weihnachten und Neujahr geschlossen.

Informationen wie die Brandassekuranznummer kann Ihnen für Weiach allerdings auch der Autor dieses Blogs vermitteln. E-Mail mit der Angabe der heutigen Adresse genügt.

Weiterführende Literatur