Sonntag, 31. Dezember 2006

Schluss mit Hausgeburten - tempi passati?

Gebären zuhause. Das war in unserer Gegend über Jahrhunderte der Normalfall. Im besten Fall standen der Gebärenden eine Hebamme oder erfahrene Frauen aus der Nachbarschaft zur Seite.

Auf jeden Fall war da kein Spital und keine moderne Apparatemedizin. Die meisten der vor den 40er-Jahren Geborenen sahen den Spital - wenn überhaupt - erst nach der Geburt.

Vor 50 Jahren: Keine einzige Hausgeburt mehr

«Erstmals hat keine einzige der Frauen dies Jahr im eigenen Heim geboren, sondern alle in Spitälern, meist Bülach. Dies wohl darum, weil die zuständige Hebamme in Niederglatt, also ziemlich weit weg wohnt. Es wird wohl in Zukunft so bleiben», orakelte Walter Zollinger in seiner Jahreschronik 1956.

«Das Zivilstandsregister verzeichnet pro 1956 für Weiach: 21 Geburten», vermerkt Zollinger an anderer Stelle. Und all diese Frauen gingen zum Gebären ins Spital! Die Hausgeburt war sozusagen klinisch tot.

Heute: Renaissance spitalexterner Geburten

«Was einst normal und fest in Frauenhand war, ist heute Ausnahmefall und gehört in die medizinische Abteilung. Für mich war es deshalb auch nicht erstaunlich, dass meine Mutter Zeter und Mordio schrie, als sie von den Hausgeburtsplänen hörte, meine Grossmutter aber nicht mit der Wimper zuckte. Es ist eine Generationenfrage, und ich gehöre gerne zu denen, die für einen erneuten Wechsel pfaden», schrieb die Journalistin Suzanne Zahnd vor einigen Jahren im NZZ Folio.

Heute ist es wieder modern geworden, sein Kind zuhause zur Welt zu bringen. Nur bei wenigen Prozent der Geburten zwar, aber immerhin. Die Statistik der freipraktizierenden Hebammen Sektion Zentralschweiz und Schwyz (vgl. Link in den Quellen) gibt jedenfalls spannende Einblicke. Oder hätten Sie gedacht, dass im Kanton Nidwalden fast 20% aller Geburten spitalextern stattfinden?

In Zukunft dürfte der Trend auch noch aus einem anderen Grund in Richtung Hausgeburt gehen. Krankenkassen weigern sich offenbar zunehmend, die hohen Kosten der Spitäler zu bezahlen, wenn der natürliche Vorgang des Gebärens in einem Geburtshaus oder mit einer Hebamme auch kostengünstiger von statten gegangen wäre.

Quellen

Samstag, 30. Dezember 2006

Dezemberwetter 1956

Heute morgen konnte man noch den Rauhreif an den Gräsern bewundern. Und einen halben Tag später, kurz vor Mitternacht? Stürmisches Westwindwetter. Die Temperatur liegt einiges über Null.

Von Schnee kann keine Rede sein. Jetzt nicht und an Weihnachten auch nicht. Das war vor 50 Jahren ganz anders. Damals gab's noch «Weisse Weihnachten».

Doch lesen Sie selber, was Walter Zollinger aus seinen täglichen Wetteraufzeichnungen in die Jahreschronik 1956 hat einfliessen lassen:

«Endlich Dezember, Christmonat! Er beginnt mit drei ziemlich kalten, aber doch sonnigen Tagen (-5°C); dann folgen bis und mit 16.12. milde, aber meist trübe, z.T. leicht regnerische Tage, nur fünfmal ist "sonniger Nachmittag" notiert. Mehrmals steigen die Nachmittagstemperaturen auf +8°, +10° und +11° hinauf. Der 17.12. brachte nun aber einen starken Reif, der sich am 18. und 19. wiederholte. Da die Nachmittage dann sonnig oder milde-neblig waren, bildete sich eine für den Strassenverkehr und die Bahnen gefährliche Situation. (z.T. Zugsverspätungen auf unserer Rheintallinie bis zu 20 Minuten!). Nun folgen Tage mit Nebel und Rauhreif am Vormittag, kurzen Sonnenblicken am Nachmittag. In den Nächten vom 22./23./24. Dezember gabs etwas Schnee, je ca. 3 cm, damit also eine "weisse Weihnacht". Da der 24. und 25.12. ziemlich kalt blieben (-4°, -7°), am 2. Weihnachtstag sogar über Mittag und bis in den frühen Nachmittag hinein neuerdings Schnee fiel, überzog nun eine herrlichweisse Decke Boden und Dächer. Das Monatsende hält sich beständig unterhalb 0° und bringt am 29. nochmals etwas Schnee. Daneben zeichnet sich das Jahresende durch eine anhaltende Hochnebeldecke aus. Die Kinder aber freuen sich, dass sie die kurzen Weihnachts- und Neujahrsferien wieder einmal mit Schlitten- und Skifahren verbringen dürfen!»

Bereits im WeiachBlog erschienene Wetterartikel

Weiacher Wetter im Jahre 1955 (28. Dezember 2005)
Januarwetter 1956 (14. Januar 2006)
Februarwetter 1956 (12. Februar 2006)
Märzwetter 1956 (6. März 2006)
Aprilwetter 1956 (13. April 2006)
Maiwetter 1956 (9. Mai 2006)
Juniwetter 1956 (12. Juni 2006)
Juliwetter 1956 (13. Juli 2006)
Augustwetter 1956 (22. August 2006)
Septemberwetter 1956 (20. September 2006)
Oktoberwetter 1956 (21. Oktober 2006)
Novemberwetter 1956 (21. November 2006)

Quelle
  • Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1956 – S. 5 (Original in der Zentralbibliothek Zürich, Handschriftenabteilung, Signatur: G-Ch Weiach 1956)

Freitag, 29. Dezember 2006

Weiacher Primarschüler vom Journalismus elektrisiert

Eine Zeitungsseite machen. Eine, die dann auch von den Grossen gelesen wird. Die vieltausendfach gedruckt im Unterland in die Briefkästen flattert. Die dann auch ebenso farbig im Internet abrufbar ist. Kein Wunder waren die an der zweiten Auflage des Projekts «Zeitung in der Schule» beteiligten Primarschüler Feuer und Flamme.

Auch die 5. Klasse im Primarschulhaus Hofwies erhielt diese Gelegenheit. Das Resultat kann man im Zürcher Unterländer vom 22. Dezember 2006 sehen:


Dort findet man auch das folgende Selbstporträt:

«Wir sind zwischen zehn und zwölf Jahre alt. Es sind acht Mädchen und drei Jungs in unserer Klasse. Simone Kramer, unsere Lehrerin, gehört natürlich auch dazu. Wir sind ausgerüstet mit allem, was man für einen Zeitungsartikel braucht. Das heisst: Fotokamera, Schreibzeug, Notizzettel, Presseausweis und viele Fragen. Damit haben wir uns auf Gian Trionfini vom EKZ gestürzt. In einer Strassenumfrage haben wir herausgefunden, dass die Leute in Weiach Sonnenkraftwerke und Wasserkraftwerke gut und umweltfreundlich finden und einen Abend ohne Strom mit Kerzen verbringen würden. Wir mussten hart arbeiten für den Zeitungsbericht. Dafür sind wir stolz darauf.»

Ziel erreicht. Aber warum wurden gerade die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) zum Thema? Einer der Gründe: die Unternehmung ist einer der Sponsoren des Projekts «Zeitung in der Schule». Und einen lokalen Bezug gibt es auch: Die EKZ sind der Hauptlieferant der Elektrizitäts-Genossenschaft Weiach, die zwar über keine eigenen Kraftwerke verfügt, jedoch im Besitz der örtlichen Übertragungsnetze ist.

Deshalb richtete sich das Interesse der Schülerinnen und Schülern vor allem auf den Ansprechpartner aus Fleisch und Blut und die Berichterstattung über die Kraftwerke in der nächsten (zürcherischen) Nachbarschaft. Der Schülereifer schlug sich in den Titeln «Energie steckt überall drin» und «Wo entsteht Strom?» nieder. Aus letzterem stammt das nachstehende Zitat:

«Das Kraftwerk Burenwisen in Glattfelden läuft schon lange nicht mehr, weil die Glatt umgeleitet wurde. Um 1919 wurde das Kraftwerk in Eglisau gebaut. 1920 waren die Maschinen dort betriebsfähig. Das Wasserkraftwerk in Eglisau deckt 0,6 Prozent der Schweiz mit Strom ab. Die sieben Generatoren bringen zusammen eine Leistung von 23 Megawatt. Das ist etwa ein Hundertstel eines Kernkraftwerks. Strom wird aber auch durch Wind und Sonne hergestellt, das heisst durch Windrad oder Solarzellen. Strom ist im Alltag sehr wichtig, weil fast jedes Haushaltgerät mit Strom betrieben wird.»

Quelle
  • Zeitung in der Schule. Beiträge der 5. Klasse, Weiach. In: Zürcher Unterländer, 22. Dezember 2006 - S. 3.

Mittwoch, 27. Dezember 2006

Stumme Krippenfiguren in Lebensgrösse

Zuerst lag da vor der Liegenschaft Brüngger an der Chälenstrasse 19 nur eine Plastikkuh. Ganz einsam vor einem leeren Holzhüttchen. Was die da zu suchen hat?

Seit dem Heiligabend wissen wir es. In einem Marktstand aus Holz sind drei ebensolche Figuren versammelt - in und um eine Krippe aus rohen Tannenstämmchen. Unschwer zu erkennen, wer dargestellt werden soll: die Heilige Familie natürlich.


Die liegende Kuh (hier nicht im Bild, meine kleine Digital-Kamera war am Weihnachtstagmorgen um 6 Uhr noch nicht zu lichtstarken Grosstaten aufgelegt) war ursprünglich eine hellblau-weisse - eine echte Zürcher Kuh aus Polyester, wie sie mit vielen Dutzend anderen vor Jahren einen Sommer lang die Zürcher Innenstadt verschönerte (oder verschandelte, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten).

Auf Anfrage von WeiachBlog verriet Karin Brüngger, die Plastik-Kuh sei umgespritzt worden, da die originale Farbkombination für eine Christnacht-Kuh etwas zu schräg dahergekommen wäre.

Zu besichtigen ist die Freiluftkrippe noch bis zum 6. Januar - dann werden die Adventsfenster und andere Installationen wieder eingemottet.

Sonntag, 24. Dezember 2006

Wie man eine Hausgeschichte schreibt

«Wie alt ist ein Haus? Wann wurde es gebaut? Wem gehörte es in früherer Zeit?»

Diese Fragen stellt sich früher oder später mancher, der nicht gerade in einem selbst gebauten Haus wohnt.

Ein ganz spezielles Weihnachtsgeschenk für Besitzer und Bewohner älterer Häuser wollte ich Euch nicht vorenthalten. Unter das Bäumchen gelegt hat es Hans Ulrich Pfister vom Staatsarchiv des Kantons Zürich.

Es handelt sich um eine Handreichung, einen Wegweiser, ein Hilfsmittel zur Erstellung von «Hausgeschichten»:

«Im Staatsarchiv Zürich liegen die Archivquellen, mit denen die ältere Geschichte von Häusern und Liegenschaften im Kanton Zürich erforscht werden kann. Ein Wegweiser zu diesen Quellen will Interessierten den Zugang erleichtern und zur Hausforschung einladen.»

Wer jetzt allerdings gleich ins Staatsarchiv will, der muss sich noch bis Dienstag, 9. Januar 2007 gedulden. Wie die übrige Kantonsverwaltung, so ist auch das Staatsarchiv über Weihnachten und Neujahr geschlossen.

Informationen wie die Brandassekuranznummer kann Ihnen für Weiach allerdings auch der Autor dieses Blogs vermitteln. E-Mail mit der Angabe der heutigen Adresse genügt.

Weiterführende Literatur

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Adventszeit in den 50er-Jahren

Wie war das damals in unserem Dorf? Geruhsamer? Weniger Vorweihnachtsstress? Leider lassen sich solche Fragen mit dem von Walter Zollinger hinterlassenen schriftlichen Quellenmaterial nicht beantworten. Und mit dem Befragen von Zeitzeugen (oral history) ist das ja so eine Sache. Denn im Nachhinein wird manches positiver bewertet als in der jeweiligen Gegenwart.

Im Winter ist mehr Zeit für kulturelle Anlässe

Beschränken wir uns also auf die Jahreschroniken Zollingers. Blättern ein bisschen darin. Im ältesten Band über das Jahr 1952 steht unter dem Titel «Kirchliches Leben»:

«Von jeher waren Pfarramt und Kirchenpflege bestrebt, das kirchl. Leben durch religiöse, oft auch kulturelle Anlässe zu bereichern und zu vertiefen, dies vor allem in den für unsere Bauern etwas stillern, von Arbeit weniger überfüllten Wintermonaten November bis März. - So werden z.B. den Winter über jeden Dienstagabend in Weiach, jeden Freitagabend in Kaiserstuhl Bibelstunden gehalten; 1952 wurde dabei versucht, das Johannesevangelium auszulegen. Die Besucherzahl schwankt zwischen 15 bis 25 Personen, woran die Männer leider nur sehr bescheiden Anteil nehmen.»

Männer und religiöse Einkehr geht schlecht zusammen. Die hielten nach dem Melken und Holzen wohl lieber in den Wirtschaften Einkehr. Auch andere Kultur-Fragen dürften sie wohl in der Tendenz ebenfalls ihren Frauen überlassen haben:

«Auch eine bauernkulturelle Gruppe versammelt sich, unter Leitung der Pfarrfamilie, jeden 2. Sonntag pro Monat (Nov.- März) im Schulhaus. Das Thema dieses Winters war dem "Feierabend und Sonntag im Bauernhaus" gewidmet.»

Mütterabend, Männerabend und eine wiederholte Weihnachtsfeier

«Ausser diesen periodisch sich wiederholenden Zusammenkünften fanden 1952 noch folgende weitern kirchl. Anlässe statt:» (hier sind nur die in die Adventszeit fallenden aufgeführt)

«am 30. Nov. Mütterabend im Schulhaus; Frau Böll-Bächi Zürich redet über "Advent im Bauernhaus"»

«am 6. Dez. Männerabend im Rest. "Bahnhof"; Herr Pfr. Keller in Stammheim spricht über "Echte Männlichkeit"»

Man beachte die Lokale. Das Schulhaus für die Frauen. Die Beiz für die Männer. Das passt. Die Frage was echte Männer ausmacht, ist offensichtlich ein zeitloses Thema. Was der Pfarrer aus dem Weinland da wohl erzählt hat?

Und unweigerlich rückt auch Weihnachten näher: «am 21. Dez. Von Kirchenchor, Männerchor, Schülerchor und dem Pfarramt wird eine Adventfeier in der Kirche durchgeführt. Die Schüler der Sonntagsschule und des Hoffnungsbundes erfreuen sich an den alljährlichen Weihnachtsfeiern, an denen sie jeweilen den zahlreich erscheinenden Eltern Krippenspiele oder dergl. aufführen dürfen. Für Kaiserstuhl fand diese Feier am 21., für die Weiacher am 26. Dezember statt.»

Ungarnhilfe und Schulsylvester

Für das Jahr 1956 findet man für die Adventszeit unter dem Titel Primarschule die folgenden Einträge: «12. Novbr.: Obst- und Kartoffelsammlung f. d. Ungarhilfe.» sowie «1. Dezbr.: auch an der Weihnachtsaktion f. d. Ungarkinder (Kerzli u. Schokolade) beteiligten wir uns.» (vgl. dazu den WeiachBlog-Artikel Erinnerung an die Ungarnhilfe 1956 vom 13. Dezember 2006).

«22. Dezbr.: der alljährliche Schulsylvester.» Ein Brauch, den es heute leider vielerorts nicht mehr in der alten Form gibt, weil entweder der Vandalismus aus dem Ruder gelaufen ist, oder die Toleranzschwelle der Erwachsenen tiefer liegt als früher.

Quelle

  • Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1952. Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich. Signatur: G-Ch Weiach 1952 - S. 7-9.
  • Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1956. Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich. Signatur: G-Ch Weiach 1956 - S. 11.

Montag, 18. Dezember 2006

«Es sind ja fast nur Behördenmitglieder da»

Politische Gemeinde, Primarschulgemeinde und Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Weiach. In dieser Reihenfolge fanden vor einer Woche die Weiacher Budgetgemeinden statt. In traditionsgemässer Abfolge wie aufgelistet und wie immer in der Adventszeit - heuer am 11. Dezember 2006.

«Es sind ja fast nur Behördenmitglieder da». Mit diesen Worten eröffnete der Gemeindepräsident, Gregor Trachsel, kurz nach 20 Uhr die Veranstaltung im Gemeindesaal unter der Turnhalle. Er verzichtete daher auf eine Vorstellung der Mitglieder des Gemeinderats. Und in der Tat war man «en famille»: gerade einmal 30 Stimmberechtigte wurden gezählt, Gemeinderat inklusive.

Tages-Anzeiger glänzte mit Abwesenheit

Die Zürcher Landzeitung, der noch junge Verbund von Zürcher Unterländer und Neuem Bülacher Tagblatt, war trotz allem mit einem Vertreter vor Ort. Auf die Frage, ob Nichtstimmberechtigte im Saal seien, hob ZU-Redaktor Florian Riesen brav die Hand.

Die Regionalredaktion Unterland des Tages-Anzeigers demonstrierte dagegen Desinteresse und hielt es nicht für nötig, sich in Weiach auch nur zu zeigen. Ein weiterer Hinweis darauf, dass es dem Tages-Anzeiger primär um den Umsatz, und weniger um die Region selber geht. Immerhin wird der WeiachBlog mehr oder weniger regelmässig abgegrast.

Doch kommen wir zu den eigentlichen Geschäften des Abends, den Budgets.

In den Budgetgemeinden geht es um den Voranschlag des folgenden Jahres. Meist ist das eine Formsache. Der Grund ist ein ganz einfacher und hängt eng zusammen mit dem Desinteresse der grossen Mehrheit der Stimmberechtigten: Der Spielraum der Gemeinden wird nämlich immer kleiner. Nur noch wenige Budgetposten können überhaupt in eigener Kompetenz bewilligt werden. Über den grossen Rest bestimmt der Kanton - zum Teil bis ins kleinste Detail hinein.

Ziel: Keine Steuererhöhung

Wie ein roter Faden zieht sich diese Maxime quer durch die drei Gemeinden. Die politische Gemeinde präsentierte ein Balkendiagramm welches die Entwicklung über die letzten zehn Jahre zeigt. Sie ist im wesentlichen ausgeglichen. Festzustellen ist aber schon seit längerer Zeit ein hoher Aufwandüberschuss. Deshalb gelte die Maxime: «Inveschtizione schträhle, wo’s nu gaat», sagte Gemeindepräsident Trachsel. Man will den Steuerzahler möglichst nicht vergraulen.

Anschluss ans LeuNet

Dennoch sind einige Investitionen unumgänglich. So muss beispielsweise die EDV der Gemeinde ans so genannte «LEUnet» des Kantons angeschlossen werden. Grund für diese Auslagerung auf einen externen Server sei die zunehmende Zentralisierung von Funktionen der Einwohnerkontrolle, der Militärverwaltung und der Verarbeitung der Steuererklärungen. Sie alle verlangten neue Programme, die auf den bestehenden Rechnern nicht mehr installiert werden können. Der Vorteil sei immerhin, dass ein grosser Teil der Infrastruktur eingespart und der EDV-Raum im Parterre des Gemeindehauses zu einem weiteren Besprechungsraum umfunktioniert werden könne. Kostenpunkt: 80'000 Franken.

Als weitere Kosten für nächstes Jahr sind die Verfahrenskosten des Quartierplans See-Winkel mit 17'000 Franken veranschlagt. Die eigentliche Erschliessung des Gebiets See-Winkel ist für 2009 vorgesehen und soll mit 250'000 Franken zu Buche schlagen.

Das Ortsmuseum erhält ein neues Dach

Im nächsten Jahr unumgänglich sei die Sanierung des Daches des Ortsmuseums am Müliweg 1. Neue Balkenlagen und Sparrenlagen sind vorgesehen, zu Gesamtkosten von 75'000 Franken. Nur so ist sichergestellt, dass es nicht mehr in die elektrischen Installationen hineinregnet - was vor einigen Monaten gleich zweimal in einer Nacht zu einem Feueralarm führte (WeiachBlog berichtete am 5. Februar: Brandmelder entdeckt Dachschaden). Für die Erneuerung des Spielplatzes sind 40'000 Franken vorgesehen.

Entschleunigung auf der Stadlerstrasse nimmt Formen an

Für die Projektierung der Verkehrsberuhigung auf der Stadlerstrasse sind 80'000 Franken vorgesehen. Präsident Trachsel hängte an der Stirnwand des Saals eine grosse, farbig gedruckte Planrolle auf. Sie sei soeben eingetroffen und daher noch nicht mit den Beteiligten (insbesondere der Schulpflege) besprochen worden.

Ins Auge sticht darauf beispielsweise die neue Diagonalverbindung vom Gemeindehaus zum Schulhaus-Komplex - quer über die Strasse. Diese soll überdies durch eine 2.5 m lange Mittelinsel geteilt werden. Das Ziel ist, die Autos hinter dem anhaltenden Bus warten zu lassen. Die Intention ist ganz deutlich: man will einen direkten Bezug der Spielplatz-Wiese (zwischen Gemeindehaus und Baumgartner-Jucker-Haus) zum Schulhausareal herstellen.

Weitere Bauvorhaben: Belag erneuern und Kanalnetz sanieren

Das ist aber noch nicht alles. Über die nächsten Jahre wird im Gebiet Winkelstrasse-Büelstrasse-Oberdorfstrasse eine Belagserneuerung fällig. Sie soll 2008 ausgeführt werden und 20'000 Franken kosten. Im darauffolgenden Jahr ist die Strassenbeleuchtung im Quartier See-Winkel vorgesehen - für 120'000 Franken. Die neu zu erstellende Kanalisation im selben Gebiet soll 30'000 Franken kosten.

Ein grosser Brocken wird in Tranchen unterteilt: die Sanierung des Kanalisationsnetzes wird in den Jahren 2007 bis 2010 jedes Jahr mit 50'000 Franken alimentiert. Auch der Anschluss an die ARA Hohentengen will finanziert sein: das kostet bis 2010 jährlich 90'000 Franken, der Kantonsbeitrag von 2000 Franken pro Jahr fällt da kaum ins Gewicht. Eine wirksame Entlastung bringen die von den Grundeigentümern zu berappenden Anschlussgebühren im Gebiet See-Winkel. Sie sollen sich auf 60'000, dann zwei Jahre 40'000 und noch einmal 4000 Franken belaufen. Der Generelle Entwässerungsplan schlägt mit 24'000 Franken zu Buche, abzüglich 8000 Franken Bundes- und 1000 Franken Staatsbeitrag.

Wasserversorgung: Quellfassung Brunngasse sanieren

Ähnliches ist bei den Wasseranschlussgebühren des Quartierplangebiets budgetiert: 48'000 und dreimal 40'000 Franken über die Jahre 2007-2010.

Das wichtigste Vorhaben für 2007 ist jedoch die Sanierung der Quellfassung Brunngasse. Sie soll 90'000 Franken kosten (nach Angaben des Gemeindepräsidenten «wahrscheinlich weniger») . Der Generelle Wasserversorgungsplan (GWP) wird erst 2008 spruchreif - mit Kosten von 10'000 Franken.

Ebenfalls 2008 werden für die Gemeinde Kosten von 50'000 Franken aus dem Quartierplan Bedmen erwachsen, da die politische Gemeinde dort ein Stück Land besitzt.

Schliesslich sind noch der Sicherheitszweckverband Glattfelden-Stadel-Weiach mit 2007 vorgesehenen 10'000 und 2008 zu budgetierenden 20'000 Franken zu nennen. Ein signifikanter Budgetposten ist ausserdem das Spital Bülach mit einem Gemeindeanteil von 77'000 Franken für 2007, 45'000 für 2008, 33'000 für 2009 und noch 11'000 für 2010.

Wo es mehr und wo es weniger kostet

Interessant sind die Abweichungen zum Voranschlag 2006. Auf der Aufwandseite sind dies:

  • Mehr EDV-Kosten: +22'000 Franken (RZ-Anschluss ans LEUnet; Investitionen viel tiefer als wenn man eine eigene Anlage kaufen würde).
  • Sockelbeiträge Spitäler: (für jeden Spitaltag eines Einwohners der Gemeinde) +60'000 Franken !!
  • Sozialhilfe: +69'000 Franken (die Anzahl der Fälle hat zugenommen).

Soziales schlägt sich denn auch mit 15%, Behörden und Verwaltung mit 20% im Aufwand nieder. Auf der Ertragsseite gibt es Erfreulicheres:

  • Gewinnausschüttung ZKB: +40'000 Franken (es wird ein gutes Ergebnis erwartet, was bei 20 Milliarden Boni für die Kader einer einzigen Grossbank auch nicht verwundert)
Die Liegenschaftengebühren machen 13% aus. Finanzen und Steuern hingegen mehr als die Hälfte: 56%.

Aufwandüberschuss - und warum die Steuern nicht erhöht werden mussten

Im Budget 2007 ist der Aufwandüberschuss mit Abschreibungen auf 494'450 Franken voranschlagt. Bei Abschreibungen von 444'500 Franken ist der eigentliche Überschuss also lediglich ca. 49'000 Franken. Dieses Defizit darf nicht höher sein als 3 Steuerprozente. Werden sie überschritten, müssen die Steuern zwingend erhöht werden. Der Kanton verhindert mit dieser Vorschrift zu grosse Entnahmen aus dem Eigenkapital. Eine Gemeinde soll nicht plötzlich mittellos dastehen, weil sie sich zu Tode gespart hat.

Der Haken an der Sache ist die Bewertung der Liegenschaften. Eine Gemeinde mit viel Land kann alle 10 Jahre, wenn jeweils eine Neubewertung erfolgt, beträchtliche Buchgewinne erzielen. Allein für Weiach kommt auf diese Weise 1 Million Franken an Anlagevermögen hinzu (das Industrieland des Kieswerks musste aufgrund des Baurechtszinses höher bewertet werden). Bleibt zu hoffen, dass ein drastischer Preiszerfall des Bodens nicht auch gleich die Gemeinden in den Ruin treibt.

Für 2007 ist der Steuerfuss der politischen Gemeinde auf 18% festgesetzt, was 432'000 Franken abwirft. Der Rest des Aufwandüberschusses wird durch Eigenkapitalentnahme gedeckt. Weiter teilte der Gemeindeschreiber mit, die 79% Eigenfinanzierungsgrad seien kein schlechtes Resultat, räumte aber ein, die Gemeinde werde dadurch schleichend ärmer, weil die Substanz abnehme.

Ärgernisse 1 und 2 des Abends: Katzengeschäfte und Autowracks

Die Traktanden 2 und 3 waren schon im Vorfeld zurückgezogen worden. Anschliessend an die Annahme des Budgets ging man daher direkt zur Allgemeinen Umfrage über. Schriftliche Eingaben waren keine erfolgt. Dafür wurden direkt Fragen gestellt:
  • Der bekieste Übergang vom alten zum neuen Friedhofsteil befriedigt nicht, denn dort erledigten die Katzen ihr Geschäft. Könnte man dieses Kies nicht verringern?
    Gemeindepräsident Trachsel erklärte, er habe das auch festgestellt, das sei aber ein nicht ganz einfaches Problem. Pflästerung wie im alten Friedhofsteil habe finanziell nicht dringelegen. Zu groben Schotter hätte man man auch nicht gewollt. Fazit: Man könne nichts anderes machen, bis man eine bessere Lösung finde. Wie die allerdings aussehen soll, blieb offen.
  • Als nächstes wurde das nach wie vor trostlose Aussehen des neuen Friedhofsteils thematisiert. Trachsel sagte, die Bäume würden nun ordentlich wachsen. Ausserdem seien Pfingstrosen in der Wiese gesetzt worden. Im übrigen sei das halt so mit Neuanlagen von Friedhöfen - das seien einfach nur Wiesen, wenn man nicht für teures Geld einen Park daraus mache wie in der Stadt. Gemeinderat Boris Macullo fügte hinzu, nächstes Jahr werde die Pflege intensiviert. Es solle dann zwar nicht mehr Begrünung geben, die vorhandene werde aber anders gepflegt.
  • Die nächste Beschwerde aus der Runde betraf das Abstellen von defekten Autos und Autowracks auf dem Parkplatz des Restaurants Bahnhof.
    Dem Gemeindepräsidenten ist dieser unschöne Zustand sehr wohl bewusst. Es brauche aber «einen härteren Tatbestand, dass wir etwas in den Händen haben». Sonst könne man gegen die dafür Verantwortlichen nicht mit der nötigen Schärfe vorgehen.

Ärgernis 3: Wieder einmal die Cablecom

Schliesslich wurde noch das leidige Thema Cablecom angeschnitten. «Kannst Du dazu etwas sagen?», wurde der Gemeindepräsident gefragt. Die Antwort liess an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig: «Die Cablecom ist Meister in der Hinhaltetaktik. Wir haben zwar einen Brief bekommen, aber gemacht wurde nichts. Sie gehen nur dorthin, wo es viele Abonnenten hat und wo sie viel herausholen können. Wir haben versucht Druck zu machen. Sie kamen um zu erklären, wie arm sie seien und schlussendlich kam heraus, dass die Gemeinde 100'000 Franken in die Hand nehmen müsste. Dann käme das digitale Fernsehen etwas früher, sagten sie». Doch bis 2010 müssten sie den Ausbau ohnehin bewerkstelligen, denn dann werde es nur noch Digitalfernsehen geben.

Was die Swisscom anbelange, liege der Fall etwas anders: Dort hänge es an der zu schwachen Zentrale in Stadel. Die Leitungen seien schnell ausgewechselt oder schon ausreichend für die gewünschten Datendienste, sagte Trachsel.

In Rekordzeit abgehandelt: das Budget der Primarschulgemeinde

Die folgende Schulbudgetgemeinde war schnell vorbei. Rainer Hüssy konnte ebenfalls lediglich 30 Stimmberechtigte begrüssen, sich selber und die Mitglieder der Schulpflege inklusive.

Das Verlesen des Budgets war leider eine ziemlich lustlose Folienübung - viel zu kurz gezeigt und noch knapper kommentiert. So macht es keinen Spass. Wer die Unterlagen nicht schon im stillen Kämmerlein en détail studiert hatte, der blieb ob des hohen Tempos auf der Strecke.

Trotzdem seien hier einige Eckdaten gegeben. Beim Aufwand ist vor allem die Sonderschulung zu nennen. Sie allein verschlingt nach Voranschlag 200'000 Franken - Tendenz steigend!

Beim Ertrag fällt auf: 88% stammen aus Steuern und Kapitaldienst. Um den Steuerfuss konstant zu halten, wurden im Jahr 2007 überhaupt keine Investitionen vorgesehen.
2008 oder im Jahr darauf werde dann aber der Rote Platz fällig. Dieser grosse Brocken von 100'000 Franken liegt der Schulpflege ziemlich auf dem Magen. Zumal die Nutzung dieses Hartplatzes nur klein sei, meinte der Präsident der Schulpflege auf Nachfrage.

Der Beibehaltung des Steuerfusses auf dem Niveau von 46% wurde seitens der Versammlung denn auch kommentarlos zugestimmt. Das hängt einerseits damit zusammen, dass die Steuersätze der letzten zehn Jahre sich im Schnitt auf 47.6% belaufen. Andererseits (und vor allem) aber damit, dass ca. 90% der Ausgaben von der Schulpflege gar nicht beeinflusst werden können. Der grösste Ausgabeposten, die Personalkosten, wird nämlich vom Kanton vorgegeben. Fragt sich nur, weshalb dann die Lehrerlöhne nicht gleich direkt aus Kantonsmitteln finanziert werden.

Es geht sogar noch kürzer: Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde im Schnellverfahren

Kurz vor 21 Uhr verliessen die Katholiken und einige Gemeindebedienstete den Saal. Immerhin 20 Stimmberechtigte wurden für die letzte Budgetgemeinde des Abends noch gezählt - wieder inklusive der Kirchenpflege selber, versteht sich.

Zum Voranschlag äusserte sich die Pflege überhaupt nicht. Das könne man alles in den Unterlagen nachlesen. Auf S. 33-34 würden die wesentlichsten Abweichungen festgehalten. Das war den Anwesenden offenbar Auskunft genug. Der Voranschlag 2007 wurde bei unverändertem Steuerfuss kommentarlos genehmigt.

In der Allgemeinen Umfrage wurde mitgeteilt, dass von einer Durchführung der Kirchgemeindeversammlung am Sonntag nach dem Gottesdienst Abstand genommen werde. Die Budgetgemeinden sollten alle am selben Abend stattfinden. Man überlege sich nun, künftig die Reihenfolge der Versammlungen situativ zu ändern, also beispielsweise die Kirchgemeinde als erste, dann die politische und schliesslich die Primarschulgemeinde.

Mit der Anmerkung, dass gegen die gefassten Beschlüsse schriftlich Beschwerde beim Bezirksrat erhoben werden könne, schloss Kirchgemeindepräsidentin Karin Klose die Versammlung.

Alles über die Bühne - in knapp über einer Stunde.

Artikel zu den letztjährigen Budgetgemeinden

Sonntag, 17. Dezember 2006

Kirche zu verkaufen

Sie wollten schon immer eine eigene Kirche? Dann haben Sie jetzt in Weiach die Gelegenheit, eine zu kaufen. Für eine schlappe Million, samt Baulandreserve.

Dieses ziemlich ungewöhnliche Inserat entdeckte ich vor einigen Wochen nach kurzer Webrecherche. Suchbegriffe: "Kindergartenweg 4" und "Weiach". Die Adresse der Neuapostolischen Kirche Weiach.

Die Coiffeuse als Info-Drehscheibe

Warum ich gerade danach gesucht habe? Den Tipp gab mir meine Coiffeuse. Coiffeusen sind die lokalen Infobroker. Da erfährt man(n) die jüngsten Neuigkeiten, vom Kinoprogramm im Amphitheater bei Hüntwangen bis zu den neuesten Bauvorhaben – denen vor ihrer Haustüre (ein Projekt mit drei rotgetünchten Einfamilienhäusern, dem die schönen Obstbäume auf dem Grundstück zum Opfer gefallen sind) und einer zum Verkauf stehenden Kirche.

Wegen Mangels an Nachwuchs

Die neuapostolische Kirche soll verkauft werden? Es scheint so. Zumindest prüft die Religionsgemeinschaft die Wassertemperatur. Sonst hätte die Livit AG wohl kaum dieses Objektblatt online gestellt.

«Verkaufsobjekt, Code: ZH06.V006
Bauland mit bestehender Kirche
Kindergartenweg 4, 8187 Weiach
Grundstückfläche m2 2'802
Preis CHF 950'000
»

Um den Kundenkreis etwas zu erweitern (nicht jeder braucht eine eigene Kirche) wird offenbar sogar darüber nachgedacht, den Sakralbau zum Abbruch freizugeben, auch wenn das etwas schöner formuliert ist:

«Heutige Nutzung

Heute besteht ein Kirchenbau auf dem Grundstück. Dieser kann, muss aber nicht erhalten werden. Nach eventuellem Rückbau, kann das Grundstück, gemäss den massgebenden Bauvorschriften, frei von jeglichen Altlasten, neu bebaut werden.
»

Hinter den Verkaufsabsichten steht die Auflösung der Neuapostolischen Gemeinde in Weiach. Ein Anschlag an der Kirchentüre teilt mit, dass dieses Gotteshaus geschlossen sei und man sich bitte nach Glattfelden begeben solle. Nach Aussagen des früheren Gemeindeleiters gab mangelnder Nachwuchs den Ausschlag zur Fusion der Weiacher Gemeinschaft mit der Nachbargemeinde.

Mittwoch, 13. Dezember 2006

Erinnerung an die Ungarnhilfe 1956

Die erste Bundesrätin der Schweiz, Elisabeth Kopp, half im Winter 1956 als junge Frau den Ungarnflüchtlingen. Und mit ihr Tausende ungenannt und unbekannt gebliebene Schweizerinnen und Schweizer.

Auch durch unser Dorf ging damals eine Solidaritätswelle, wie man einem Artikel über den Frauenverein Weiach entnehmen kann. Die Aktuarin schrieb gestern vor 50 Jahren ins Protokollbuch:

«Wie wir alle gewusst haben, war der Volksaufstand vom 23. Okt. auf furchtbare Weise unterdrückt worden. Das ganze Schweizervolk nahm herzlichen Anteil an diesem grossen Leid, das diesem freiheitsliebendem Volk nun geschehen ist. Das Rote Kreuz sammelte Lebensmittel, Kleider und Wäsche für die vielen Flüchtlinge die in unser Land gekommen waren. Auch in ihrem Land herschte grosse Not. Auch unser Verein führte eine Sammlung durch. Wir konnten dem Hilfswerk der evangelische Kirche [HEKS] über 300 kg Wäsche, Kleider und Schuhe schicken. Auch bei zweitenmal sandten wir noch 70 kg. Vielen Dank nochmals allen, die gestrickt hatten oder sonst so schöne Sachen gebracht hatten. Unsere Behörde stellte uns Fr. 200 zur Verfügung, um Wolle und Stoff zu kaufen.

Weiach, 12. Dez. 1956
Die Aktuarin: Fr. Näf.»


Quelle

Montag, 11. Dezember 2006

Holz vor der Hütte...

...und zwar richtiges Holz. (Was haben denn Sie gedacht *grins*?)


Im blauen Abendlicht: Der «Sternen»-Parkplatz mit dem ehemaligen Gasthof im Hintergrund. Aufgenommen am 27. November 2004 um 15:18 Uhr.


Mit der Sonne im Rücken: Aufnahme vom 2. März 2005 um 08:21 Uhr - ebenfalls beim «Sternen». Ein luxuriös überdachter Holzlagerplatz.

Alles andere als «viel Holz vor der Hütte» wäre in einer Gemeinde mit mehreren Quadratkilometern Waldfläche (461 von 964 Hektaren) ja auch eine Enttäuschung, findet der WeiachBlogger.