Dienstag, 30. Oktober 2012

Oktoberwetter 1962: ein trockener Geselle

Im Oktober vor 50 Jahren zeichnete sich erstmals ab, dass die Nässe im Frühling nun durch eine umso grössere Trockenheit kompensiert wurde. Für das Einfahren der Ernte (Obst und Trauben) war die trockene Witterung natürlich ein Vorteil:

«Oktober: Der "Weinmonat" war ebenfalls ein trockener Geselle. Wohl lagen an 15 Tagen Morgennebel über der Gegend und 11 mal sogar eine Hochnebeldecke. Regen aber fiel nur dreimal, sonst war es, vor allem an den Nachmittagen, immer sonnig oder "wolkig bis heiter". Die Temperatur war gegenüber dem Vormonat allerdings gefallen und zwar merklich. An den Morgen und Abenden selten mehr über 10°, meist um 6 oder 7° herum, einmal schon nahe der 0°-Grenze und am Morgen des 30.10. lag der erste Reif über den Wiesen (-2°). Die Nachmittage waren, weil viel sonnige, natürlich warm. Höchste Temperatur zeigte der Nachmittag des 5.10. mit 20°. Das trockene Wetter begünstigte die Herbstarbeiten in hohem Masse, vor allem die Obst- und Traubenernte.»

Gerade so extrem warm und sonnig wie das heurige Oktoberende (ein verspäteter «Altweibersommer» oder «indian summer») war der Oktober 1962 dann doch nicht. Aber trocken.

Quelle
  • Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1962 - S. 9-10. [Original in der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich. Signatur: G-Ch Weiach 1962].
[Veröffentlicht am 9. November 2012]

Sonntag, 30. September 2012

Septemberwetter 1962: ein annehmbarer Herr

So wie der August war auch der September vor 50 Jahren ein guter Monat für die Landwirtschaft, wie man Zollingers Jahreschronik entnehmen kann:

«September: Im grossen und ganzen ein annehmbarer Herr. Am Anfang sogar ganz warme und schöne Zeit, höchstens Morgennebel oder hie und da nachts etwas Regen (7 mal); nur wenig regnerische Vor- oder Nachmittage, einmal etwas Wind, am 12.9. abends sogar stürmisch. In der Mitte des Monats begann allerdings eine kühle Woche (18. bis 26.9.) mit Temperaturen von nur 3 1/2° bis höchstens 5° am Morgen. Das Monatsende aber wird wieder milder, bis zu 11° "Morgenwärme". Etwas was wohl noch selten vorkam: am 24.9. war im Schulhaus --- geheizt!
Höchsttemperaturen: morgens 16°, mittags 27°, abends 12°
Tiefsttemperaturen: morgens 3 1/2°, mittags 12°, abends 7°.
Der "Härdöpflet" geht wacker vor sich; der Ertrag sei gut, die Knollen durchwegs von mittlerer Grösse. Auch Obst und Trauben geniessen die warme erste Monatshälfte.
»

Dass das Schulhaus früher kaum so früh im Jahr geheizt wurde, war unter anderem wohl auch dem Umstand geschuldet, dass man in früheren Jahrzehnten aus Spargründen erst dann geheizt hat, wenn es wirklich unumgänglich war.

Quelle
  • Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1962 - S. 9. [Original in der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich. Signatur: G-Ch Weiach 1962].
[Veröffentlicht am 9. November 2012]

Freitag, 31. August 2012

Augustwetter 1962: seit Jahrzehnten nicht günstiger

Einen für die Landwirtschaft geradezu idealen Herbstanfang erlebte die Gemeinde Weiach vor 50 Jahren:

«August: Ein Anfang mit schwülen, gewitterschwangeren Tagen, platzregenartigen Schauern zwischen sonnigen Stunden; das geht so bis zum 8.8., von da an eine Woche sehr schönes Wetter, sodass die Getreideernte ihrem Ende entgegen gehen kann. Erst ab 15.8. wieder regnerische Nächte und Tage mit bedecktem Himmel, auch etwas abgekühlter Temperatur; am 14.8. noch 31° am Nachmittag, am 18.8. bloss mehr 19°. So geht es eigentlich während des ganzen Monats noch weiter: immer warmes, trockenes Wetter im Wechsel mit nächtlichen Gewitterschauern. Das ist ja sehr gut für die abgeernteten Felder und vor allem für das restliche Obst und die Trauben. "Seit Jahrzehnten kein so günstiger August wie der diesjährige", so kann man's in den Zeitungen lesen. Die Morgentemperaturen bewegten sich immer so zwischen 10° bis 20°, nachmittags zwischen 20° und 31° (einmal bloss 16°, nämlich nach der Regennacht vom 6./7. August), abends zwischen 15° und 22°. Stärkere Gewitter verzeichnete ich viermal.»

Der Getreide- wie auch der Obstertrag wurden denn auch für 1962 als befriedigend bezeichnet. Immerhin ein Lichtblick nach dem nasskalten Mai, welcher den Graswuchs nicht gerade förderte.

Quelle
  • Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1962 - S. 9. [Original in der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich. Signatur: G-Ch Weiach 1962].

[Veröffentlicht am 9. November 2012]

Donnerstag, 23. August 2012

Elektrizitätsgenossenschaft Weiach: 100 Jahre unter Strom

«Die Zeit war da, wo man sich in der ganzen Schweiz damit beschäftigte elektrisches Licht & Kraft einzuführen. Das Zürchervolk nahm ein Gesetz an, nach welchem der Kanton die Versorgung der Gemeinden mit elektrischer Energie an die Hand zu nehmen hatte.»

Diese Einleitung findet man im «Protokoll der Elektrizitäts-Commission Marthalen». Sie zeigt, dass die Stromversorgung vor rund einem Jahrhundert ihren Siegeszug auch an der Basis, auf der bäuerlich geprägten Landschaft antrat (Marthalen liegt im Zürcher Weinland).

Strom: Weichenstellung anfangs 20. Jahrhundert

Das oben erwähnte, in der kantonalen Volksabstimmung vom 15. März 1908 gutgeheissene Gesetz war auch zugleich der Startschuss für die Gründung der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ). Der Eintrag ins Handelsregister erfolgte am 2. Oktober 1908. Nur wenige Monate vorher wurden die Nordostschweizerischen Kraftwerke (heute: Axpo AG) gegründet: erster Handelsregistereintrag am 9. Dezember 1907.

Damals wurden also die Weichen punkto Stromnetz gestellt, wie man dem Historischen Lexikon der Schweiz entnehmen kann (e-HLS: Artikel Elektrizitätswirtschaft, Stand 16. Februar 2012):

«Die gegenwärtige Situation ist weitgehend auf Entscheidungen zurückzuführen, die zwischen 1880 und 1916 getroffen wurden. In den meisten grossen Schweizer Städten richteten in den 1880er Jahren Privatunternehmer in Pionierarbeit die ersten elektr. Beleuchtungsanlagen ein.»

Industriegebiete und Städte machen den Anfang

Schauen wir uns an, wann der elektrische Strom verschiedene Gemeinden erreichte: Zürich 1892, Schönenwerd 1895, Embrach 1904, Bubikon 1906, Otelfingen 1908, Marthalen 1911, Weiach 1912.

Grosse Städte wie Zürich waren ab 1892 erstmals mit elektrischer Energie versorgt worden (Gründung des Elektrizitätswerk der Stadt Zürich EWZ), die Bally-Werke sorgten dafür, dass das vor den Toren Aaraus liegende Schönenwerd schon vor der Jahrhundertwende erleuchtet wurde.

Meist wurde aber nicht das ganze Gemeindegebiet versorgt. Das war auch in Weiach nicht anders, als 1912 die Elektrizitäts-Genossenschaft Weiach das erste Verteilungsnetz errichten liess. Das Versorgungsgebiet der EGW beschränkt sich auch heute noch auf das eigentliche Dorfgebiet (vgl. das Kärtchen unten). Der Ofen-Hof und das Kieswerkareal beziehen ihren Strom von Osten her und direkt von den EKZ. Dasselbe gilt übrigens für Rheinsfelden und Zweidlen. Sie gehören nicht zum Versorgungsgebiet der Genossenschaft Licht- und Kraftwerke Glattfelden. Ähnliches gilt für Otelfingen (ebenfalls eine der wenigen Gemeinden im Unterland mit bis heute eigenem Stromversorgungsnetz).

Gemeindewerke erhalten Monopol

Warum die Boomzeit der Stromversorgung ausgerechnet auf die ersten Jahren des 20. Jahrhunderts fiel, erläutert das Historische Lexikon der Schweiz: «Die beiden Bundesgesetze, welche die aus Wasserkraft gewonnene Elektrizität betreffen, förderten die zunehmende Vielfalt der Anbieter: 1913 wurden erstmals über 1'000 Elektrizitätswerke gezählt, während es 1900 erst 140, 1905 490 und 1910 780 gewesen waren. Mit dem Gesetz von 1902 über die Starkstromanlagen wurde den Gemeindewerken offiziell eine Monopolstellung eingeräumt...» (Artikel Elektrizitätswirtschaft).

Heutiges Versorgungsgebiet EKZ

Auf der Website der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich findet man eine Karte, die detailliert zeigt, wo die EKZ direkt an den Endkunden liefern (blau: das «Detailversorgungsgebiet») bzw. die Lieferung über ein Gemeindewerk erfolgt (grün: das Endverteilergebiet). Das Gebiet von Weiach ist Teil der Netzregion Limmattal, das Gemeindegebiet von Glattfelden dagegen gehört zur Netzregion Weinland.



Interessant ist übrigens, dass Teile der Kantone Schwyz (Einsiedeln, Feusisberg, Wollerau und Freienbach), Zug (Gde. Menzingen und Teile von Baar und Neuheim), St. Gallen (Goldingen) und Thurgau (Oberneunforn und Teile von Fischingen) ebenfalls durch die EKZ versorgt werden.

[Veröffentlicht am 9. November 2012]

Montag, 6. August 2012

«Ungeheuerliche Flughafenkommunikation»

Der Weiacher Daniel Elsener, Präsident der EVP des Bezirks Dielsdorf, ist in den Leserbriefspalten der Unterländer Presse kein Unbekannter. Auch WeiachBlog hat sich schon mehrfach mit ihm und seinen Voten beschäftigt:
Das Thema ZFI (Zürcher Fluglärm-Index) zeigt, dass sich Elsener auch mit dem Flughafen beschäftigt. Was bei einem in Weiach wohnhaften Politiker kaum verwundert. Unter dem Titel «Wachstum als oberste Priorität» druckten Zürcher Unterländer (ZU) und Neues Bülacher Tagblatt (NBT) seine Antwort zum Artikel «Eine längere Piste ist unnötig», der in der Ausgabe vom 18. Juli erschien.

Kommunikativer Etikettenschwindel

Elsener selber gab seinem Beitrag den Titel «Ungeheuerliche Flughafenkommunikation». Und weil es in der Causa Flughafen Kloten tatsächlich seit Jahrzehnten immer wieder um kommunikative Etikettenschwindel zu Lasten der Überflogenen geht, habe ich ihn auch als Titel dieses Posts übernommen. Nachstehend der vom NBT (27. Juli 2012, S. 9) redaktionell bearbeitete Brief Elseners:

«Was von Seiten des «City»-Flughafens Zürich im Zusammenhang mit Staatsvertrag, Pisten, Sicherheit und gekröpften Nordanflug kommuniziert wird, ist gelinde gesagt dümmster Schwachsinn [NBT: das Dümmste] oder schlicht und einfach gelogen! Den Aussagen diesbezüglich von Airbus-Pilot Mathias Rieder im oben erwähnten Artikel, Pistenverlängerungen hätten überhaupt nichts mit Sicherheit zu tun, kann ich hierfür nur beipflichten.

Das eigentliche Problem, welches der Flughafen hat, ist: Er ist zu gross, zu laut (ZFI), zu dreckig, dem Umfeld nicht angepasst und leidet unter Anti-Loyalität durch den Süden und der Stadt Zürich. Und dabei möchte er so gern wachsen und Frankfurt so richtig einheizen. Wachsen, so wie es im Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) durch Flughafen, Kanton und Bund definiert wurde – und am liebsten noch eine Parallelpiste dazu. Von 200'000 auf 320'000 im Jahr 2000 und weiter auf 420'000 bis 540'000 Flugbewegungen im Jahr, also alle 40 Sekunden eine.

Wachstum über allem, und dem haben sich gefälligst alle unterzuordnen. Egal, wenn ganze Regionen im Kanton oder Süddeutschland lärmkanalisiert zwangsbeschallt werden. Es werde ganz schlimm mit dem Flughafen, wenn das alles nicht realisiert werden kann. Dies wird bei jeder Gelegenheit der Bevölkerung marketingmässig mit Erfolg eingetrichtert, denn niemand möchte ja auf die zwangsneurotische Mobilität verzichten.

Der Ausbau am Flughafen geschieht natürlich in milliardenteurer Salamitaktik-Manier, was sich dort als ewige Dauerbaustelle zeigt. Mit katastrophaler Auswirkung zeigt sich auch die Rechnung für 850 Meter Pistenverlängerungen 14/32 und 10/28. Kostenpunkt «nur» 500 Millionen, da ist ein Autobahnkilometer ein Klacks dagegen.

Die Nordausrichtung des Flugbetriebs ist nirgends in Stein gemeisselt. Würde der Süden gemäss gängigem Verursacherprinzip statt den 5 Prozent ähnliche Belastungen wie der Bezirk Dielsdorf (80 Prozent) tragen, wären Staatsvertrag, Pistenverlängerungen und gekröpfter Nordanflug überflüssig und obsolet.
»

Nachhaltig wäre anders

Leider ist es so, dass in der Tendenz erneut (wie seit Jahrzehnten) versucht wird, in technokratischer Manier am Volk - und vor allem an Minderheiten - vorbei, die von wirtschaftlichen Interessen verlangte Entwicklung durchzusetzen. Das zeigt das aktuelle Vorgehen des Bundesamts für Zivilluftfahrt (verantwortlich: Frau Bundesrätin Leuthard) ganz deutlich.

Irgendwann rächt sich das, denn wie schreibt Hans Burkhardt aus Birchwil gleich unter Elseners Beitrag so treffend: «Nicht Günstlingswirtschaft, sondern möglichst grosse Rücksicht auf alle vom Fluglärm Belasteten kann in unserem dicht besiedelten Land dem Flughafen Zürich-Kloten eine zuverlässige Zukunft sichern!».

Mit Sankt-Florians-Politik wie gehabt - und vermarktet als «gottgebene» Nordausrichtung - ist das nicht zu schaffen. Das müssten eigentlich auch die Südschneiser einsehen, die jetzt seit einigen Jahren erleben, wie sie von den Technokraten aller Couleur untergebuttert werden (wie der Flughafen-Norden seit Jahrzehnten).

Freitag, 3. August 2012

Die ausgefallene 1. August-Rede

Die Weiacher Rede zum Nationalfeiertag für die Nachwelt und die Abwesenden zum Nachlesen festhalten. Dies hat sich WeiachBlog seit mehreren Jahren zur Aufgabe gemacht. Auch 2012 war das Thema traditionsgemäss auf der Agenda. Aber erstens kommt es bekanntlich anders und zweitens als man denkt.

Aus Kreisen des dieses Jahr für die Organisation der Feier verantwortlich zeichnenden Turnvereins Weiach verlautete im Juli, als Rednerin sei Natalie Rickli im Gespräch gewesen: die SVP-Nationalrätin, die vor einigen Wochen mit ihrer Aussage, es habe zu viele Deutsche in der Schweiz, international für Aufsehen sorgte.

Das wäre natürlich ein spannender Abend geworden. Würde sie - quasi in Sichtweite der Bundesrepublik - die Deutschenschwemme thematisieren? Möglich, denn ihre Schwerpunkt-Themen sind: Medien, Sicherheit und Ausländerpolitik (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Natalie_Rickli bzw. http://www.natalie-rickli.ch/).

Keine Nationalrätin an Land gezogen

Wie man hört, sei es mit der Spannung aber nicht weit her gewesen. Zwar hätten die Mannen vom Turnverein die anwesenden ca. 70-90 Personen sehr gut bewirtet. Es gab die obligaten Schweinesteaks oder Wurst und feine Salate (inklusive Kartoffelsalat) bzw. Brot als Beilage.

Weniger gut kam an, dass es entgegen der Ankündigung offensichtlich nicht gelang, eine Ansprache zustandezubringen. Und dies, obwohl sich Gemeindepräsident Willi für den Notfall bereit erklärt hatte, einzuspringen. Dass ein eingeladener Redner ausfällt kann ja vorkommen. Leider hat man der Angelegenheit aber nicht das nötige Mass an Aufmerksamkeit geschenkt.

Nicht nur die 1. August-Rede 2012 fiel komplett aus. Etwas merkwürdig war auch, dass die anwesende Live-Band nicht in der Lage war, die Landeshymne zu spielen, sodass die anwesenden Weyacher gezwungen waren, den Schweizerpsalm unter Mithilfe einiger Vorsänger des Turnvereins a cappella zu intonieren.

Ansonsten sei es - berichtete man mir aus Weiach - gemütlich und warm gewesen. Auch das Höhenfeuer auf dem Stocki habe schön gebrannt. Und selbst Petrus hatte ein Einsehen: erst nach Mitternacht hat ein heftiges Gewitter das Dorf mit Blitzen und Regengüssen eingedeckt.

Braucht es überhaupt eine Rede?

Es ist ja nun nicht so, dass Feierlichkeiten mit vaterländischen Reden Pflicht wären. Im Oberemmental beispielsweise gibt es kaum derartige Ansprachen. Abgesehen von Bauernhof-Brunches wird eher im Familienkreis gefeiert und da und dort ein Höhenfeuer entzündet.

Auch im Zürcher Unterland ist durchaus eine Vielfalt festzustellen, wie man dem Zürcher Unterländer vom 2. August entnehmen konnte: die 1.-August-Feiern seien «ohne grosses Pathos» abgelaufen, dafür sei das «gemeinsame Feiern im Mittelpunkt» gestanden, so in Oberglatt das gemeinsame Cervelat-Bräteln. Es geht auch ohne Rede. Nur wenn man eine ankündigt erwarten die Anwesenden auch eine.

Bevor man also über den jungen OK-Mitgliedern den Stab bricht, muss man sich im Dorf nun darüber klar werden, welchen Stellenwert Ansprache und Hymne haben sollen.

Bedenken wir auch, dass der Sommer 2012 ein für Weiach unüblich dichtes Programm an Festen (50 Jahre Weiacher Kies im Juni und 100 Jahre Elektrizitätsgenossenschaft im August) bereithält. Bei beiden Anlässen ist auch der Turnverein massgeblich beteiligt. Da kann schon einmal etwas schiefgehen.

Seien wir gespannt auf die Rede vom 1. August 2013. So man denn eine organisieren möchte.

Zu den Reden vergangener Jahre

Wer trotzdem noch eine lesen will, findet hier die Links zu den Reden früherer Jahre: Regierungsrat Markus Kägi zum 1. August 2007, EVP-Bezirkspräsident Daniel Elsener zum 1. August 2008, Kantonsrätin Barbara Steinemann zum 1. August 2009, Gemeindepräsident Paul Willi zum 1. August 2010, sowie Gemeinderat Thomas Steinmann zum 1. August 2011.

[Veröffentlicht am 6. August 2012]

Dienstag, 31. Juli 2012

Juliwetter 1962: anfangs so kalt wie im April

Was den heurigen Juli betrifft waren die ersten drei Wochen nicht gerade sommerlich. Nass und kalt kamen sie daher. Überhaupt kein Heuwetter. Erst gegen Schluss des Monats war es schön und heiss - längst überfällig für das Emden von überständigem Gras. Aber ideal für Bodenheu, was Stromkosten für die Belüftung spart.

Auch der Juli vor 50 Jahren fiel ziemlich aus dem sommerlichen Rahmen, wie Walter Zollinger berichtet:

«Juli: Die erste Woche ist's meist bewölkt oder bedeckt mit Hochnebel und an den Nachmittagen meist leicht sonnig. Man wäre froh um nochmaligen Regen, damit das Emdgras nun wachsen könnte, und auch in den Gärten alles besser vorwärts käme. Aber statt Regen meldet sich immer der leidige Wind, bald von Westen, bald von Osten her; regnen will's und will's nicht recht. Der 5.7. bringt endlich etwas Regen, aber dazu ist es so empfindlich kühl, dass man fast glaubt im März oder April zu stehen. Nach Zeitungsmeldungen soll's seit 1758 keinen so kühlen Julitag mehr gegeben haben (ganzer Tag über höchstens um +9°). In den folgenden Tagen stieg gottlob das Thermometer ganz plötzlich wieder (27° am Mittag des 10.7. und 20° am Morgen des 11.7.) und es reihten sich einige recht schöne Sommertage an. Wenn nur der Wind nachliesse!  Die Bauern befürchten, dass auch der Emdertrag gering werde und beginnen bereits damit, das eine oder andere Stück Vieh abzustossen; schon seien die Viehpreise gefallen. (Wann folgt wohl der Preisabschlag bei den Metzgern?!).

Endlich, vom 14.7. an, hie und da einige Regenschauer, für das Emdgras zwar zu spät, aber für Gärten, Getreide und Obstbäume noch sehr wohltuend und höchst willkommen. Die letzten Tage des Monats waren z.T. sehr schön und sonnig, schwül sogar an den Nachmittagen. Eine Regennacht (27./28.7.) erfrischte die Luft wieder, sonst aber blieb es schön, sodass die Bauern nun mit der Getreideernte begannen. Es ist sogar schon ziemlich Gerste gedroschen worden.

Höchsttemperaturen: morgens 20°, mittags 29°, abends 22°
Tiefsttemperaturen: morgens 9°, mittags 16°, abends 12°.
»

Am frühzeitigen Abstossen von Vieh sieht man, wie wichtig dem Bauern eine quantitativ ausreichende Heuernte ist, wenn er den Winter bezüglich Dürrfutter ohne teure Zukäufe überstehen will bzw. muss.

Quellen
  • Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1962 - S. 8-9. [Original in der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich. Signatur: G-Ch Weiach 1962].
[Veröffentlicht am 6. August 2012]

Freitag, 8. Juni 2012

Juniwetter 1962: Heuernte befriedigt nur qualitativ

Chronist Walter Zollinger hatte ein Auge für die Belange der Landwirtschaft in seinem damals noch bäuerlich geprägten Umfeld. Im Frühsommer ist der Heuet angesagt. Das schlug sich auch in seinen Notizen zum Juni 1962 nieder:

«Juni. "Heumonat"! Die ersten Tage immer noch kühl; am Radio wird sogar eine "Frostwarnung" ausgestrahlt. Zum Glück aber trifft dieser nicht ein, weil bei uns Nebel lag. Vom 3.6. an bis zum 9.6. eine Reihe sonniger Tage, sodass tüchtig geheuet wurde. Die beiden Pfingsttage (10.& 11.6.) wollten die Sonne nicht so recht aufkommen lassen, es war immer wolkig, bedeckt oder tröpfelte gar etwas. Nachher, bis Ende Monat, wieder richtiges Heuwetter, z.T. sogar heisse Nachmittage (25°, 26°, 27°), am 23. und 24.6. gar 30°C. Hie und da allerdings nachts oder spätabends einmal ein kurzer Schauer. Gegen Ende des Monats wehte auch häufig ein heftiger "Wälderwind", der alles wieder austrocknete; darum war man direkt froh um den kräftigen Regenfall vom 29. spätnachmittags. - Der Heuet ist zuende; aber wie schon im Mai befürchtet, quantitativ unbefriedigend, aber qualitativ dagegen gut. Man redet von einem Heupreis von Fr. 12.- per Zentner, er wird aber wohl noch ansteigen.»

Da nordwestlich von Weiach ein Teil des Schwarzwaldes liegt, wäre dies zumindest eine mögliche Erklärung für die Bezeichnung «Wälderwind», denn der Nordwind (auch: Bise) ist mehrheitlich trocken.

Heupreise damals und heute

Von Interesse ist in diesem Monatseintrag vor allem die Preisangabe. Was nicht verwundert, denn letztlich muss es beim Bauern ja auch in der Kasse stimmen.

Ein Vergleich von Preisen wie dem obgenannten für Heu mit heutigen Werten ist immer heikel, zumal nicht nur die Art wie damals Landwirtschaft betrieben wurde sich doch beträchtlich von der heute üblichen unterscheidet. Damit sind die Kostenstrukturen schon einmal völlig andere.

Schaut man sich auf Agrigate.ch die Futtermittelpreise für Heu an, dann findet man dort beispielsweise die Richtpreise des Schweizerischen Rauhfutterverbandes (SRV). In den Jahren 2006 bis 2011 wurden für unbelüftetes Heu, lose ab Stock (also noch nicht für den Transport gepresst) Preise von zwischen 20 und 26 Franken pro Dezitonne (Zentner) bezahlt.

Vergleicht man dies mit dem Wert, dem 12 Franken vom Juni 1962 gewichtet mit dem Landesindex der Konsumentenpreise heute entsprechen würden, so kommt man mit Basis August 1939 auf rund 47 Franken. Die Mechanisierung scheint sich also nicht gerade preistreibend ausgewirkt zu haben.

Quellen

Donnerstag, 31. Mai 2012

Maiwetter 1962: Wonnemonat mit eisig kalter Begrüssung

Der amtierende Gemeindepräsident Paul Willi erwähnte in seinem Beitrag im Mitteilungsblatt dieses Monats eine populäre Deutung des Monatsnamens:

«Wir stehen am Anfang des Monats Mai, auch Wonnemonat genannt. Karl der Grosse führte im 8. Jahrhundert den Namen „Wonnemond“ ein, der darauf hinweist, dass man in diesem Monat das Vieh wieder auf die Weide treiben konnte. Ebenso erhielt der Mai die Bezeichnung Blumenmond, dies wegen der Hauptblütezeit der meisten Pflanzen.» (MGW, Mai 2012, S. 3)

Mai ist ein Fremdwort

Joachim Heinrich Campe vertritt in seinem 1813 in zweiter Auflage erschienenen «Wörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke» diese Verbindung zum oft mythologisch überhöht dargestellten Kaiser der Franken:

«Mai, der Wiesenmond (Wunnimonath). Karl der Große. Aus diesem Namen hat man in der Folge, weil man die Herleitung von Wunn, wiese, verkannte, Wonnemonat oder Wonnemond gemacht; ein schöner Name, der eines so schönen Monats allerdings würdig ist. Jene altdeutsche Benennung aber bedeutet Wiesenmonat, und antwortet dem Prairial der Franzosen. S. Götze Versuch einer Historie der Nieders. Bibeln, Seite 257. Man sehe übrigens über die Verdeutschung der Monatsnamen den Artikel April (Zus.) "Die Herleitung des Worts Wonnemonat von Wonne scheint mir doch richtiger und besser als die von dem alten Wunne, Wiese, zu sein. Denn 1. schrieb man Wonne ehemals auch Wunne; 2. paßt Wiesenmonat eben so gut für April, Junius und Julius, weil in jenem die Wiesen oft schon grün sind, und in diesen Heu darauf gemacht wird; 3. weil im mai wirklich alles zur Wonne einladet. Karl der Große, der auch ein großes Herz hatte, empfand dis sicher auch, und deßwegen nannte er diesen Monat den Wonnemonat." Heinze. Man prüfe!» (Campe 1813, S. 407)

Mit Wunn und Weid

Nun ist es tatsächlich so, dass «mittelhochdeutsch wünne, wunne, althochdeutsch wunn(i)a, eigentlich = Genuss, Freude» bedeutet, wie Schmeller in seinem Bayerischen Wörterbuch von 1837 erwähnt. Es sei, so Schmeller «unter Wunn entweder bebautes Land überhaupt, oder insonderheit zu Graswuchs, als Wiese gepflegtes zu verstehen». Und die «alliterierende Formel Wunn und Waid würde sodann nicht völlig tautologisch seyn, sondern der gewöhnlichen lateinischen "culta et inculta" (...) entsprechen».  Gemeint ist damit im klassischen Sinne «terra culta et inculta, wobei terra culta bebautes, kultiviertes Land und terra inculta Wald (im ursprünglichen Sinne eines Urwaldes) darstellte» (vgl. Vavra 2008). In obigem Fall aber geht es möglicherweise eher um den Unterschied zwischen regelmässig gemähter Wiese (wo ein Gewinn in Form von Heu oder Emd herausschaut) im Gegensatz zur nicht gemähten Weide (wo die Tiere das Futter direkt abgrasen).

Im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (erschienen 1838 bis 1961) ist der Begriff «wonne» im 1951 herausgegebenen Band (Bd. 30, Sp. 1422-1435) zu finden:

Wonne sei einerseits, «A. 'was freude, lust gewährt, genuß bereitet', als bezeichnung eines objektiv gegebenen, oft auf gegenständliches oder geistiges bezogen. in älterer sprache vorherrschend, in jüngerer hinter der psychologischen bedeutung von wonne (s. B) zurücktretend, zugleich freilich von dorther in seinem intensitätsgehalt gesteigert.»

Und andererseits ein «B. 'gefühl der freude, lustgefühl'. in dieser bedeutung von anfang an neben A, dabei schon früh, namentlich aber in jüngerer sprache oft in gesteigerter bedeutung als 'innige freude, entzücken, hoher genuß', vor allem im bereich geistig-seelischer genüsse, aber auch von körperlichem lustgefühl. die grenze dieses psychologischen gebrauchs gegen die objektiv-gegenständliche bedeutung A ist nicht in jedem einzelfall scharf zu ziehen, im ganzen aber tritt wonne als bezeichnung eines subjektiven zustandes in nhd. zeit immer stärker hervor, mit fühlbarem antrieb seit dem empfindsamen zeitalter in der mitte des 18. jh.»

In der Tradition der Gebrüder Grimm wird im Wörterbuch konsequent die Kleinschreibung verwendet.

Der Kerl wagt es, mit -3° einzuziehen

Nun aber endlich zum Thema «Wetter vor 50 Jahren». Berücksichtigt man die oben erwähnten Traditionslinien, ist es nur verständlich, wenn Walter Zollinger ebenfalls dort anknüpft:

«Mai. "Wonnemonat" nennt man ihn im Volksmund immer noch und der Kerl wagt es mit -3° Morgentemperatur und damit ziemlich starkem Reif einzuziehen! Da ist nun wohl am ersten Tag allerhand erfroren: Kirschblust vor allem. Zum Glück geht's nicht so weiter, sondern wird nun nach und nach milder, wenn auch immer noch der leidige Oberwind vorherrscht. In der zweiten Woche beginnt dann der wirklich Wonnemonat. Warme, sogar düppige Tage folgen, allerdings nicht übermässig sonnig, sondern immer noch etwas wechselnd bewölkt. Temperatur morgens zwischen +9° & 15°, mittags bereits zwischen 16° & 25°, abends immer noch zwischen 10° & 20°C. "Die Birnbäume blühen nun prächtig und auch die Apfelbäume beginnen damit", meldet das Notizheft. Die "Eisheiligen" sind, samt der Sofie, vier unfreundliche, zwischen Regen und Aufhellungen hin und her pendelnde Gesellen, auch ordentlich kühl; Höchsttemperatur am Morgen des 13.5. bloss 10°, Tiefsttemperatur am 15. morgens +7°. Nun wäre man froh über nochmaliges richtiges Maiwetter; aber es bleibt auch die nächsten 14 Tage noch aus; nur Wind, Wolken und hie und da sogar Regen, immer auch verhältnismässig kühl für diese Jahreszeit. Erst an den Abenden wird es oftmals etwas angenehmer, aufhellend. Der einzige schöne Tag in der zweiten Maihälfte war der 30.5. Der ganze Monat brachte 4 schöne Tage, sonst war's immer halbbatzig oder ganz ungefreut. Das verspricht kein besonders gutes Obstjahr u. keinen hohen Heugrasbestand.»

Da haben wir es dieses Jahr schon etwas besser «preicht».

Quellen
  • Campe, J. H.: Wörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke. 2. Auflage, Braunschweig, 1813 - S. 407
  • Schmeller, J. A.: Bayerisches Wörterbuch. Sammlung von Wörtern und Ausdrücken, die in den lebenden Mundarten sowohl, als in der ältern und ältesten Provincial-Litteratur des Königreichs Bayern, besonders seiner ältern Lande, vorkommen und in der heutigen allgemein-deutschen Schriftsprache entweder gar nicht, oder nicht in denselben Bedeutungen üblich sind. Stuttgart/Tübingen, 1837
  • Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm - Bd. 30, Sp. 1422-1435 (Stichwort wonne; Bd. 30 wurde 1951 herausgegeben; Gesamtwerkt erschienen zwischen 1838 und 1961)
  • Vavra, E.: Der Wald im Mittelalter. Funktion – Nutzung – Deutung. In: Das Mittelalter, Bd. 13 (2008) Nr. 2, S. 3.
  • Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1962 - S. 7. [Original in der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich. Signatur: G-Ch Weiach 1962].

Sonntag, 27. Mai 2012

Alter Wein in neuen Schläuchen

Pünktlich zur Informationsveranstaltung am 23. Mai wurde der neue Webauftritt der politischen Gemeinde offiziell freigeschaltet, einige Tage früher als erwartet. In den Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, Ausgabe Mai 2012, stand nämlich, die Aufschaltung erfolge «Ende Mai». Nun gut, Vorsprung auf die Marschtabelle ist ja immer zu begrüssen.

Was man allerdings bei einem Besuch auf der Website http://www.weiach.ch zu sehen bekommt, ist leider nicht viel mehr als alter Wein in neuen Schläuchen. Ausser dem Promotionsvideo (vgl. WeiachBlog vom 27. April) gibt es nichts neues. NICHTS. Nur das Layout hat geändert.

Enttäuschung macht sich breit, hatte doch der Gemeindepräsident in der Mai-Ausgabe der Mitteilungen explizit und schon im ersten Satz seiner Ankündigung des neuen Webauftritts die «Beschaffung von Dokumenten (...) auf dem elektronischen Weg» erwähnt (vgl. WeiachBlog vom 7. Mai).

«Si tacuisses... (Hättest Du doch geschwiegen)», denkt der WeiachBlog-Autor da. Oder war das etwa nicht so gemeint, dass man nun auch alle Gemeinde-Verordnungen (oder wenigstens die wichtigsten) problemlos herunterladen kann?

Mängelliste wie gehabt

1. Es gibt nach wie vor kein Archiv aller bisher im Internet veröffentlichten Ausgaben der Gemeinde-Mitteilungen. Warum nicht? Selbst unsere kleine Nachbargemeinde Bachs bringt das problemlos zustande. Die aktuelle Ausgabe findet man dort prominent auf der Startseite. Aufgabe: Suchen Sie einmal das Weiacher Pendant. Das ist sehr gut versteckt.

2. Die vom Gemeindepräsidenten angekündigten verwaltungsspezifischen Module fehlen meines Erachtens nach wie vor. Jedenfalls wenn man solche sucht, die ohne einen Telefonanruf und ausserhalb der Bürozeiten einen benutzerfreundlichen Service liefern. Auch hier hat Bachs die Nase vorn. Dort kann man z.B. die Fristverlängerung für die Steuererklärung per Online-Formular einreichen. In Weiach kann man dem Steuersekretär nur eine e-mail oder einen konventionellen Brief schreiben.

3. Downloadmöglichkeiten. Die noch kleinere Nachbargemeinde Kaiserstuhl (400 Einwohner), die übrigens auf denselben Dienstleister vertraut wie Weiach (i-Web), schafft es problemlos, einwohnerfreundliche Angebote online zu stellen. Einen Guichet virtuel eben, wie er heute üblich ist.

Auf der Kaiserstuhler Website gibt es explizit einen Menupunkt «Reglemente». Und da sind sie, die von mir im Falle von Weiach schon seit dem ersten Launch 2005 vermissten Dokumente. Polizeiverordnung, Gemeindeleitbild, Friedhofreglement, Zonenplan, etc. Alles verfügbar, wahlweise als Download oder über ein elektronisches Bestellformular:

Nur zu Büroöffnungszeiten erreichbar

Die Kaiserstuhler Verwaltung kennt sogar einen Menupunkt «Lebenslagen». Weiach hingegen hat nur Telefonnummern und e-mail-Adressen zu bieten. Sonst nichts. Der Eindruck: dort lebt man anscheinend noch wie in den 90er Jahren. E-mail ist schon fast das höchste der Gefühle.

Die Kaiserstuhler haben ihr Leitbild online. Und die Weiacher? Es fragt sich wirklich, warum der Gemeinderat seine Legislaturziele nicht prominent publiziert. Hat er etwa Angst vor dem eigenen Mut?

Besonders Mühe habe ich, das Fehlen der jüngst verabschiedeten Polizeiverordnung zu verstehen. Immerhin sucht die Gemeinde nach wie vor in just diesem Zusammenhang eine(n) Ordnungshüter(in). Der Entwurf der Polizeiverordnung wurde vor der Abstimmung im Format PDF online gestellt (vgl. WeiachBlog vom 4. Mai 2011). Warum jetzt nicht auch die geltende Verordnung? Das soll begreifen wer will.


Fazit: Beim Relaunch wurde eine grosse Chance vertan. Weiach macht sich lächerlich. Seine kleinen Nachbarn beweisen, dass es mit wenig Aufwand besser geht. Nacharbeit ist angesagt.