Sonntag, 31. Januar 2010
Patt nach Kampfwahl um Gemeindepräsidium
Der Sprengkandidat Paul Willi, der sich erst in letzter Minute aufstellen liess (Motto des Flugblatts: «Für bessere Kontinuität in der Behörde») hat zwar selber die Wahl in den Gemeinderat verpasst. Dass er aber trotz extrem kurzfristiger Ankündigung (im Zürcher Unterländer z.B. gestern Samstag, 30. Januar!) immerhin 91 Stimmen auf sich vereinen konnte, ist bemerkenswert.
Damit verpasste Willi das absolute Mehr. Gewählt für die Amtsperiode 2010 bis 2014 sind der bisherige Gemeinderat Ernst Eberle mit 184 Stimmen, gefolgt von Michael Bärtsch (neu, 167 Stimmen), Thomas Steinmann (neu, 150), Emanuel Galimberti (neu, 120), Elsbeth Ziörjen (neu, 117).
Galimberti ist also Gemeinderat. Aber nicht Gemeindepräsident. Denn in dem in letzter Minute lancierten Rennen um dieses Prestigeamt haben viele Weiacherinnen und Weiacher dem neuen Kandidaten die kalte Schulter gezeigt - nur 68 Stimmen konnte Galimberti auf sich vereinen. Damit verpasste er das absolute Mehr und muss nun am 25. April zu einem zweiten Wahlgang antreten.
Bei diesem spektakulären Patt geht die zweite Sensation, die erste Gemeinderätin in der Geschichte von Weiach überhaupt, fast völlig unter.
Samstag, 30. Januar 2010
Schlecht «getrechselte» Wahlvorschau
Runderneuerung
Der erste, ein am 18. Januar 2010 erschienener Kurzbeitrag von Sandra Zrinski mit dem Titel «Grosse Erneuerung des Gemeinderats», handelt ausschliesslich von Weiach:
«Der Elektroinstallateur und Geschäftsinhaber Ernst Eberle ist der einzige Weiacher Gemeinderat, der sich am 31. Januar für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung stellt. Die anderen vier Behördenmitglieder treten zurück. Für diese Sitze kandidieren neu Elsbeth Ziörjen, Michael Bärtsch, Thomas Steinmann und Emanuel Galimberti. Alle bis auf Steinmann, der Mitglied der SVP ist, sind parteilos. Galimberti stellt sich auch für das Amt des Präsidenten zur Verfügung.
Für die Rechnungsprüfungskommission stehen so viele Kandidaten wie Sitze zur Verfügung. Im Gegensatz zum Gemeinderat bleibt die Behörde weitgehend in der gleichen Zusammensetzung wie bisher. Am 31. Januar wählen die Weiacher ausserdem die evangelisch-reformierte Kirchenpflege und die Mitglieder des Wahlbüros. (szr)»
Dass nun mit Thomas Steinmann ein Kandidat SVP-Mitglied ist, kann man schon als kleine Revolution bezeichnen. Denn bisher war es bei uns jahrzehntelang Tradition, dass die Mitglieder der Exekutiven im Dorf parteilos sind. Oder sich wenigstens offiziell so geben.
Interessant in diesem Zusammenhang: der frühere Gemeindepräsident Mauro Lenisa ist Mitglied der FDP. Ob er das auch schon zu seiner Präsidentenzeit war, ist WeiachBlog nicht bekannt.
Gefahr von Abwahl kaum existent
Der zweite Artikel im Tages-Anzeiger Unterland vom 28. Januar trägt den Titel «Wer wird am Wochenende im Unterland abgewählt?» (Verfasser: Markus Rohr).
Für Weiach stellt sich diese Frage allerdings kaum, gibt es doch keinen einzigen umstrittenen Sitz. Bei der Kirchenpflege waren nach der Wählerversammlung sogar zwei von fünf Sitzen noch vakant. Und bei den Bisherigen, also denen, die sich erneut zur Wahl stellen, ist kaum zu erwarten, dass sie von den Urnengängern in die Wüste geschickt werden.
Im Gegensatz zur Wehntaler Gemeinde Oberweningen, wo alle bisherigen Gemeinderäte vollzählig wieder antreten und gar mit zwei Sprengkandidatinnen konfrontiert sind, sei dies am Rhein anders, meint Rohr:
«Fast gar das Gegenteil passiert in Weiach, wo vier der fünf bisherigen Gemeinderäte abtreten, darunter auch Gemeindepräsident Gregor Trechsel. Auf seinen Posten aspiriert der vor zwei Jahren zugezogene Emanuel Galimberti, der als Präsident des Unihockey-Vereins Kloten-Bülach Jets bekannt ist. In Weiach gibt es keine Kampfwahl, weil nicht mehr Kandidaten als Sitze zur Verfügung stehen.»
Das ist wohl das letzte Mal, dass der Name unseres Noch-Präsidenten Gregor Trachsel falsch geschrieben wurde. Neben «Trachsler» gibt es nun also auch noch die Variante «Trechsel». Alles existente Familiennamen - nur nicht der richtige. Da fragt man sich was in den Redaktionen los ist. Fehlerfrei abtippen sollte man als Journalist eigentlich schon noch können.
Für den kommunalen Entscheid irrelevante Wahlwebsite
Der Zürcher Unterländer ist übrigens in Sachen Qualitätssicherung auch nicht gerade ein Vorbild. Er hat zwar löblicherweise eine eigene Sonderwebsite zu den Gemeindewahlen 2010 aufgeschaltet. Dort ist allerdings ausser den Namen der Bisherigen und der neu zur Wahl Stehenden nicht viel zu finden. Die Namen der Kandidaten für die evangelisch-reformierte Kirchenpflege fehlen sogar ganz - obwohl man sie wie die der Gemeinderäte und Schulpfleger den Mitteilungen der Gemeinde Weiach entnehmen konnte.
Das macht aber wenig bis nichts, denn die Weiacherinnen und Weiacher entscheiden sowieso nach Köpfen. Was wichtig ist steht in den Mitteilungen. Das Internet hat für die Lokalpolitik praktisch keine Bedeutung.
Nachtrag von Samstag, 30.1.2010, 19:25
Anscheinend gibt es doch einen Sprengkandidaten, vgl. den Kommentar von heute 17:14 Uhr!
Freitag, 29. Januar 2010
Feuerwehreinsätze 2009
Wasserrohrbruch in Weiach, 09.01.2009

«Am Freitag, 09. Januar um 07:45 Uhr ist auf der Höhe der Kaiserstuhlerstrasse 10 in Weiach - vermutlich durch die Kälte verursacht – eine Hauptwasserleitung geborsten. Der Wasserschwall überflutete ein angrenzendes Wiesenstück und lief auf die Hauptstrasse.
Die acht aufgebotenen Feuerwehrleute der Bagatellgruppe Glattfelden, sicherten die Strasse und dämmten das Wasser mit H-Profilen ein. Nach dem der Brunnenmeister das Wasser abgestellt hatte, musste ein ebenfalls aufgebotener Salzstreuer, die Strasse und das Trottoir von der entstandenen Eisschicht befreien. Da durch den Rohrbruch einige Haushaltungen ohne Wasser waren, wurden die Reparaturen durch die Handwerker unverzüglich in Angriff genommen.»
Wie alt diese Leitung war, ist mir nicht bekannt. Dass aber die teilweise noch aus dem Erstellungsjahr 1877 unserer Wasserversorgung stammenden Wasserleitungen dem Zahn der Zeit zum Opfer fallen, ist kein Wunder.
Elementarereignis vom 18.07.2009

«"Wasserwehr einrücken ins Depot" stand am (sehr) frühen Samstagmorgen auf dem Pager. Die Glattfelderstrasse kurz vor Weiach war auf der halben Fahrbahnbreite in einem etwa 10 Meter langen Bereich bis zu 50cm unter Wasser. 8 Angehörige der Feuerwehr (AdF) sicherten und beleuchteten die Strasse und liessen die Fahrzeuge wechselseitig passieren. Mit einer Motorspritze wurde das Wasser abgesaugt und über die Strasse befördert.»
Dieses Stück Hauptstrasse ist nicht zum ersten Mal überschwemmt worden (vgl. den Kommentar unter dem Artikel Nr. 126: Land unter im Unterland, WeiachBlog, 10. März 2006). Es ist durchaus möglich, dass dies mit der 2001 abgeschlossenen Streckenverlegung der Hauptstrasse Nr. 7 zusammenhängt. Bei Starkregen funktioniert das Abflussregime vom Stein in Richtung Rhein offensichtlich nicht optimal.
Rauchentwicklung am Birkenweg in Weiach
«Am 21.09.2009 um ca. 10:35 entdeckten Bewohner am Birkenweg in Weiach, dass Rauch aus dem Keller des Nachbarn kam und alarmierten die Feuerwehr. Trotz der starken Rauchentwicklung und der dadurch entstehenden schlechten Sicht, konnte das Feuer schnell lokalisiert werden. Unter Atemschutz wurde sofort ein Innenangriff gestartet. Dank dem schnellen Einsatz des Lüfters konnte man die Sicht verbessern und so schnell bis zum Brandherd vorstossen. Am anderen Ende des Kellers stand eine Heizung, deren Isolierung Feuer gefangen hatte. Sofort wurde die Stromzufuhr unterbrochen und die Isolation gelöscht. Durch die unverzüglich geschaffene Öffnung konnte der Rauch mittels Überdruckbelüftung ins Freie „gedrückt“ werden. Dank des beherzten Einsatzes der 14 Angehörigen der DG 2 und dem Einsatz des Lüfters, wurden weitere Schäden verhindert. Die Brandursache wird zurzeit durch den Brandermittlungsdienst der KAPO ZH ermittelt. Wb, Kdt»
Merke: Auch Isolationen können brennen!
Beim einzigen Brand des Jahres war auch die Stützpunktfeuerwehr Bülach beteiligt:
«Einsatz 112 am 21.09.2009 10.39 mit Autodrehleiter. Rauch aus Keller, Birkenweg, Weiach.» Im Einsatz standen 11 AdF (Angehörige der Feuerwehr).
Danke für Euren Einsatz!
Donnerstag, 28. Januar 2010
Fast ein halbes Jahrhundert in der Schulpflege
«Im 86. Altersjahr starb Frl. Babettli Baumgartner, im 87. Frau Elise Schenkel, Rhyschenkels genannt, weil sie mit ihrem Manne zusammen während langen Jahren den Bauernhof am Rhein unten bewirtschaftet hatte.»
Der Rheinhof ist mittlerweile nur noch ein unbewohntes Haus, das leider nicht mehr weit von einem Ruinenzustand entfernt ist (vgl. den Artikel Nr. 434: Der Rheinhof im Griesgraben, WeiachBlog, 22. April 2007)
«Gar im 89. Altersjahr war Heinrich Näf, alt Schuverwalter [sic!] gestorben. Er hatte während 46 Jahren der Schulpflege als Mitglied und später eben als Verwalter des Schugutes [sic!] gedient. Wo findet man heute noch solche Treue und solch Ausharren?!»
Und das schrieb einer, der selber von 1919 bis 1962 (also während 43 Jahren) Primarschullehrer in Weiach war. Heinrich Näf war sozusagen ein jahrzehntelanger Weggefährte.
Zollinger hat allerdings recht. Heute werden einem solch hohe Dienstalter eher als Sesselkleben oder gar mangelnde Flexibilität angekreidet.
Quelle
- Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1960 - S. 19.
- vgl. für die vollständige Sammlung: Zollinger, W.: Jahreschroniken Weiach 1952-1967. Originale: Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich. Signatur: G-Ch Weiach [Jahrgang].
Mittwoch, 27. Januar 2010
Vier Methusalems knapp unter 100
Drei Frauen und zwei Männer sind es, die noch vor Beginn des 1. Weltkriegs das Licht der Welt erblickt haben und beim Ausbruch des 2. Weltkriegs längst gestandene Erwachsene waren:
- Mina Moser-Nepfer (geboren den 12. März 1911)
- Hedwig Hugener-Brunner (geboren den 10. Dezember 1911)
- Emma Erb-Saller (geboren den 14. Januar 1912)
- Arnold Hauser (geboren den 2. Dezember 1912)
- Gottlieb Griesser-Oeschger (geboren den 1. Januar 1913)
Wir wünschen allen Jubilaren gute Gesundheit und viel Gefreutes.
Weiterführende Artikel zu den Jubilaren
- Riedel, S.: Zeitzeuginnen erinnern sich an den Zweiten Weltkrieg. Mina Moser, Weiach. In: Zürcher Unterländer, 7. Mai 2005 - S. 3.
- Männer: «Alles wurmstichigi Cheibe!» In: WeiachBlog, 15. April 2006 [Nr. 162]
- Zrinski, S.: Der älteste Füsilier seiner Art. Weiach – Die letzte Tagung der Grenzschützer der 5. Kompanie ist Geschichte. In: Zürcher Unterländer, 28. Juni 2007 – S. 9.
- Letzte Tagung der Gz. Füs. Kp. V/269. In: WeiachBlog, 29. Juni 2007 [Nr. 493]
- Moser, M.: Heisse Dessous-Models als Tischdekoration am Altersnachmittag. In: Tages-Anzeiger Unterland, 17. Januar 2008
- Veronesi, L.: «Üs wett doch sowieso keine meh abziäh». Weiach / Seniorennachmittag der Reformierten Kirche im Gemeindesaal. In: Zürcher Unterländer, 18. Januar 2008 - S. 8.
Dienstag, 26. Januar 2010
Brandassecuranzsteuer: 4 Rp. pro 100 Fr.
Für den Originaltext vgl. Weiacher Geschichte(n) Nr. 98: Dreissig Tannen, vierzig Eichen und eine neue Feuerspritze. Warum vor 150 Jahren das Alte Gemeindehaus erbaut wurde. (MGW Januar 2008, Gesamtausgabe S. 376)
Kurzmitteilungen zum Schluss
Damit war die Versammlung auch schon beinahe beendet:
«Ferner wurden noch folgende Anzeigen gemacht.
1. Daß die Brandassecuranzsteuer vom letzten Jahre 4 Cts von jedem hundert Frs. betrage, und die Steuerpflichtigen ihre dießfälligen Rata in der künftigen Woche an die Gmdraths-Canzlei zu entrichten haben.
2. Diejenigen Bürger welche sich für künftiges Jahr um die Nachtwächter- & Brunnenmeisterstelle bewerben, haben ihre Anmeldung dem H. Präsident Willj einzugeben.
Die Richtigkeit dieses Protocolls bezeugen
Der Präsident
Der Schreiber J. Grießer
Die Stimmenzähler»
Es fehlen sowohl die Unterschriften des Präsidenten wie die der Stimmenzähler. Dem Schreiber Griesser vertraute man offenbar blind. Auch interessant: Nachtwächter und Brunnenmeister konnten offenbar nur Weiacher Bürger werden.
Massiv günstiger geworden
Was für uns Heutige am Punkt 1 erstaunlich und relevant ist: der Betrag von 40 Rappen pro 1000 Franken Versicherungssumme entspricht sozusagen dem langjährigen Mittel (0.4 Promille), das man im 20. Jahrhundert im Kanton Zürich als Hauseigentümer bezahlt hat.
Mit anderen Worten: Trotz sonst massiv galoppierender Teuerung ist die Gebäudeversicherungsprämie nominal fast gleich geblieben und seit dem Beginn des 1. Weltkriegs nicht auf mehr als das 10-fache angestiegen wie der sonstige Warenkorb.
Das verdanken wir dem enorm erfolgreichen Verbund aus Versicherung, Feuerwehr und Feuerpolizei, d.h. den vorbeugenden Brandschutzmassnahmen (vgl. dazu Weiacher Geschichte(n) Nr. 109: Fixe Entschädigung statt Liebessteuern. 200 Jahre Gebäudeversicherung des Kantons Zürich, 1808-2008.)
Quellen
- Protokoll der Gemeindeversammlung. Archiv der Polit. Gde Weiach. Signatur: IV.B.01.03
- GVZ-Versicherungsindex Prämie. Website der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich
Montag, 25. Januar 2010
Die Post bringt's nicht mehr
Dass die Postoberen entschieden haben, sich still und leise aus der Fläche zurückzuziehen und den gesetzlich vorgeschriebenen Service Public durch die Hintertüre abzuwürgen, das spürt man mittlerweile an allen Ecken und Enden - vor allem auf dem Land.
Der Grund für die Misere ist schnell erklärt: es ist die Auflösung des Postmonopols, welchem die technokratische Effizienz-Religion von weltfremden Managertypen und Liberalisierungsterroristen das Grab geschaufelt haben. Herrlich weit haben wir es gebracht.
Nur noch den Anschein einer Post
Alles das mussten die Weiacher schon vor geraumer Zeit feststellen, schliesslich kämpfte unser Postbüro jahrelang ums Überleben und seit bald einem Jahr haben wir nun nicht einmal mehr eine richtige Post, sondern nur noch ein Abbild davon (eine Postagentur System Ymago im Dorfladen).
Aber auch in grösseren Gemeinden wie Eglisau müssen Politik und Verwaltung feststellen (vgl. Zürcher Unterländer vom 9.1.2010), was mit der Post alles nicht mehr funktioniert:
«Die Schweizer Post bestätigt, dass unadressierte Massensendungen nach drei bis vier Tagen verteilt werden – nach drei bis vier Arbeitstagen wohlgemerkt. Dies könne für Todesanzeigen zu lange sein, räumt Mediensprecherin Nathalie Salamin ein. «Seit Dezember bieten wir für solche Sendungen aber auch A-Post an», erklärt sie. Dann lägen die Anzeigen nur einen Tag nach dem Aufgabetag in den Briefkästen.»
Kein Wunder, wenn sämtliche Briefe (selbst solche, die einen Adressaten innerhalb der Gemeinde erreichen sollen) in jedem Fall den langen Umweg über ein Verteilzentrum irgendwo in der Pampa machen müssen. Eglisau will deshalb eine eigene «Weibelorganisation» aufbauen.
Selber machen ist die bessere Lösung
Wiederaufbauen müsste man das eigentlich nennen. Denn solch kommunale Verträger gab es früher in jedem Dorf.
Weiach hatte noch bis zum unfallbedingten Rücktritt der Gemeindeweibelin Hildia Maag ein gut funktionierendes Verteilnetz für alles, was die Gemeinde im Laufe eines Jahres in die Briefkästen ihrer Einwohner verteilen muss. Hildia war 35 Jahre lang (von 1970 bis 2005) Gemeindeweibelin. Schon vorher lag dieses Amt einem Familienmitglied ob. Mit der Weibel-Familie Maag funktionierte das Vertragen über Jahrzehnte hinweg.
In den letzten vier Jahren wurde diese Aufgabe von der Post übernommen. Damit ist es nun aber schon wieder vorbei, wie man den Mitteilungen für die Gemeinde Weiach vom April 2009 entnehmen kann:
«STELLENAUSSCHREIBUNG
Die Umstellung bzw. der Abbau der Postdienstleistungen der schweizerischen Post in der Gemeinde bringt mit sich, dass die Zustellung von Massensendungen der Gemeinde in alle Haushalte nicht mehr befriedigt.
Dies veranlasst den Gemeinderat, die Funktion im Nebenamt
Postzustellung für Massensendungen in alle Haushalte der Gemeinde
(Früher: "Gemeindeweibel") nach einem Unterbruch von rund vier Jahren neu auszuschreiben.
Die Arbeiten umfassen im Wesentlichen:
- Abholung der Sendungen im Gemeindehaus auf telefonische Voranzeige;
Zustellung von unadressierten einseitigen Sendungen in alle Haushalte, wie - Todesanzeigen und Flugblätter, am nächsten Tag, ungefähr 8 Zustellgänge pro Jahr;
- Zustellung der unadressierten mehrseitigen Publikationen in alle Haushalte, wie Mitteilungsblätter und Weisungen zu den Gemeindeversammlungen, auf festgelegten Termin, ungefähr 14 Zustellgänge pro Jahr
- Zustellung von adressierten Sendungen in alle Haushalte, wie Steuererklärungen, Stimmcouverts, Steuer- und Gebührenrechnungen, auf festgelegten Termin, ungefähr 8 Zustellgänge pro Jahr.
Ihre schriftliche Bewerbung richten Sie bitte an den Gemeinderat Weiach. Weitere Auskünfte über die Tätigkeit erteilt der Gemeindeschreiber P. Wunderli, Telefon 044 858 27 23 oder email peter.wunderli@weiach.ch.
Gemeinderat Weiach»
Mittlerweile ist die Stelle längst besetzt. Mit einer Weiacherin natürlich (vgl. MGW, Juli 2009: Debora Zimmermann). Diese Lösung ist günstiger, flexibler, schneller und erst noch ökologischer als die Post.
Quellen
- Stahel, T.: Botin einer stehen gebliebenen Zeit. Weiach / Hildia Maag ist die letzte Gemeindeweibelin im Zürcher Unterland. In: Zürcher Unterländer, 3. Oktober 2002 – S. 1 u. 7.
- Wildmann, D.: Die letzte Gemeindeweibelin geehrt. Weiach / Hildia Maag hat jahrelang die Bekanntmachungen und das Mitteilungsblatt ins Haus gebracht. In: Zürcher Unterländer, 11. Juni 2005 – S. 7.
- Gemeinderat Weiach. Stellenausschreibung "Gemeindeweibel". In: MGW, April 2009, S. 4-5.
- Morf, K.: Die Einladung kommt, wenn die Feier vorbei ist. Eglisau: Privatpersonen sollen künftig Trauerzirkulare verteilen – und vielleicht noch mehr. In: Zürcher Unterländer, 9. Januar 2010.
Sonntag, 24. Januar 2010
Das Haus zum Vorder Berg
Als es noch zwei «Höhberg» gab
Das eigentliche Sujet nennt man heute das Haus zum «Vorder Berg». Wie man auf der Wildkarte - der ersten modernen Landkarte des Kantons Zürich - sieht, war der an der alten Strasse nach Zürich gelegene heutige «Vorder Berg» noch Mitte des 19. Jahrhunderts zusammen mit dem «Hinder Berg» als «Höhberg» bekannt.
Dies war auch noch 1926 so, wie man einem Eintrag im Lagerbuch der Gebäudeversicherung entnehmen kann, in dem es um den heutigen «Vorder Berg» ging. Die Ortsbezeichnung des Hauses damals: «Im Höhberg».
Der heutige «Höbrig» hiess übrigens bereits vor über 150 Jahren ebenfalls «Höhberg», wurde aber auf der Wildkarte zwecks Abgrenzung als «Höhberg b. Stocki» bezeichnet. Es darf daher angenommen werden, dass der heutige Höbrig die jüngere Bezeichnung ist.
1834 in die Assekuranz aufgenommen
Die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ) führte den «Vorder Berg» unter den Assekuranz-Nummern 117 (bis 1895), 3 (1895-1955) und 40 (1955 bis heute).
Erbaut wurde das Haus nach den Akten der GVZ im Jahre 1834. Und 1926 war es «zu 80% rückversichert». Der Grund dafür liegt in der höheren Gefahr eines Totalverlustes, bedingt durch die Lage oberhalb des damaligen Reservoirsystems der 1877 in Betrieb genommenen Haus- und Löschwasserversorgung.
Noch ohne Polizeinummer
Das Wohnhaus mit Scheune verfügt bis heute über keine Polizeinummer, was in unserer Gemeinde mittlerweile zur Seltenheit geworden ist. Bislang war das noch erlaubt, aber wohl nicht mehr lange (vgl. WeiachBlog, 17. August 2008).
Bis heute lebt man in diesen Häusern gut ohne das in einer verstädterten Einheitsschweiz obrigkeitlich verordnete Strasse/Hausnummer-Diktat. Gemäss dem Siedlungsverzeichnis 2000 des Kantons Zürich wird dieses Haus (und nur dieses Haus) als «Vorder Berg» bezeichnet und umfasst 1 Wohnung mit 4 Personen (Stand Volkszählung 2000).
Quellen
- Wildkarte: Historische topographische Karte des Kantons Zürich im Massstab 1:25'000, Aufnahme 1843-1851, (vgl. Seite des Amtes für Raumordnung und Vermessung)
- Brandenberger, U.: Gebäudenummernkonkordanz der Gemeinde Weiach: 1812–1895–1955–1992. Elektronisches Spreadsheet, Version 1.0. Weiach, September 2002.
- Namenlose Strassen, nummernlose Häuser! Ein Plädoyer. In: WeiachBlog, 17. August 2008.
Samstag, 23. Januar 2010
Zum Ende der Geschichte(n)
Nachstehend der vollständige Text aus dem Tagi, von WeiachBlog ergänzt mit Links auf die erwähnten Themen und Artikel:
Ende der Geschichte(n)
«Ulrich Brandenberger hat nach zehn Jahren seine 120. und vorerst letzte Historie über Weiach geschrieben. Stoff für mehr wäre genug vorhanden.
Weiach - In Regenjacke und festen Schuhen führt Ulrich Brandenberger an einem nasskalten Tag durch den Ortskern von Weiach. Zwischen Kirche und Oberdorf hat er die wichtigsten Gebäude des 1000 Einwohner kleinen Dorfes schnell abgeschritten. Doch die Geschichten aus dieser Gemeinde scheinen unendlich.
Der 42-jährige Lokalhistoriker schildert das Schicksal eines Bewohners, der sich über einen Hund in der Kirche amüsierte, vom Pfarrer blossgestellt und hinausgeschickt wird und sich kurz darauf umbringt. Er erzählt davon, wie die Weiacherinnen vor 300 Jahren ihr Dorf gegen die Franzosen verteidigen wollten; wie sie einen Knaben «auf ein Ross aufenzehrt und befohlen zu reiten», um Verstärkung zu holen.
Von lokalen Ereignissen schlägt er die Brücke zu Louis XIV, verweist auf Machtkämpfe zwischen Kirche und Kaisern, um in der Vergangenheit nach Beispielen der Intoleranz zu suchen und beim Minarettverbot zu landen. Dabei sprudeln Jahreszahlen aus ihm heraus, so selbstverständlich, als würden sie vor ihm aufleuchten. Er zitiert in mittelhochdeutscher Sprache. Und wenn von Kriegen die Rede ist, blitzen hinter seinen ovalen Brillengläsern die Augen, ballen sich seine Hände zu Fäusten und krachen von einem «Pchch!» begleitet symbolisch zusammen.
Eine Geschichte, die brüskierte
Die «Weiacher Geschichte(n)», die er zehn Jahre lang jeden Monat im Mitteilungsblatt veröffentlicht hat, sollten die Leser unterhalten. «Eine chronologische Abhandlung der Ortsgeschichte wäre zu langweilig gewesen», sagt er.
Angefangen hat seine Arbeit mit dem Ende einer Serie im Mitteilungsblatt. Sie handelte von Weiach betreffenden Dokumenten aus einer Quellensammlung über die Rechtsgeschichte des Neuamts, eines früheren Bezirks im Unterland. Einer der Beiträge erwähnte die Ehrverletzungsklage eines Weiachers, über den Dorfbewohnerinnen herumerzählten, er befriedige sich an Bäumen. Strenggläubigen geriet der Text in den falschen Hals, worauf die Serie beendet wurde. Sehr zum Bedauern Brandenbergers, der darauf beschloss, die Reihe selber fortzusetzen.
An manchen Texten arbeitete er mehrere Tage. Durch seine Recherchen begriff er die Entwicklung des Dorfes, erkannte Hintergründe - auch über die Schicksale der einen oder anderen Weiacher Familie, wobei er stets darauf bedacht war, keine alten Wunden aufzureissen. Seine Neugier führte ihn zu immer neuen Themen und Erkenntnissen; manche gar so weit, dass er eigene frühere Beiträge revidieren musste.
Als Geschichtsjournalismus mit wissenschaftlichem Anspruch beschreibt Brandenberger seine Tätigkeit. Die Quellenangaben seiner Informationen fehlen nie und nehmen je nach Artikel bis zu einer A4-Seite in Anspruch. Nur bei seinen 20 Beiträgen über «Geschichte und Geschichten aus dem Unterland» im Regionalteil des «Tages-Anzeigers» hat er darauf verzichtet [Anmerkung: es waren nur 19 von 41 Beiträgen].
Sein 120. Beitrag der «Weiacher Geschichte(n)» wird vorerst sein letzter sein. Der Druck, jeden Monat über ein neues Thema zu schreiben, sei zu gross geworden, sagt er. Ganz ausschliessen wolle er eine Fortsetzung aber nicht. Das Blättern in alten Akten wird ihn weiterhin beschäftigen. So, wie ihn Historisches schon immer interessiert hat.
In der Vergangenheit zu stöbern, heisst für ihn auch daraus zu lernen, wofür andere mit teuren und schmerzlichen Erfahrungen bezahlen mussten. Dass er Umweltwissenschaften und nicht Geschichte studierte, hatte mit den Ereignissen in Tschernobyl und Schweizerhalle zu tun.
Hauptberuflich analysiert Brandenberger Führungsabläufe für die Bundesverwaltung. Im Militär war er Presse- und Informationsoffizier eines Zürcher Infanteriebataillons. 2001 leistete er einen halbjährigen Kfor-Einsatz in Kosovo und Mazedonien.
Politisch versucht Ulrich Brandenberger in seinen Geschichten möglichst neutral zu sein. Anders in seinem Weiach Blog, in dem er sich auch über den Fluglärm beklagt und dafür heftige Kritik aus dem Süden hinnehmen musste. Er bezeichnet sich als aktiven Bürger, dem aber die Zeit für ein politisches Amt fehlt. In seiner Freizeit nimmt nebst seinem Hobby auch seine Lebenspartnerin einen wichtigen Platz ein.
Von präpotenten Schmierereien
So lokal seine Geschichten aus Weiach sind, finden sich darin doch immer wieder Hinweise auf das Weltgeschehen. Natürlich habe sich durch seine Arbeit auch die Verbundenheit mit dem Dorf gestärkt. Er, der im Alter von acht Jahren von Eglisau nach Weiach zog, könne sich aber durchaus vorstellen, Weiach zu verlassen. Nur in einer Stadt wolle er nicht leben.
Als die Tour bei der Bushaltestelle vor dem Gemeindehaus endet, deutet Brandenberger auf einen gesprayten Schriftzug zu Ehren des verstorbenen Rappers 2Pac. «Dazu habe ich mir eine Bemerkung in meinem Blog nicht verkneifen können», sagt er. «Mit dieser präpotenten Schmiererei», schreibt er dort, «sind nun also die US-amerikanischen Gangsta-Rapper auch bei uns angekommen. Schöne neue globalisierte Welt. Den Drogenhandel haben wir schon. Nur die Schiessereien fehlen noch. Weiach wird Agglo.»
Wer die jüngste Geschichte des Dorfes aufzeichnen wird, ist unklar. Brandenbergers «Weiacher Geschichte(n)» und seine Blog-Einträge dürften aber in die vollständige Überarbeitung der Chronik Weiachs einfliessen.
Die «Weiacher Geschichte(n)» sind einsehbar auf weiachergeschichten.kirche-weiach.ch. Dort findet man auch den Link auf den Weiach Blog von Ulrich Brandenberger.»
Quellen
- Zürcher, H.: Ende der Geschichte(n). In: Tages-Anzeiger Unterland, 30. Dezember 2009 - S. 17
- Weibel, Th.: Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen. I. Abteilung: Die Rechtsquellen des Kantons Zürich. Neue Folge. Zweiter Teil: Rechte der Landschaft; Erster Band: Das Neuamt; Aarau, 1996. (Als Faksimile und ohne weiteren Kommentar in den Mitteilungen für die Gemeinde Weiach veröffentlicht wurden die Nr. 176-180, 183-185, 189, 190, 196 und 197).
- «Blinder Lärmen». Wie die Weiacherinnen 1703 gegen die Franzosen kämpfen wollten. Weiacher Geschichte(n) 56. In: Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, Juli 2004. Gesamtausgabe - S. 149-154.
- Albert Erb-Saller (*4.11.1905 †16.12.2001). Erinnerung an einen der letzten Meister des Wagner-Handwerks. Weiacher Geschichte(n) 72. In: Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, November 2005. Gesamtausgabe - S. 233-237.
- Hohentengen-Bashing by Rita Fuhrer. In: WeiachBlog, 4. Oktober 2007.
- Wenn zu viel Abfall herumliegt... In: WeiachBlog, 9. Dezember 2007
- «Weiacher Geschichte(n)» stellt Erscheinen ein. In: WeiachBlog, 17. Oktober 2009.
- Mangelernährung in der Kindheit. Was die Gräber auf dem alten Friedhof im Oberdorf erzählen. Weiacher Geschichte(n) 120. In: Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, November 2009. Gesamtausgabe - S. 509-516.
- Tupac an der Bushaltestelle. In: WeiachBlog, 20. Dezember 2009.
- Von Gesamtausgaben und Chroniken. In: WeiachBlog, 29. Dezember 2009.
- Selbstbefriedigung an einem Weidenbaum? In: WeiachBlog, 10. Januar 2010.
Freitag, 22. Januar 2010
«Zebrastreifen braucht es hier nicht»
Neu ist nicht nur der Strassenbelag (jetzt ohne Schlaglöcher und Panzersperrenschächte). Die Strasse weist bei der Bushaltestelle Gemeindehaus auch eine aus schiefen Ebenen konstruierte Betoninsel auf.
Und noch etwas fällt auf: es gibt an der gesamten Stadlerstrasse keinen einzigen Fussgängerstreifen (vulgo: Zebrastreifen) mehr.
Das rief Eltern von Primarschülern auf den Plan, die sich bei der Gemeinde beschwerten, dies sei gefährlich. Nur über einen Streifen könnten die Kinder sicher die Strasse überqueren, so argumentierten sie.
Die Strassenverkehrsverantwortlichen des Kantons wie auch der amtierende Gemeindepräsident Gregor Trachsel sehen das allerdings ganz anders.
Grundsatzentscheid gegen Streifen im Frühling 2009
Bereits in den Mitteilungen für die Gemeinde Weiach vom April 2009 war auf Seite 4 zu lesen: «Im Laufe der Bauarbeiten hat der Gemeinderat im Einvernehmen mit der kantonalen Baudirektion und der Kantonspolizei den Grundsatzentscheid gefällt, dass auf der Stadlerstrasse nach der Belagserneuerung keine Fussgängerstreifen markiert werden.» Und dabei wollte der Gemeinderat bleiben.
Vor einigen Wochen war nun eine ganze Delegation von Vertretern des Kantons und der Polizei in unserer Gemeinde und begutachtete die Situation an der quer durch das Dorf führenden Stadlerstrasse. Das Fazit: es bleibt dabei. Keine Zebrastreifen.
«Mir händ kä Ahnig was Vercheer isch»
Das Merkblatt Fussgängerstreifen – Möglichkeiten und Grenzen der «bfu - Beratungsstelle für Unfallverhütung» erklärt die Beweggründe von Kanton und Gemeinderat:
«Zur Erhöhung der Sicherheit von Querungen für den Fussverkehr wird oft die Markierung eines Fussgängerstreifens verlangt. Laut Gesetz regelt dieser in erster Linie den Vortritt zu Gunsten des Fussverkehrs. Fussgänger erwarten dementsprechend beim Überqueren der Strasse auf der gelben Markierung ein erhöhtes Mass an Sicherheit. Aus diesem Grund dürfen Fussgängerstreifen nur dann eingerichtet werden, wenn dadurch die Sicherheit auch tatsächlich erhöht wird.»
Genau diese Bedingung aber ist an der Stadlerstrasse nach Meinung der Experten des Kantons nicht erfüllt, was das Merkblatt wie folgt erläutert:
«Fussgänger sind gesetzlich verpflichtet, die Fussgängerstreifen zu benützen, die näher als 50 m von der gewünschten Querungsstelle liegen. Bei wenig Verkehr besteht die Tendenz, dass sie die Strasse überall queren und keine Umwege in Kauf nehmen, um einen Fussgängerstreifen zu benützen. Dieses Fehlverhalten führt zu Sicherheitsproblemen.»
Und das ist bei der Stadlerstrasse tatsächlich so. Denn mit Ausnahme von einigen Stosszeiten ist der Verkehr in der Regel nicht wirklich dicht.
Wer hat sich denn damals, als es den Fussgängerstreifen auf Höhe von Amtsrichters Edis Haus gelegenen Streifen noch gab, schon immer daran gehalten, wenn er aus dem Bus gestiegen ist und die Strasse Richtung Chälen überqueren musste? Wenn Kinder in der Nähe waren konnte man als Erwachsener nicht gut darauf verzichten, schön brav den Zebrastreifen zu benutzen, ohne Glaubwürdigkeitsverlust zu riskieren.
Und so kommt die bfu zum Schluss: «Deshalb ist ein Fussgängerstreifen nur sinnvoll, wenn die Motorfahrzeugmengen am gewünschten Standort nicht zu klein sind. Die entsprechenden Werte sind ebenfalls der VSS-Norm SN 640 241 zu entnehmen.»
Neu Tempo 50 - nicht mehr 60
Das Anliegen stiess bei den Verkehrsexperten schon deshalb nicht auf Verständnis, weil seit der Umgestaltung der Stadlerstrasse die Kantonspolizei neu Tempo 50 für die gesamte Länge der Strasse signalisiert hat. Früher waren da noch 60 erlaubt.
Der gefühlte Unterschied ist aber offensichtlich nicht allzu gross, was Trachsel auch verstehen kann. Schliesslich rumple es immer noch vernehmlich, wenn grosse, containerbeladene Sattelschlepper die Strasse benutzten.
Doch er ist überzeugt: «S'bruucht jetzt echli Ziit», bis die Leute sich an die neuen Verhältnisse gewöhnt hätten.
Fragt sich nur, ob sich die Eltern neu schulpflichtiger Dreikäsehochs von abstrakten Normen beeindrucken lassen. Es wird wohl nicht der letzte Ortstermin gewesen sein. Denn - so die Volksmeinung: Auf dem Zebrastreifen sind die Kinder sicher.