Donnerstag, 8. Juli 2021

Als dunkle Zeiten verdunkelte Nachtzeiten verlangten

Einer der besonderen Schrecken des Zweiten Weltkriegs, der Krieg in der dritten Dimension, warf seine dunklen Schatten schon früh voraus. Dazu nur drei Ereignisse eines ganzen Strausses an Schutzmassnahmen, die bereits Jahre vor der Mobilmachung 1939 getroffen wurden:

Am 20. März 1935 erliess die Eidg.Luftschutzkommission «Richtlinien für Gemeinden über die Organisation des örtlichen Luftschutzes». Ab dem 15. Juli 1936 war eine «Verordnung des Bundesrates über die Verdunkelung im Luftschutz» in Kraft. Und im Juni 1937 wurden im Kanton Zürich erste Verdunkelungsübungen durchgeführt.

Im Januar 1937 hat die Gemeinde Weiach (auf Befehl von oben) einen Erlass zu Massnahmen für die Verdunkelung verabschiedet: «Der Befehl zur Verdunkelung wird in unserer Gemeinde durch Trompetensignal bekannt gegeben. [...] Die Kommission für die Verdunkelung». (Ortschronik, S. 92)

Dass diese Art der Signalisierung für die Weiacherinnen und Weiacher durchaus ihr Gutes hatte, leuchtet schnell ein, wenn man sich die folgende Aufstellung über Verdunkelungsmassnahmen aus dem Aktivdienstbericht des Territorialkreises 6 anschaut:


Hätten Sie da alle Änderungen mitbekommen und vor allem: sich noch an die gerade geltende zeitliche Vorgabe erinnert? Gut, gab es das Trompetensignal, das in Weiach durch den Dorfweibel gegeben wurde.

Der erste Fliegeralarm wurde in der Stadt Zürich am 15. August 1940 ausgelöst und erst nach dem 407. war der Krieg in Europa vorbei:

Quellen

  • Oehmigen, Hptm.: Bericht des Luftschutzoffiziers des Territorialkommandos 6 über den Aktivdienst 1939-1945 v. 15. August 1945 - Abbildungen v. S. 12 u. 13. In: Ter Kdo 6. Territorialkreiskommandos. Schweizerisches Bundesarchiv, Bern. Signatur: BAR E27#1000/721#14878-6* [S. 35 des PDF-Dokuments 33]
  • Baumgartner, Thut, W.: Chronologie des 20. Jahrhunderts. In: Brandenberger, U.: Weiach – Aus der Geschichte eines Unterländer Dorfes. Sechste, erweiterte Auflage von Walter Zollingers «Weiach 1271-1971. Aus der Vergangenheit des Dorfes Weiach». Trub 2018-2021 – S. 92.

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